Millionencoup
jedenfalls meint das der Berner Informatik-Student Manuel Friedli in seinen Aufzeichnungen zum Zürcher Kunstraub Anfang dieses Jahres (Artnapping).
'Bei uns fällt sowas unter die Kategorie "Millionencoup".
'Bei uns fällt sowas unter die Kategorie "Millionencoup".
vabanque - am Freitag, 18. April 2008, 22:11 - Rubrik: Millionencoup
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Anton Tantner vom Wiener Adreßcomptoir-Blog weilt gerade in Prag und hat mich auf einen hierzulande kaum zur Kenntnis genommenen Millionencoup hingewiesen. Auf der Webseite von Radio Prag (04-12-2007) ist mehr zu erfahren. Demnach wird der Angestellte einer Prager Sicherheitsfirma verdächtigt, sich mit dem ihm anvertrauten Geld eines Geldtransporters davon gemacht zu haben:
AnhörenReal Audio 16kb/s ~ 32kb/s
"Raub des Jahrhunderts: fast 21 Millionen Euro werden vermisst
Am vergangenen Samstag fuhr ein weißer Firmentransporter aus dem Gebäude eines Sicherheitsdienstes im Prager Stadtteil Žižkov. Alles wäre in Ordnung gewesen, wenn da nicht die 560 Millionen Kronen, etwa 21 Millionen Euro wären, die im Transporter lagerten. In Tschechien spricht man nun vom Raub des Jahrhunderts.
560 Millionen Kronen sind sehr viel Geld. Davon könnte man nicht nur in Tschechien gut leben. Man kann sich dafür zum Beispiel fast zwanzig schöne und geräumige historische Villen in Heidelberg kaufen oder 166 Luxuswagen Audi A8 mit der teuersten Ausstattung.
Tatverdächtig ist der dreißigjährige František Procházka, der bei dem Sicherheitsdienst G4S seit vier Monaten gearbeitet hat.
„In solchen Einrichtungen, wo Geld nachgezählt und aufbewahrt wird, gelten die strengsten Sicherheitsmaßnahmen. Es muss wirklich um eine Person gehen, die einen Zugang zum Geld hatte und die sich in der Firma gut auskannte,“ so Jan Kameník von der Assoziation der privaten Sicherheitsdienste.
Wie die Polizeisprecherin Eva Knolová dem Tschechischen Rundfunk mitteilte, ist František Procházka bewaffnet. Die Polizei fahndet aber nicht nur nach František Procházka, denn 560 Millionen Kronen in Banknoten wiegen über hundert Kilo. Die Polizei geht daher davon aus, dass einer oder mehrere Komplizen Procházka beim Geldumladen geholfen haben müssen. Der weiße Transporter wurde noch am Samstag im Prager Stadtteil Libeň gefunden, selbstverständlich leer.
Bis heute wurden die größten Diebstähle der jüngsten Vergangenheit nicht aufgeklärt. Im September 2002 wurden 153 Millionen Kronen entwendet, im März 2006 30 Millionen und fünf Monate später 77 Millionen. Alle Täter können das Geld bis heute ungestraft genießen.
Procházka hat also gute Chancen. Vielleicht sieht man ihn irgendwann in Heidelberg in einem seiner Audi A 8.
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"Raub des Jahrhunderts: fast 21 Millionen Euro werden vermisst
Am vergangenen Samstag fuhr ein weißer Firmentransporter aus dem Gebäude eines Sicherheitsdienstes im Prager Stadtteil Žižkov. Alles wäre in Ordnung gewesen, wenn da nicht die 560 Millionen Kronen, etwa 21 Millionen Euro wären, die im Transporter lagerten. In Tschechien spricht man nun vom Raub des Jahrhunderts.
560 Millionen Kronen sind sehr viel Geld. Davon könnte man nicht nur in Tschechien gut leben. Man kann sich dafür zum Beispiel fast zwanzig schöne und geräumige historische Villen in Heidelberg kaufen oder 166 Luxuswagen Audi A8 mit der teuersten Ausstattung.
Tatverdächtig ist der dreißigjährige František Procházka, der bei dem Sicherheitsdienst G4S seit vier Monaten gearbeitet hat.
„In solchen Einrichtungen, wo Geld nachgezählt und aufbewahrt wird, gelten die strengsten Sicherheitsmaßnahmen. Es muss wirklich um eine Person gehen, die einen Zugang zum Geld hatte und die sich in der Firma gut auskannte,“ so Jan Kameník von der Assoziation der privaten Sicherheitsdienste.
Wie die Polizeisprecherin Eva Knolová dem Tschechischen Rundfunk mitteilte, ist František Procházka bewaffnet. Die Polizei fahndet aber nicht nur nach František Procházka, denn 560 Millionen Kronen in Banknoten wiegen über hundert Kilo. Die Polizei geht daher davon aus, dass einer oder mehrere Komplizen Procházka beim Geldumladen geholfen haben müssen. Der weiße Transporter wurde noch am Samstag im Prager Stadtteil Libeň gefunden, selbstverständlich leer.
Bis heute wurden die größten Diebstähle der jüngsten Vergangenheit nicht aufgeklärt. Im September 2002 wurden 153 Millionen Kronen entwendet, im März 2006 30 Millionen und fünf Monate später 77 Millionen. Alle Täter können das Geld bis heute ungestraft genießen.
Procházka hat also gute Chancen. Vielleicht sieht man ihn irgendwann in Heidelberg in einem seiner Audi A 8.
vabanque - am Donnerstag, 6. Dezember 2007, 00:17 - Rubrik: Millionencoup
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Davon träumen sie alle - und unsereins merkt es - wenn die JournalistInnen anrufen.
Es ist von einer Viertelmilliarde die Rede, die drei Wächter der Bagdader Dar-al-Salam-Bank entwendet haben. Es war keine Banküberfall oder Bankraub, sondern schlicht und einfach ein Diebstahl aus einer Bank. Einmal mehr zeigt sich jene Binsenwahrheit bestätigt, dass die größten Coups in der Regel aus dem Innern der Bank erfolgen. So auch hier. Verdächtigt wird das Sicherheitspersonal. SPIEGEL ONLINE zeigt sich beim Thema Bankdiebstahl auch nicht so semantisch bewandert: "Es ist einer der größten Banküberfälle aller Zeiten"
Es ist nicht nur "der größte Bankraub in der Geschichte des Irak" ("Bankdiebstahl!", Herrschaften), wie die Wiener Zeitung "Die Presse" (12.7. 2007) schreibt, es wäre, wenn sich die Berichte bestätigen, der größte bekanntgewordene Bankdiebstahl aller Zeiten. Aber da ist erst mal abzuwarten. Die Nachrichtenlage in einem Land wie dem Irak, kann sich schnell ändern:
"Mit einer Beute von 282 Millionen US-Dollar (205 Millionen Euro) haben sich in Bagdad drei Wächter einer Privatbank abgesetzt. Die Nachrichtenagentur Aswat al- Irak berichtete, die drei Männer hätten das Geld am Mittwoch aus der Dar-al-Salam-Bank entwendet. Diese liegt an einer belebten Geschäftsstraße im Zentrum von Bagdad. Anschließend konnten sie fliehen - mit einer Viertelmilliarde Dollar im Gepäck. Über mögliche Hintermänner des Coups oder die näheren Umstände wurde zunächst nichts bekannt."
Den derzeit informativsten deutschsprachigen Bericht liefert Die WELT Online ('Die lächerlichen Millionen einer Privatbank"):
"Tatsächlich habe ein derartiger Coup stattgefunden, erzählt ein Mitarbeiter der Dar-al-Salam-Bank, der nicht genannt werden will, WELT ONLINE. Allerdings sei dies am Mittwoch nach Feierabend geschehen. Aufgrund der Sicherheitslage schließen Banken und Geschäfte schon um 14 Uhr. Ab 20 Uhr herrscht in Bagdad Ausgangssperre. Doch schon Stunden vorher sind die Straßen der irakischen Hauptstadt praktisch ausgestorben. Die Menschen haben Angst, ihre Häuser zu verlassen. So habe der Raub weitgehend unbeobachtet stattgefunden. Da die Diebe mit dem Gebäude vertraut waren, konnten sie die Sicherheitsanlagen ausschalten und nahezu unerkannt entkommen. Der Diebstahl wurde erst am Donnerstagmorgen entdeckt."
Die notwendigen Hintergrundinformationen über die Bank und die Wahrscheinlichkeit, dass der Millionencoup stattgefunden hat, kriegen wir auch von der WELT-Online-Webseite:
"Die Dar-al-Salam-Bank ist eine der insgesamt acht Privatbanken, die nach dem Sturz des Saddam-Regimes eine Lizenz erhielten. Das Bankenwesen im Zweistromland ist noch völlig unterentwickelt. Die meisten Transaktionen werden nach wie vor in Cash abgewickelt. Kreditkarten gibt es nicht. Auch Geldautomaten sucht man vergebens. Die Dar-al-Salam-Bank konzentriert sich fast ausschließlich auf Transfers für Unternehmen. Hauptaktionär ist die HSBC (Honkong-Schanghai), die mittlerweile drei Filialen in Bagdad unterhält. Ausgeraubt wurde die Niederlassung im Stadtzentrum, am Saadon-Park, am Ostufer des Tigris. In der Nähe befinden sich das Nationaltheater und das Dar-al-Salam-Hotel. Über die gestohlene Summe gibt es keine Bestätigung. „Es können auch nur Gerüchte sein“, gibt der Mitarbeiter zu bedenken, „wie üblich im Irak“. Dass die Bank über Nacht so viel Geld in ihrem Safe lässt, glaubt er eigentlich nicht, „nicht in unserer Situation“."
Ausserdem erhalten wir eine Einschätzung, warum im Irak so ein Millionencoup eigentlich keiner ist:
" Säckeweise Dollarnoten
Warum ein Bankraub von gut 200 Millionen Euro im Irak nicht für mehr Aufsehen sorgt, liegt an den völlig absurden Relationen, denen die Menschen dort ausgeliefert sind. So wurde nach dem Sturz Saddam Husseins das gesamte Vermögen der Zentralbank geplündert. Augenzeugen berichten, dass säckeweise Dollarnoten aus dem Gebäude herausgetragen
Schlagworte
Bankraub Irak 282 Millionen Kriminalität Verbrechen
wurden. Wer schnell reagierte, konnte ein Vermögen zusammentragen. Noch heute tauchen Seriennummern von damals in den Wechselstuben auf.
Aber nicht nur das. Schlagzeilen von veruntreuten Geldern in Milliardenhöhe durch korrupte US-Beamte oder irakische Regierungsmitglieder sorgen für weit mehr Aufregung, als die „lächerlichen“ Millionen einer Privatbank. So sucht der amerikanische Kongress noch immer mehrere Milliarden, die bis 2005 in den Irak geschickt wurden und von denen bis jetzt jede Spur fehlt. Eine Milliarde Dollar soll allein das Verteidigungsministerium der ersten Übergangsregierung unter Ministerpräsident Ijad Allawi veruntreut haben. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, verlautet aus Regierungskreisen. Doch die täglichen Bomben und vielen Toten in Bagdad überdecken zumeist alles andere. "
Auch die New York Times (12.7. 2007) sieht mehr Fragen als Antworten:
"The robbery, of $282 million from the Dar Es Salaam bank, a private financial institution, raised more questions than it answered, and officials were tight-lipped about the crime. The local police said two guards engineered the robbery, but an official at the Interior Ministry said three guards were involved.
Both confirmed that the stolen money was in American dollars, not Iraqi dinars. It was unclear why the bank had that much money on hand in dollars, or how the robbers managed to move such a large amount without being detected.
Several officials speculated that the robbers had connections to the militias, because it would be difficult for them to move without being searched through many checkpoints in Baghdad."
Dann wollen die Zeitungen nach so einem Coup immer auch noch Hintergrundinformationen liefern. Bei jedem größeren Banküberfall werden vergleichbare Fälle aufgezählt. Auch dieses Mal lesen wir in der "Presse" den sattsam bekannten Unsinn über Ronald Biggs (vbgl. hierzu diverse Einträge in diesem Blog (einfach "Biggs" in der Suche eingeben).
SPIEGEL ONLINE schreibt auch nicht wirklich mehr, aber wenigstens Keinen Blödsinn über Ronald Biggs.
Hochachtung klingt bei der LinksZeitung durch: "Fette Beute bei Bankraub in Bagdad - Sicherheitsleute klauen 282 Millionen Dollar"
Es ist von einer Viertelmilliarde die Rede, die drei Wächter der Bagdader Dar-al-Salam-Bank entwendet haben. Es war keine Banküberfall oder Bankraub, sondern schlicht und einfach ein Diebstahl aus einer Bank. Einmal mehr zeigt sich jene Binsenwahrheit bestätigt, dass die größten Coups in der Regel aus dem Innern der Bank erfolgen. So auch hier. Verdächtigt wird das Sicherheitspersonal. SPIEGEL ONLINE zeigt sich beim Thema Bankdiebstahl auch nicht so semantisch bewandert: "Es ist einer der größten Banküberfälle aller Zeiten"
Es ist nicht nur "der größte Bankraub in der Geschichte des Irak" ("Bankdiebstahl!", Herrschaften), wie die Wiener Zeitung "Die Presse" (12.7. 2007) schreibt, es wäre, wenn sich die Berichte bestätigen, der größte bekanntgewordene Bankdiebstahl aller Zeiten. Aber da ist erst mal abzuwarten. Die Nachrichtenlage in einem Land wie dem Irak, kann sich schnell ändern:
"Mit einer Beute von 282 Millionen US-Dollar (205 Millionen Euro) haben sich in Bagdad drei Wächter einer Privatbank abgesetzt. Die Nachrichtenagentur Aswat al- Irak berichtete, die drei Männer hätten das Geld am Mittwoch aus der Dar-al-Salam-Bank entwendet. Diese liegt an einer belebten Geschäftsstraße im Zentrum von Bagdad. Anschließend konnten sie fliehen - mit einer Viertelmilliarde Dollar im Gepäck. Über mögliche Hintermänner des Coups oder die näheren Umstände wurde zunächst nichts bekannt."
Den derzeit informativsten deutschsprachigen Bericht liefert Die WELT Online ('Die lächerlichen Millionen einer Privatbank"):
"Tatsächlich habe ein derartiger Coup stattgefunden, erzählt ein Mitarbeiter der Dar-al-Salam-Bank, der nicht genannt werden will, WELT ONLINE. Allerdings sei dies am Mittwoch nach Feierabend geschehen. Aufgrund der Sicherheitslage schließen Banken und Geschäfte schon um 14 Uhr. Ab 20 Uhr herrscht in Bagdad Ausgangssperre. Doch schon Stunden vorher sind die Straßen der irakischen Hauptstadt praktisch ausgestorben. Die Menschen haben Angst, ihre Häuser zu verlassen. So habe der Raub weitgehend unbeobachtet stattgefunden. Da die Diebe mit dem Gebäude vertraut waren, konnten sie die Sicherheitsanlagen ausschalten und nahezu unerkannt entkommen. Der Diebstahl wurde erst am Donnerstagmorgen entdeckt."
Die notwendigen Hintergrundinformationen über die Bank und die Wahrscheinlichkeit, dass der Millionencoup stattgefunden hat, kriegen wir auch von der WELT-Online-Webseite:
"Die Dar-al-Salam-Bank ist eine der insgesamt acht Privatbanken, die nach dem Sturz des Saddam-Regimes eine Lizenz erhielten. Das Bankenwesen im Zweistromland ist noch völlig unterentwickelt. Die meisten Transaktionen werden nach wie vor in Cash abgewickelt. Kreditkarten gibt es nicht. Auch Geldautomaten sucht man vergebens. Die Dar-al-Salam-Bank konzentriert sich fast ausschließlich auf Transfers für Unternehmen. Hauptaktionär ist die HSBC (Honkong-Schanghai), die mittlerweile drei Filialen in Bagdad unterhält. Ausgeraubt wurde die Niederlassung im Stadtzentrum, am Saadon-Park, am Ostufer des Tigris. In der Nähe befinden sich das Nationaltheater und das Dar-al-Salam-Hotel. Über die gestohlene Summe gibt es keine Bestätigung. „Es können auch nur Gerüchte sein“, gibt der Mitarbeiter zu bedenken, „wie üblich im Irak“. Dass die Bank über Nacht so viel Geld in ihrem Safe lässt, glaubt er eigentlich nicht, „nicht in unserer Situation“."
Ausserdem erhalten wir eine Einschätzung, warum im Irak so ein Millionencoup eigentlich keiner ist:
" Säckeweise Dollarnoten
Warum ein Bankraub von gut 200 Millionen Euro im Irak nicht für mehr Aufsehen sorgt, liegt an den völlig absurden Relationen, denen die Menschen dort ausgeliefert sind. So wurde nach dem Sturz Saddam Husseins das gesamte Vermögen der Zentralbank geplündert. Augenzeugen berichten, dass säckeweise Dollarnoten aus dem Gebäude herausgetragen
Schlagworte
Bankraub Irak 282 Millionen Kriminalität Verbrechen
wurden. Wer schnell reagierte, konnte ein Vermögen zusammentragen. Noch heute tauchen Seriennummern von damals in den Wechselstuben auf.
Aber nicht nur das. Schlagzeilen von veruntreuten Geldern in Milliardenhöhe durch korrupte US-Beamte oder irakische Regierungsmitglieder sorgen für weit mehr Aufregung, als die „lächerlichen“ Millionen einer Privatbank. So sucht der amerikanische Kongress noch immer mehrere Milliarden, die bis 2005 in den Irak geschickt wurden und von denen bis jetzt jede Spur fehlt. Eine Milliarde Dollar soll allein das Verteidigungsministerium der ersten Übergangsregierung unter Ministerpräsident Ijad Allawi veruntreut haben. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, verlautet aus Regierungskreisen. Doch die täglichen Bomben und vielen Toten in Bagdad überdecken zumeist alles andere. "
Auch die New York Times (12.7. 2007) sieht mehr Fragen als Antworten:
"The robbery, of $282 million from the Dar Es Salaam bank, a private financial institution, raised more questions than it answered, and officials were tight-lipped about the crime. The local police said two guards engineered the robbery, but an official at the Interior Ministry said three guards were involved.
Both confirmed that the stolen money was in American dollars, not Iraqi dinars. It was unclear why the bank had that much money on hand in dollars, or how the robbers managed to move such a large amount without being detected.
Several officials speculated that the robbers had connections to the militias, because it would be difficult for them to move without being searched through many checkpoints in Baghdad."
Dann wollen die Zeitungen nach so einem Coup immer auch noch Hintergrundinformationen liefern. Bei jedem größeren Banküberfall werden vergleichbare Fälle aufgezählt. Auch dieses Mal lesen wir in der "Presse" den sattsam bekannten Unsinn über Ronald Biggs (vbgl. hierzu diverse Einträge in diesem Blog (einfach "Biggs" in der Suche eingeben).
SPIEGEL ONLINE schreibt auch nicht wirklich mehr, aber wenigstens Keinen Blödsinn über Ronald Biggs.
Hochachtung klingt bei der LinksZeitung durch: "Fette Beute bei Bankraub in Bagdad - Sicherheitsleute klauen 282 Millionen Dollar"
vabanque - am Donnerstag, 12. Juli 2007, 16:42 - Rubrik: Millionencoup
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Unter der Überschrift
Die größten Raubfälle der letzten Jahrzehnte
strickt die Augsburger Allgemeine Zeitung (11.6. 2007) die sattsam bekannte Legende vom Superposträuber "Ronald Biggs" weiter (Zur vernünftigen Darstellung des Postraubs online und in Buchform vgl.
Dirk Schindelbeck: "Ronnie Biggs Superstar - vom Wert der Öffentlichkeitsarbeit beim Postraub". In: Schönberger, Klaus (Hg.): Vabanque. Bankraub.Theorie.Praxis. Hamburg u.a. 2000, S. 64-77.
Das sollten erstmal alle lesen, die sich über die Legende Biggs auslassen.
"Kaum ein Verbrechen ist so bekannt wie der Postraub von Großbritannien. 1963 erbeutete eine Bande um Ronald Biggs aus einem Zug mehrere Millionen Pfund Bargeld. Ähnlich spektakulär sind auch der Kunstraub von Oslo, der Bargeldraub in Frankfurt und der größte Online-Bankraub.
Postraub: Ronald Biggs ist eine Legende. Am 8. August 1963 überfielen er und 15 weitere Männer einen Postzug der Royal Mail, der auch Bargeld von Glasgow nach London transportierte. Die Beute betrug 2,6 Millionen Pfund, nach heutigem Wert über 30 Millionen Euro. Der Überfall war monatelang geplant worden. Mit einer roten Haltelampe stoppten die Räuber den Zug. Die hinteren Waggons, in denen sich die Passagiere befanden, wurden abgekoppelt und die Diebe fuhren mit der Beute bequem davon. Später luden sie die Postsäcke auf einen Lastwagen um und flohen. Doch ihre Fingerabdrücke überführten die Täter. Anführer Ronald Biggs wurde zur Höchststrafe von 30 Jahren verurteilt. Nicht zuletzt seine Flucht nach 15 Monaten und ein jahrelanges Versteckspiel machten ihn zur Legende.
Bargeldraub: In Deutschland sind die Beutesummen bislang deutlich geringer ausgefallen. Im Jahr 2002 überfielen zehn Täter in Frankfurt einen Geldtransporter. Von den über acht Millionen Euro, die sich als Bargeld dort befanden, ließen die Täter jedoch auf der Flucht über eine Million Euro zurück. Die Räuber wurden nach europaweiter Fahndung schließlich in Italien und Marokko festgenommen. Knapp fünf Millionen Euro sind bis heute verschollen.
(...)
Online-Bankraub: In Schweden konnten Kriminelle den bislang größten Online-Raub durchziehen. Ihnen gelang es, etwa 900 000 Euro von ahnungslosen Internetnutzern durch die Phishing-Methode zu stehlen. Dabei leiteten sie die Kunden der Nordea-Bank auf Seiten um, die genau so aussahen wie die der Bank. Die dort eingegebenen Daten und Geheimnummern nutzen die bislang unbekannten Personen von mehr als 250 Kunden jeweils mehrere tausend Euro abzubuchen.
Die größten Raubfälle der letzten Jahrzehnte
strickt die Augsburger Allgemeine Zeitung (11.6. 2007) die sattsam bekannte Legende vom Superposträuber "Ronald Biggs" weiter (Zur vernünftigen Darstellung des Postraubs online und in Buchform vgl.
Dirk Schindelbeck: "Ronnie Biggs Superstar - vom Wert der Öffentlichkeitsarbeit beim Postraub". In: Schönberger, Klaus (Hg.): Vabanque. Bankraub.Theorie.Praxis. Hamburg u.a. 2000, S. 64-77.
Das sollten erstmal alle lesen, die sich über die Legende Biggs auslassen.
"Kaum ein Verbrechen ist so bekannt wie der Postraub von Großbritannien. 1963 erbeutete eine Bande um Ronald Biggs aus einem Zug mehrere Millionen Pfund Bargeld. Ähnlich spektakulär sind auch der Kunstraub von Oslo, der Bargeldraub in Frankfurt und der größte Online-Bankraub.
Postraub: Ronald Biggs ist eine Legende. Am 8. August 1963 überfielen er und 15 weitere Männer einen Postzug der Royal Mail, der auch Bargeld von Glasgow nach London transportierte. Die Beute betrug 2,6 Millionen Pfund, nach heutigem Wert über 30 Millionen Euro. Der Überfall war monatelang geplant worden. Mit einer roten Haltelampe stoppten die Räuber den Zug. Die hinteren Waggons, in denen sich die Passagiere befanden, wurden abgekoppelt und die Diebe fuhren mit der Beute bequem davon. Später luden sie die Postsäcke auf einen Lastwagen um und flohen. Doch ihre Fingerabdrücke überführten die Täter. Anführer Ronald Biggs wurde zur Höchststrafe von 30 Jahren verurteilt. Nicht zuletzt seine Flucht nach 15 Monaten und ein jahrelanges Versteckspiel machten ihn zur Legende.
Bargeldraub: In Deutschland sind die Beutesummen bislang deutlich geringer ausgefallen. Im Jahr 2002 überfielen zehn Täter in Frankfurt einen Geldtransporter. Von den über acht Millionen Euro, die sich als Bargeld dort befanden, ließen die Täter jedoch auf der Flucht über eine Million Euro zurück. Die Räuber wurden nach europaweiter Fahndung schließlich in Italien und Marokko festgenommen. Knapp fünf Millionen Euro sind bis heute verschollen.
(...)
Online-Bankraub: In Schweden konnten Kriminelle den bislang größten Online-Raub durchziehen. Ihnen gelang es, etwa 900 000 Euro von ahnungslosen Internetnutzern durch die Phishing-Methode zu stehlen. Dabei leiteten sie die Kunden der Nordea-Bank auf Seiten um, die genau so aussahen wie die der Bank. Die dort eingegebenen Daten und Geheimnummern nutzen die bislang unbekannten Personen von mehr als 250 Kunden jeweils mehrere tausend Euro abzubuchen.
vabanque - am Dienstag, 12. Juni 2007, 09:59 - Rubrik: Millionencoup
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Das St. Gallener Tagblatt (4.9. 2006) bzw. Carl Goerdeler informiert uns über das Scheitern eines neuen brasilianischen Millionen- und Tunnelcoups:
Brasiliens Polizei knackt Panzerknacker
Porto Alegre. Der brasilianischen Polizei ist ein dicker Fang geglückt: Sie verhaftete 26 Ganoven in einem Tunnel unter der City.
Die Bande hatte den Tunnel mitten in der City, fünf Meter unter der Hauptgeschäftsstrasse in Richtung zweier Banken vorgetrieben. Deren Tresore wollte sie in wenigen Tagen knacken. Weitere zwölf Kriminelle wurden gleichzeitig an anderen Orten festgenommen. Sie gehören vermutlich alle zur gleichen Bande, die vor einem Jahr die Dépendance der Zentralbank in Fortaleza unterirdisch angebohrt und aus deren Tresor die Rekordsumme von 164,8 Millionen Real (rund 70 Millionen Euro) geraubt hatte.
«Aktion Maulwurf»
Der durch die polizeiliche «Aktion Maulwurf» verhinderte Bankraub in Porto Alegre sollte nach dem exakt gleichen Muster ablaufen: Die Panzerknacker hatten ein leer stehendes Gebäude in der Nachbarschaft erworben und trieben von dort aus einen Stollen in bergmännischer Bauweise bis zum unterirdischen Banktresor vor. In Fortaleza gelang ihnen das unbemerkt – und aus der Millionenbeute sind bislang erst 18 Millionen Real – (rund 11 Prozent der Summe) wieder aufgetaucht; elf mutmassliche Mittäter von damals hat man bislang festgenommen, fünf von ihnen sind von unbekannt gekidnappt, einer erschossen worden – vermutlich wegen Streit über die Beute.
Generalstabsmässig geplant
Die Bundespolizei hatte eine Hundertschaft eingesetzt, die kriminellen Maulwürfe in flagranti zu erwischen. Darunter sind auch zwei, drei «dicke Fische», die als Drahtzieher weiterer Schwerverbrechen gelten. Die Vermutung geht sogar dahin, dass die Chefs der Bande hinter dem organisierten Mob stehen, der im Mai in Sao Paulo und weiteren Städten offenen Terror gegen Polizeiwachen, Behörden und Buslinien ausübte, wobei 162 Menschen starben.
Wie in Fortaleza und in Sao Paulo und jetzt auch in Porto Alegre beweisen Bewaffnung, Aufwand und Logistik, dass die Verbrechen von langer Hand geplant und geradezu generalstabsmässig in die Wege geleitet wurden. Ein ganzes Verbrechersyndikat muss dahinter stecken, sicher auch mit Beteiligung von Informanten aus den Banken, Logistik-Experten, Ingenieuren, Fälschern und Waffenhändlern. Umso deprimierender ist, dass die Polizei immer noch im Dunkeln tappt, wer hinter diesen Kapitalverbrechen steht.
Insofern wir Fortaleza 2 vorerst nicht in den Kinos reeussieren können. Zu Fortaleza 1
Brasiliens Polizei knackt Panzerknacker
Porto Alegre. Der brasilianischen Polizei ist ein dicker Fang geglückt: Sie verhaftete 26 Ganoven in einem Tunnel unter der City.
Die Bande hatte den Tunnel mitten in der City, fünf Meter unter der Hauptgeschäftsstrasse in Richtung zweier Banken vorgetrieben. Deren Tresore wollte sie in wenigen Tagen knacken. Weitere zwölf Kriminelle wurden gleichzeitig an anderen Orten festgenommen. Sie gehören vermutlich alle zur gleichen Bande, die vor einem Jahr die Dépendance der Zentralbank in Fortaleza unterirdisch angebohrt und aus deren Tresor die Rekordsumme von 164,8 Millionen Real (rund 70 Millionen Euro) geraubt hatte.
«Aktion Maulwurf»
Der durch die polizeiliche «Aktion Maulwurf» verhinderte Bankraub in Porto Alegre sollte nach dem exakt gleichen Muster ablaufen: Die Panzerknacker hatten ein leer stehendes Gebäude in der Nachbarschaft erworben und trieben von dort aus einen Stollen in bergmännischer Bauweise bis zum unterirdischen Banktresor vor. In Fortaleza gelang ihnen das unbemerkt – und aus der Millionenbeute sind bislang erst 18 Millionen Real – (rund 11 Prozent der Summe) wieder aufgetaucht; elf mutmassliche Mittäter von damals hat man bislang festgenommen, fünf von ihnen sind von unbekannt gekidnappt, einer erschossen worden – vermutlich wegen Streit über die Beute.
Generalstabsmässig geplant
Die Bundespolizei hatte eine Hundertschaft eingesetzt, die kriminellen Maulwürfe in flagranti zu erwischen. Darunter sind auch zwei, drei «dicke Fische», die als Drahtzieher weiterer Schwerverbrechen gelten. Die Vermutung geht sogar dahin, dass die Chefs der Bande hinter dem organisierten Mob stehen, der im Mai in Sao Paulo und weiteren Städten offenen Terror gegen Polizeiwachen, Behörden und Buslinien ausübte, wobei 162 Menschen starben.
Wie in Fortaleza und in Sao Paulo und jetzt auch in Porto Alegre beweisen Bewaffnung, Aufwand und Logistik, dass die Verbrechen von langer Hand geplant und geradezu generalstabsmässig in die Wege geleitet wurden. Ein ganzes Verbrechersyndikat muss dahinter stecken, sicher auch mit Beteiligung von Informanten aus den Banken, Logistik-Experten, Ingenieuren, Fälschern und Waffenhändlern. Umso deprimierender ist, dass die Polizei immer noch im Dunkeln tappt, wer hinter diesen Kapitalverbrechen steht.
Insofern wir Fortaleza 2 vorerst nicht in den Kinos reeussieren können. Zu Fortaleza 1
sparkassenkunde - am Dienstag, 5. September 2006, 08:44 - Rubrik: Millionencoup
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Der Focus des FDP-Mitgliedes Helmut Markwort, also jener BILD-Zeitung für Abiturienten und Qualitätsblatt des deutschen Magazin-Journalismus, berichtete ebenfalls in seiner Printausgabe (10/2006) mit bunten Bildchen und faktenreichen Bildunterschriften über die "Gangster in Uniform", über die die britische Polizei jetzt "triumphiert". Sie präsentieren uns als Angeklagten einen Dachdecker, der "das große Geld machen" wollte sowie einen Millionär, der den Luxus und die Millionen "liebte" und nun "hinter Gittern" sitzt. Das dürfte auch nicht so weit von der Gefühls- und Bedürfnislage der Focus-Leserschaft und der sonstigen Burda-Druckerzeugnisse entfernt liegen. Der Text sieht die Polizei "zumindest vorest" als "Held dieses Krimi" im "größten Geldraub der Insel":
"Zumindest vorerst präsentiert sich die Polizei als der Held dieses Krimis - anders als beim lengendären Postraub von 1963, bei dem mindestnes 15 Täter nach heutigem Wert 50 Millionen Pfund erbeuteten."
Na ja, was dann folgt, man kann es schon erahnen, der unvermeidliche "Kopf der Bande, Ronald Biggs". Knapp daneben ist auch daneben und wir werden uns nicht wiederholen, sondern verweisen auf bereits vorhandene Einträge in diesem Blog.
"Zumindest vorerst präsentiert sich die Polizei als der Held dieses Krimis - anders als beim lengendären Postraub von 1963, bei dem mindestnes 15 Täter nach heutigem Wert 50 Millionen Pfund erbeuteten."
Na ja, was dann folgt, man kann es schon erahnen, der unvermeidliche "Kopf der Bande, Ronald Biggs". Knapp daneben ist auch daneben und wir werden uns nicht wiederholen, sondern verweisen auf bereits vorhandene Einträge in diesem Blog.
sparkassenkunde - am Dienstag, 14. März 2006, 08:38 - Rubrik: Millionencoup
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Nur, weil ich dass beim Interview für den Kulturzeit-Beitrag am morgigen Freitag auch gefragt wurde, hier doch nochmals etwas grundsätzlicher. Anlässlich der Verhaftungen im Falle des Millionen-Geldraubes in Kent titelt beispielsweise der Wiener Standard (3.3. 2006): "Ein Millionär war vermutlich Drahtzieher bei Millionenraub":
"Ob Mittäter oder Drahtzieher beim größten Geldraub in der britischen Geschichte, ist noch nicht klar: John Fowler, Millionär und dreifacher Vater, steht als Erster vor dem Richter.
Das Leben hat es gut gemeint mit John Fowler. Gut verheiratet, drei wohlgeratene, fast erwachsene Kinder, ein nettes Landgut mit Villa im Fachwerkbau, die allein mehr als zwei Millionen Euro wert ist – nicht schlecht für den Sohn eines Lastwagenfahrers. Das Ferienhaus an der spanischen Küste pflegt er ebenso als Statussymbol wie seinen Bentley.
Freilich hat Fowler hart gearbeitet dafür, ein Tüchtiger, dem das Glück gnädig war. In den 80er-Jahren zog er seinen Autohandel groß auf, just zu der Zeit, als es im Sog Margaret Thatchers genügend Yuppies gab, die es sich leisten konnten und wollten, dicke Limousinen zu lenken.
Fowler kam zu Geld, und Erfolg bei Frauen hatte der Attraktive auch.
Die obigen Ausführungen werden dann aber nicht an ein mögliches Motiv im folgenden Text rückgebunden. Das heisst, die LeserInnen müssen sich selbst ihren Reim auf die Fakten machen. Und der ist naheliegend. Bemerkenswert für den "Standard" ist, dass ein Millionär der Drahtzieher eines Millionenraubes ist und dass das nicht zu erwarten war.
Ganz ähnlich die Wiener Umsonst-U-Bahnzeitung "Heute" (3.3. 2006). Sie hat auf Seite 2 etwas kleiner angemerkt: "Ein Millionär als Millionenräuber":
"Die Farm des Millionärs (geschätztes Vermögen: 10 Millionen Euro) wurde dabei durchsucht, dabei laut Medien ein "beträchtlicher Teil "der Beute entdeckt."
Die Tatsache, dass nun auch ein Millionär verdächtigt wird ist aus zweierlei Gründen nicht wirklich überraschend:
1. Bankräuber kann heutzutage jeder sein, es gibt kein wirliches Täterprofil, die Wahrscheinlichkeit reicht vom Drogenbenutzer bis zum Bankinhaber bzw. Unternehmer, vom Fußballnationaltorwart bis zum verschuldeten Handwerker. Es sind aber eben auch unterschiedliche Gründe, warum jemand zum Bankräuber wird. Neben Beschaffungskriminalität, Schuldenabbau, Arbeitsverweigerung ist eben auch die schlichte Gier ein hinreichender Grund. Und die Gier, die konstitutiert den gegenwärtige Zeitgeist (Geiz ist geil!). Wenn die Deutsche Telekom das "erfolgreichste Jahr" seiner Geschichte schreibt und ungeachtet einer Rekordividende , 32.000 Stellen abbauen will, dann ist das einer kaum glaublichen Gier nach mehr Profit geschuldet. Und das betrifft sowohl das Management, den Aufsichtsrat und die Aktien-Shareholder. Und es ist immer auch ein Stück Zufall, auf welcher Seite wer gerade sich wiederfindet. Ob Polizist oder Bankräuber, ob Banker oder Bankräuber, ob Unternehmer oder Bankräuber. Das hat uns der Heros-Fall erst jüngst anschaulich vor Augen geführt.
2. Ökonomischer Erfolg und Kriminalität sind häufig bloß zwei Seiten ein - und derselben Medaillie. Bereits die Genesis der kapitalistischen Produktionsweise verweist auf die Erbsünde des Kapitalismus, die ursprüngliche Akkumulation, was uns wiederum daran erinnert, inwiefern Kapitalakkumulation und kriminelle Energie (wie sie beim Bankraub bei einem Teil der Akteure zum Tragen kommt) sozusagen wesensgleich sind.
Deshalb wundert mich so etwas überhaupt nicht.
"Ob Mittäter oder Drahtzieher beim größten Geldraub in der britischen Geschichte, ist noch nicht klar: John Fowler, Millionär und dreifacher Vater, steht als Erster vor dem Richter.
Das Leben hat es gut gemeint mit John Fowler. Gut verheiratet, drei wohlgeratene, fast erwachsene Kinder, ein nettes Landgut mit Villa im Fachwerkbau, die allein mehr als zwei Millionen Euro wert ist – nicht schlecht für den Sohn eines Lastwagenfahrers. Das Ferienhaus an der spanischen Küste pflegt er ebenso als Statussymbol wie seinen Bentley.
Freilich hat Fowler hart gearbeitet dafür, ein Tüchtiger, dem das Glück gnädig war. In den 80er-Jahren zog er seinen Autohandel groß auf, just zu der Zeit, als es im Sog Margaret Thatchers genügend Yuppies gab, die es sich leisten konnten und wollten, dicke Limousinen zu lenken.
Fowler kam zu Geld, und Erfolg bei Frauen hatte der Attraktive auch.
Die obigen Ausführungen werden dann aber nicht an ein mögliches Motiv im folgenden Text rückgebunden. Das heisst, die LeserInnen müssen sich selbst ihren Reim auf die Fakten machen. Und der ist naheliegend. Bemerkenswert für den "Standard" ist, dass ein Millionär der Drahtzieher eines Millionenraubes ist und dass das nicht zu erwarten war.
Ganz ähnlich die Wiener Umsonst-U-Bahnzeitung "Heute" (3.3. 2006). Sie hat auf Seite 2 etwas kleiner angemerkt: "Ein Millionär als Millionenräuber":
"Die Farm des Millionärs (geschätztes Vermögen: 10 Millionen Euro) wurde dabei durchsucht, dabei laut Medien ein "beträchtlicher Teil "der Beute entdeckt."
Die Tatsache, dass nun auch ein Millionär verdächtigt wird ist aus zweierlei Gründen nicht wirklich überraschend:
1. Bankräuber kann heutzutage jeder sein, es gibt kein wirliches Täterprofil, die Wahrscheinlichkeit reicht vom Drogenbenutzer bis zum Bankinhaber bzw. Unternehmer, vom Fußballnationaltorwart bis zum verschuldeten Handwerker. Es sind aber eben auch unterschiedliche Gründe, warum jemand zum Bankräuber wird. Neben Beschaffungskriminalität, Schuldenabbau, Arbeitsverweigerung ist eben auch die schlichte Gier ein hinreichender Grund. Und die Gier, die konstitutiert den gegenwärtige Zeitgeist (Geiz ist geil!). Wenn die Deutsche Telekom das "erfolgreichste Jahr" seiner Geschichte schreibt und ungeachtet einer Rekordividende , 32.000 Stellen abbauen will, dann ist das einer kaum glaublichen Gier nach mehr Profit geschuldet. Und das betrifft sowohl das Management, den Aufsichtsrat und die Aktien-Shareholder. Und es ist immer auch ein Stück Zufall, auf welcher Seite wer gerade sich wiederfindet. Ob Polizist oder Bankräuber, ob Banker oder Bankräuber, ob Unternehmer oder Bankräuber. Das hat uns der Heros-Fall erst jüngst anschaulich vor Augen geführt.
2. Ökonomischer Erfolg und Kriminalität sind häufig bloß zwei Seiten ein - und derselben Medaillie. Bereits die Genesis der kapitalistischen Produktionsweise verweist auf die Erbsünde des Kapitalismus, die ursprüngliche Akkumulation, was uns wiederum daran erinnert, inwiefern Kapitalakkumulation und kriminelle Energie (wie sie beim Bankraub bei einem Teil der Akteure zum Tragen kommt) sozusagen wesensgleich sind.
Deshalb wundert mich so etwas überhaupt nicht.
vabanque - am Donnerstag, 9. März 2006, 00:00 - Rubrik: Millionencoup
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The Securitas robbery was the UK's biggest cash robbery
Story from BBC NEWS:
Published: 2006/03/06
Police investigating the UK's biggest robbery have recovered £11m of the stolen cash, with a further significant seizure in the last 24 hours.
Kent Chief Constable Michael Fuller said more than £9m was seized in a police raid on a vehicle repair yard in Welling, south-east London, last week.
Meanwhile, forensic officers have been searching a domestic garage in Southborough, near Tunbridge Wells.
Story from BBC NEWS:
Published: 2006/03/06
Police investigating the UK's biggest robbery have recovered £11m of the stolen cash, with a further significant seizure in the last 24 hours.
Kent Chief Constable Michael Fuller said more than £9m was seized in a police raid on a vehicle repair yard in Welling, south-east London, last week.
Meanwhile, forensic officers have been searching a domestic garage in Southborough, near Tunbridge Wells.
vabanque - am Montag, 6. März 2006, 15:44 - Rubrik: Millionencoup
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Die Jungle World (9/2006), die bereits anno 2001 Vabanque als Abo-Prämie "verschenkte", lässt Fabian Frenzel aus Sheffield zu Wort kommen und macht die LeserInnen dieser Zeitung einmal mehr mit ihrer eigenen Meinung bekannt:
"Manche Verbrechen sind nicht nur außerordentlich spektakulär, sondern erwecken auch noch große Sympathie beim Publikum. Es gibt eine Moral des »anständigen« Verbrechens und sie lautet, dass es kein unschuldiges Opfer geben darf, dafür aber smarte und letztlich gutherzige Verbrecher vorhanden sein müssen und Opfer, denen es nicht wirklich schadet und denen man es vor allem auch irgendwie gönnt, endlich mal bestohlen zu werden."
Es ist schon frappierend, in welcher Weise auch hier die populäre Kultur wie der Kinofilm als Maßstab der Bewertung eines Bankraubs herhalten muss:
"Die Bande, die in der vorigen Woche bis zu 50 Millionen Pfund aus einem Depot der privaten Geldtransportfirma Securitas in Tonbridge in der Grafschaft Kent in Südwestengland entwendete, qualifiziert sich in gewisser Hinsicht für diesen Status. Folgt man den bisher verfügbaren Informationen über den Tathergang, waren die Täter zwar weder mit Robin Hood noch mit Georg Clooneys Gruppe im Film »Ocean’s Eleven« zu vergleichen. Sie haben es aber geschafft, den vermutlich größten Bargeldraub der Geschichte Großbritanniens über die Bühne zu bringen, ohne einen Menschen zu verletzen. Ihre Methode war smart, allerdings auch nicht gerade die feine englische Art. "
Schließlich wird der Ablauf des Geldraubes beschrieben, um dann auf die vergleichsweise neue Form des "Tiger-Kidnapping" hinzuweisen:
"Eine Schlüsselfigur zu entführen, die wie Dixon im Sicherheitsbereich einer Bank oder eines Bargelddepots tätig ist, scheint zur bevorzugten Methode bei großen Raubüberfällen zu avancieren, um aufwändige und ausgefeilte Sicherheitstechniken zu überwinden. Diese Technik, die offiziell als »Tiger-Entführung« bezeichnet wird, wurde auch bei dem bisher nicht aufgeklärten Überfall auf die nordirische Nationalbank im Dezember 2004 angewendet. Damals erbeuteten die Räuber 26 Millionen Pfund. Die Medien spekulieren nach wie vor über die mögliche Beteiligung der Irish Republican Army (IRA), die auf eine lange Geschichte von Banküberfällen zurückblicken kann. Verhaftet und verurteilt wurden bisher lediglich drei Männer, die keinerlei Verbindungen zu der IRA haben. Allerdings war einer der Täter ein Mitarbeiter der Bank"
Na ja, spekuliert wurde im nordirischen Fall viel. Nach der bisherigen Sachlage gibt es keine Beweise für die IRA-Beteiligung. Das Zurücklassen eines Teils der Beute wird hier als kalkuliertes Handeln beschrieben:
Glaubt man den Aussagen der Polizei, könnte die Geldwäsche eines der größten Probleme der Täter werden. Bei der Beute handelt es sich zum Teil um frisch gedruckte Geldnoten, deren Seriennummern vermerkt sind. Sie dürften daher kaum mehr in Umlauf zu bringen sein. Die Täter scheinen dies bereits erkannt zu haben. Als am vergangenen Samstag einer der Transporter gefunden wurde, mit dem mutmaßlich der Raub durchgeführt wurde, fand man in ihm auch rund 1,3 Millionen Pfund in frisch gedruckten Banknoten. Die Täter hatten sie schlicht zurückgelassen.
Letzteres wurde hierzulande immer als Fahndungserfolg der Polizei verklärt. Und abschließend verweist der Autor noch auf die erwartbaren Reaktionen und einige mehr oder weniger richtig wiedergegebene Sentenzen:
"Die Tatsache, dass ein Teil des Geldes von der englischen Nationalbank stammt, löste auch eine Reihe von Leserkommentaren im Internetforum der BBC aus. »Was ist schon ein Raub von einigen Millionen Pfund gegen den ständigen Raub des Staates von seinen Bürgern«, ereiferte sich dort ein Leser. Und im Forum der Tageszeitung Guardian hagelte es klassenbewusste Literaturhinweise von Charles Dickens »Oliver Twist« bis zur »Dreigroschenoper« von Bertolt Brecht: »Was ist ein größeres Verbrechen, eine Bank auszurauben oder eine Bank zu besitzen?«"
Die Version des Brecht-Zitates kenne ich nun auch noch nicht. Man lernt nie aus.
"Manche Verbrechen sind nicht nur außerordentlich spektakulär, sondern erwecken auch noch große Sympathie beim Publikum. Es gibt eine Moral des »anständigen« Verbrechens und sie lautet, dass es kein unschuldiges Opfer geben darf, dafür aber smarte und letztlich gutherzige Verbrecher vorhanden sein müssen und Opfer, denen es nicht wirklich schadet und denen man es vor allem auch irgendwie gönnt, endlich mal bestohlen zu werden."
Es ist schon frappierend, in welcher Weise auch hier die populäre Kultur wie der Kinofilm als Maßstab der Bewertung eines Bankraubs herhalten muss:
"Die Bande, die in der vorigen Woche bis zu 50 Millionen Pfund aus einem Depot der privaten Geldtransportfirma Securitas in Tonbridge in der Grafschaft Kent in Südwestengland entwendete, qualifiziert sich in gewisser Hinsicht für diesen Status. Folgt man den bisher verfügbaren Informationen über den Tathergang, waren die Täter zwar weder mit Robin Hood noch mit Georg Clooneys Gruppe im Film »Ocean’s Eleven« zu vergleichen. Sie haben es aber geschafft, den vermutlich größten Bargeldraub der Geschichte Großbritanniens über die Bühne zu bringen, ohne einen Menschen zu verletzen. Ihre Methode war smart, allerdings auch nicht gerade die feine englische Art. "
Schließlich wird der Ablauf des Geldraubes beschrieben, um dann auf die vergleichsweise neue Form des "Tiger-Kidnapping" hinzuweisen:
"Eine Schlüsselfigur zu entführen, die wie Dixon im Sicherheitsbereich einer Bank oder eines Bargelddepots tätig ist, scheint zur bevorzugten Methode bei großen Raubüberfällen zu avancieren, um aufwändige und ausgefeilte Sicherheitstechniken zu überwinden. Diese Technik, die offiziell als »Tiger-Entführung« bezeichnet wird, wurde auch bei dem bisher nicht aufgeklärten Überfall auf die nordirische Nationalbank im Dezember 2004 angewendet. Damals erbeuteten die Räuber 26 Millionen Pfund. Die Medien spekulieren nach wie vor über die mögliche Beteiligung der Irish Republican Army (IRA), die auf eine lange Geschichte von Banküberfällen zurückblicken kann. Verhaftet und verurteilt wurden bisher lediglich drei Männer, die keinerlei Verbindungen zu der IRA haben. Allerdings war einer der Täter ein Mitarbeiter der Bank"
Na ja, spekuliert wurde im nordirischen Fall viel. Nach der bisherigen Sachlage gibt es keine Beweise für die IRA-Beteiligung. Das Zurücklassen eines Teils der Beute wird hier als kalkuliertes Handeln beschrieben:
Glaubt man den Aussagen der Polizei, könnte die Geldwäsche eines der größten Probleme der Täter werden. Bei der Beute handelt es sich zum Teil um frisch gedruckte Geldnoten, deren Seriennummern vermerkt sind. Sie dürften daher kaum mehr in Umlauf zu bringen sein. Die Täter scheinen dies bereits erkannt zu haben. Als am vergangenen Samstag einer der Transporter gefunden wurde, mit dem mutmaßlich der Raub durchgeführt wurde, fand man in ihm auch rund 1,3 Millionen Pfund in frisch gedruckten Banknoten. Die Täter hatten sie schlicht zurückgelassen.
Letzteres wurde hierzulande immer als Fahndungserfolg der Polizei verklärt. Und abschließend verweist der Autor noch auf die erwartbaren Reaktionen und einige mehr oder weniger richtig wiedergegebene Sentenzen:
"Die Tatsache, dass ein Teil des Geldes von der englischen Nationalbank stammt, löste auch eine Reihe von Leserkommentaren im Internetforum der BBC aus. »Was ist schon ein Raub von einigen Millionen Pfund gegen den ständigen Raub des Staates von seinen Bürgern«, ereiferte sich dort ein Leser. Und im Forum der Tageszeitung Guardian hagelte es klassenbewusste Literaturhinweise von Charles Dickens »Oliver Twist« bis zur »Dreigroschenoper« von Bertolt Brecht: »Was ist ein größeres Verbrechen, eine Bank auszurauben oder eine Bank zu besitzen?«"
Die Version des Brecht-Zitates kenne ich nun auch noch nicht. Man lernt nie aus.
vabanque - am Mittwoch, 1. März 2006, 11:24 - Rubrik: Millionencoup
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Die Steigerungsmöglichkeiten sind langsam ausgeschöpft. In Sachen Kent musste zunächst ein "Superhirn", das sich das alles ausgedacht hat, her. Ausserdem übersteigt die Summe von inzwischen amtlichen 78 Millionen Euro auch die bisherigen Phantasien der BILD-Zeitung. Und nun haben wir auch noch ein "Super-Kid":
"Englands Super-Kid: Achtjähriger befreit Geiseln
Fast eine Woche nach dem Millionenraub von England sind weitere Details des mehrstündigen Überfalls auf ein Bargeld- Lager bekannt geworden. Nach Informationen der Boulevardzeitung "Sun" (Dienstag) wurden die Geiseln vom achtjährigen Sohn des entführten Lager-Managers befreit. Der Junge konnte sich aus einem Stahlkäfig herausschlängeln, in den ihn die Täter zusammen mit seiner Mutter eingeschlossen hatten. Dann gelang es ihm, auch seine Mutter und die Angestellten aus den Käfigen herauszuholen." (n24.de )
Nun, nachdem die Polizei aufzuholen scheint, dreht sich auch der Medienwind. Nun, nachdem bald alle Details des Coups ausgebreitet wurden, geht es auf Verbrecherjagd: "Den Tätern auf der Spur - Fahndungserfolge bei britischem Millionenraub" oder „Wir ziehen das Netz immer enger“ (Welt, 26.2. 2006). Erste Anzeichen bestätigen schon, dass nun - sobald die ersten Fehler der Bande offensichtlich werden, auch die Häme der Medien nicht lange auf sich warten lassen wird: "Englische Millionenräuber machen Fehler" (Diverse Online-Zeitungen insbesondere aus der Schweiz), aber auch Süddeutsche Zeitung (27.2. 2006): "Auch Gangster machen Fehler."
Wie die BILD-Zeitung funktioniert zeigen drei Text- und Bildelemente eines Artikels (ca. 26.2. 2006):
(1) "Weitere Festnahmen nach Millionen-Raub"
(2) "Drahtzieher ist einer der Top-Verbrecher Englands"
und unter dem Bild eines Verdächtigen wird dann relativiert:
(3) "Soll hinter dem Millionen-Raub stecken: Clifford Michael Hobbs"
Zeile 1 steht über Zeile 2 und meint mitnichten den vermeintlichen "Drahtzieher", der einfach unter Verdacht geraten ist, weil er aus dem Knast abgehauen ist und bisher nicht mehr eingefangen wurde.
Zeile 2, die Hauptüberschrift über den Artikel suggeriert den Sachverhalt des Tatverdachts als gegeben und Zeile 3 (die Bildunterschrift) macht klar, dass das alles so eindeutig noch nicht ist. Sei's drum. Als ich mal einem dieser Schreiberknechte klar gemacht habe, dass ich für diese Art Journalismus keine Zuarbeit machen würde, war er ziemlich baff. Das sind sie nicht mehr gewohnt, wird Zeit dass sich das wieder ändert.
"Englands Super-Kid: Achtjähriger befreit Geiseln
Fast eine Woche nach dem Millionenraub von England sind weitere Details des mehrstündigen Überfalls auf ein Bargeld- Lager bekannt geworden. Nach Informationen der Boulevardzeitung "Sun" (Dienstag) wurden die Geiseln vom achtjährigen Sohn des entführten Lager-Managers befreit. Der Junge konnte sich aus einem Stahlkäfig herausschlängeln, in den ihn die Täter zusammen mit seiner Mutter eingeschlossen hatten. Dann gelang es ihm, auch seine Mutter und die Angestellten aus den Käfigen herauszuholen." (n24.de )
Nun, nachdem die Polizei aufzuholen scheint, dreht sich auch der Medienwind. Nun, nachdem bald alle Details des Coups ausgebreitet wurden, geht es auf Verbrecherjagd: "Den Tätern auf der Spur - Fahndungserfolge bei britischem Millionenraub" oder „Wir ziehen das Netz immer enger“ (Welt, 26.2. 2006). Erste Anzeichen bestätigen schon, dass nun - sobald die ersten Fehler der Bande offensichtlich werden, auch die Häme der Medien nicht lange auf sich warten lassen wird: "Englische Millionenräuber machen Fehler" (Diverse Online-Zeitungen insbesondere aus der Schweiz), aber auch Süddeutsche Zeitung (27.2. 2006): "Auch Gangster machen Fehler."
Wie die BILD-Zeitung funktioniert zeigen drei Text- und Bildelemente eines Artikels (ca. 26.2. 2006):
(1) "Weitere Festnahmen nach Millionen-Raub"
(2) "Drahtzieher ist einer der Top-Verbrecher Englands"
und unter dem Bild eines Verdächtigen wird dann relativiert:
(3) "Soll hinter dem Millionen-Raub stecken: Clifford Michael Hobbs"
Zeile 1 steht über Zeile 2 und meint mitnichten den vermeintlichen "Drahtzieher", der einfach unter Verdacht geraten ist, weil er aus dem Knast abgehauen ist und bisher nicht mehr eingefangen wurde.
Zeile 2, die Hauptüberschrift über den Artikel suggeriert den Sachverhalt des Tatverdachts als gegeben und Zeile 3 (die Bildunterschrift) macht klar, dass das alles so eindeutig noch nicht ist. Sei's drum. Als ich mal einem dieser Schreiberknechte klar gemacht habe, dass ich für diese Art Journalismus keine Zuarbeit machen würde, war er ziemlich baff. Das sind sie nicht mehr gewohnt, wird Zeit dass sich das wieder ändert.
vabanque - am Dienstag, 28. Februar 2006, 17:23 - Rubrik: Millionencoup
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