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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
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Überall wird es berichtet, so natürlich auch in der Kronen-Zeitung (30.9. 2005). Ein Teil der Beute aus dem Millionencoups von Brasilien wurde sichergestellt sowie Verdächtige offensichtlich verhaftet.

Der Handelsblatt-Korrespondent für Südamerika, Alexander Busch, (3.9. 2005) weiss, was die BrasilianerInnen für ehrliche Arbeit halten:

Bankraub - war das was?

"Knapp drei Wochen ist es her, da stahlen Bankräuber umgerechnet rund 63 Millionen Euro in gebrauchten, nicht nummerierten Banknoten aus dem Tresor der Zentralbank in Fortaleza, einer Provinzhauptstadt im Norden Brasiliens. Es war einer der größten Bankplünderungen der Geschichte weltweit. Die gesamte internationale Presse berichtete ausführlich darüber. Doch in Brasilien selbst war der Millionen-Raub nach zwei Tagen aus den Schlagzeilen verschwunden. Es wurden zwar noch ein paar hunderttausend Banknoten in Kofferräumen von Autos entdeckt, die in Sattelschleppern auf den Weg zu den Metropolen nach Süden waren. Auch ein Teenager wurde dabei ertappt, wie er in einer Shopping-Mall der Hauptstadt Brasilias mit noch original verpackten Banknotenbündeln einkaufen wollte. Doch ansonsten ist der Raub vergessen. Niemand scheint sich noch dafür zu interessieren, was mit den dreieinhalb Tonnen Banknoten geschehen ist. In der Presseabteilung der Zentralbank muss man ausführlich sein Anliegen erklären, damit der Sachbearbeiter sich überhaupt an den Vorfall erinnert. Mein Verdacht: Bei der anhaltenden Korruption in Brasiliens Politik, wo schwarze Kassen zur Parteinfinanzierung und Stimmenkauf in Höhe von 150 Millionen Euro existiert haben sollen - da interessiert sich die Öffentlichkeit einfach nicht für einen Bankraub, bei dem vergleichsweise "ehrlich" gearbeitet wurde: Immerhin eröffneten die rund ein Dutzend Räuber zur Fassade einen Gartenbaubetrieb, gruben drei Monate lang einen Tunnel bis zum Tresor der Zentralbank und nutzten dann ein Wochenende, um unbemerkt in den Safe einzudringen und in stundenlanger Schlepperei durch die klimatisierte Grube die Banknoten weg zu schaffen - eine organisatorische und logistische Meisterleistung, der die meisten Brasilianer Respekt zollen. Ganz anders als den schmierigen Geldwäschern und Politikern."

Über ihn heisst es:
"Alexander Busch, 41, ist seit zwölf Jahren in Brasilien als Korrespondent für Südamerika mit Sitz in São Paulo tätig. Im Privatleben interessiert er sich für Jazz, Latino-Musik und gute Küche."
Und Bankraub?

Vor kurzem lief dieser Film im Bayrischen Fernsehen - nun auf
ARTE - 29.09.2005 20:40 Uhr
Wiederholung: 02.10.2005 um 00:45
Die Letzten beißen die Hunde
Spielfilm, USA 1974, ARD


Der Bankräuber John "Thunderbolt" Doherty (Clint Eastwood) hat die alte Schule wieder gefunden, in der eine halbe Million Dollar Beute versteckt liegt.

Clint Eastwood, der im Mai 75 Jahre alt wurde, ist längst eine Legende. Michael Cimino arbeitete als Drehbuchautor und Dokumentarfilmer, bevor er von Eastwood als Newcomer die Chance bekam, das Buddy-Movie "Die Letzten beißen die Hunde" (1974) zu realisieren. Es war die Neubelebung eines ganzen Genres.

Der Ganove John "Thunderbolt" Doherty (Clint Eastwood) befindet sich in Priesterkleidern auf der Flucht vor seinen früheren Komplizen Goody (Geoffrey Lewis) und Red (George Kennedy), die hinter ihm her sind, weil sie glauben, er habe eine halbe Million Dollar aus einem gemeinsamen Bankraub verschwinden lassen, ohne mit ihnen zu teilen.

Als Thunderbolt bei einer Schießerei in einem kleinen Ort in Idaho von dem jungen Herumtreiber Lightfoot (Jeff Bridges) gerettet wird, der ihn in sein gerade gestohlenes Auto zerrt, beginnt eine seltsame Freundschaft. Die vermeintlich "betrogenen" Komplizen - Thunderbolt hatte die Beute in einer inzwischen abgerissenen Schule versteckt - kann er schließlich doch noch davon überzeugen, dass er das Verschwinden der Beute nicht verschuldet hat. Trotz der gefährlich unterschiedlichen Temperamente entschließt sich die neue Gang schließlich dazu, in erweiterter Besetzung die Bank noch einmal zu überfallen.

Doch leider misslingt dieser Coup. Von der Polizei gejagt, können nur Thunderbolt und Lightfoot entkommen. Aber auch für Lightfoot endet die Geschichte schließlich lethal.

Detaillierte Infos

Drei Geiselnehmer aus der belgischen und spanischen Anarchisten-Szene sind am Mittwoch in Aachen zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Männer hatten im Juni 2004 bei einer Polizeikontrolle in Aachen ein Ehepaar als Geisel genommen und waren geflüchtet. Die beiden 45- und 37-jährigen Hauptangeklagten wurden zu 14 und 13 Jahren Haft verurteilt. Ein 26-jähriger Belgier muss drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Während der Richter das Urteil verlas, übertönten ihn Sympathisanten der Angeklagten im Zuschauerraum mit spanischen Revolutionsliedern. Der Richter verwies sie des Saales. Bei ihrer Flucht hatten die Angeklagten mehrfach auf Polizisten geschossen. Die Anklage lautete auf versuchten Mord und Geiselnahme. Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu 15 Jahren Haft gefordert. Eine mitangeklagte Frau wurde der Beihilfe zum Bankraub beschuldigt.

(29.9. 2005)



Es hat ein wenig gedauert, bis ich es im Netz gefunden habe, das schöne alte Georg-Kreisler-Lied "Mütterlein". Aber gestern war ich auf einem Fest und dort spielte es jemand in einer Gitarren-Version. Somit war es nicht mehr schwierig zu finden. Das Stück stammte ursprünglich von "Unheilbar Gesund" (1964); bekannt wurde es über die legendären "Everblacks"-Platte von 1972.

Selbstverständlich berührt es Georg Kreisler, wenn eine Mutter einen solch getreuen Sohn hat, der aus Rache für das geschnappte Mütterlein, die Länderbank nun selbst knacken will ...

Anhören kann man sich dieses für den Kreislerschen Schwarzen Humor typische Chanson hier

Mütterlein

Ich sitz oft zu Hause, wenn Dämmerung beginnt,
doch zünd ich die Lampe nicht an.
Ich denke der Jahre, die hinter mir sind,
und frage mich ehrlich sodann:
Wem soll ich für das, was ich bin, dankbar sein?
Der Schule? Dem Zufall? Dem Glück?
Nein, mein Dank, der gebührt einer Frau ganz allein,
und an sie denk ich immer zurück:

Mütterlein, Mütterlein,
du warst mehr als Gold und Geld.
Man kann beinah sagen, ohne dich
wär' ich heut nicht auf der Welt.
Mütterlein, Mütterlein,
oh, wie gut warst du zu mir!
Pokerspielen und Motorradfahren,
all das kann ich nur von dir.

Als ich tat die erste Bitte,
hast du sie mir abgeschlagen.
Als ich tat die ersten Schritte,
hast du mich zum Fluß getragen.
Nie ließt du mir etwas fehlen.
Nein, es war dein stiller Brauch,
was benötigt wird, zu stehlen.
Was man nicht benötigt auch.
Als ich bei Herrn Meier einbrach,
zeigtest du mir jeden Schritt.
als ich mir dabei ein Bein brach,
da nahmst du die Beute mit.
Messer immer scharf zu schleifen,
brachtest du mir liebend bei,
nie Revolver anzugreifen,
außer gegen die Polizei.

Mütterlein, Mütterlein,
war mir je etwas nicht klar,
hast du alles mir genau erklärt.
Nur nicht, wer mein Vater war.

Warum kannst du heute nicht mehr bei mir sein?
Wie gern hätt' ich dich noch gehabt!
Doch du brachst vor zwei Jahren in die Länderbank ein,
und dabei haben sie dich geschnappt.
Du sitzt hinter Gittern und sehnst dich heraus
und glaubst gar, man läßt dich im Stich.
Mütterlein, Mütterlein, mach dir nichts draus!
Die Länderbank knack ich für dich.

Mütterlein, Mütterlein,
weilst du jetzt auch fern von mir,
weiß ich doch, es wird nicht lang so sein.
Eines Tags komm ich zu dir.
Reiche Frauen zu vergiften,
lehrtest du mich meisterhaft.
Mit gefälschten Unterschriften
hast du Posten mir verschafft.
Doch ich mußte mich nicht plagen,
denn du zeigtest mir sodann,
wie man Gelder unterschlagen
und den Chef erpressen kann.
Und du brachtest mich zur Grenze,
als es galt, das Land zu fliehn,
gabst mir etwas Schmuggelware
und hast gütig mir verziehn.
Nie warst du mit mir despotisch.
Was du nahmst, das nahmst du schnell.
Glücklich war ich und neurotisch,
sorgenfrei und kriminell.

Kinderlein, Kinderlein,
darum sage ich euch heut:
Habt ihr Freundesgeld, versaufet es!
Habt ihr ein Schwesterlein, verkaufet es!
Habt ihr Kinderlein, verjaget sie!
Habt ihr Ehefrauen, erschlaget sie!
Doch habt ihr noch ein Mütterlein,
macht ihr recht viel Freud!

Auf n-tv lesen wir am Donnerstag, 15. September 2005 über einen " 'Überfall auf die nationale Depression'. Der soll im Prinzip genauso ablaufen, wie ein guter Banküberfall". :

Depressionsindex
Alte Männer am glücklichsten

Männer über 60 sind die glücklichsten Deutschen, dicht gefolgt von Frauen zwischen 20 und 29 Jahren. Mit großem Abstand am unglücklichsten sind dagegen Frauen über 60. Dieses Zwischenergebnis präsentierten die Organisatoren des "Deutschen Depressionsbarometers", einer Aktion, die von n-tv.de als Online-Medienpartner unterstützt wird.

Rund 80.000 Menschen haben bereits online Auskunft über Ihre Stimmungslage gegeben. Jetzt gibt es das Barometer auch in der realen Welt: Vor der Berliner Volksbühne wurde eine drei Meter hohe Säule enthüllt, die in den Tagen vor und nach der Wahl weithin sichtbar Auskunft über den nationalen Depressionsindex gibt.

Der liegt derzeit bei knapp 34 Punkten, einem Wert, der schon recht nah an eine bedenkliche Verstimmung heranreicht. "Gesunde Menschen haben normalerweise einen Wert von etwa 17", erläuterte vor Ort der Chef des wissenschaftlichen Beirats des Depressionsbarometers, Fritz B. Simon, Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeuthische Medizin, der an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der privaten Universität Witten/Herdecke Führung und Organisation lehrt. Er schließt daraus, dass "die gefühlte Situation und die Erwartungen an die Zukunft in Deutschland tendenziell negativ sind".

Dass sich der Wert in den vergangenen Wochen leicht verbessert hat, bringt Simon mit den anstehenden Wahlen in Zusammenang: "Depression ist immer ein Ausdruck der Hilflosigkeit und Autoaggression. Wenn die Ohnmacht auf vermeintliche Feinde gerichtet werden kann, hat das anti-depressive Wirkung". Günstigere Depressionswerte wurden allerdings auch in Perioden mit schönem Wetter ermittelt.

Noch bis zum 19. November läuft die Aktion, können Interessierte - auch auf n-tv.de - Fragen aus der klinischen Psychiatrie beantworten und so ihren persönlichen Depressionswert ermitteln. Danach starten die Organisatoren vom Management-Zentrum Witten im Rahmen ihrer Tagung "X-Organisationen" einen "Überfall auf die nationale Depression". Der soll im Prinzip genauso ablaufen, wie ein guter Banküberfall. Man darf also gespannt sein.


Möchte ja nicht wissen was auf deren persönlichen Depressionsindex passiert, wenn die wissen würden, dass die Mehrzahl der Banküberfälle in Deutschland von Anfängern und Dilletanten durchgeführt wird, und dass die Beute immer geringer ausfällt ....

KohlIm ErftKreis verhaftete die Polizei eine Bankräuberbande, dabei wurde auch eine Maske von Helmut Kohl gefunden. Der Kölner Stadtanzeiger (15.9. 2005) berichtet:


Das Trio soll fünf Banken überfallen, ein Bandenmitglied zudem vier Frauen missbraucht haben.
SEK-Kräfte überraschten die Bandenmitglieder gestern Morgen im Schlaf. (...) Gemeinsam soll das Trio vermutlich weit über 100 000 Euro bei den Raubzügen erbeutet haben. Alle sind vorbestraft, heute sollen sie einem Haftrichter vorgeführt werden.

Insgesamt durchsuchten die Ermittler gestern sieben Wohnungen und ein Schließfach. Sie stellten Waffen, Munition und Karnevalsmasken sicher, die die Männer bei den Überfällen getragen haben sollen. Eine Maske zeigt das Konterfei von Helmut Kohl.
(...)
Auf die Spur der Männer kam die Kripo durch Parallelen in ihrer Vorgehensweise. Bei allen Banküberfällen trugen die Täter Masken, stets kamen sie gegen 18.30 Uhr, bedrohten Kunden und Angestellte mit Pistolen."



Reagan
Im Kölner Express (14.9. 2005) wird auch noch eine Reagan-Maske erwähnt:

"Insgesamt bekamen fünf Geldinstitute „Besuch“ von den Herren Helmut Kohl und Ronald Reagan. Denn das Konterfei der berühmten Politiker nutzten die Räuber in Form einer Gummi-Masken."

Über die ziemlich unangenehmen weiteren Taten eines der Verdächtigen finden sich im Kölner Stadtanzeiger (14.9. 2005).
oder etwas reißerischer im Kölner Express (14.9. 2005) weitere Details.

Irgendwie im Sommerloch untergegangen, ist ein weiterer Wiener Bankraub aus dem August (Kronenzeitung, 19.8. 2005) nachzutragen, dieses Mal:

Mt Baseballkappe

In Wien wurde schon wieder eine Bank überfallen, diesmal im 21. Bezirk in der Jedeleseer Straße. Ein Unbekannter betrat gegen 12.10 Uhr die Bankfiliale, bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole und verlangte Geld.


Mehr ist dazu nicht zu sagen ...

EdeGanoven-Ede: "Ich war selbst ein Gauner"
Fernseh-Fahnder Eduard Zimmermann enthüllt in seiner Autobiographie kriminelle Vergangenheit
War früher selbst kriminell: Eduard Zimmermann, Ex-Moderator von "XY"

Hamburg - Als "Ganoven-Ede" blies er jahrelang zur Jagd auf Kriminelle - jetzt enthüllt der frühere Moderator der Sendung "Aktenzeichen XY . . . ungelöst", Eduard Zimmermann, daß er selbst kriminell war. "In den ersten Nachkriegsjahren bestritt ich mein Leben als professioneller Dieb und Schwarzmarkthändler", sagte der 76jährige der "Bild" zufolge.


Am 8.9. wurde es in der Bild-Zeitung publiziert und ein Raunen im Blätterwald war die Folge. Dabei zeigt sich doch nichts anderes, als
dass diejenigen, die mit besonderem Elan Kriminalität und Kriminelle geißeln, meistens nur die eine Seite der Medaille repräsentieren und es mitunter nur Zufall ist, auf welcher Seite wir sie dann wiederfinden ....

Was werden nun die Fans sagen? Vermutlich werden sie auch dieser Seite ihres "Heroes of German Television" für gut befinden ...

In diesem Zusammenhang sei auch auf eine Studie der Universität Leicester hingewiesen, wonach Fernsehserien über die Polizeiarbeit zur Aufklärung von Verbrechen Kriminelle gute Hinweise liefern. In der aktuellen Ausgabe des New Scientists: Television shows scramble forensic evidence(Nr. 2516, 9.9. 2005,) ist daher zu lesen, dass etwa Einbrecher immer häufiger Plastikhandschuhe benützen und Täter ganz gezielt Zigarettenkippen am Tatort hinterlassen, um falsche DNA-Spuren zu legen. (afp)

That's the way life is - und dazu gehört im übrigen auch, dass XY-Zimmermann im Knast zu den beliebtesten Fernsehereignisse gehörte ...

Und in der Blogosphäre gibt es auch ein paar nette Reaktionen in Sachen "Ganove Zimmermann", etwa bei "diskursive formationen", wo Lia wie unsereins auch, als kind nicht sc hauen durfte, oder bei "Durchs Dunkel", wo im Dunkeln gemunkelt wird, dass er vielleicht doch nur das zugibt, was sich eh nicht mehr verheimlichen lässt.
Scholtysacks Blog liefert dazu noch eine schöne Verballhornung, die ich noch nicht kannte: Ede „ich-krieg-sie-alle“ Zimmermann". Auch nicht schlecht .... kosimon ist bitter enttäuscht: "ich hab dem ede bereits als kind blind vertraut, dem hätte ich auch noch um 4 uhr nachts die haustür geöffnet und ihm den letzten keks aus meiner schachtel angeboten - dem jäger des bösen.
ha, nix is, alles verarsche!!!"

Samstag, 17. September 2005
20:00 Uhr, Mannheim im Capitol

Claude-Oliver Rudolph liest
Jacques Mesrine
„L´instinct de mort“ – Der Todestrieb


Er hat mit den erfolgreichsten deutschen Regisseuren gedreht und steht für Filme wie „Das Boot“, „Rote Erde“, „Der König von St. Pauli“ oder dem James Bond Blockbuster „The World is not Enough“. Dabei gibt er meisten den klassischen Bösen oder den Ruppigen mit dem weichen Herz: Claude-Oliver Rudolph. Was die wenigsten an ihm kennen ist einerseits sein enger Bezug zu Frankreich und andererseits seine Theaterleidenschaft und –erfahrung.

Jetzt bringt Rudolph beides zusammen in einer spektakulären Lesereise, die sich eines ganz außergewöhnlichen Buches annimmt. Jacques Mesrines Autobiographie „L´instinct de mort“ – Der Todestrieb

Bis zu seinem Tod 1979 Staatsfeind Nummer eins in Frankreich und Kanada, Algerienkämpfer, Einbrecher und Bankräuber – Mesrine avancierte vom kleinen Gangster aus dem Pariser Milieu zum meistgesuchten Killer. Ihm gelangen drei spektakuläre Ausbruchsversuche, bevor ihn Spezialeinheiten der Pariser Polizei schließlich in seinem Wagen erschossen.

Jacques Mesrine schrieb seine Autobiographie im Hochsicherheitstrakt eines Pariser Gefängnisses. Nach seinen Kriegserfahrungen in Algerien und erfolglosen Versuchen, einer geregelten Arbeit nachzugehen, bricht Mesrine mit allen Konventionen des bürgerlichen Lebens und sagt der Gesellschaft den Kampf an. Die »Risiken eines Lebens am Rande der Gesellschaft« nimmt Mesrine mit konsequenter Entschlossenheit auf sich, er zeigt weder Reue noch Selbstmitleid.

Als »Superstar« und »Ausbrecherkönig« hatte er breite Sympathien auf seiner Seite, darüber hinaus wurde er einer der – im wahrsten Sinne des Wortes – radikalsten Gegner der Hochsicherheitstrakte.

Claude-Oliver Rudolph ist es gelungen, die Rechte an der Biographie zu erwerben, ist damit auf Lesereise und bereitet ein Hörbuch vor. Musikalisch kongenial von David Bloom umrahmt ganz sicherlich einer der außergewöhnlichsten Abende im September.



Claude-Oliver Rudolph
liest Jacques Mesrine - „L´instinct de mort“ – Der Todestrieb
Lesung
Veranstalter: Jörg Jung + Capitol
Samstag 17. September 2005, 20:00 Uhr
bestuhlt
Eintritt 25,00 EUR, Ermäßigt 18,00 EUR

Capitol
Waldhofstr. 2
Mannheim

Westerndrama in Minnesota

Weekend After Labor Day
September 7-11, 2005
Northfield, Minnesota

Bürger verjagen Jesse-James-Bande

Banküberfall wird alljährlich für 100 000 Touristen nachgespielt

Ein spektakuläres Westerndrama auf offener Straße spielt Jahr für Jahr in Northfield (Minnesota). Meistens ist das Leben beschaulich in der Kleinstadt mit 17 000 Menschen samt einigen tausend Studenten. Aber Anfang September strömen stets aufs Neue 100 000 Besucher nach Northfield, um die Inszenierung eines blutigen Schauspiels nach historischem Vorbild zu verfolgen. Gebannt beobachten die Touristen auch im 21. Jahrhundert den Showdown von 1876: Der legendäre Jesse James (1847 - 1882) und seine Räuberbande werden bei ihrem letzten großen Banküberfall von tapferen Bürgern in die Flucht geschlagen. Im Geschosshagel sterben zwei Einwohner und zwei Gangster.

Dazu wird auch aus Deutschland eine Reisetruppe zusammengestellt

" Am 7. September 1876 ritten 8 Männer in langen Staubmänteln, unter denen sie ihre Waffen verborgen hielten, in die kleine, wohlhabende Stadt Northfield (ca. 30 Autominuten von Mineapolis) und versuchten, die First National Bank auszurauben. Es handelte sich um die Bande des meistgesuchten Mannes der damaligen Zeit, Jesse James, den die populäre Literatur noch heute gern als „amerikanischen Robin Hood“ darstellt.

Der Überfall in Northfield wurde zum Fiasko für die James-Gang. Nachdem es vor der Bank zu einem Gerangel zwischen einem Banditen und einem Kunden gekommen war, griffen mehrere Bürger zu den Waffen. In der Bank gelang es den Banditen nicht, den Safe zu öffnen. Noch im Hinausgehen erschossen sie den Bankkassierer J. L. Heywood, der sich standhaft geweigert hatte, den Code des Tresors zu nennen."

Der Verleger Dietmar Kuegler ist inzwischen zum "lebenslangen" aktiven Reenactor ernannt worden.

Zum historischen Ereignis gibt es nun auch ein Buch:

Kuegler
Dietmar Kuegler:
Der Northfield Raid 1876
Der letzte große Bankraub der Jesse - James Bande
70 S. - 70 Abb. in Farbe u. s/w. - Geb - Format 21,5 x 27 cm
23.00 Euro

"Der Autor, einziges deutsches “Life Member of the James-Younger-Gang” hat am Originalschauplatz recherchiert und eine minitiöse Darstellung dieses Banküberfalls verfasst. Er gibt auch eine detaillierte Darstellung des seit 1948 jährlich aufgeführten Reenactments, bei dem er als einziger Nichtamerikaner mitreiten darf."

Panzerknacker sprengten wieder Geldautomaten

Das Hamburger Abendblatt (3.9. 2005) berichtet:
BUCHHOLZ/KIEL. Das Dutzend ist voll: Die Panzerknacker, die bereits im Juni und Juli Geldautomaten in Norddeutschland gesprengt und mehrere hunderttausend Euro erbeutet und einen ebenso hohen Schaden angerichtet hatten, haben nach einer sechswöchigen Pause wieder zugeschlagen. In den vergangenen Nächten gleich viermal in Buchholz und Egestorf im Kreis Harburg. Allerdings kamen sie dabei nur einmal an ihre Beute. "Bei einer Sprengung in einer Filiale der Harburg-Buxtehuder Sparkasse in Egestorf erbeuteten die Täter einen höheren Euro-Betrag", erklärte Kai Schlotfeldt, Sprecher des Landeskriminalamtes in Kiel. Die Kieler Experten leiten die länderübergreifenden Ermittlungen.

Ein Trend geht um:

"Am Donnerstag abend hatte das ZDF in der Sendung "Aktenzeichen XY . . . ungelöst" über die Serie der gesprengten Geldautomaten in Schleswig-Holstein und Niedersachsen berichtet. Am 9. Juni hatte die Serie in Breitenfelde (Kreis Herzogtum Lauenburg) begonnen. Danach gingen die vermutlich zwei Täter immer gleich vor: Sie stoppen eine dunkle Limousine vor einer dörflichen Bankfiliale. Ein maskierter Mann geht in den Schalterraum, sprüht Lack auf die Linsen der Kameras, um unbeobachtet arbeiten zu können. Dann wird Gas in den Automaten geleitet und der Geldschrank gesprengt. Anschließend raffen die Räuber die Euroscheine aus den offenen Schubladen zusammen und rasen davon. Bisher kam die Polizei immer zu spät. Die freistehenden Automaten in Banken, die verkehrsgünstig gelegen sind, suchen sich die Räuber aus, weil sie nicht in Wände eingelassen und darum gut zu öffnen sind. Der Fernsehbeitrag hat der Polizei bisher mehr als zehn Hinweise gebracht. "Eine heiße Spur ist dabei bisher nicht zu erkennen, aber wir arbeiten die Hinweise alle sorgfältig ab", sagte Schlotfeldt. Einen Zusammenhang mit Sprengungen in Österreich und Italien sieht man bisher nicht. Offenbar gibt es dort ähnlich arbeitende Banden. In Norwegen starb ein 19jähriger, mehrere Freunde wurden verletzt. Vermutlich hatten sie das Sprengen von Geldautomaten geübt."

Vgl. a. den versuchten Diebstahl eines Geldautomaten in Helmstedt
am 24.08.2005

Wolfsburg (ots) - (kdg)Heute Morgen gegen 06.05 Uhr begaben sich 2 Täter in die Bankfiliale der "GE Money Bank in Helmstedt,
Lindenstraße.

Ein Täter besprühte erstmal die Überwachungskamera mit schwarzer Farbe. Trotzdem konnte noch etwas aufgezeichnet werden und man sah wie ein 2. täter mit einem hubwagen in den Vorraum der Bank kam.

Gemeinsam wird versucht den Geldautomat zu kippen, um den Hubwagen darunter zu fahren. aufgrund der Verankerung am Boden gelingt dies nicht. Die Täter lassen nun davon ab. Sie verlassen mit dem Hubwagen und ohne Beute den Vorraum der Bank wieder.

Es entstand ein Schaden in Höhe von 500,- Euro.

aus taz (30.8. 2005):
Die Kraft der Überflüssigen
Political Studies (IX): Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist längst aufgegeben, der Kampf gegen die Arbeitslosen hat gerade erst begonnen. Ein Versuch, die eigenen Hartz-IV-Träume zu verstehen.

"Wie immer die Neuwahlen ausgehen - auf dem weiten Feld zwischen Politik und Leben hat sich etwas verschoben. Was kann Politik, was soll sie können, was nicht? In unserer Serie "Political Studies" überlegen AutorInnen, welche Rolle Politik in ihrem Leben spielt, ob die offizielle Politik das Politische noch repräsentiert. (...)

Für einen inzwischen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung gilt, auch wenn das Politiker naturgemäß anders sehen: Ihre Würde wird mit jedem Gang zur Arbeitsagentur angetastet - meist schon in den elenden Wartefluren, die ihnen nichts mehr versprechen.

1-Euro-Jobs unterscheiden sich von ABM-Stellen nur durch die miesere Bezahlung. Gibt es noch die eher spaßige Variante, dass in der Westernstadt Templin mit Arbeitsagenturgeldern Angestellte sich als Bankräuber verdingten, so ist die Finanzierung einer Bürgerwehr auf 1-Euro-Basis in einer anderen brandenburgischen Stadt doch eher ein Alarmsignal. Es gibt längst Gegenden, wo Politik nicht mehr hinreicht, da kommt im Wahlkampf auch keine Kanzlerkandidatin mit orangefarbenem Angietross, kein auf seriös umgespritztes Guidomobil und kein grüner Fischerchor vorbei, dort sind die Menschen selbst als Konsumenten nicht mehr zu gebrauchen. Sie sind die Überflüssigen, die Soziologen sprechen von "nicht mehr verwertungsgeeigneten Personen in verfestigenden sozialen Randlagen", wo das öffentliche Geld im günstigsten Falle für den Rückbau reicht. Wer etwas will, muss weggehen. Werden die verödeten Gebiete in absehbarer Zeit unregierbar sein und somit für Experimente offen stehen oder wird es vereinzelte Wehrdörfer geben, die von Windparks flankiert werden und keine Parteien, sondern nur noch Gegner kennen?"

berichtet der ORF (25.8. 2005):

Mindestens zwei Männer haben in Stockholm mit einem möglicherweise verminten Bulldozer die Fassade eines Gelddepots zerstört. Wie die Polizei heute im Rundfunk mitteilte, konnten die mit Maschinenpistolen bewaffneten Gangster mit einer nicht genannten Geldmenge unerkannt flüchten.

Sie hatten mit dem Bulldozer frontal die Vorderfront eines Depots der Wachgesellschaft Securitas gerammt. Das Firmenpersonal war daraufhin in einen hinteren Raum geflüchtet und hatte sich dort verbarrikadiert.

Explosion als Ablenkungsmanöver

Auf ihrer Flucht streuten die Räuber Krähenfüße. Im morgendlichen Berufsverkehr blockierten dann mehr als 50 Autos mit geplatzten Reifen die Straßen im nördlichen Stockholm.

Das Fluchtauto wurde später brennend gefunden. Gleichzeitig mit dem Überfall explodierte in einem benachbarten Stadtteil ein Geldautomat. Die Polizei erklärte, das sei wahrscheinlich ein Ablenkungsmanöver der Gangster gewesen.


Immer mehr bestätigt sich also ein Trend, während der handwerklich versierte Schränker und Tresorknacker zum Hacker mutieren muss, wandeln sich diejenigen, die nach wie vor als klassische Schränker und Tresorknacker agieren wollen (müssen), zum handfesten Bulldozer-Bankräuber. Immerhin eines bleibt. Beide Varianten des Tresoraufmachens bedürfen erheblichen Fachwissens und entsprechender Logistik.

Die Amusement-Page hedonistica.com zeigt einen Docu-Ausschnitt mit einem Kollegen, der sofort das Handtuch wirft, nachdem an der Kasse eine Barriere hochgegangen ist.

Auf der Flucht ergreift ihn die Panik, mit der Konsequenz, dass es ihm nicht mehr gelingen will, die Ausgangstür der Bank zu öffnen. Auch die freundlichen Buchstaben "PULL" am Türgriff helfen dem Mann, der wiederholt sein ganzes Gewicht gegen die Tür wirft, nicht weiter. Zum Glück betritt gerade eine ältere Dame die Bank und gibt ihm so Aufschluss über den Öffnungsmechanismus.

Die weitere Flucht scheint nicht wesentlich glücklicher verlaufen zu sein; nach Angaben des Docu-Sprechers wurde der verhinderte Bankräuber bald darauf verhaftet.

Der Ausschnitt endet mit der lakonischen Feststellung, dass in diesem Fall wohl kaum eine Flucht aus dem Gefängnis in Frage kommen dürfte.

Am 24.8. (16.06-17 Uhr) ist der ehemalige Bankräuber Dimitri Todorov zu Gast bei der Sendung radioMax auf Bayern2
Bayern2 wird im Internet live gestreamt.

Wer in diesem Blog sucht, findet auch einiges zu Todorov .
Auf Wikipedia wird Todorov als "Mann / Krimineller" geführt. Mit denen sollte man auch mal eine Diskussion über solche Kategorien führen.

 

twoday.net AGB

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