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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
Und weiter geht's mit Österreich. Marcus J. Oswald, Betreiber des Blogs "Blaulicht und Graulicht" präsentiert uns unter der Überschrift "Dümmster "Bankräuber" des Jahres - Tatort Kärnten" am 22.8. 2006 seine Überlegungen zu einem misslungenen Banküberfall in Klagenfurt und seine Knarre. Gut, das Sich-Lustig-Machen über wenig erfolgreiche Bankräuber, die sich dämlich anstellen, ist ein eigenes Genre im Internet. Aber Oswald nimmt das Ereignis zum Anlass aus der Schule zu plaudern. Und natürlich findet sich eine Aufforderung an uns, das zu kolportieren. Was den Wienern die Kärtner sind, sind für die Piefkes 'die' Österreicher ... Schwamm drüber, doch solche Tips (und andere Selbstentblössungen) erhält man heutzutage nur noch in Österreich ...

"Mal ernsthaft: Macht man einen Bankraub ohne die Bank vorher betreten zu haben?

Wie kann man sich vorstellen, dass ein kluger Bankräuber seinen Plan aufbereitet, um einer gut versicherten Institution ein bisschen Geld wegzunehmen? Nun, das läuft in Stufen:

Innenbeobachtung

1. Man betritt die Bank als anonymer Gast und holt sich einen Blanko-Zahlschein. Dann geht man wieder. In diesen Minuten des Betretens der Bank sieht man sich gut um. Wo hängen die Kameras? Wo sind die Zutritts-, wo sind die Fluchtwege? Wo liegen die Nebenräume? Das muss man in wenigen Minuten erfassen und im Kopf speichern. Bei diesem ersten und einzigen Besuch der Bank empfiehlt es sich, eine Oberkleidung zu tragen, die man hinterher in einem Rot-Kreuz-Kontainer 20 Kilometer entfernt entsorgt. Außerdem sollte man beim Betreten der Bank eine dezente Sonnenbrille und eine Schirmmütze tragen, die man ebenso danach nie wieder trägt und entsorgt.

Außenbeobachtung


2. Dann beobachtet man die Bank, die Oberkleidung ist nun zivil und unauffällig bieder, aus sicherer Position in der Umgebung (Caféhaus, Gaststätte oder aus einem stehenden Auto in guter Entfernung ein paar Tage oder Wochen). Man schreibt sich genau auf, wann wer aufsperrt, wann die größte Kundenfrequenz über den Tag ist, wann der letzte Mitarbeiter die Bank verläßt. Man erstellt ein Bewegungsdiagramm zu allen Beschäftigten. Wer geht mit wem weg? Wer verläßt oder betritt die Bank alleine oder zu Zweit? Dann legt man den Zeitpunkt des Zugriffs fest. Der beste Zugriffszeitpunkt ist jener Moment, indem aus Sicht des Bankräubers möglichst wenige menschliche Hindernisse (Beschäftigte) in der Bank sind.

Der Zugriff


3. Obersters Prinzip bei einem Bankraub ist, dass es um anonymisiertes Geld und nicht um individuelle Menschen geht. Menschen sind zu verschonen. Geiselnahmen sind absolutes Tabu. Bevor Menschen als Geisel genommen werden, muss ein ethischer Bankräuber weglaufen, den Zugriff abbrechen und signalisieren, dass er ein Guter ist. Ein guter Bankraub muss klassisches Eigentumsdelikt bleiben und darf nie in ein Gewaltdelikt münden. Daher ist die Waffe als (theoretisches) Bedrohungselement auch nie vorzuzeigen, sondern nur anzudeuten, dass man (theoretisch) eine dabei hat. Die elegantesten Bankräuber bleiben die "Zettelräuber" - sie sagen nichts, haben die Botschaft schriftlich verfasst, nehmen das Geld und gehen.

Bankraub braucht effektive Planung


Das wäre der übliche Ablauf: Innenobservation, Außenobservation, Auswerten des Datenmaterials, Planerfassung. Festlegen des Zugriffszeitpunktes. Zwischen Beginn der Observation und Zugriff sollten nicht mehr als drei Wochen verstreichen (1. Akt). Schonender Zugriff. Zugriffsdauer nicht länger als drei Minuten (2. Akt). Hat man das Geld, haut man sich über die Häuser. Das Schwierigste bei einem Bankraub ist die Flucht (3. Akt). Sie ist vergleichbar mit einer Bergtour: Der Aufstieg ist leicht, man ist konzentriert und vorsichtig. Beim Abstieg läßt die Konzentration nach, hier geschehen die meisten tödlichen Unfälle. Bankräuber investieren viel Zeit ist den 1. Akt und in den 2. Akt und vernachlässigen die Planung des 3. Aktes. Ist man im 3. Akt, wartet man, ob die diversen Schlingenfahndungen der Polizei wirklich so gut sind wie auf den Theoriepapieren."


Im Kommentarteil wird man dann enttäuscht. Für Außenstehende findet da offensichtlich ein Rosenkrieg statt, Männer unter sich ...
Egal, die Tips enthalten vernünftige Gedanken. Haben aber nur den Haken, dass die Meisten, die diese Tips benötigen, in einer solchen Verfassung sind, dass sie kaum umsetzen können. Und die Profis wissen das eh ....
 

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