AusstellungenMuseum
BankerInnen und PolizistInnen
Bankraub in Film und Fernsehen
Bankraub-Dokus - Themenabende usw.
Bankraub-Trends
Bibliographie der Volkskunde des Bankraubs
Biographien des Bankraubs
Blog-Review
Brecht-Zitat
Brutalisierung des Bankraubs
Buergerliches Recht
Edle Raeuber - Robin Hoods
Fluchttechniken
Geiz ist geil
GenderMainStreaming
Hausforschungen
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon
Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 

Biographien des Bankraubs

Heute abend, Donnerstag, 10. September 2009, 23 Uhr
auf 1live

Jacques Mesrine brachte es vom kleinen Ganoven aus dem Pariser Milieu zum meistgesuchten Killer Frankreichs. Ihm gelangen drei spektakuläre Gefängnisausbrüche, bis er 1979 von einer Spezialeinheit der Pariser Polizei auf offener Straße in seinem Auto erschossen wurde.

Nach der Verfilmung von Jacques Mesrines Leben ("Public Enemy No. 1") gibt es nun seine Autobiographie auch als Hörspiel:

Ein wahrer Lebensbericht: Jacques Mesrine wurde in den 70er Jahren zum Staatsfeind Nr. 1 in Kanada und in Frankreich. In Frankreich wurde für seine Autobiographie sogar ein eigenes Gesetz erlassen. Es besagt, dass niemand, der über seine Verbrechen Bücher schreibt, daraus Gewinne erzielen darf.

An Verbrechen hat Mesrines im Gefängnis verfasster, knallharter Lebensbericht einiges zu bieten: Diebstahl, Einbruch, Erpressung und schließlich kaltblütiger Mord. Der Todestrieb wird zu Mesrines ständigem Begleiter. Mesrine steht zum "Abrechnungsmord", zum Ehrenkodex der Gangster, zu seinem verkorksten und mit falschen Heldenidealen verbundenen Leben. Der schockierende und spannende Lebensbericht eines nicht eben angenehmen Zeitgenossen.


von Jacques Mesrine
aus dem Französischen von Angela Schmidt und Pierre Gallissaires
Bearbeitung und Regie: Walter Adler
Produktion: WDR 2009
Länge: 55 Minuten
Redaktion: Isabel Platthaus/Natalie Szallies

Dirk Schindelbeck über Ronald Biggs Superstar, dem so ziemlich einziog vernünftigen deutschsprachigen Text über den jüngst entlassenen Posträuber aus den sechziger Jahren (Zuerst erschienen in Vabanque):

"Im folgenden finden Sie meinen klassischen Text aus dem Jahr 2000. Er wurde unlängst - anlässlich der bevorstehenden Haftentlassung von Ronnie Biggs aus dem Gefängnis und seines 80. Geburtstags - wieder sehr aktuell. Immerhin scheinen eine Reihe von Journalisten inzwischen in meinen Text hineingeschaut zu haben. Die Legende, er sei der legendäre Anführer der Posträuber-Bande gewesen, über Jahrzehnte hin beharrlich von den Medien verbreitet, findet sich nun seltener. Gleichwohl gibt es immer noch genug Zeitungen und Zeitschriften, die sich die Lektüre der Mutter aller Biggs-Texte bislang erspart haben und weiterhin falsche Fakten verbreiten."


Zum Aufsatz

meldete gerade die Süddeutsche Zeitung (6.8.2009):

Biggs' Verteidiger Giovanni Di Stefano sagte im Sender "Sky News" jedoch: "Er wird entlassen, um zu sterben, dass kann nicht als Sieg angesehen werden."

Der schwerkranke Biggs wird am Wochenende 80 Jahre alt. Biggs hat in den vergangenen Jahren mehrere Schlaganfälle erlitten. Zuletzt lag er wegen einer gebrochenen Hüfte und Verdacht auf Lungenentzündung in einem Krankenhaus.

Die britische Justiz lässt sich nicht gerne auf der Nase herumtrampeln.
Der todkranke Ronnie Biggs wird wohl im Knast sein Leben beenden (Tagesanzeiger, 4.8. 2009):

"Vom Kult-Räuber zum todkranken Greis
Gefängnis oder Spital - für Ronnie Biggs macht es keinen Unterschied, wo er seinen 80. Geburtstag feiert. Der legendäre britische Postzugräuber ist todkrank und kann sich nicht mehr bewegen."

Zum ganzen Artikel

überschreibt der Kölner Stadtanzeiger (22.04.09) die Laudatio auf ein "Enfant Terrible" und Liebling des Feuilletons:

Der Lebenslauf von Burkhard Driest liest sich wie ein Skandaltagebuch. Bankraub während der Uni, Romanveröffentlichung nach dem Gefängnis, Schauspieler und Drehbuchautor, Liebling von Romy Schneider... Ende April feiert er seinen 70. Geburtstag.

Zum ganzen Text

Möchte man glauben, wenn man die diversen Medienberichte Revue passieren lässt und so scheint sich eine andere, über ein Jahr alte Einschätzung zu erledigen. Etwa in der Süddeutschen Zeitung (19.2. 09):

"Großbritannien
Postzug-Räuber Biggs vor der Haftentlassung

Der schwer erkrankte britische Postzugräuber Ronnie Biggs soll noch vor seinem 80. Geburtstag im September aus dem Gefängnis freikommen.

Im Juli soll sich ein Bewährungsausschuss mit der Begnadigung des 79-Jährigen beschäftigen. Nach Informationen der britischen Daily Mail handelt es sich dabei allerdings nur noch um eine Formalie.

"Jedem ist klar, dass er ein schwer kranker Mann ist, der keine Gefahr für die Öffentlichkeit mehr darstellt“, zitierte die Zeitung eine Quelle aus dem Strafvollzug. Am Wochenende waren wieder Rufe nach einer Begnadigung Biggs laut geworden, nachdem dieser mit einer Lungenentzündung in eine Klinik gebracht worden war.


Aber auch dieses Mal müssen wir diesen Unsinn lesen, nur weil die :

"Er gilt als einer der führenden Köpfe bei dem Überfall auf den Nachtzug von Glasgow nach London im August 1963."


(Vgl. demgegenüber eine Darstellung, die diesen Unfug nicht verbreitet).

Auf (eines Tages - Zeitgeschichten auf Spiegel Online) findet sich unter der Überschrift "Gauner-Legenden" eine weitere Erzählung über die Gebrüder Sass:

Kellerparty der Panzerknacker

Sie waren geniale Tresorknacker - und lieferten den Krimi zur Wirtschaftskrise. Die Berliner Brüder Sass machten Ende der zwanziger Jahre Furore. Während Deutschland ins Fiasko schlitterte, räumte das Ganovenduo reihenweise Banken aus. Und lud danach schon mal die Presse zum Sektfrühstück.


Der ganze Text

Von Boney M. zu "Ma Baker" umgetauft, starb am 16.1. 1935 im Kugelhagel der vermutliche Kopf der Barker-Bande. Bayern 2 widmet diesem Ereignis ein Kalender-Blatt (16.01.20099. Der Teaser beginnt historisch korrekt:

"Gangstermutter Ma Barker stirbt im Kugelhagel des FBI -
16.01.1935: Ma Barker gilt als Kopf der berüchtigten Karpis-Barker-Gang – das ist falsch, aber die Geschichten darüber sind zu gut. Möglicherweise hat die ganze Geschichte das FBI in die Welt gesetzt, das Ma Barker am 16.1.1935 erschossen hat ..."


Und ein bisschen wurden hier einige Formulierungen aus dem Va-Banque-Buch "geräubert".

Anlässlich des neuen Mesrine-Films in Frankreich, hat Chapitre.com eine Reihe von Mesrine-Devotionalien ("L'Ennemi Public n°1") mit Aussicht auf 5% Rabatt zusammengestellt.

mesrine reduziert

Heute morgen sah ich am Kiosk vom Titelblatt der französischen Tageszeitung Liberation (22.10.2008) (früher das Vorbild für die taz) Mesrine prangen. Er zielt mit einem Revolver auf die PassantInnen.

vor einiger Zeit wurde seine Autobiographie im Deutschen bei Nautilus wieder aufgelegt. Libe druckt ein Interview nochmals ab, dass die Zeitung bereits vor dreissig Jahren, Ende 1978, mit Mesrine geführt hat.

Der Anlass ist das Erscheinen eines Films von Jean Francois Richet, mit einem Vincent Cassel in der Rolle des Mesrine. Mesrine gilt als einer der ersten Mediengangster.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this page (summary)

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Germany License.