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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
Der Verlag Assoziation A (in dem auch Vabanque erschienen ist) freut sich, mitteilen zu können, dass soeben die Lebenserinnerungen des in Paris lebenden spanischen Anarchisten Lucio Urtubia in unserem Verlag erschienen sind. Seine Autobiografie »Baustelle Revolution« berichtet von einem in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichen Leben, atemberaubend wie ein Abenteuerroman, geprägt von Freiheitsliebe und geradezu makelloser Gesetzesferne.

Lucio Urtubia:
Baustelle Revolution
Erinnerungen eines Anarchisten
Aus dem Spanischen von Alix Arnold und Gabriele Schwab
ISBN 978-3-935936-84-2, 256 Seiten, 19,80 Euro, 33,50 CHF


Das Buch wird am Freitag an den Buchhandel ausgeliefert. Rezensionsexemplare können angefordert werden unter:
hamburg@assoziation-a.de

Sozialrebell, Geldfälscher, Bankräuber, moderner Robin Hood – die Liste der Titel, mit denen Lucio Urtubia beehrt wurde, ist lang. Sein Leben, das wie ein Abenteuerroman klingt, ist ein Spiegel der libertären revolutionären Bewegungen Europas in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Lucio Urtubia wird 1931 in einem kleinen Dorf in Navarra geboren und wächst unter ärmlichen Verhältnissen auf. Als er zum Militär eingezogen wird, desertiert er wenig später nach Frankreich, wo er fortan als Maurer arbeitet. Er nimmt Kontakt zu anarchistischen Gruppen auf und lernt seinen politischen Ziehvater kennen: den legendären Sabaté, der von Frankreich aus den bewaffneten Widerstand gegen die Franco-Diktatur organisiert. Fälschen von Dokumenten, Verstecken von Untergrundkämpfern und illegale Geldbeschaffungsaktionen spielen fortan in Lucios Leben eine zentrale Rolle. Zahlreiche Widerstandsorganisationen profitieren von seinen Fertigkeiten: Black Panthers, Tupamaros, europäische Guerillas. Jedem Akt der Revolte, der auf eine gerechtere Gesellschaftsordnung zielt, gilt Lucios Solidarität.

1962 schlägt er dem damaligen Leiter der Nationalbank Kubas, Che Guevara, vor, den Weltmarkt mit gefälschten Dollarnoten zu überschwemmen, um die US-amerikanische Wirtschaft zu destabilisieren. Der Vorschlag stößt auf kubanischer Seite auf wenig Gegenliebe, doch der Gedanke bleibt in Lucio lebendig. 1980 gelingt ihm sein größter Coup: Durch den Druck von Travellerschecks der Citibank im Wert von mehreren Millionen Dollar zwingt er die damals mächtigste Bank der Welt in die Knie.

Die Liste seiner Aktivitäten ist damit nicht erschöpft. Doch Lucio ist auch ein Meister der Konspiration, dem in seinem nicht gerade gesetzestreuen Leben das Kunststück gelingt, nur ein paar Monate im Gefängnis verbringen zu müssen. Erst mit weit über 70 Jahren bricht er das Schweigen. Ein Buch über ihn erscheint, der Film »Lucio« wird gedreht, siehe:
http://www.lucio.com.es/
Nun hat Lucio Urtubia seine Autobiografie vorgelegt. Es ist uns eine Freude, sie in deutscher Sprache veröffentlichen zu dürfen.

Und noch ein wichtiger Hinweis:
In der vorletzten Oktoberwoche wird Lucio Urtubia – begleitet von seiner Übersetzerin Alix Arnold – seine Autobiografie auf einer Lesereise in Deutschland vorstellen. Die Stationen der Lesereise sind:
Köln: 19. Oktober; Hamburg: 20. Oktober; Berlin: 22. Oktober. Näheres unter:
http://www.assoziation-a.de/lesen/Lucio_Urtubia.htm

Hier ein spanischer Dokumentarfilm über Lucio Urtubia
 

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