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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 

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"Ich war der Schmierensteher der Ortica-Bande"



Faceva Il Palo Lyrics
(Parlato) Faceva il palo nella banda dell'Ortica, ma era sguercio, non ci vedeva quasi più, ed è stato così che li hanno presi senza fatica, li hanno presi tutti, quasi tutti, tutti fuori che lui.

(cantato) Lui era fisso che scrutava nella notte,
quand è passa' davanti a lu un carabinier
insomma un ghisa, tri cariba e un metronotte:
nanca una piega lu la fa, nanca un plisse'.
Faceva il palo nella banda dell'Ortica,
faceva il palo perché l'era il so mesté.

(parlato) Così precisi come quei della Mascherpa sono rimasti lì i suoi amici a veder i carabinieri, han detto "Ma come, brutta lugia vaca porca, il nostro palo, bruta bestia, ma dov'è ??"

(cantato) Lui era fisso che scrutava nella notte,
l'ha vist na gota, ma in cumpens l'ha sentu nient,
perché vederci non vedeva un autobotte,
però sentirci ghe sentiva un acident.
Faceva il palo nella banda dell'Ortica,
faceva il palo con passione e sentiment.
Ci sono stati pugni, spari, grida e botte,
li han mena' via che era già mort quasi mesdì,
lui sempre fisso che scrutava nella notte
perché ci vedeva i stess de not cume del dì.

(parlato) Ed è lì ancora come un palo nella via, la gente passa, gli dà cento lire e poi, poi se ne va...lui circospetto guarda in giro e mette via, ma poi borbotta perché ormai l'è un po' arrabbià.

(cantato) Ed è arrabbiato con la banda dell'Ortica,
perché lui dice: "Non si fa così a rubar !!

(parlato) Dice "Ma come, a me mi lascian qui di fuori, e loro, e loro chissà quand'è che vengon su...e poi il bottino me lo portano su a cento lire, un po' per volta: a far così non finiamo più!!! No, no, quest chi l'è proprio un laurà de ciula, io sono un palo, non un bamba, non ci sto più: io vengo via da questa banda di sbarbati, mi metto in proprio, così non ci penso più.

(cantato)Faceva il palo nella banda dell'Ortica,
faceva il palo perché l'era il so mesté,
Faceva il palo nella banda dell'Ortica,
faceva il palo, il palo, perché l'era, perché l'era il so mesté...


Eine andere Version:

The Pole - Il palo della banda dell'ortica - Nedo Zanotti



Die fetzigste Version


lautet der Titel einer CD-Kompilation, die sich die Idee von MC Orgelmüllers "Melodien für Millionen" zu eigen gemacht hat und 25 deutschsprachige Songs zur Frage der Behebung des Problems notorisch knapper Kassen bietet.

In einer Besprechung des Online-Magazins "Musicheadquarters" findet sich folgende wohlmeinende Besprechung:


Banken gehen reihenweise in die Knie, die Wirtschaft kollabiert, Krisengespenster ziehen auf. Lehman Brothers, Bailout, Autoinfarkt. Dank Spekulationswahnsinn und geplatzten Häuserblasen steht der Finanzmarkt und alles daran gekoppelte vor den Scherben ihrer Hybris. Den kleinen Mann trifft es natürlich härter als die verantwortlichen Großbosse. xboxBear Family liefern dafür jetzt den passenden Augenzwinkersoundtrack. Das sympathische Nostalgielabel aus Norddeutschland legt 25 Klassiker des Penunzenliedguts neu auf. Ob musikalischer Schwank oder kabarettistische Spoken Word-Nummer, pralle 80 Minuten Gegenwartssatire aus vergangenen Zeiten beinhaltet “Hilfe! Mein Geld ist weg! Songs zur aktuellen Lage der knappen Kassen“.

Liebevoll hat Volker Kühn die 25 Tracks zusammengestellt und von den diversen Langrillen, Matrizen, Schellackplatten und analogen Tonbändern auf CD gebracht. Die aktuellste Aufnahme stammt von 2003, die älteste von 1926. Insgesamt zwölf Nummern stammen aus den 20er und 30er Jahren und schnell fällt auf, wo die Ähnlichkeiten in den Krisen liegen. Ludwig Manfred Lommel plagt sich z.B. in “Ärger mit dem Finanzamt“ (1932) mit Paragraphendeutschland rum und man versteht sofort, was er meint und wie dicht das deutsche Steuerdickicht sein kann. Jupp Schmitz‘ “Wer soll das bezahlen“ (1949) ist fast 60 Jahre nach der Entstehung an Aktualität kaum zu überbieten und könnte bald wieder auf vielen Lippen landen.

Die uns wohl bekanntesten Songs stammen aus den 70er und 80er Jahren. Geier Sturzflug sind mit “Bruttosozialprodukt (Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt)“ (1982) dabei, Gunter Gabriel fordert “Hey, Boß, ich brauch‘ mehr Geld“ (1974) und die Erste Allgemeine Verunsicherung plant den “Ba-ba-ba-Banküberfall“ (1985). Aber auch politische Charakterköpfe der deutschen Nachkriegsgeschichte sind mit am Start. Franz Josef Strauß eröffnet die Zusammenstellung mit “Wenns ums Geld geht“ (1983, aus “Don Kohleone“) und Helmut Schmidt darf mit “Vertrauen in die Währung“ (1975, aus “Politparade“) und “Etwas lernen, etwas leisten“ (1973, ebenfalls aus “Politparade)“ gleich zwei Mal ans mit Musik untermalte Rednerpult. So richtig spitzt man jedoch bei den richtig alten Nummern die Ohren. Ein Hoch auf Kühns Schatzsucherqualitäten und die zeitgemäße Präsentation vieler Höhepunkte wie Heinz Erhardts “Mensch, kannst du mir was pumpen“ (1952), Will Rosens “Miese Zeiten“ (1926) oder “Mach lieber heute als morgen Pleite“ (1931) von Bobby Dur (Robert Koppel)."


Und dann darf natürlich der olle Brecht nicht fehlen, aber wenigstens wird er hier richtig zitiert:

“Hilfe! Mein Geld ist weg! Songs zur aktuellen Lage der knappen Kassen“ kommt im äußerst detailverliebten Digipack und bietet im umfangreichen Innenleben viel Informatives zu allem, was mit dieser Veröffentlichung zusammenhängt. Volker Kühn steuert ein 7-seitiges Essay bei und Näheres zu den bisweilen obskuren Aufnahmen findet man ebenfalls im Booklet. Ein bekanntes Brecht-Zitat ist für diese Compilation eine Art Leitmotiv und deshalb schließe ich meinen Text auch mit den Zeilen des wichtigsten deutschen Dramatikers: „Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“. "

Zur Trackliste des Bear Family Labels

Zum Label Bear Record Familiy weiss Wikipedia, dass dasselbe offensichtlich in einer Art Räuberhöhle residiert:

"Bear Family Records ist ein Wiederveröffentlichungs-Label (LC 05197) für Country-Musik, deutschen Schlager, Rockabilly, Rock'n'Roll, Rhythm & Blues und Jazz. Es macht sich vor allem durch aufwendig recherchierte und gestaltete CDs und Boxen von vergessenen und weniger bekannten Künstlern aus diesen Bereichen einen Namen. Sitz des Labels ist ein alter Bauernhof im norddeutschen Holste-Oldendorf in der Nähe von Bremen."

PS. Die CD kostet im übrigen 15,74 EUR und ist "randvoll" mit 86 Minuten Spielzeit.

hat mal wieder zugeschlagen, jedenfalls wenn wir dem Berliner Morgenpostartikel (11.9. 2008) Glauben schenken dürfen:

Party mit Banküberfall
Kurz vor 22 Uhr hält ein Transporter an der Schönhauser Allee. Dunkelgekleidete Männer mit weißen Perücken springen heraus und stürmen in die Bank. "Los", brüllt einer. Doch statt den Geldautomaten auszurauben, wird die mitgebrachte Anlage aufgedreht und ein dumpfer Bass hämmert aus dem Schalterraum.


Verantwortlich für das Ganze zeichnet eine Hamburger Combo namens Caracho:

"Bonnie und Clyde waren gestern, heute überfällt die Band Caracho die Banken. Die dreiköpfige Hamburger Combo beschallt mit ihrem Mini-Soundsystem derzeit nicht nur die Schalterräume am Prenzlauer Berg, sondern in der ganzen Nation, um ihre neue Platte direkt dem Volk zu präsentieren."


Heutzutage nennt man sowas wohl "Guerilla Marketing":

"Purer Underground oder Guerilla-PR fragt man sich bei der Aktion, denn bereits 2007 gab es unter dem Namen "Reclaim The Sparkasse" Spontan-Partys in Bank-Vorräumen. "Ein großes Budget haben wir nicht. Da wir sowieso ein wenig verrückt sind, dachten wir uns, ziehen wir einfach eine Tournee durch deutsche Automatenräume ab. Das ist ein wenig verboten, abgefahren und megalustig", verriet Gitarrist Ivo Vossen."

In HH und Hannover wurde das offenbar auch schon probiert. Mediales Feedback gab es offenbar nur in Berlin.

Über das neue Album verlieren wir jetzt hier kein Wort, denn mit Bankraub hat das nichts zu tun, eher mit "was auf die Ohren". Aber so richtig prickelnd ist das alles nicht ....

Heute abend, Dienstag, 13. Mai 2008, 23 Uhr, auf 1live ist ein Hörspielmusical von Stereo Total zu hören:


Patricia Hearst

Eine 19-jährige Millionenerbin wird von der Terroristengruppe SLA entführt. Sie schließt sich ihnen an, verliebt sich in einen der Entführer, raubt Banken aus und wird im "Vietnamkriegs-Amerika" der 70er Jahre zur revolutionären Ikone. Stereo Total erzählen diese authentische Geschichte als Hörspiel-Musical mit Stargästen. Die historischen Rückblenden in eine Zeit, als weite Teile der amerikanischen Bevölkerung glaubten, dass Kriminelle das Land regieren, werden immer wieder durch Songs unterbrochen – ebenso wie der Talkshow-Auftritt der Heldin, die, egal ob an der Universität oder im revolutionären Untergrund, stets versucht, die Beste zu sein: Wir hören Lieder über Bankraub und Volksspeisung, über die sexuelle Revolution und das Stockholmsyndrom. Nach ihrer Verhaftung behauptet Patty Hearst, einer Gehirnwäsche unterzogen worden zu sein. Das Urteil lautet auf sieben Jahre Gefängnis, doch bald darauf wird sie begnadigt und 2001 von Präsident Clinton gänzlich rehabilitiert. Andere Mitglieder der SLA werden aufgrund des Patriot Acts nach mehr als 30 Jahren als Terroristen verurteilt.

Zwischen Soundeffekten, Toncollagen, akustischen Vor- und Rückblenden geht es nicht nur um die Verwandlung der Patty Hearst vom High-Society-Girl zur Bankräuberin und wieder zurück, sondern auch um die trostlose Geschichte eines Medienspektakels – mit ebenso radikalen wie subjektiven Statements aller Beteiligten, die so nur im Rahmen eines Musicals erlaubt sind und unter den Händen von Stereo Total zu bunten Pop-Songs werden.


Françoise Cactus, Schlagzeugerin und Sängerin von Stereo Total, bildende Künstlerin und Autorin lebt in Berlin. Autorin der Bücher "Neurosen zum Valentinstag" (2004) und "Wollita - Vom Wollknäuel zum Superstar" (mit Wolfgang Müller, 2005).Brezel Göring, Elektronikmusiker und Komponist von Stereo Total lebt ebenfalls in Berlin.


Nach Ausstrahlung lässt sich das Ganze auch als Download nachhören, nämlich unter der Rubrik:

"1LIVE PLAN B
Soundstories
Dienstags 23 bis 24 Uhr

Hörspiele mit Groove, Comics fürs Radio. Wirklichkeit neu montiert. Die Soundstories bringen Hörspiele und Feature im regelmäßigen Wechsel. Klänge und Botschaften aus der Zone, wo die Zeitgeister herumspuken und die Regeln des guten Geschmacks versagen. Wer röhrt am lautesten beim Hirschruf-Wettbewerb? Kann man das Bewusstsein des 21. Jahrhunderts im Supermarkt kaufen? Die beste Gebrauchsanleitung, um einen Nummer eins Hit zu landen. Jeden Dienstag werden Sounds und Stories neu abgemischt."</cite

Weitere Einträge in diesem Blog zu Patty Hearst und der Symbionese Liberation Army, findet sich hier über einen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2004, zum Thema Live- Berichterstattung, alles eigentlich immer ziemlich tendenziös, kaum recherchiert und somit eher Gegenstand der Untersuchung, denn seriöse Quelle.

Ab und an wird dieser Blog in der Blogosphäre erwähnt. Wie selbstverständlich fällt dann - nicht nur in Österreich - das Stichwort der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV). Die Weltbeobachterin ("Alles über Banküberfälle") spricht von "Fundgrube". In einem Fan-Blog der EAV wird eingangs über die dichterischen Qualitäten behauptet:

"EAV was my first love, will it be my last?
"Das Böse ist immer und überall". Das wahrscheinlich bekannteste Zitat der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung" ist nur ein kleiner Ausschnitt des Werkes einer Band, die seit 1977 eine Brücke zwischen Humor und Gesellschaftskritik schlägt und deren Texter Thomas Spitzer es verdient hat, nicht zuletzt wegen seines sarkastisch-pessimistischen Weltbildes, zu den bedeutendsten Dichtern unserer Zeit gezählt zu werden."


Aber im Eintrag " No Money for Nothing for Woofy and Me" wird auch Rio Reiser zitiert:

"Und wenn Du Geld brauchst,
bei der Bank gibt's Geld satt.
Das kann jeder haben,
der genug davon hat.

Und wenn Du nix hast,
überleg' Dir's nicht lang.
Nimm' ne Wasserpistole
und überzeug' Deine Bank."

Rio Reiser, "Neun99zig"


Und dann wirds bei "morned" prinzipiell:

"Der Traum des antikapitalistischen Robin Hoods endet trotz Palmers-Strumpfhose über dem Zinken im Zweifelsfall hinter schwedischen Gardinen. Von den Reichen (= Sparkasse Innerbittlbach) nehmen und den Armen (= der antikapitalistische Robin Hood) geben, klingt idealistisch, doch der Rechtsstaat hat etwas dagegen. Diebstahl ist nun mal Diebstahl. Für Banken ist Bankraub jedoch nicht das größte Problem. Die Besuche von durchlöcherten Socken zahlen die Versicherungen. Doch wenn die eigenen Mitarbeiter Milliarden an der Börse verzocken, juckt es doch so manchem Aufsichtsrat am Öhrchen im Lichtensteiner Waschhaus."

So allgemein wie richtig. Und dann wird abgeklärt und nüchtern der Niedergang eines Popstars abgeleitet und uns ein "vermeintlicher Bildungsauftrag" angetragen:

"Die Geschichte des Bankraubs ist eine Geschichte des Niedergangs eines Popstars. Anders als in den 70er und 80er Jahren hört man heute kaum mehr etwas von Banküberfallen in den Medien. Sind sie aus der Mode gekommen? Die Popkultur und die politische Subkultur jedenfalls haben sie verlassen: Nach Bert Brecht ("Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?"), Rio Reiser und der EAV ("Ba-Ba-Banküberfall") ist das Thema eingeschlafen. Und weil es nichts gibt, was es nicht gibt, übernimmt nun das "Weblog zur Volkskunde des Bankraubs" den vermeintlichen Bildungsauftrag."

Zwar etwas hopplahopp und Brecht und Rio Reiser mit EAV auf eine Stufe zu stellen - na ja ...
Und in Wien wird diese Behauptung vom Niedergang täglich dementiert. Nun mag es so sein, wie ich es neulich auf einer Postkarte - ausgestellt im Schaufenster gegenüber dem Hundertwasser-Haus - gelesen habe. Sinngemäss: "Die Welt mag untergehen - in Wien passiert alles 20 Jahre später." So haben wir es hier doch mit jenem kulturpessimistischen Duktus zu tun, der früher immer alles besser fand. Nun könnte man selbst in diesen Tenor verfallen: Wer EAV nach "Cafe Passé" noch gut gefunden hat, muss einen an der Waffel haben, aber das dürfte wohl das gleiche Muster sein. Anyway: "That's the way life is" - (The Clash: Daddy was a bankrobber). Und was den Bildungsauftrag angeht: Es geht hier eben vor allem um den Bankraub-Diskurs und da sind solche Quellen natürlich dankbar und ergiebig.

Nicolas Schröder, Projektentwickler für "Unternehmen in der Gesellschaft" ("Corporate Citizenship") gibt bereitwillig zu, was er so in seiner freien Zeit treibt:

"Was ich gerne tue, wenn ich nicht arbeite und mir die Familie frei gibt:

* Nebengleise „befahren“ (Lesetipp: Klaus Schönberger (Hrsg) Va Banque. Bankraub: Theorie, Praxis, Geschichte; siehe: www.vabanque.twoday.net)"


Tja, was wohl unsereins in seiner "freien" Zeit macht ...

spiegel1-Nach sieben Jahren findet "Vabanque" nun doch noch Erwähnung im SPIEGEL. Noch vor Erscheinen des Buches hatte die SPIEGEL-Redaktion bzw. der damalige Kulturressortleiter Höbel einiges daran gesetzt, dass sie die ersten sein würden, die über das damals druckfrische Werk berichten dürfte. So kam der SPIEGEL an die Druckfahnen. Der Ressortleiter selbst verfasste eine Rezension, die aber nie erschien, weil er nach Fertigstellung des Textes in Urlaub fuhr. Seine freundlichen KollegInnen kippten sogleich den Text aus dem "Stehsatz" und als er zurückkam, war er offenbar auch nicht mehr an einer Veröffentlichung interessiert. Soviel zum Arbeitsklima in der SPIEGEL-Redaktion.

Nun ist für SPIEGEL-Verhältnisse doch eine gewisse Zeit seit Erscheinen des Buches vergangen und eine andere Redaktion interessierte sich für das Thema.

spiegel3Im KulturSPIEGEL (Heft 9 / September 2007, der vergangenen Montag dem SPIEGEl beilag (inzwischen wohl nicht mehr nur für Abonnenten), verfasste Ilka Kreutzträger unter dem Titel "Geld oder Leben! In Comics, Filmen, Büchern und Popsongs sind Bankräuber die Helden. Denn sie sorgen für Gerechtigkeit" einen launigen Beitrag, der unter anderem auf einem Hintergrundgespräch mit dem Herausgeber von Vabanque zugrundeliegt:

"'In einer Welt, in der alle Macht vom Geld ausgeht und in der seit je die großen Summen in den Händen einiger weniger sind, scheint es ein Bedürfnis nach Gegenwehr zu geben und einen nicht zu zerstörenden Sinn für Gerechtigkeit', sagt der Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger, Herausgeber des Standardwerks 'Vabanque. Bankraub - Theorie. Praxis. Geschichte'."

Dass das alles noch etwas differenzierter formuliert werden müsste, steht auf einem anderen Blatt (In einer schriftlichen Analyse, würde man vielleicht doch noch mehr auf das Kapitalverhältnis an sich eingehen und nicht nur die Geldebene betonen).

Nach der Erwähnung des Brechtzitates und der Betonung des verbrecherischen Charakters eines Bankraubs:

"Das gilt heute wie damals, denn an der sozialen Schieflage in der Gesellschaft hat sich nichts geändert.
Und ebendiese soziale Gerechtigkeit ist laut Schönberger entscheidend für das positive Bild des Bankräubers. Immer noch haben die einen viel und die anderen wenig. Werden die, die viel haben, ausgeraubt, dann weckt das große Sympathien beim Publikum und wird als gerecht empfunden."


Es folgen noch einige weitere Zitate und Erwähnungen. Ist leider nicht online...

"Die Gefahr" mit dem Stück Bankraub vom Schwarz-Weiss-Album. Irgendwie klingts' doch ziemlich nach den Ärzten:


Noch so eine EVA-Parodie - quasi die Parodie zur Parodie




Die Avatar-Version


Der band Millionaire aus Belgiën macht nicht nur gute Musik aber hat auch ein sehr schöner video bei dem song "Champagne" gemacht. Thema Bankraub. Und die rechtfertigung dafür...(ähnlich wie bei Carter McCoy in "Thank you, see ya!")

Das video ist an zu schauen bei Youtube.


Annett Busch (*) schreibt in der aktuellen Ausgaben "die Springerin" 2/2006 über "Lovely Scam // 419 State of Mind" über Nigeria, Scams und die populäre Kultur. Darin finden sich auch ein paar Hinweise auf den Song "I go chop your dollar", der in diesem Blog bereits auch recht ausführlich besprochen wurde:

"Die nigerianische Stadt Lagos gilt gemeinhin als Welthauptstadt des Internetbetrugs. Was wiederum eine wichtige Informationsquelle für lokalen HipHop darstellt.
(...)
Unbeschwert erklingen die Takte einer einfachen Melodie – ein traditionell anmutendes Xylophon, spärlich eingesetzte Keyboard-Akkorde, pointierte Bläser. Wir sehen freundlich lächelnde, leicht bekleidete Backgroundtänzerinnen in den Nationalfarben Nigerias ihre Hüften schwingen, dazwischen erhebt ein Herr im langen weißen Gewand seine Stimme. Nach wenigen Schnitten sitzt er am Schreibtisch, die Beine hochgelegt. Die Einstellung zeigt vor allem die Fußsohlen von schräg unten. »I get sense poverty no good at all … 419 is just a game … I am the master«. Der Refrain allerdings bereitet ihm die größte Genugtuung: »u are da looser i am da winner«. Wir sehen unseren Winner am Murtala-Muhammed-Flughafen in Lagos, wie er Geschäftsleute aus aller Welt begrüßt und in spärlich eingerichteten Zimmern bei dubiosen Businessmeetings Stapel an Geldbündeln einstreicht. »I go chop your Dollar … I will eat your dollars, will take your money and disappear.«

Der Clip ist Teil eines Films namens »The Master« von Uzodinma Okpechi; viele nennen Okpechi einen »funny guy«. Er ist Schauspieler, Regisseur und Produzent, der auf dem besten Weg war, Arzt zu werden. Nun ist er einer der wenigen innerhalb der noch immer wachsenden Home-Movie-Filmindustrie Nigerias, der auf technische Standards Wert legt, auf Licht und Bewegung und den vor kurzem auch international herumgereichten Tunde Kelani sein Vorbild nennt. Das Stück wurde letztes Jahr in Lagos schnell zum Hit und zog etliche Aufregung nach sich – darf man dem Kommentar auf der Seite //www.naijajams.com Glauben schenken (hier findet man auch den Clip zum Download). Vielen ZuschauerInnen war die Ironie dabei entgangen, und in Blogs und Foren wurde spekuliert, ob das nun tatsächlich eine unverfrorene Aufforderung zum 419-Betrug sei oder nicht."


* Annett Busch schreibt über Film und Musik für spex, Camera Austria, taz und verleiht Videos.

 

twoday.net AGB

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