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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
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GELD VERBRENNEN ist keine Kunst
meint das Cabaret Voltaire und veröffentlicht nun einen

Aufruf zur öffentlichen Verbrennung von echten Banknoten!


Wann: Freitag 14. November 2008
Uhrzeit: 17:00 bis 20:00 Uhr (After-Work-Branding)
Wo: Alte Börse, Bleicherweg 5, 8001 Zürich-Paradeplatz

Das Cabaret Voltaire und die alte Börse laden alle ein, unter
Anleitung des Künstlers ROBERT WOLF eine eigene Banknote zu verbrennen.

Während der Verbrennungszeremonie lässt der junge Künstler ROBERT WOLF seinen nackten Körper mit der Asche des verbrannten Geldes schwarz anmalen. Er stellt sich als «Schwarzer Peter» zur Verfügung und übernimmt die gesamte Schuld des Finanzdebakels.

Alle sind zu diesem «After-Work-Branding» eingeladen.
Der Eintritt ist frei; Teilnehmende müssen jedoch eigenhändig
mindestens eine echte(!) Banknote verbrennen.

Es gibt viele Gründe, sein Geld zu verbrennen:

1. Weil der Kundenberater meiner Bank es auch machte.
2. Weil KLF Geld verbrannte.
3. Weil die Deutschen es mir sonst wegnehmen würden.
4. Weil ich an der Finanzkrise mitschuldig bin.
5. Weil die Rente in Gefahr ist.
6. Weil ich ein Künstler / eine Künstlerin bin.
7. Weil ich es lieber verbrenne als vererbe.
8. Weil der Strom teurer werden soll.
9. Weil es noch kein Grundeinkommen gibt.
10. Weil der Fussballclub GC auch ständig Geld verspielt.
11. Weil ich dadurch meine Gier bekämpfen möchte.
12. Weil ich in der Dotcom-Krise auch schon Geld verbrannte.
13. Weil dies ein Opfer an unser aller Geldgott ist.
14. Weil ich auf einem Flug mit der Swissair Löffel klaute.
15. Weil bei den Spielen des FCZ der Eintritt so hoch ist.
16. Weil es zu wenig ist, um damit in Zürich ein Haus zu kaufen.
17. Weil SF täglich den SMI, DAX und DOWJONES veröffentlicht.
18. Weil ich nicht mehr ans Geld glaube.
19. Weil die anderen es auch tun.
20. Weil die anderen es nicht tun.
21. Weil der Kapitalismus am Ende ist.
22. Weil die Banknote nur ein Stück wertloses Papier ist.
23. Weil aus verbranntem Geld Gold wird.
24. Weil die Firmen nur noch einmal jährlich ihre Zahlen
veröffentlichen sollten.
25. Weil ich mit meinem Bonus mache, was ich will.
26. Weil Banknoten so schön brennen.
27. Weil das Cabaret Voltaire sich nicht getraut, sein eigenes Geld
zu verbrennen.
28. Weil Geld verbrennen keine Kunst ist.
29. Weil Geld vernichten Spass macht.
30. Weil das Geld in Form von Asche sicherer angelegt ist, als auf
einer Bank.
31. Weil die Asche des Geldes als Bräunungscreme verwendet werden kann.
32. Weil dadurch der eigentliche Wert des Geldes sichtbar wird.
33. Weil eine Party geiler ist, an der richtiges Geld richtig
verbrannt wird.
34. Weil die Leute dann meinen, ich hätte viel Geld.
35. Weil ich viel Geld habe.
36. Weil Kulturförderung nicht von den Steuern abgesetzt werden darf.
36. Weil ich mich nicht getraue, ein Graffiti auf die Mauer meiner
Hausbank zu sprühen.
37. Weil die Dadaisten damals sagten, dass man sein Geld in Dada
anlegen sollte.
38. Weil die Nationalbank einfach wieder neues drucken kann.
39. Weil mir das Geld fehlt, um täglich Koks durch den Geldschein in
die Nase zu ziehen.
40. Weil ich es lieber verbrenne, als anderen zu geben.
41. Weil dadurch die Welt ein kleines Stückchen besser wird.
42. Weil ich dadurch mein Gewissen beruhige.
43. Weil es auf Geld verbrennen noch keine CO2-Abgaben gibt.
44. Weil mich meine grosse Liebe verlassen hat.
45. Weil Robert Wolf viel Asche benötigt, um seinen ganzen Körper
schwarz anzumalen.
46. Weil es nicht verboten ist, Banknoten zu verbrennen.
47. Weil man in der Kunst nichts Neues erfinden kann.
48. Weil man sich ohne Geld nackt fühlt.
49. Weil brennende Banknoten wärme spenden.
50. Weil es viel mehr als nur fünfzig Gründe gibt, sein Geld zu
verbrennen.

Anlässlich des neuen Mesrine-Films in Frankreich, hat Chapitre.com eine Reihe von Mesrine-Devotionalien ("L'Ennemi Public n°1") mit Aussicht auf 5% Rabatt zusammengestellt.

mesrine reduziert

Heute morgen sah ich am Kiosk vom Titelblatt der französischen Tageszeitung Liberation (22.10.2008) (früher das Vorbild für die taz) Mesrine prangen. Er zielt mit einem Revolver auf die PassantInnen.

vor einiger Zeit wurde seine Autobiographie im Deutschen bei Nautilus wieder aufgelegt. Libe druckt ein Interview nochmals ab, dass die Zeitung bereits vor dreissig Jahren, Ende 1978, mit Mesrine geführt hat.

Der Anlass ist das Erscheinen eines Films von Jean Francois Richet, mit einem Vincent Cassel in der Rolle des Mesrine. Mesrine gilt als einer der ersten Mediengangster.

fragt man sich angesichts jenes Investman-Bankers, der die Möglichkeiten seines Berufes offenbar nicht zu nutzen wusste:


Kanadischer Investmentbanker raubt mindestens zehn Banken aus


In Kanada steht ein Investmentbanker vor Gericht, der mindestens zehn Banken geschädigt haben soll - nicht wie üblicherweise mit Bilanzbetrug, sondern mit klassischen Überfällen am Schalter. Der Fall des Kevin John Pinto kam am Mittwoch zur Verhandlung.


Und dann gibt's vor Gericht auch noch "die" Erklärung:

"Gewisse Verbrechen üben einen Reiz aus", sagt Professorin Margaret Beare, die an der Universität Toronto die Fakultät Soziologie leitet. "Wir denken gewöhnlich, dass sich die Leute bereichern wollen oder aus Statusmotiven handeln, doch es gibt auch andere Gründe."

Der ganze Artikel bei Welt online (16.10. 2008)

Sonderabgabe auf Vermögen gefordert

via ngo-online (15.10. 2008):

[ngo] Attac hat das geplante 470-Milliarden-Euro-Rettungspaket für die Banken als unsozial und undemokratisch kritisiert. Bei einer Protestaktion am Mittwoch (15. Oktober) vor dem Bundestag forderte das globalisierungskritische Netzwerk die Abgeordneten auf, das Rettungspaket nur zusammen mit einer Sonderabgabe auf Vermögen zu verabschieden und Hilfen für Banken an einen echten Systemwechsel zu koppeln. "Dieses Gesetz wurde im Hinterzimmer in einer Runde von Banklobbyisten ausgeklüngelt. Und jetzt verlangt die Bundesregierung vom Parlament einen Blankoscheck über Kapitalhilfen in Höhe von 100 Milliarden Euro – ohne jegliche demokratische Kontrolle, welche Banken das Geld zu welchen Bedingungen erhalten und wer die Kosten trägt. Das Parlament soll seine Macht an Finanzminister Peer Steinbrück abtreten und ihn zum König des Banksystems krönen", kritisierte Stephan Schilling vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Dies dürften sich die Abgeordneten im Interesse der Bürgerinnen und Bürger nicht gefallen lassen. Stattdessen müssten sie dafür sorgen, dass den Pleite-Banken nicht das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in den Rachen geworfen werde.

"Die Hilfe für die Banken darf nicht zu Lasten von Bildung, Erziehung, Gesundheit, Klimaschutz und sozialer Sicherung gehen, sondern muss von denen bezahlt werden, die von den unregulierten Finanzmärkten profitiert haben", fordert Schilling.

Bisher sorge der Gesetzesentwurf der Bundesregierung allein dafür, die Finanzmärkte mit gigantischen Mitteln aus der Staatskasse so zu beruhigen, dass "der Casinobetrieb" anschließend weiter gehen könne. "Von einem ersten Schritt zu einem neuen Finanzsystem, wie es die Bundeskanzlerin behauptet, ist nichts zu sehen. Aber die Volksvertreterinnen und Volksvertreter müssen jetzt die Chance nutzen, um die Banken unter eine echte demokratische Kontrolle zu stellen und die Macht der Finanzmärkte über die Realwirtschaft einzudämmen", sagte Detlev von Larcher, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis.

Das Gesetz müsse Banken zwingen ihre Geschäftspolitik auf die Förderung einer nachhaltigen und sozialen Entwicklung auszurichten, ihre Filialen in Steueroasen zu schließen, die Spekulation auf Nahrungsmittel einzustellen und ihre Managervergütung zu reduzieren, so von Larcher. Bisher stelle der Gesetzentwurf es Steinbrück frei, zu handeln, wie er wolle, und öffne so außerparlamentarischer Einflussnahme durch die Finanzlobby Tür und Tor.

Attac forderte zudem verstärkte Investitionen in die soziale Infrastruktur und ein ökologisches Umbauprogramm, um die verheerenden konjunkturellen Folgen der drohenden Weltwirtschaftskrise für die Menschen sozial abzufedern. "Es wäre ein Skandal, wenn die Bundesregierung jetzt allein die Banken unterstützt und nichts für die normalen Menschen tut", so Schilling. "Wir stehen vor einer schweren Weltwirtschaftskrise und mitten in einer tiefen sozialen und gesellschaftlichen Krise."

heisst es regelmässig in der taz (13.10.2008) und gleich zu Beginn legt er los:

"taz: Was war schlecht in der letzten Woche?

Friedrich Küppersbusch: Banküberfall! Die Banken überfallen die Staatskassen. "


Irgendwie ein bisschen viel Brecht in diesen Tagen und wenig Analyse ...

hat der Berliner Tagesspiegel (8.10. 2008) ausgegraben via Rainer Rilling:

Der kann sich freuen, der die nicht kennt!
Ihr fragt noch immer: Wen?
Sie borgen sich Geld für fünf Prozent
und leihen es weiter zu zehn.

Sie haben noch nie mit der Wimper gezuckt.
Ihr Herz stand noch niemals still.
Die Differenzen sind ihr Produkt.
(Das kann man verstehn, wie man will.)

Ihr Appetit ist bodenlos.
Sie fressen Gott und die Welt.
Sie säen nicht. Sie ernten bloß.
Sie schwängern ihr eignes Geld.

Sie sind die Hexer in Person
und zaubern aus hohler Hand.
Sie machen Geld am Telefon
und Petroleum aus Sand.

Das Geld wird flüssig. Das Geld wird knapp.
Sie machen das ganz nach Bedarf.
Und schneiden den anderen die Hälse ab.
Papier ist manchmal scharf.

Sie glauben den Regeln der Regeldetri
und glauben nicht recht an Gott.
Sie haben nur eine Sympathie.
Sie lieben das Geld. Und das Geld liebt sie.
(Doch einmal macht jeder Bankrott!)


Aus Erich Kästner „Lärm im Spiegel“; erschienen zuerst 1929, heute lieferbar beim Atrium Verlag Zürich.

Der Zürcher Tagesanzeiger berichtet (11.10. 2008):

Panik an den Börsen, Angst bei Anlegern und Sparern – die Finanzkrise versetzt die Leute in Aufruhr. Das bekommt auch die Psychiatrie zu spüren ... zum ganzen Artikel

Wer die jetzt zu Bankräubern und sind sie es nicht schon, zumindest einige?

PS. Einige meiner besten FreundInnen sind BankerInnen

Dieser Tage findet er sich immer wieder, der berühmte Brechtspruch, mehr oder weniger richtig zitiert. Aber es finden sich auch jede Menge Artikel über das Ende des Kapitalismus. Unsereins glaubt daran nicht so schnell, gehört das doch zum Geschäft, damit alles so weitergeht wie bisher. Ein paar kluge Artikel zum Thema "Finanzkapitalismus" hält die Schweizer Wochenzeitung WoZ als Dossiers im Netz vor. FYI.. Ganz informativ finde ich den Text von Oliver Fahrni ... "Noch zuckt er", nicht zuletzt auch deshalb, weil hier deutlich wird, das ie politischen Kräfte, die dem Keynsianismus nahestehen, kaum in der Lage sind, ihre historische Chance zu nutzen.

Jetzt ist er von uns gegangen. Auch wir wollen nochmals unser Haupt verneigen. Die taz (29.9. 2008) schreibt über den "guten Menschen von Hollywood":

"In den populärsten Filmen ist das Amoralische dann ganz ins Schlitzohrige verschoben. Das gilt vor allem für die Gangster-Komödien "Butch Cassidy und Sundance Kid" und "Der Clou", beide mit Robert Redford als partner in crime und beide unter den größten Boxoffice-Erfolgen aller Zeiten. Die Helden sind hier zwar Kleinganoven, als solche aber ganz unbezweifelbar Sympathieträger, denen man als Underdogs ihre Siege über die Reichen und Mächtigen gönnt. Und wie Newman als Butch Cassidy mit Katherine Ross auf dem Fahrrad zu Burt Bacharachs Ohrwurm "Raindrops Keep Falling On My Head" herumkurvt, das ist fraglos eines der ikonischen Bilder des Hollywood-Kinos der Sechziger."

Dazu gibt's by YouTube auch den entsprechenden Ausschnitt als "Paul Newman Tribute":


Chiemgau Online (23.9. 2008) berichtet unter der Überschrift "Traunstein: "Sanfte Hand" konnte austeilen" über den erneuten Prozess gegen Siegfried N., bekanntgeworden aufgrund seiner Autobiogaphie "Der Räuber mit der sanften Hand" kann auch austeilen." Der abfällige Gestus zieht sich durch die Prozessberichterstattung. Zum Artikel

 

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