Die NZZ (26.10.2009) erinnert anlässlich der Wahlen in Uruguay daran, dass der "Alt-Guerillero Mújica" einst bei den Tupamaros kämpfte, ziemlich lange im Knast sass und darüber hinaus an einigen Banküberfällen zur Geldbeschaffung beteiligt gewesen ist.
"In Uruguay kommt es zur Stichwahl um das Präsidentenamt. Der frühere Guerilla-Kämpfer José Mújica gewann die erste Runde zwar klar, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Die Amnestie für Schergen der Militärdiktatur wird nicht aufgehoben.
(sda/dpa) Nach Auszählung von rund einem Fünftel der Stimmen kam der 74-Jährige Kandidat des regierenden Linksbündnisses Frente Amplio (FA, Breit Front) auf 40,6 Prozent der Stimmen. «Unsere Anhänger fordere ich zu einer weiteren Anstrengung auf», sagte Mújica. Aber das Ergebnis gebe «Anlass zur Hoffnung». Mújica war Mitglied der Guerilla-Gruppe Tupamaros und nahm an Überfällen, Entführungen und Bankrauben teil. Er sass insgesamt 15 Jahre in Haft.
Am 29. November kommt es zur Stichwahl zwischen Mújica und dem Zweitplatzierten der Wahl, dem konservativen Ex-Präsidenten Luis Alberto Lacalle.
(...)
"In Uruguay kommt es zur Stichwahl um das Präsidentenamt. Der frühere Guerilla-Kämpfer José Mújica gewann die erste Runde zwar klar, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Die Amnestie für Schergen der Militärdiktatur wird nicht aufgehoben.
(sda/dpa) Nach Auszählung von rund einem Fünftel der Stimmen kam der 74-Jährige Kandidat des regierenden Linksbündnisses Frente Amplio (FA, Breit Front) auf 40,6 Prozent der Stimmen. «Unsere Anhänger fordere ich zu einer weiteren Anstrengung auf», sagte Mújica. Aber das Ergebnis gebe «Anlass zur Hoffnung». Mújica war Mitglied der Guerilla-Gruppe Tupamaros und nahm an Überfällen, Entführungen und Bankrauben teil. Er sass insgesamt 15 Jahre in Haft.
Am 29. November kommt es zur Stichwahl zwischen Mújica und dem Zweitplatzierten der Wahl, dem konservativen Ex-Präsidenten Luis Alberto Lacalle.
(...)
vabanque - am Freitag, 30. Oktober 2009, 08:25 - Rubrik: Politischer Bankraub
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Via Indymedia lesen wir: (umpaumpa 02.10.2009 22:12)
Alfredo Bonanno und ein bisher nicht genannter Mann griechischer Herkunft wurden in Trikala - Griechenland festgenommen. Ihnen wird ein Bankueberfall vorgeworfen.
Der italienische Anarchist Alfredo Maria Bonanno wurde gestern gemeinsam mit einer anderen Person aus Griechenland verhaftet. Ihnen wird ein bewaffneter Raubueberfall in einem Bankinstitut der Stadt Trikala vorgeworfen.
Die genaueren Informationen sind bisher zu vage um diese hier zu berichten.
Soweit nur die Basics. Laut seiner Lebensgefaehrtin geht es Bonanno gut soweit.
A. Bonanno ist bekannt fuer seine provokative Form des Schreibens. 1977 wurde er fuer seinen Text "Die bewaffnete Freude" deswegen 1 1/2 Jahre eingesperrt.
Er ist Autor vieler Texte, unter anderen, "Die anarchistische Spannung," "Lasst uns die Arbeit zerstoeren," "Vom Zentrum zur Peripherie," "Distruggiamo la religione," etc.
1997 wurde er vom italienischen Staatsanwalt Marini und den italienischen Behoerden als Fuehrer einer fiktiven anarchistischen Bande (ORAI-Revolutionaere Anarchistische Insurrektionalistische Organisation) bezeichnet und zu 6 Jahren Knast verurteilt.
Damals schon wurden Reden die er im Hoersaal der Uni von Thessaloniki - Griechenland hielt, als "Geheimtreffen" bezeichnet und gegen ihn im italienischen Verfahren verwendet.
2003 musste er dafuer 2 Jahre in Triest absitzen und weiters in Hausarrest.
Nach letzten Infos wird er am Montag dem Richter vorgefuehrt.
Ueber die zweite Person ist nur das Alter offiziell bekanntgegeben: 46 Jahre. "
Hier eine italienische Quelle, in der Bonanno als zentraler Theoretiker eines gewaltbereiten Anarchismus bezeichnet wird.
Alfredo Bonanno und ein bisher nicht genannter Mann griechischer Herkunft wurden in Trikala - Griechenland festgenommen. Ihnen wird ein Bankueberfall vorgeworfen.
Der italienische Anarchist Alfredo Maria Bonanno wurde gestern gemeinsam mit einer anderen Person aus Griechenland verhaftet. Ihnen wird ein bewaffneter Raubueberfall in einem Bankinstitut der Stadt Trikala vorgeworfen.
Die genaueren Informationen sind bisher zu vage um diese hier zu berichten.
Soweit nur die Basics. Laut seiner Lebensgefaehrtin geht es Bonanno gut soweit.
A. Bonanno ist bekannt fuer seine provokative Form des Schreibens. 1977 wurde er fuer seinen Text "Die bewaffnete Freude" deswegen 1 1/2 Jahre eingesperrt.
Er ist Autor vieler Texte, unter anderen, "Die anarchistische Spannung," "Lasst uns die Arbeit zerstoeren," "Vom Zentrum zur Peripherie," "Distruggiamo la religione," etc.
1997 wurde er vom italienischen Staatsanwalt Marini und den italienischen Behoerden als Fuehrer einer fiktiven anarchistischen Bande (ORAI-Revolutionaere Anarchistische Insurrektionalistische Organisation) bezeichnet und zu 6 Jahren Knast verurteilt.
Damals schon wurden Reden die er im Hoersaal der Uni von Thessaloniki - Griechenland hielt, als "Geheimtreffen" bezeichnet und gegen ihn im italienischen Verfahren verwendet.
2003 musste er dafuer 2 Jahre in Triest absitzen und weiters in Hausarrest.
Nach letzten Infos wird er am Montag dem Richter vorgefuehrt.
Ueber die zweite Person ist nur das Alter offiziell bekanntgegeben: 46 Jahre. "
Hier eine italienische Quelle, in der Bonanno als zentraler Theoretiker eines gewaltbereiten Anarchismus bezeichnet wird.
contributor - am Sonntag, 4. Oktober 2009, 22:49 - Rubrik: Politischer Bankraub
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Und alle so: "Banküberfall!"
Aufruf zum Eduard Zimmermann-Aktenzeichen XY-Gedenk-Flashmob
Wo: Deutsche Bank, Berlin-Alexanderplatz
Wann: Heute, 16 Uhr
Mitzubringen sind Maske, Pistole und Fluchtwagen.
Ablauf: Punkt 16 Uhr rennen alle maskiert in die Bank und schreien: "Das ist ein Banküberfall! Her mit den Moneten!" Um 16.05 werden wir die Bank mit der Beute wieder verlassen und mit dem Fluchtwagen flüchten.
Achtung, der Flashmob ist nicht offiziell angemeldet, wer erwischt wird, könnte Ärger mit der Polizei bekommen.
Aufruf zum Eduard Zimmermann-Aktenzeichen XY-Gedenk-Flashmob
Wo: Deutsche Bank, Berlin-Alexanderplatz
Wann: Heute, 16 Uhr
Mitzubringen sind Maske, Pistole und Fluchtwagen.
Ablauf: Punkt 16 Uhr rennen alle maskiert in die Bank und schreien: "Das ist ein Banküberfall! Her mit den Moneten!" Um 16.05 werden wir die Bank mit der Beute wieder verlassen und mit dem Fluchtwagen flüchten.
Achtung, der Flashmob ist nicht offiziell angemeldet, wer erwischt wird, könnte Ärger mit der Polizei bekommen.
vabanque - am Montag, 21. September 2009, 14:11 - Rubrik: Theater
Heute abend, Donnerstag, 10. September 2009, 23 Uhr
auf 1live
Jacques Mesrine brachte es vom kleinen Ganoven aus dem Pariser Milieu zum meistgesuchten Killer Frankreichs. Ihm gelangen drei spektakuläre Gefängnisausbrüche, bis er 1979 von einer Spezialeinheit der Pariser Polizei auf offener Straße in seinem Auto erschossen wurde.
Nach der Verfilmung von Jacques Mesrines Leben ("Public Enemy No. 1") gibt es nun seine Autobiographie auch als Hörspiel:
Ein wahrer Lebensbericht: Jacques Mesrine wurde in den 70er Jahren zum Staatsfeind Nr. 1 in Kanada und in Frankreich. In Frankreich wurde für seine Autobiographie sogar ein eigenes Gesetz erlassen. Es besagt, dass niemand, der über seine Verbrechen Bücher schreibt, daraus Gewinne erzielen darf.
An Verbrechen hat Mesrines im Gefängnis verfasster, knallharter Lebensbericht einiges zu bieten: Diebstahl, Einbruch, Erpressung und schließlich kaltblütiger Mord. Der Todestrieb wird zu Mesrines ständigem Begleiter. Mesrine steht zum "Abrechnungsmord", zum Ehrenkodex der Gangster, zu seinem verkorksten und mit falschen Heldenidealen verbundenen Leben. Der schockierende und spannende Lebensbericht eines nicht eben angenehmen Zeitgenossen.
von Jacques Mesrine
aus dem Französischen von Angela Schmidt und Pierre Gallissaires
Bearbeitung und Regie: Walter Adler
Produktion: WDR 2009
Länge: 55 Minuten
Redaktion: Isabel Platthaus/Natalie Szallies
auf 1live
Jacques Mesrine brachte es vom kleinen Ganoven aus dem Pariser Milieu zum meistgesuchten Killer Frankreichs. Ihm gelangen drei spektakuläre Gefängnisausbrüche, bis er 1979 von einer Spezialeinheit der Pariser Polizei auf offener Straße in seinem Auto erschossen wurde.
Nach der Verfilmung von Jacques Mesrines Leben ("Public Enemy No. 1") gibt es nun seine Autobiographie auch als Hörspiel:
Ein wahrer Lebensbericht: Jacques Mesrine wurde in den 70er Jahren zum Staatsfeind Nr. 1 in Kanada und in Frankreich. In Frankreich wurde für seine Autobiographie sogar ein eigenes Gesetz erlassen. Es besagt, dass niemand, der über seine Verbrechen Bücher schreibt, daraus Gewinne erzielen darf.
An Verbrechen hat Mesrines im Gefängnis verfasster, knallharter Lebensbericht einiges zu bieten: Diebstahl, Einbruch, Erpressung und schließlich kaltblütiger Mord. Der Todestrieb wird zu Mesrines ständigem Begleiter. Mesrine steht zum "Abrechnungsmord", zum Ehrenkodex der Gangster, zu seinem verkorksten und mit falschen Heldenidealen verbundenen Leben. Der schockierende und spannende Lebensbericht eines nicht eben angenehmen Zeitgenossen.
von Jacques Mesrine
aus dem Französischen von Angela Schmidt und Pierre Gallissaires
Bearbeitung und Regie: Walter Adler
Produktion: WDR 2009
Länge: 55 Minuten
Redaktion: Isabel Platthaus/Natalie Szallies
vabanque - am Donnerstag, 10. September 2009, 10:18 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Dirk Schindelbeck über Ronald Biggs Superstar, dem so ziemlich einziog vernünftigen deutschsprachigen Text über den jüngst entlassenen Posträuber aus den sechziger Jahren (Zuerst erschienen in Vabanque):
"Im folgenden finden Sie meinen klassischen Text aus dem Jahr 2000. Er wurde unlängst - anlässlich der bevorstehenden Haftentlassung von Ronnie Biggs aus dem Gefängnis und seines 80. Geburtstags - wieder sehr aktuell. Immerhin scheinen eine Reihe von Journalisten inzwischen in meinen Text hineingeschaut zu haben. Die Legende, er sei der legendäre Anführer der Posträuber-Bande gewesen, über Jahrzehnte hin beharrlich von den Medien verbreitet, findet sich nun seltener. Gleichwohl gibt es immer noch genug Zeitungen und Zeitschriften, die sich die Lektüre der Mutter aller Biggs-Texte bislang erspart haben und weiterhin falsche Fakten verbreiten."
Zum Aufsatz
"Im folgenden finden Sie meinen klassischen Text aus dem Jahr 2000. Er wurde unlängst - anlässlich der bevorstehenden Haftentlassung von Ronnie Biggs aus dem Gefängnis und seines 80. Geburtstags - wieder sehr aktuell. Immerhin scheinen eine Reihe von Journalisten inzwischen in meinen Text hineingeschaut zu haben. Die Legende, er sei der legendäre Anführer der Posträuber-Bande gewesen, über Jahrzehnte hin beharrlich von den Medien verbreitet, findet sich nun seltener. Gleichwohl gibt es immer noch genug Zeitungen und Zeitschriften, die sich die Lektüre der Mutter aller Biggs-Texte bislang erspart haben und weiterhin falsche Fakten verbreiten."
Zum Aufsatz
vabanque - am Dienstag, 1. September 2009, 20:21 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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sowie eine Neufassung des berühmt-berüchtigten Brechtzitates:
"Was ist das Töten eines Bankers gegen den Job eines Bankers" -
Und dann wird es wieder heissen: Aber ist das nicht ein Aufruf zur Gewalt?
Hier der Film von Dominik Locher und Katharina Cromme
mit Roland Wagner in der Rolle als Bänker.
Tja und dann am Schluss auch noch die Neufassung von Mackie Messer
"Was ist das Töten eines Bankers gegen den Job eines Bankers" -
Und dann wird es wieder heissen: Aber ist das nicht ein Aufruf zur Gewalt?
Hier der Film von Dominik Locher und Katharina Cromme
mit Roland Wagner in der Rolle als Bänker.
Tja und dann am Schluss auch noch die Neufassung von Mackie Messer
vabanque - am Dienstag, 1. September 2009, 19:17 - Rubrik: Brecht-Zitat
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meldete gerade die Süddeutsche Zeitung (6.8.2009):
Biggs' Verteidiger Giovanni Di Stefano sagte im Sender "Sky News" jedoch: "Er wird entlassen, um zu sterben, dass kann nicht als Sieg angesehen werden."
Der schwerkranke Biggs wird am Wochenende 80 Jahre alt. Biggs hat in den vergangenen Jahren mehrere Schlaganfälle erlitten. Zuletzt lag er wegen einer gebrochenen Hüfte und Verdacht auf Lungenentzündung in einem Krankenhaus.
Biggs' Verteidiger Giovanni Di Stefano sagte im Sender "Sky News" jedoch: "Er wird entlassen, um zu sterben, dass kann nicht als Sieg angesehen werden."
Der schwerkranke Biggs wird am Wochenende 80 Jahre alt. Biggs hat in den vergangenen Jahren mehrere Schlaganfälle erlitten. Zuletzt lag er wegen einer gebrochenen Hüfte und Verdacht auf Lungenentzündung in einem Krankenhaus.
vabanque - am Donnerstag, 6. August 2009, 21:21 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Die britische Justiz lässt sich nicht gerne auf der Nase herumtrampeln.
Der todkranke Ronnie Biggs wird wohl im Knast sein Leben beenden (Tagesanzeiger, 4.8. 2009):
"Vom Kult-Räuber zum todkranken Greis
Gefängnis oder Spital - für Ronnie Biggs macht es keinen Unterschied, wo er seinen 80. Geburtstag feiert. Der legendäre britische Postzugräuber ist todkrank und kann sich nicht mehr bewegen."
Zum ganzen Artikel
Der todkranke Ronnie Biggs wird wohl im Knast sein Leben beenden (Tagesanzeiger, 4.8. 2009):
"Vom Kult-Räuber zum todkranken Greis
Gefängnis oder Spital - für Ronnie Biggs macht es keinen Unterschied, wo er seinen 80. Geburtstag feiert. Der legendäre britische Postzugräuber ist todkrank und kann sich nicht mehr bewegen."
Zum ganzen Artikel
vabanque - am Dienstag, 4. August 2009, 12:02 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Die NZZ (30.07. 2009) lässt Ihren Kritiker über Michael Manns in diesen Tagen in die Kinos kommenden Film Public Enemies als "epochemachender Gangsterfilm" schwelgen, der das Zeug dazu habe, "filmhistorisch in die Fussstapfen von Arthur Penns 'Bonnie and Clyde' (1967) zu treten".
Im Zürcher Tageszeiger (30.07.2009) wird darauf hingewiesen, dass "«Public Enemies» auf einer dokumentarischen Vorlage, der grossangelegten Recherche «America's Greatest Crime Wave and the Birth of the FBI 1933–34» von Bryan Burroughs" beruhe: "Dieser Titel benennt die Dialektik ziemlich genau, die Mann besonders am Herzen liegt."
In Züri-Tip, der Beilage des Tagis, findet sich zudem ein Interview mit dem Regisseur Michael Mann über die historische Figur John Dillingers und da werden uns alle Mythen nochmals aufgetischt:
«Diebe und Cops sind Folklore»
ZT: Der Bankräuber John Dillinger war der Held in der Grossen Depression der 1930er-Jahre. Heute befinden wir uns in einer ähnlichen Krise. Es ist der perfekte Zeitpunkt für ein Comeback von Dillinger.
MM: Genau das denke ich auch. Dillinger wurde aus sehr spezifischen Gründen zu einem Volkshelden. Meine Eltern haben die Grosse Depression erlebt, und ich wurde mit Geschichten darüber gross. Es war noch viel schlimmer als alles, was sich zurzeit ereignet. Momentan haben wir 9 Prozent Arbeits- losigkeit, damals waren es 25 Prozent. In der Gegend um Chicago machten 144 von 160 Banken Bankrott. Leute, die dachten, sie hätten ausgesorgt, griffen in die Hosentasche und merkten, dass sie noch Lebensmittel für zwei Tage kaufen konnten.
ZT: Und dann kam Dillinger ...
MM: Dillinger griff die Banken an, die in den Augen der Leute für die Misere verantwortlich waren.
ZT: Er benahm sich dabei wie ein Gentleman.
MM: Die Autoritäten waren nicht fähig, der Depression ein Ende zu bereiten. Als sie sich auf Dillinger konzentrierten und ihn nicht beseitigen konnten, wurden sie zum Gespött der Leute. Dillinger dagegen war sehr gerissen in der Art und Weise, wie er die Medien benutzte, um ein Held zu werden.
ZT: Er zielte darauf ab, ein Held zu werden?
MM: Er liebte es, geliebt zu werden. Und es gab ihm Sicherheit. Er konnte die Strassen von Chicago entlanggehen, ohne dass jemand die Polizei gerufen hätte.
Ziemlich starker Tobak, was da nochmals rausgekramt wird.
Ach und das auch noch ...
"Pistole von Gangster Dillinger versteigert
95'600 Dollar für Waffe von Kaliber 41 geboten" (NZZ, 29.7.2009)
Im Zürcher Tageszeiger (30.07.2009) wird darauf hingewiesen, dass "«Public Enemies» auf einer dokumentarischen Vorlage, der grossangelegten Recherche «America's Greatest Crime Wave and the Birth of the FBI 1933–34» von Bryan Burroughs" beruhe: "Dieser Titel benennt die Dialektik ziemlich genau, die Mann besonders am Herzen liegt."
In Züri-Tip, der Beilage des Tagis, findet sich zudem ein Interview mit dem Regisseur Michael Mann über die historische Figur John Dillingers und da werden uns alle Mythen nochmals aufgetischt:
«Diebe und Cops sind Folklore»
ZT: Der Bankräuber John Dillinger war der Held in der Grossen Depression der 1930er-Jahre. Heute befinden wir uns in einer ähnlichen Krise. Es ist der perfekte Zeitpunkt für ein Comeback von Dillinger.
MM: Genau das denke ich auch. Dillinger wurde aus sehr spezifischen Gründen zu einem Volkshelden. Meine Eltern haben die Grosse Depression erlebt, und ich wurde mit Geschichten darüber gross. Es war noch viel schlimmer als alles, was sich zurzeit ereignet. Momentan haben wir 9 Prozent Arbeits- losigkeit, damals waren es 25 Prozent. In der Gegend um Chicago machten 144 von 160 Banken Bankrott. Leute, die dachten, sie hätten ausgesorgt, griffen in die Hosentasche und merkten, dass sie noch Lebensmittel für zwei Tage kaufen konnten.
ZT: Und dann kam Dillinger ...
MM: Dillinger griff die Banken an, die in den Augen der Leute für die Misere verantwortlich waren.
ZT: Er benahm sich dabei wie ein Gentleman.
MM: Die Autoritäten waren nicht fähig, der Depression ein Ende zu bereiten. Als sie sich auf Dillinger konzentrierten und ihn nicht beseitigen konnten, wurden sie zum Gespött der Leute. Dillinger dagegen war sehr gerissen in der Art und Weise, wie er die Medien benutzte, um ein Held zu werden.
ZT: Er zielte darauf ab, ein Held zu werden?
MM: Er liebte es, geliebt zu werden. Und es gab ihm Sicherheit. Er konnte die Strassen von Chicago entlanggehen, ohne dass jemand die Polizei gerufen hätte.
Ziemlich starker Tobak, was da nochmals rausgekramt wird.
Ach und das auch noch ...
"Pistole von Gangster Dillinger versteigert
95'600 Dollar für Waffe von Kaliber 41 geboten" (NZZ, 29.7.2009)
sparkassenkunde - am Donnerstag, 30. Juli 2009, 10:34 - Rubrik: Bankraub in Film und Fernsehen
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Jetzt haben wir doch unseren 2000. Online-Tag glatt verpasst (Heute ist der 2005. Tag).
contributor - am Montag, 27. Juli 2009, 01:45 - Rubrik: Blog-Review
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Im Tagesspiegel war jüngst (10.5.2009) ein Interview mit Sascha Lobo zu lesen, wo er die Blogger gegen die QualitätsjournalistInnen verteidigt. Und irgendwie zählen wir auch zu der Mischpoke (und ausserdem ist er Fan dieser Seiten):
"Ich habe die Idiotenquote für höher gehalten"
Sascha Lobo bloggt, twittert und verbringt den halben Tag vor dem Laptop.
Sascha Lobo, 33, beschäftigt sich damit, wie das Internet unser Leben verändert. Er ist unter anderem Autor des Buches „Wir nennen es Arbeit: Die digitale Bohème“. Vor kurzem startete er sein privates Internettagebuch saschalobo.com. Lobo lebt in Berlin-Mitte.
Schätzungsweise 400 000 Blogs gibt es allein in Deutschland. Was soll aufregend daran sein, wenn all diese Menschen über ihre Kinobesuche und andere Alltäglichkeiten schreiben?
Blogs eröffnen fremde, interessante Welten. Eine Zeit lang hieß eines meiner Lieblingsblogs „Koksen-Kotzen-Kommunismus“. Der Blogger erzählte einmal, wie er zur kommunistischen Fraktion Berlin Südost fuhr und was er dort erlebte. Ein anderes Mal berichtete er von einer schwulen Party, seinem Drogentaumel. Ich mag auch das erfolgreiche „Lawblog“: Da geht es um Gerichtsgeschichten – auch eine fremde Welt. Dank des Blogs hat man die Chance, sie zu verstehen, weil man mit den Augen eines Rechtsanwalts hineinguckt.
Wir sitzen hier in Ihrem Wohnzimmer, auf dem Tisch steht ein aufgeklappter Rechner. Was sehen Sie gerade auf Ihrem Bildschirm?
Das ist ein Blog zur Volkskunde des Bankraubs: vabanque.twoday.net. Welche Bankraube passieren, wie laufen sie ab und warum? Der Betreiber aus Österreich analysiert das ganz genau und illustriert seine Seite mit Fotos, sogar mit Gedichten. Jetzt zur Finanzkrise ist ein neuer Drive entstanden. Ich finde es toll, dass es solche Plattformen gibt, das geht nur als Blog und sonst in keinem anderen Medium.
Was sicher richtig ist, Blogs ermöglichen ganz unterschiedlichen Personen, Dinge zu tun, die sie schon immer gerne tun wollten. Ob es das Medienformat Weblog ist, dass die die Welt verändert, lassen wir mal dahingestellt. Für alle, die an dem Thema Blogs allgemein interessiert sind, hier die Position, die wir in Abweichung zur Digitalen Bohème uns zu vertreten erlauben.
PS. Österreich? Auch, Schweiz ebenso und Deutschland sowieso und manchmal auch Niederlande ....
"Ich habe die Idiotenquote für höher gehalten"
Sascha Lobo bloggt, twittert und verbringt den halben Tag vor dem Laptop.
Sascha Lobo, 33, beschäftigt sich damit, wie das Internet unser Leben verändert. Er ist unter anderem Autor des Buches „Wir nennen es Arbeit: Die digitale Bohème“. Vor kurzem startete er sein privates Internettagebuch saschalobo.com. Lobo lebt in Berlin-Mitte.
Schätzungsweise 400 000 Blogs gibt es allein in Deutschland. Was soll aufregend daran sein, wenn all diese Menschen über ihre Kinobesuche und andere Alltäglichkeiten schreiben?
Blogs eröffnen fremde, interessante Welten. Eine Zeit lang hieß eines meiner Lieblingsblogs „Koksen-Kotzen-Kommunismus“. Der Blogger erzählte einmal, wie er zur kommunistischen Fraktion Berlin Südost fuhr und was er dort erlebte. Ein anderes Mal berichtete er von einer schwulen Party, seinem Drogentaumel. Ich mag auch das erfolgreiche „Lawblog“: Da geht es um Gerichtsgeschichten – auch eine fremde Welt. Dank des Blogs hat man die Chance, sie zu verstehen, weil man mit den Augen eines Rechtsanwalts hineinguckt.
Wir sitzen hier in Ihrem Wohnzimmer, auf dem Tisch steht ein aufgeklappter Rechner. Was sehen Sie gerade auf Ihrem Bildschirm?
Das ist ein Blog zur Volkskunde des Bankraubs: vabanque.twoday.net. Welche Bankraube passieren, wie laufen sie ab und warum? Der Betreiber aus Österreich analysiert das ganz genau und illustriert seine Seite mit Fotos, sogar mit Gedichten. Jetzt zur Finanzkrise ist ein neuer Drive entstanden. Ich finde es toll, dass es solche Plattformen gibt, das geht nur als Blog und sonst in keinem anderen Medium.
Was sicher richtig ist, Blogs ermöglichen ganz unterschiedlichen Personen, Dinge zu tun, die sie schon immer gerne tun wollten. Ob es das Medienformat Weblog ist, dass die die Welt verändert, lassen wir mal dahingestellt. Für alle, die an dem Thema Blogs allgemein interessiert sind, hier die Position, die wir in Abweichung zur Digitalen Bohème uns zu vertreten erlauben.
PS. Österreich? Auch, Schweiz ebenso und Deutschland sowieso und manchmal auch Niederlande ....
contributor - am Montag, 27. Juli 2009, 01:24 - Rubrik: Blog-Review
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Domenico Silano, einst Fahrer beim mythenumwobenen Fraumünster-Postraub hat ein "Enthüllungsbuch" (20Minuten) schreiben lassen. Der Ko-Autor Patrik Maillard dürfte der eigentliche Autor sein und Silano hat die Story geliefert ("Silano hat seine Geschichte dem Autor Patrik Maillard anvertraut, der sie in die nun vorliegende, packende Buchform gebracht hat."). In der Schweiz gab es bereits ein reges Medienecho (SF Tagesschau, 14.7. 2009). Nach wie vor gibt Spekulationen, wo das Geld geblieben ist. Der Autor selbst hat aber auch sonst finanzielle Probleme, wenn man dem Boulevard-Blatt 20Minuten (26.09. 2008) glauben schenken darf (was ja nicht immer angeraten ist)

Eine Reaktion im Gefolge der WOZ-Besprechung des Buches soll hier nicht unterschlagenen werden. Leserbriefschreiber Sahin Wenger ("Bei der WOZ im falschen Film?"), die sich noch erinnert, wie der richtige (marxistisch-leninistische?) Klassenstandpunkt zu lauten hat:
"In derselben Nummer ist mir sauer aufgestossen, dass ein Buch zum Fraumünsterpostaraub empfohlen wird mit der Bemerkung, es gebe *Einblick in den nicht unsymphatischen Überfall auf die Schweizer Post'. Was soll das? 53 Millionen Franken wurden geklaut, soll das lässig sein? Wer ersetzt das wohl, wenn nicht die Werktätigen?"
Nachdem der Verfasser noch betont, wie sehr er sich um die MigrantInnen-Integration kümmere, kommt er zu dem abenteuerlichen Schluss:
"Solche Geschichten als 'cool' hinzustellen, bedient bestens die Ausländerfeindlichkeit im Land."
Gemeint ist wohl Rassismus. Und dann kommt natürlich das leninistisch-sozialdemokratische Loblied auf die Lohnarbeit:
"Wenn es so gemeint ist, dass die, welche aus sozialer Verantwortung heraus täglich zur Arbeit gehen, schlicht Spiesser sind, dann bin ich bei der WOZ wohl im falschen Film. Leider habe ich diesen Eindruck in letzter Zeit öfter!". (WOZ 29/2009, 16.07.2009)
Das lässt hoffen ... und das erklärt auch, warum dieses Bagage nie eine wirkliche Revolution hingekriegt hat.
Eine ausführliche Besprechung folgt ...
Weitere Einträge in diesem Blog
Dokumentarfilm 2003
Versuchte Ausweisung gescheitert
Das Fluchtauto

Eine Reaktion im Gefolge der WOZ-Besprechung des Buches soll hier nicht unterschlagenen werden. Leserbriefschreiber Sahin Wenger ("Bei der WOZ im falschen Film?"), die sich noch erinnert, wie der richtige (marxistisch-leninistische?) Klassenstandpunkt zu lauten hat:
"In derselben Nummer ist mir sauer aufgestossen, dass ein Buch zum Fraumünsterpostaraub empfohlen wird mit der Bemerkung, es gebe *Einblick in den nicht unsymphatischen Überfall auf die Schweizer Post'. Was soll das? 53 Millionen Franken wurden geklaut, soll das lässig sein? Wer ersetzt das wohl, wenn nicht die Werktätigen?"
Nachdem der Verfasser noch betont, wie sehr er sich um die MigrantInnen-Integration kümmere, kommt er zu dem abenteuerlichen Schluss:
"Solche Geschichten als 'cool' hinzustellen, bedient bestens die Ausländerfeindlichkeit im Land."
Gemeint ist wohl Rassismus. Und dann kommt natürlich das leninistisch-sozialdemokratische Loblied auf die Lohnarbeit:
"Wenn es so gemeint ist, dass die, welche aus sozialer Verantwortung heraus täglich zur Arbeit gehen, schlicht Spiesser sind, dann bin ich bei der WOZ wohl im falschen Film. Leider habe ich diesen Eindruck in letzter Zeit öfter!". (WOZ 29/2009, 16.07.2009)
Das lässt hoffen ... und das erklärt auch, warum dieses Bagage nie eine wirkliche Revolution hingekriegt hat.
Eine ausführliche Besprechung folgt ...
Weitere Einträge in diesem Blog
Dokumentarfilm 2003
Versuchte Ausweisung gescheitert
Das Fluchtauto
vabanque - am Donnerstag, 23. Juli 2009, 01:21 - Rubrik: Millionencoup
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