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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
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WENN DAS "GUTE" LIEGT SO NAH ...
Im Hamburger Abendblatt, 13.3.2004, lesen wir

"350 000 Euro nahm Andreas Pletz vor zwei Jahren aus dem Tresor der Raiba in Mollhagen. Jetzt machten Zielfahnder dem süßen Leben ein Ende

Von Cornelia Büddig

Mollhagen - Andreas Pletz (28), der vor knapp zwei Jahren 350 000 Euro aus dem Tresor seiner Bank gestohlen hatte, ist auf der indonesischen Ferieninsel Lombok festgenommen worden. Zielfahnder des Landes- und des Bundeskriminalamts hatten den jungen Mann in dem östlich von Bali gelegenen Badeparadies aufgespürt, das wegen seiner weißen Traumstrände bekannt ist. Andreas Pletz hatte im Mai 2002 den Tresor der Mollhagener Filiale der Raiffeisenbank Bargteheide geplündert und sich abgesetzt.
(...)
Andreas Pletz war stellvertretender Leiter der Mollhagener Raiba-Filiale. Deshalb hatte er auch einen Schlüssel für den Tresor. Am Freitag, 17. Mai 2002, nahm er das Geld unbemerkt von seinen Kollegen mit und verschwand spurlos.

Weiter im Hamburger Abendblatt

"Keine Chance für Räuber"
Die Sächsische Zeitung (12. März 2004) berichtet von der technischen Aufrüstung in Sachen Bankraub-Vorsorge. Aber wie wir aus der Geschichte des Bankraubs wissen, zieht die andere Seite sehr bald nach und das Setzen auf die Technik birgt erhebliche Risiken in sich, das hat sich sogar bis Sachsen herumgesprochen ... Die ZuschauerInnen dürfen gespannt sein ...

"Sobald Bernd Hohlfeld den Griff seines Geldkoffers loslässt, blinkt ein rotes Lämpchen. Nach einigen Sekunden tönt ein Warnsignal, bevor die Banknoten im Inneren des Koffers mit roter Farbe unbrauchbar gemacht werden. Der Geschäftsführer der CMS Cash Management Systeme GmbH greift schnell wieder zu, ein Lichtsensor am Griff stoppt den Countdown.

Der Koffer und ein ähnlich aufgebauter Tresor gehören zur Ausrüstung, mit der die Leipziger Firma Geldtransporteure ausrüstet. „Die Boten brauchen keine Waffen mehr“, erklärt Hohlfeld. Eine Zentrale kann per Funktechnik und Software den Weg und den Zustand der Behälter verfolgen, notfalls auch den Motor eines entführten Fahrzeugs abschalten.

Besonderen Erfolg hatten die Leipziger mit ihrer Technik in Belgien und Frankreich, wo die Überfälle auf Geldtransporter zuletzt immer brutaler wurden. „Von 6 500 Koffern, die wir europaweit im Einsatz haben, ist bisher nur einer in Skandinavien verschwunden“, berichtet Hohlfeld. „Dort hat aber möglicherweise der Fahrer mit den Gangstern gemeinsame Sache gemacht.“ Den menschlichen Faktor kann eben auch die beste Technik nicht ausschließen. Das 1996 gegründete Unternehmen erwirtschaftet inzwischen mit elf Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro und erschließt sich nun auch den US-amerikanischen und den asiatischen Markt."


Zum Orginalartikel bei sz online

Hier gibt es etwas auf die Ohren

Eine halbstündige Magazin-Sendung von Radio Z (Nürnberg) über das Buch "Vabanque" und ein Interview mit Dimitri Todorov, den wir in einiger Zeit auch in diesem Weblog noch ausführlicher portraitieren werden.

Zum Download der Sendung


Kurzbeschreibung ANMOD:
"Die Tresore der Banken beflügeln seit jeher die Phantasie. Hier ist im
Übermaß gelagert, woran es den meisten Menschen mangelt. Wer der
Arbeit überdrüssig ist oder sich in finanziellen Schwierigkeiten befindet, träumt von einem Lottogewinn oder phantasiert von dem Veränderung versprechenden Bankraub. Und bei keinem anderen Delikt können die Täter nach einem gelungenen Coup auf soviel Sympathie hoffen, wie nach einem Einbruch in eine Bank oder einem Banküberfall."
Mit diesen Worten beginnt das Buch "Va Banque", in dem sich alles um den großen Coup dreht. Eine kleine Kulturgeschichte des Bankraubs sozusagen.
Maike Dimar von Radio Z hat für euch hineingeschmökert und sich einen denkwürdigen Bankraub näher betrachtet.

ABMOD:
Neben der Geschichte des Bankräubers Todorov sind in dem Buch "Va Banque" noch viele andere Bankräuber und -räuberinnen versammelt. Zum Beispiel die Brüder Dalton, bekannt aus dem Lucky Luke Comic, das Gangsterpaar Bonnie und Clyde oder der spanische Anarchist Durruti.
"Va Banque. Bankraub. Theorie. Praxis. Geschichte." wurde von Klaus Schönberger herausgegeben und ist erschienen im Verlag Libertäre Assoziation, Schwarze Risse, Rote Straße

Maike Dimar
Radio Radio Z, Nürnberg 95,8 MHz
Produktionsdatum 25.06.2003
Art Magazin
Länge 29:18 Minuten

Wie wäre es denn mit "PolizistInnen als BankräuberInnen"?
Zur Affinität eines Berufsstandes

Call for papers für das 15. Kolloquium zur Polizeigeschichte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das diesjährige Kolloquium zur Polizeigeschichte findet in Kiel in
Zusammenarbeit mit dem Nordelbischen Kirchenarchiv statt, wo wir auch
tagen.

Als Termin ist vorgesehen: Donnerstag, der 01. bis Sonnabend, der 03.
Juli 2004.

Es wäre schön, wenn sich einige Vorträge an den nachfolgend umrissenen
Themenfeldern orientieren könnten. Jedoch ist das Kolloquium wie immer
weder inhaltlich noch methodisch und auch nicht auf einen Zeitraum
festgelegt.


Themenvorschläge:

1. Polizei und (neue) soziale Bewegungen
Die Polizei war und ist mit sozialen Bewegungen konfrontiert. Das
betrifft nicht nur Streiks und andere gewerkschaftliche Kämpfe. Vielmehr
eröffnet die allmählich anlaufende geschichtswissenschaftliche
Erforschung der 1960/70er Jahre neue Untersuchungsfelder. Zu denken ist
nicht nur an die Jugend- und Studentenproteste, sondern auch an die
vielfältigen neuen sozialen Bewegungen (u.a. Frauen-, Friedens-,
Anti-AKW- und Umweltbewegungen und Hausbesetzungen). Diese veränderten
sich vielfach durch die Konfrontation mit dem polizeilichen Gegenüber
bzw. bewirkten umgekehrt auch Wandlungen im polizeilichen Handeln. Hier
ist zu fragen, ob bzw. in welcher Art diese wechselseitige Interaktion
die Wandlungen von sozialen Bewegungen entscheidend prägte. Ein
Vergleich regionaler Polizeikonzepte und Protestkulturen könnte hier
ebenso hilfreich sein, wie der Blick auf unterschiedliche soziale
Milieus.
Bei diesem Themenfeld sind wir auch an
nicht-geschichtswissenschaftlichen Untersuchungen interessiert.

2. Polizeilicher Gewahrsam
Während Gefängnisse und ähnliche Institutionen inzwischen in den Blick
der Forschung gekommen sind, sind die Möglichkeiten und Formen
polizeilichen Gewahrsams bislang kaum untersucht. Der polizeiliche
Gewahrsam bot und bietet im eingeschränkten Rahmen eine direkte
Repressionsmöglichkeit, die ohne Rückkoppelung mit der Justiz verhängt
werden kann. Dies geschah nicht nur in Polizeigefängnissen, sondern bei
spektakulären Einsätzen/Demonstrationen vielfach “vor Ort” im Freien
(“Hamburger Kessel”), in Polizeifahrzeugen oder in vorübergehend
umgenutzten Räumlichkeiten. Gerade diese ‚tatnähere’ Perspektive auf den
Gewahrsam ermöglicht einen vielversprechenden Blick auf
Mikrosperspektiven polizeilicher Macht vor Ort und letztlich auch auf
die Wandlungen in der Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols.

3. Polizeitechnik
Anhaltend bewegt uns die Frage, wie technische Veränderungen die
Polizeiarbeit beeinflußt haben. Wurde die Polizeiarbeit durch technische
Neuerungen ausschließlich effektiviert oder hat sich dadurch nicht mehr
der Blick auf die Polizierten verändert, wie die Einführung der
Funkstreifenwagen zeigt. Galten ähnliche Mechanismen auch für die
Polizeibewaffnung? Wie war es möglich, dass sich zwar eine parallele
Aufrüstung in der Polizeibewaffnung der 1970/80er Jahre vollzog, aber
dennoch eine starke Differenzierung von Demonstrationseinsätzen
einerseits und Terroristenfahndungen andererseits aufrechterhalten
wurde?

4. Wie auch in den vergangenen Jahren, besteht auf jeden Fall die
Möglichkeit ‚freie’ Projekte vorzustellen.


Alle, die teilnehmen wollen (sei es mit oder ohne Vortrag), werden
gebeten, sich bis zum 23. April unter folgender Adresse anzumelden:

slinck.archiv@nordelbien.de
Dr. Stephan Linck
Nordelbisches Kirchenarchiv
Winterbeker Weg 51
24114 Kiel
0431-64986-15


Alle, die ein Referat halten wollen (Länge: 20 Minuten), sollten
gleichzeitig den Arbeitstitel sowie eine knappe Inhaltsskizze
übermitteln.

Eine Übernahme von Fahrt- und Aufenthaltskosten wird leider nicht
möglich sein.

Die Weitergabe dieser Einladung an weitere Interessierte ist sehr
erwünscht!


Kiel, Barnstorf, Göttingen/Erfurt, 09. 03 2004

Dr. Stephan Linck
Prof. Dr. Alf Lüdtke
PD Dr. Klaus Weinhauer

------------------------------------------------------------------------
Rückfragen bzw. Anmeldungen bitte unter:

Dr. Stephan Linck
Nordelbisches Kirchenarchiv
Winterbeker Weg 51
24114 Kiel

0431/6498615
slinck.archiv@nordelbien.de

fragt in reißerischer Manier das Hamburger Abendblatt, am 9.3.2004

"Urteile: Acht Jahre Haft für Bankräuber, drei Jahre für Kinderschänder: Da stimmt doch was nicht, sagen viele."

Da haben wir mal wieder das Problem, dass die Antwort auf eine falsch gestellte Frage eine andere Frage ist.

Zur Analyse der bürgerlichen Gesellschaft und ihres Menschenbildes ist dieser Vergleich überaus aufklärerisch. Aber dann wird es gleich reaktionär, wenn damit die Erregung gegenüber sogenannten Kinderschändern medial geschürt wird. Es geht dabei nie um die Kinder, sondern umd die Formierung der Kontrollgesellschaft, es geht nie um das Konzept männlicher Sexualität, sondern um die Abwehr eigener Phantasien.

Damit das Männerproblem nicht auf die Tagesordnung gesetzt wird, werden die Kinderschänder als Ablenkung durch das Dorf gejagt. Nicht die kleine Minderheit der "Perversen" und "Abweichler" sind das Problem, sondern die angeblich Normalen, die für die überwiegende Gewalt gegen Frauen, Kinder und Alte verantwortlich sind.

Dann wären wir nämlich auch gleich wieder bei der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Verfasstheit. Aber darüber soll ja nicht diskutiert werden. Deshalb werden Randerscheinungen wie die "Kinderschänder" oder "Kampfhundbesitzer" derart aufgeblasen. Gleichzeitig sind diese Schreihälse Anhänger einer Gesellschaft, die Krieg führen darf gegen "Serbenkinder", die Flüchtlingskindern den Schulbesuch untersagt und die für Wachstum und Autofetisch ein Vielfaches an Kindern auf der Straßen "umzulegen" bereit ist.

Also sind wir froh, dass wir immerhindas bürgerliche Recht haben, das uns vor dem Rachebedürfnis der Individuen dieser Gesellschaft wenigstens minimal schützt. Das Fortschrittliche am bürgerliche Recht ist es, dass es das Rachebedürfnis zügelt und einhegt.

Ungeachtet dessen, ist es keineswegs falsch auf das angesprochene Ungleichgewicht hinzuweisen. Aber heutzutage dient geschieht dies überwiegend in der Absicht der Strafverschärfung und das ist den Leuten offensichtlich nicht beizubringen, dass es keinen Zusammenhang zwischen Prävention und hohem Strafmaß gibt. Aber wir wollten es nur mal wieder erwähnt haben.
    "Lüneburg - Zwei Urteile des Landgerichts Lüneburg haben Empörung und Unverständnis ausgelöst: In der vorvergangenen Woche waren dort am selben Tag ein Bankräuber und ein Sexualstraftäter verurteilt worden. Während der geständige Räuber aus Weißrussland acht Jahre hinter Gitter muss, kam der Mann, der drei Mädchen sexuell missbraucht hatte, mit drei Jahren Haft davon. Obwohl zwei der Schülerinnen später Selbstmordversuche unternahmen.

    'Wieso zählt gestohlenes Geld mehr als das Leben unschuldiger Kinder?', fragt Sabine Frisch aus Hamburg nach einem Bericht im Abendblatt."

    Weiter mit Hanna-Lotte Mikuteit

Kurzportraits aus der Jewish Virtual Library
Meyer-Lanskiy (1902-1983). Vgl. a. St. James Encyclopedia of Popular Culture, 2002 Gale Group.

Dutch Schultz (1902-1935)
On October 24, 1935, in the last few hours of his life, the gangster Arthur Flegenheimer a.k.a Dutch Schultz (1902-1935), had more to say to the cops than he had in his entire previous 33 years. As the life leaked out of him through multiple gunshot wounds, Dutch babbled, ranted and raved to the policemen in his room at Newark City Hospital (New Jersey, USA).
Mehr zu Dutch Schultz

Das hier beschriebene Buch von Robert Rockaway ist auch auf Deutsch erschienen:
Robert A. Rockaway: Meyer Lansky, Bugsy Siegel & Co.
Lebensgeschichten jüdischer Gangster in den USA. Konkret Literatur Verlag 1998.

"Bugsy Siegel wanted to "live fast, die young and have a good-looking corpse," but according to author and historian Robert Rockaway, the Jewish gangster's bullet-ridden corpse was anything but good-looking.

Rockaway is the author of "But - He Was Good to His Mother: The Lives and Crimes of Jewish Gangsters," the newest edition of which has just been released by Gefen Publishing House."


Mehr in "Jewish News" (February 11, 2000/5 Adar 1 5760, Vol. 52, No.23) von CHRIS GARIFO

Ganz schön abgebrüht
zeigte sich die Erlanger / Nürnberger / Fürther Monatszeitung "raumzeit" als sie vergangenen Dezember folgendes Preisausschreiben durchführte:

"Und weil Weihnachten ist...

Unter Punkt 2) im genannten Taschenlexikon findet sich u.a. der Eintrag W = F ∙ s. Und da derzeit ja vieles eine Neudefinition erfährt ("Weniger Staat = mehr Freiheit!"), verlost die raumzeit für die schönste Neu-Definition der berühmten Formel "Arbeit = Kraft mal Weg" ein Exemplar des faszinierenden, von Klaus Schönberger herausgegebenen Buches "Va Banque – Bankraub. Theorie, Praxis, Geschichte". Einsendungen bitte bis zum 31.01.2004 an die Redaktion (Postfach 3543, 91023 Erlangen oder einfach an: mail@raumzeit-online.de)"

Das Internet bringt es irgendwann an den Tag. Es bedarf gewisser Zeit, aber dann liegt es vor aller Augen offen. So auch hier:

In philtrat nr. 43 - november/dezember 2001 liefert Susanne Krauß
unter dem Titel »Nicht nur die Gebrüder Sass…« eine sehr gefällige Rezension des von Klaus Schönberger herausgegebenen Sammelbandes "Va Banque". Doch zum Schluss treten dann Irritationen ganz eigener Art zutage:
    "In fünfzig Beiträgen unterschiedlicher Länge und Qualität bietet Va banque der Leserin und dem Leser ein Potpourri unterhaltsamer Anekdoten, Tipps und Tricks für die eigene BankräuberInnenkarriere, Zweifel an der geistigen Gesundheit von KriminalpsychologInnen und JournalistInnen und somit kurzweilige Stunden. Ein empfehlenswertes Vergnügen, obwohl die ökonomischen Analysen zum Vulgärmarxismus tendieren. Der Band ist darüber hinaus mit zahlreichen Abbildungen und einem innovativen Layout sehr ansprechend gestaltet."
Das mit dem Vulgärmarxismus macht dann schon neugierig, was in einer Kölner Studentenzeitung so unter Marxismus verstanden wird.

vignal
Jean Paul Belmondo verehrte René VIGNAL. Er war einer der besten Fußball-Torhüter Frankreichs
    Vignal était celui qui fut le gardien de but volant de l'équipe de France et du Racing-Club de Paris:
    Selections : A (17)
    Palmarès : Vainqueur de la Coupe de France 1949, Finaliste en 1950
    Jean-Paul Belmondo "pratique avec passion le football à un poste plutôt inattendu : gardien de but. Cet engouement lui vient de l’admiration qu’il porte à René VIGNAL, surnommé à cette époque par la France entière : "Le fou volant."
und Bankräuber ...
    "Hors du football, René Vignal va sombrer jusqu'à être condamner à 15 ans de prison pour hold-up. Là, avec l'aide d'un éducateur pénitencier, il va oeuvrer pour introduire le football dans les prisons et se révelera le grand entraineur qu'il aurait du devenir."
Ausserdem veröffentlichte Vignal ein Buch, das aber nur auf französisch und allenfalls antiquarisch erhältlich ist, und dessen Titel ("Hors Jeu") auch leicht ambivalent ist:livre3
ul> René Vignal: Hors Jeu
La gloire, la chute et la résurrection d'un grand champion. récit recueilli par Francis Huger (colletction "vécu" / Éditions Robert Laffont, Paris 1978). 336 Seiten O.K. das Buch ist ein bisschen larmoyant und nach dem Strickmuster, "tiefer Fall" und anschließende Katharsis:
    "Un homme sort de prison, un homme dont le nom fut synonyme de gloire, de téméreté. Un homme que les foules acclamaient sur les stades com l'un des symboles du sport francais. (...) Mais ce récit de la »chute« d'un champion est aussi l'aventure d'une résurrection." (Klappentext).
Aber dafür doch auch ein kulturgeschichtliches Dokument über die Träume, Wünsche und Hoffnungen der einfachen Leute, zu denen er qua Habitus immer zählte.

"Wenn ich die Frage sehr abstrakt angehe, dann ist Geld pure Möglichkeit, viel fantasieanregender als irgendein konkretes Luxusgut. Um Schmidt zu zitieren: "gepresste und getrocknete Freiheit". Es ist ein Medium, das maximales Assoziieren und ausschweifendstes Fantasieren ermöglicht.

taz: Lottogewinnfantasien?

Auch das."

(Jan Philipp Reemtsma im Interview mit der taz, 4.3.2004)

Da fehlt doch was ... Bankraub oder Lottogewinn?

KERBE2Im Jahr 2001 gab es in der damals vorzüglichen „Kunsthalle Tirol“, ein ehemaliges Salzlager, eine überaus interessante Ausstellung "GeldLust: ModellBanking", rund um das Thema Geld. By the way, der Direktor der Kunsthalle wurde danach von den Stadträten gefeuert, das Konzept eingestampft und heute landen wir bei den Stadtwerken, wenn wir auf die einstige Webseite der Kunsthalle gehen

Die Wiener Zeitung (8.6.2001) berichtete über die Ausstellung
„Dass die Bank für Tirol und Vorarlberg in der Innsbrucker Innenstadt ein BTV-Stadtforum plant, hierfür einen internationalen Architekturwettbewerb ausgeschrieben hat und die 75 eingereichten Projekte in der Kunsthalle ausstellt, vis-à-vis der Anleitung zum perfekten Bankraub, dass schließlich die BTV die Ausstellung zusätzlich gesponsert hat, zeigt, dass Humor in diesem Fall nicht nur gelebt wird. Er wird offen und ehrlich zelebriert. Zum Amüsement aller. Die Banker nahmen die Arbeit "Bank Job" gelassen, amüsierten sich nicht minder als andere Ausstellungsbesucher. Wer hätte das gedacht. Alles im Leben ist eine Sache des Blickwinkels. Selbst Banker wissen: "Geld allein macht nicht glücklich." Das sagt übrigens auch die junge Frau bei Andreas Wegners Video "Geld", eine weitere Arbeit, die in der Ausstellung zu sehen ist.“

Diese Arbeit von Janice Kerbels ist in diesem Band dokumentiert: Janice KerbeL. 15 Lombard Street. Bookworks, London 2000
Janice Kerbels Buch ist ein detailliert erforschter Master-Plan für den Überfall einer bestimmten Londoner Bank. In einer Überwachung der Überwachungapparate führt Kerbel vor, wie die unterschiedlichen Sicherheitsysteme zusammenhängen und ein Netz der Kontrolle bilden.
KERBEL
Jochen Becker schreibt über Janice Kerbel "15 Lombard St."
“ Die von Stefan Kalmár kuratierte Buchreihe im Design des Wiener Künstlers und Grafikers Florian Pumhösl umfaßt neben Bänden von Doug Aitken und Angela Bulloch auch noch das Buch "15 Lombard St" von Janice Kerbel. Hierbei stellt die kanadische Künstlerin einen Bankraub präzise vor - auch dies ein Weg, den mikro-kalten Krieg in den Städten zu überstehen. Mit Klapptafeln, Karten, Erkundungsfotos, Ablaufplänen und je nach Beteiligten ausgelegten Aktionslisten entwirft die kanadische Künstlerin einen Masterplan für einen Überfall der Robarts Branch der exklusiven Investmentbank Coutts & Co. mitten in der City of London. Bei einem Geldinstitut, deren KundInnen erst ab £ 500.000 ein Konto erhalten, sollen unmarkierte Scheine abgezeigt werden. Stinkbomben und Störsender, Verkleidungen und Straßenblockaden im Schatten der allgegenwärtigen Videoüberwachung bilden hierbei das Arsenal eines perfekten Überfall. Zum Schluß sollen sich alle in einer Villa im spanischen Garrucha wiedertreffen, um die Beute zu teilen.
Janice Kerbels trocken niedergelegter Plott funktioniert wie imKriminalroman, bei dem Gangster wie Polizei eine geschärfte Aufmerksamkeit gegenüber den alltäglichen Dingen zukommen lassen. Plötzlich wird normalerweise Übersehenes zum entscheidenden Detail der Flucht oder Überführung. Die Überwachung überwachend, muß jeder Schritt bedacht sein und wird hier im wahrsten Sinne minutiös aufgelistet. Mit "15 Lombard St." stellt sich die Autorin eindeutig auf Seiten der Gangster und vor allem gegen das Phantasma der totalen Kontrolle.“


Bank Job (1999) is the fruit of several years of research, documentation and observation about a bank at Lombard Street 15, London. Janice Kerbel gathered and classified many documents (black and white photographs blueprints, maps, time-tables, lists of required material - and written texts where she minutely describes the bank's monitoring system, foreseen diversions to facilitate a getaway by car, as well as directions to a hideout in Spain. Nothing is left to chance. This material is offered to the viewers who can become potential users of Bank Job. The orderly presentation
of these documents, on three cork panels, suggests both the moment of preparation of a robbery, and its methodical reconstruction.”

En francais ...

Hier ein Link zu einer Ausstellung von Janice Kerbel in der Norwich Gallery in UK:

Ein Feature von Jennifer Higgie on Janice Kerbel
Get it while you can A few years ago Janice Kerbel was broke, so she devised a plan - Bank Job (1999). Posing as an architecture student, for a year and a half she staked out a London bank: the Lombard Street branch of Coutts & Co.

Her research completed, she published an astonishingly detailed instruction manual on how to rob it, entitled 15 Lombard St (2000). This master plan includes exhaustive information: accomplices, location, security set-up, ventilation, transmission, diversion, plan of action, getaway to a Spanish hideout and so forth. Accompanied by diagrams and blurred photographs, the dense text doesn't let up for 100 pages and is as thorough - and as demanding - as a tax form: 'The team is composed of ten individuals, seven of whom comprise a core group and three who are contracted and paid a fixed fee, half in advance, half upon completion ...' etc. It is only when you realize that the artist is obsessed with a plan she will never follow through that it becomes clear that the idea of deception is being posited as a Sisyphean act of liberation - if you can imagine something, she seems to be implying, that makes it, on some level, exist.

Go on

Neue Osnabrücker Zeitung, 03.03.2004
Mit High Tech auf Verbrecherjagd - DNA-Analysen immer wichtiger

Köln (dpa) - Carsten Proff jagt Autoknacker, Einbrecher und Erpresser. Nicht mit der Waffe in der Hand, sondern mit Skalpell, Test-Röhrchen und High Tech in seinem Labor. Seine Auftraggeber sind vor allem Polizei und Staatsanwaltschaften.

Proff ist Leiter des DNA-Labors am Rechtsmedizinischen Institut der Universität Köln und erstellt mit seinen Mitarbeitern auch aus den kleinsten biologischen Spuren genetische Fingerabdrücke vom Täter. In der Strafverfolgung werden die Analysen der Erbsubstanz DNA immer wichtiger.

Bei fast jeder Straftat hinterlässt der Täter Spuren. «Die Leute sind dümmer als man denkt. Da putzt sich einer die Nase am Tatort oder sitzt die ganze Nacht vor dem Tresor und lässt seine Zigarettenkippen liegen», erklärt Proff. Schon der kleinste Blutspritzer, Sperma- oder Speicheltropfen kann am Ende zum Klicken der Handschellen führen. Und dazu kann es sogar nach Jahrzehnten noch kommen: «Wenn der Spurenträger kühl, trocken und dunkel gelagert wurde, kann man aus ihm auch nach 50 Jahren noch ein DNA-Profil erstellen.»

Weiter bei der Osnabrücker Zeitung

ELF JAHRE nach den Brüchen klingelten die Beamten

Berlin - Damit hatte sie wirklich nicht gerechnet. Elf Jahre nach ihren Banküberfällen hat die Berliner Polizei die "Dicke Berta" jetzt doch noch in Rheinland-Pfalz geschnappt. Ein Bekannter lieferte die Hausfrau (42) ans Messer.

Weiter im reißerischen Text der Berliner BZ, vom 2.3.2004

 

twoday.net AGB

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