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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 

Millionencoup

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Die Taz (23.12.2004) macht sich Gedanken über die Geldwäsche Probleme der nordirischen Bankräuber. Im übrigen zeigen sich die Medien davon überzeugt, dass hier eine wohlorganisierte paramilitärische Truppe zugange war.
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"DUBLIN taz Nach dem bisher größten Bankraub in Nordirland ist die erste Spur der Ermittler ein ausgebranntes Auto, das die Räuber südlich von Belfast zurückließen. Sie erbeuteten etwa 20 Millionen Pfund (knapp 29 Millionen Euro) aus der Northern Bank. Zuvor hatte die Bande die Familien zweier Bankmanager als Geiseln genommen, um die Bankiers zum Öffnen des Safes zu zwingen. Die geraubte Geldmenge überstieg das Fassungsvermögen des Lkw, so dass die Räuber einen Teil zurücklassen mussten. Fahndungsleiter Sam Kinkaid: "Das war kein Glück. Die waren sehr gut organisiert." Die Ermittler vermuten IRA-Dissidenten hinter der opulenten Operation. Ein Problem werden die Räuber mit dem Geld haben: Die erkennbar nordirischen Banknoten lassen sich nur schwer in England oder Südirland absetzen."

Die Süddeutsche Zeitung (22.12.2004) hat Mühe nicht ins Schwärmen zu geraten. Nach dem Lottocoup vergangene Woche kommen nun andere mit der Komplentärstory daher ...

Der perfekte Raub

Geiselnahme, Erpressung, starke Nerven – wie die Bankräuber von Belfast einen der größten Coups der Weltgeschichte landeten.

Es fällt auf Anhieb schwer, sich der dunklen Faszination dieses größten Raubzugs in der Geschichte des Vereinigten Königreichs zu entziehen, seiner kühlen Kalkulation, seiner Präzision und Perfektion in der Vollendung hinter den stummen Mauern der Northern Bank-Zentrale mitten in Belfast.

Die Fantasie fängt an sich auszumalen, wie im Inneren der Bank die Räuber Zentner, ach was: Tonnen an Pfund-Banknoten vom Fünfer bis zum Hunderter auf einen Lastwagen wuchteten, während vor der Fassade des Gebäudes unbekümmert Tausende Menschen an diesem frühen Montagabend ihre Weihnachtseinkäufe nach Hause schleppten.

So viel Geld, sie konnten es gar nicht mehr tragen

So viel Geld war es, dass die Räuber einen Teil liegen lassen mussten, weil ihr Lkw die Massen nicht fassen konnte. In britischen Zeitungen ist am Mittwoch von 20 bis 40 Millionen Pfund die Rede, also bis zu 60 Millionen Euro.

Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können: Die Bankzentrale barst vor Bargeld, mit dem die Automaten der 95 Filialen für das Weihnachtsgeschäft aufgeladen werden sollten. Dies war vielleicht einer der größten Beutezüge der Weltgeschichte, und er stellt bei weitem in den Schatten, was der legendäre Posträuber Ronald Biggs und Kumpane am 8. August 1963 mit dem Postzug Glasgow-London anstellten.


Der ganze Text in der SZ

Rekordverdächtig ist der Coup, den offensichtlich einige Bankräuber in Nordirland zustandegebracht haben. Aber es zeigt sich auch, dass zu so etwas offensichtlich Insiderkenntnisse, eine erhebliche Logistik, professionelles Handeln aber auch fragwürdige brutale Methoden notwendig sind.

Tja und dann wird schon jemand unterwegs sein, der sich die Exklusiv- und Filmrechte zu sichern versuchen wird.

Belfast (AP) Beim bislang größten Bankraub in der Geschichte Nordirlands haben Diebe mehr als 20 Millionen Pfund (rund 30 Millionen Euro) entwendet. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, besetzten die Täter am Sonntag die Wohnhäuser von zwei ranghohen Angestellten der Belfaster Northern Bank und nahmen die Familienangehörigen als Geiseln. Dann zwangen sie die Manager, ihnen nach Geschäftsschluss am Montag den zentralen Tresor aufzuschließen.

Die Behörden wurden nach eigenen Angaben erst sechs Stunden nach vollendeter Tat informiert, nachdem alle Geiseln in Sicherheit waren. Einige von ihnen seien allerdings traumatisiert, erklärte Polizeichef Sam Kincaid. Die Beute fiel deshalb so reichhaltig aus, weil in dem geplünderten Tresor Gelder deponiert waren, die rechtzeitig vor Weihnachten an alle 95 Filialen der Northern Bank verteilt werden sollten. Kincaid sprach von einer beachtlichen Summe, die vermutlich mehr als 20 Millionen Pfund betragen könnte.

Zu möglichen Tätern wollte sich die Polizei zunächst nicht äußern. Es sei viel zu früh festzustellen, ob sie im Milieu der gewöhnlichen Kriminellen oder bei den paramilitärischen Gruppen der britischen Provinz zu suchen seien, erklärte Kincaid. In der Vergangenheit hat vor allem die anti-britische Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) mehrfach Banküberfälle verübt.

Am 21.12. 2004 via Yahoo

Beim Handelsblatt (21.12.2004) erfahren wir noch etwas mehr und es wird eine historische Einordnung vorgenommen. Tenor: Ein Spitzenplatz, aber kein neuer Rekord:

"Die unbekannten Geldknacker befanden sich nach Angaben der Polizei am Dienstag auf der Flucht. Weder die Bank noch die Ermittler wollten die genaue Höhe der Beute bekannt geben, sondern nannten die Summe nur „bedeutend“ und erheblich“. Die Schätzungen lagen aber zwischen etwa 28 und 42 Millionen Euro. Die Northern Bank hat mit ihren 95 Filialen einen Marktanteil von 30 Prozent in Nordirland.

Um den bedeutendsten Raub in Großbritannien handelt es sich allerdings bei weitem nicht, selbst wenn sich die höchste Schätzzahl bewahrheiten sollte. Zwar waren es beim großen Postzug-Raub von 1963 nach heutiger Umrechnung „nur“ 14,8 Millionen Euro. Im Jahr 1982 fielen Kriminellen jedoch mehrere 100 Millionen Euro in die Hände, als sie in London Schließfacher ausräumten. Und 1990 wurde der bisherige „Spitzenwert“ für das Vereinigte Königreich erreicht, als Gangster in London Wertpapiere für 413 Millionen Euro stahlen."

"Auf gut Deutsch: Coup
Was ist ein Coup? Da sprechen die Lexika von einem kühn bis geradezu frech angelegten, überraschend durchgeführten und jedenfalls erfolgreichen Unternehmen: Ein Coup, der fehlschlägt, ist ein Coup gewesen. Der Gott des grossen Coups ist der so ingeniös diebische wie ingeniös erfinderische Hermes: Ein Banküberfall mit Millionenbeute ist ein Coup so gut wie eine Bankenfusion mit Millionengewinn. Aber was reden wir da von Millionen? Eigentlich ist ein Coup eine Ohrfeige."


meint jedenfalls Klaus Bartels. Die Kolumne ist gleichermaßen abgedruckt in: «Internet à la Scipio. Neue Streiflichter aus der Antike»:

Klappentext: "Über drei Jahrzehnte hinweg, seit 1972, ist die Rubrik "Streiflichter aus der Antike" regelmäßig vierzehntäglich in der "Neuen Zürcher Zeitung" erschienen. Diese jüngste, fünfte Sammlung vereinigt wiederum siebzig ausgewählte Kolumnen zu einem lebensvollen, farbenreichen Spektrum."

Ganovenglück:
Beim größten Raub, den Großbritannien je erlebt hat, erbeuten sechs Männer in einer Lagerhalle in London Heathrow 6.800 Goldbarren im Wert von mehr als 104 Millionen Mark und entkommen zunächst unerkannt.

 

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