AusstellungenMuseum
BankerInnen und PolizistInnen
Bankraub in Film und Fernsehen
Bankraub-Dokus - Themenabende usw.
Bankraub-Schriftsteller
Bankraub-Trends
Bibliographie der Volkskunde des Bankraubs
Biographien des Bankraubs
Blog-Review
Brecht-Zitat
Brutalisierung des Bankraubs
Buergerliches Recht
Edle Raeuber - Robin Hoods
Fluchttechniken
Geiz ist geil
GenderMainStreaming
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon
Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 

Lotto und Bankraubphantasien

vorherige Seite
Aus dem Archiv des Bankraubs geschöpft (1).

Der sozialdemokratische Politikwissenschaftler Iring Fetscher kommenteirte anno 1999 die Aussage von Altkanzler Helmut Kohl, er habe mit den - rechtswidrigen - Spendeneinnahmen seiner Partei dienen wollen mit

"Ich kann auch einen guten Zwecke verfolgen, indem ich ein Bank ausraube und das Geld meinem bedürftigen Bruder gebe." (zit. n. Südwestpresse Ulm, 27.12. 1999)

Aber auch für den Überzeugungstäter Kohl gilt, die Feststellung von Marcel A. Niggli:
"Das Böse ist faszinierend, aber diejenigen, die es begehen, sind meist Langweiler."
(zit. n. Peter Röthlisbergerr: Niemand hat noch nie etwas gestohlen. In: Weltwoche, 23.10. 1997)

Ein TAZ-Interview (19.10.2002) im Berliner Lokalteil anlässlich der Beobachtung, dass im Jahr 2002 in Berlin die Zahl der Banküberfälle wieder gestiegen sind. Und natürlich geht es wieder los, mit dem unvermeidlichen Brecht-Zitat:

"Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?", fragte Bertolt Brechts Mackie Messer.
Der Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger hat sich mit der Theorie und Praxis des Bankraubwesens beschäftigt

taz: Was interessiert Sie an Banküberfällen?

Klaus Schönberger: Es gibt zwei verbreitete Kollektivfantasien: im Lotto zu gewinnen und eine Bank zu überfallen. Interessant ist auch, dass die soziale Frage neu verhandelt wird. Leute eignen sich etwas an, das ihnen nicht gehört. Sie haben eine andere Vorstellung von der Verteilung, wie auch immer man das bewertet.

Das ganze Interview lesen …

Was irgendwie nicht stimmt an dem Cartoon ist, die Tatsache, dass Banküberfälle (weltweit) auf wesentlich mehr Sympathien stoßen als diese neue Version der ursprünglichen Akkumulation namens "Globalisierung". Ansonsten wieder so ein Versuch, darauf hinzuweisen, wo die "wirklichen" Verbrecher sitzen. Wenn's der Wahrheitsfindung dient ....
U776

Irgendwie haben die Vorstellung von Lottogewinn und Bankraub doch etwas gemeinsam. Jedenfalls sind solche Assoziationen zu häufig und können kein Zufall sein. Jasmin Fischer phantasiert in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), 17.3.2004:

Lottokönig stellt sich seinem Millionengewinn

Es geht um Geld, sehr viel Geld, einen Flüchtigen und die Fahndung nach ihm. Nun hat er sich endlich gestellt: Der Lottogewinner des 9,1-Millionen-Jackpots ist gefunden. Getarnt hat er sich wochenlang wie ein Bankräuber. Er hat Spuren verwischt und wollte gar auf die "Beute" verzichten.

"Wir wissen wenig über ihn, aber er ist es", freut sich Elmar Bamfaste, Sprecher der Westdeutschen Lotterie GmbH. Ihm ist die Erleichterung deutlich anzumerken: "Er hat sich telefonisch bei uns gemeldet, und unser Glücksbote ist heute morgen zu ihm rausgefahren."

Aber wer ist denn dieser Mann, der am 3. Januar mit der Kombination 5, 1
5, 16, 37, 41, 48 und der Superzahl 7 über Nacht zum Multimillionär wurde? Sicher ist nur: Der Gewinner kommt aus dem Raum Dortmund, ist kaufmännischer Angestellter, zwischen 50 und 60 Jahre alt, und er hat verdammt starke Nerven.

"Er wusste seit der Ziehung der Lottozahlen am 3. Januar, dass er gewonnen hat", sagt Bamfaste. "Aber er hat sich in Schweigen gehüllt." Nicht nur das - der Glückspilz hat sich sogar getarnt. "Er hat weiter Lotto gespielt, nur nicht mehr mit seiner Glücksreihe, weil er Angst hatte, man könnte ihn daran erkennen."
(...)
Gerade frisch gedruckte Fahndungsplakate kann Bamfaste nun einstampfen lassen. Und alle die, die sich auf eines der 111 Autos und kleineren Summen gefreut haben, die ausgeschüttet worden wären, hätte sich der Unbekannte nicht gemeldet, denen bleibt es nur noch, sich mit einem sehr nachdenklichen und sehr vorsichtigen Dortmunder zu freuen.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this page (summary)

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Germany License.