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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
titelt der Standard (17. Dezember 2009) und berichtet über die hier bereits annoncierte Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV)</.

Liest man sich das durch, dann fragt man sich schon, was ist nun der Zugewinn zu den bereits in Vabanque im Jahr 2000 ausgebreiteten Erkenntnissen.

Amateure, keine spezifische Schicht oder Gruppe, keine Überfälle auf Private, Lotto oder Bankraub

Das alles kennen wir also schon. Aber vermutlich gehören solche Untersuchungen zu jener Form symbolischer Politik mit der suggeriert werden soll, dass etwas getan wird.


"Eine Studie unter verurteilten Bankräubern zeigt, dass vor allem Gelegenheit Diebe macht

Schnell an viel Geld kommen - da denkt man vor allem an zwei Dinge: Lottogewinn oder Banküberfall. Was sich so leicht dahinsagt, wurde heuer 94 Mal in die Tat umgesetzt. "Die meisten Bankräuber sind Amateure. Zum Beispiel Straßenbahnfahrer oder Steuerberater, die sich auf diesem Weg Probleme vom Hals schaffen wollen", sagt Christopher Schlembach vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Schlembach hat im vergangenen Jahr eine Studie zum Thema Bankraub durchgeführt, die auf Gesprächen mit ehemaligen Bankräubern basiert.

Das Ergebnis: "Die wenigsten Bankräuber planen den Überfall, vielmehr lassen sie sich von der Situation und der Gelegenheit verleiten", sagt Schlembach. Denn für einen Bankraub brauche es weder intensive Planung, kein spezielles Fachwissen noch ein kriminelles Netzwerk um das Diebesgut später in Bargeld umzusetzen, wie etwa bei einem Einbruchsdiebstahl. Rund die Hälfte der 41 Häftlinge gab an, durch Medien zur Tat inspiriert worden zu sein. "Ich hab dann auch in der Zeitung gesehen, wie das grob funktioniert. Ich hab meine wirklichen Informationen nur durch die Zeitung bekommen", sagt einer der Verurteilten. Jemanden Privaten überfallen, das wollte ein Befragter nicht: "Das ist ja sein Privatgeld." Vorbereitet habe er sich auch viel übers Internet, als Arbeitsloser hätte man ja viel Zeit.

Dass auf Bankraub zwischen einem und 15 Jahre Haft stehen und rund die Hälfte der Täter erwischt wird, scheint nur wenig abschreckend, was vor allem an der Spontaneität liegt, mit der das Delikt begangen wird."


Tips werden auch gleich bei einer Bildunterschrift en passant mitgegeben:
"Möglichst lange Wege durch die Filiale, Wachpersonal und digitale Videoüberwachung stellen für den Täter ein erhöhtes Risiko dar."

Auch andere Aspekte wussten wir schon lange:

"Zahl der Bankraube geht zurück

Die Statistik der vergangenen Jahre zeigt, dass die heimischen Banken mittlerweile einigermaßen gut gerüstet sind. Seit 2007 sind hat sich die Zahl der Bankraube beinahe um ein Drittel reduziert. Die Strategie: Es dem Räuber so schwer wie möglich zu machen. In der Praxis bedeutet das, dass die meisten Banken ihre Kassenbereiche so angelegt haben, dass er von der Straße aus nicht eingesehen werden kann. Auch möglichst lange Wege durch die Filiale, Wachpersonal und digitale Videoüberwachung stellen für den Täter ein erhöhtes Risiko dar. "Je kürzer der Weg vom definitiven Eingang über´s Foyer oder bis zur Kasse, desto besser", sagt einer der Interviewten.
Zwar gaben 94 Prozent der Befragten an, Überwachungskameras nicht als abschreckend zu empfinden. Dennoch helfen die qualitativ mittlerweile hochwertigen Bilder bei der Tätersuche. Besonders effizient ist laut Herwig Lenz, Leiter der Kriminalprävention und Opferhilfe des Bundeskriminalamts, aber die Belohnung für eingegangene Hinweise. "Immerhin sind Räuber auch Menschen mit einem Freundeskreis und auch da gibt es Neider", sagt Lenz.

Geringe Beutesummen

Das große Geld, von dem die meisten Bankräuber träumen sei aber längst nicht mehr zu holen: "Wenn potentielle Bankräuber meinen, bei uns könnte man ‚auf die Schnelle' viel Geld holen, dann irren sie", sagt Heinz Friedl, Sicherheitsbeauftragter der Raiffeisenlandesbank Wien-NÖ. Die Banken haben die Menge an vorrätigem Bargeld längst reduziert. Die Raiffeisenfilialen arbeiten beispielsweise mit einem automatischen Kassentresor, wodurch keine großen Geldmengen schnell greifbar sind.
Während 2007 die Beute durchschnittlich bei rund 35.000 Euro lag, waren es 2009 nur noch 25.000. "Rechnet man die hohe Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden und das Strafmaß dazu, ergibt sich ein relativ geringer Stundenlohn", sagt Lenz. "
 

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