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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
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FBI reports elderly bank robbers part of growing national trend

THE NEW YORK TIMES (August 2, 2004)
(...)
"Although it may be tempting to view these bank-robbing grandparents as evidence of a broad moral collapse among older Americans, more likely they say something about the changing nature of the crime of bank robbery. Once the pursuit of hardened, shoot-'em-up bandits like Bonnie and Clyde, and later of violent street gangs packing 9 mm automatic weapons, bank robbery has become a kind of Everyman's felony.

While about half of bank robberies in the United States are still committed by drug addicts desperate for money and a third by veteran bank thieves, law enforcement officials and criminologists say an increasing number are being pulled off by thieves who have a lot more in common with Willie Loman than Willie Sutton. They are teenagers and senior citizens, stay-at-home parents and established career types - in short, anyone at all with an acute need for cash.

[Anfänger dominieren]
The number of bank robberies nationwide has fluctuated for 15 years, spiking during tough economic times and falling during good years. Although violent bank robberies are still a problem, the majority of the 7,412 robberies last year were so-called "note jobs," heists committed by pen and paper rather than a weapon. Twenty-five years ago, according to the FBI, only about a third of robberies were note jobs - the preferred method of the Average Joe and Jane bank robber with no criminal past, experts say.
(...)
Security and law enforcement officials say a number of factors are to blame for the democratizing of bank robbery, chief among them the knowledge - widespread among the public - that bank tellers are often instructed to comply with thieves in order to get them out of the bank as quickly as possible.

[Wissensmanagement]
Michael MacLean, the bank robbery program manager at the FBI's headquarters in Washington, said that robbing a bank once required specialized knowledge, usually passed among veteran thieves. Now, he said, debriefings of bank robbery suspects have revealed "a more general knowledge about how to commit a bank robbery.

Approximately 57 percent of all bank robberies are solved, according to the FBI. Rehder, the former FBI investigator, said the average take in a "note job" is usually between $2,000 and $3,000, far less, he said, than most amateur bank robbers need to get them out of trouble. Many try again, he said, and eventually are caught."


Der ganze Text via Omaha World-Herald

Die Oberösterreichischen Nachrichten (vom 20.08.2004) über eine US-Soziologie der Bankräuber:
Die meisten US-Bankräuber sind unbedarfte Amateure
WASHINGTON. Die Zahl der Banküberfälle in den USA ist sprunghaft angestiegen. Die meisten der derzeit 7500 Überfälle pro Jahr werden nicht von Profis, sondern von Hausfrauen, Schülern und Rentnern verübt.

Die Citibank-Filiale im East Village in Manhattan wurde vor kurzem von einem zwölfjährigen Jungen überfallen, der 30.000 Dollar erbeutete und kurz darauf geschnappt wurde.

In Versailles im Bundesstaat Illinois wurde ein Bankräuber mit einem Nylon-Strumpf über dem Kopf auf der Flucht überwältigt. Als die Polizei ihm den Strumpf vom Kopf zog, kam der 70 Jahre alter Rentner Gordon Bryant zum Vorschein, der nie zuvor straffällig gworden war.

Die Hausfrau Sally Smith, 56 Jahre alt und von den Nachbarn als liebenswürdige Frau und Großmutter beschrieben, überfiel in Peoria (Arizona) zwei Banken mit der Waffe in der Hand.

Was treibt unauffällige Normalbürger dazu, eine Bank zu überfallen? Wieso versuchen sich hilflose Amateure am Gewerbe der Schwerverbrecher? Zeiten hoher Arbeitslosigkeit haben immer zu einem Anstieg der Banküberfälle geführt, sagen Soziologen, doch vermutlich sind andere Gründe ausschlaggebend: "Das Gerücht geht um, dass ein Banküberfall einfach, sicher und lohnend ist", sagt Robert McCrie, der am College of Criminal Justice in New York seit 30 Jahren Motive für Banküberfälle erforscht.

Vor allem hat sich herumgesprochen, dass man gar keine Waffe braucht, sondern allein mit einer Notiz, dass es sich um einen Überfall handelt, sicher an Geld kommen kann. Denn fast alle amerikanischen Banken weisen ihre Mitarbeiter an, bei einem Überfall unverzüglich das Geld herauszugeben, kein Risiko einzugehen und alles zu tun, damit der Räuber die Bank zügig wieder verlässt.

Der jährliche Schaden von umgerechnet 63 Millionen Euro ist für die US-Banken ein vergleichsweise kleiner Verlustposten. Allein Betrug innerhalb der Banken verursacht einen zehnmal so hohen Schaden.

Die Amateurbankräuber kommen relativ glimpflich davon. Wer beim ersten Versuch geschnappt wird, ist spätestens nach einem Jahr wieder frei. Wiederholungstätern drohen Haftstrafen zwischen vier und zwölf Jahren.

Die Welt am Sonntag (22.8.2004) über Raptile und die diversen Klischees bzw. den Typen von Rappern:

"Unser Mann in Amerika
Es treten auf: ein "Conscious Rapper", der davon berichtet, wie es ist, ein Hip-Hop-Album zu machen; ein "Player", der mit einer hinreißenden Hymne auf die Hinterteile großer Frauen glänzt; ein abgehalfterter "Storyteller", der sich am Ende bei einem Banküberfall abknallen lässt. Die drei Grundtypen des Hip-Hop - der verantwortungsvolle, der hedonistische und der Geschichten erzählende Rapper - finden sich allesamt von nur einem Künstler verkörpert. Einem, der sein Geld bisher mit Oberligafußball verdiente und in seinem Heimstudio unter der Erde Münchens lebt."

Die Kronen Zeitung (23.8.2004) berichtet den nächsten Wiener Banküberfall:

Der heuer schon 42. Banküberfall in Wien ereignete sich am Montagvormittag in einer Filliale der BA-CA im 12. Bezirk. Die Täter sind flüchtig.

Ein Geburtstag ist noch nachzutragen:

"Der legendäre Posträuber Ronald Biggs feiert am Sonntag 75. Geburtstag - im Gefängnis

gr_650040_1BERLIN, 6. August. Noch vor fünf Jahren feierte er am Fuße des Zuckerhuts seinen Geburtstag mit einem einwöchigen Fest. Heute sitzt Ronald Biggs in einer Zelle im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London. Viele glauben, er sei längst tot. Stimmt aber nicht. Er wird am Sonntag 75 Jahre alt. Als Geschenk wünscht er sich nichts sehnlicher, als in Freiheit mit seinem Sohn ein kaltes Bier zu trinken. "

Weiter in der Berliner Zeitung vom 8.8. 2004

"(...)So schwierig wie notwendig dagegen erscheint es mir, auf Höflichkeit in unkonventionellen, ja sogar illegalen Situationen hinzuweisen. Es muß betont werden, daß die Handlungen, auf die ich eingehen möchte an sich nicht nur unkonventionell oder unsittlich, sondern ausgesprochen kriminell sind. Nehmen wir etwa ein an sich so kriminelles wie unhöfliches Delikt wie den Bankraub oder den Banküberfall, und denken wir an jene bis dato so gesetzestreue, anständige, ehrenwerte Dame, die am hellichten Tag - genauer gesagt gegen 15.29 Uhr - im Vorort einer deutschen Großstadt eine hboellSparkasse um 7000 Mark erleichterte. Man muß sich das einmal vorstellen: eine einundsechzigjährige Dame von der Sorte, die man zerbrechlich nennt, hei deren Anblick man an Patiencen oder Bridge denkt, Witwe eines Oberstleutnants, betritt die Filiale einer Sparkasse, um sich illegal in den Besitz von Geld zu bringen! Wenn diese Dame als die "höfliche Bankräuberin" bekannt geworden, sogar in den Polizeiakten als solche bezeichnet worden ist, so ist mit dem Adjektiv höflich ihre besondere Gefährlichkeit gemeint. Diese Dame hat instinktiv getan, was der höfliche Bankräuber tun muß: an Waffen, an Gewalt, an Geschrei gar nicht erst zu denken, solche plumpen Methoden gar nicht erst zu erwägen. Es ist ja nicht nur unhöflich, auch gefährlich, mit Pistolen oder Maschinengewehren herumzufuchteln und zu schreien: "Her mit dem Zaster, oder es knallt!", und natürlich geht eine Dame wie die unsrige nicht einfach aus abstrakter Geldgier in die nächstbeste Bank, auch nicht, weil sie plötzlich aus dem Gleichgewicht geraten ist, sondern weil sie in einer vertrackten Situation ihr Gleichgewicht wiedergefunden hat. Sie hat sieh diese Aktion genau überlegt und hat ihre Motive!"
Weiter im Text bei: Heinrich Böll: Gesammelte Erzählungen 2, Kiepenheuer & Witsch, 1981

wurde auf Wikipedia unter die Kategorie " Mann | US-Amerikaner | Räuber | Mörder" einsortiert.

John Herbert Dillinger (* 22. Juni 1903 in Oak Hill bei Indianapolis; † 22. Juli 1934 in Chicago) war der erste Mensch, den das FBI als Staatsfeind Nr. 1 bezeichnete.

Er und seine Bande waren auf Bankraub spezialisiert. Auf ihn wurde damals vom FBI das zu dieser Zeit größte Kopfgeld aller Zeiten ausgesetzt - 25.000 US-Dollar. John Dillinger genießt den Ruf, ein moderner Robin Hood gewesen zu sein. Am 22. Juli 1934 wurde er von der Zimmergenossin seiner Freundin verraten. Er wurde beim Verlassen eines Kinos von einem FBI-Beamten erschossen.


Der ganze Text

lautet der Name einer jazzigen "Expressionistic Grindcore Metal Madness"-Band. Hier interessiert nur der Bandname, und der soll laut einem Interview auf powermetal.de folgendermaßen zustandegekommen sein:

So kam auch der Entschluss zu dem außergewöhnlichen Namen in gemütlicher Runde, ohne Hintergedanken. "Er fiel uns relativ spontan ein. Wir wollten einen unvergesslichen Titel." Die historische Person Dillinger gab es übrigens wirklich: John Herbert Dillinger war der erste Mensch, den das FBI als Staatsfeind Nr. 1 bezeichnete. Ein kleiner Exkurs in die Geschichte: In den 30er Jahren hat die Weltwirtschaftskrise die USA fest im Griff. In dieser Zeit dillingersind Dillinger und seine Bande auf Bankraub spezialisiert. Gleichzeitig genießt er den Ruf ein moderner Robin Hood und ein vorzüglicher Liebhaber zu sein. 25.000 Dollar werden vom FBI auf ihn ausgesetzt. Doch Dillinger ist wie ein Phantom und kann immer wieder seinen Häschern entkommen. Bis zum 22. Juli 1934: An diesem Tag verrät ihn die Zimmergenossin seiner Freundin. Beim Verlassen eines Kinos in Chicago wird er von einem FBI-Beamten erschossen... Liam: "Eigentlich hat sich von uns niemand groß Gedanken über John Dillinger gemacht. Wir haben uns auch nicht besonders mit seiner Biografie beschäftigt." (Kurzer Zwischengedanke des Schreibers: Warum macht man sich eigentlich die Mühe und denkt sich Fragen aus, wenn es immer nur triviale Gründe für bestimmte Namen, Titel oder Texte gibt...?!)

Mit netten Bankraubfilmen wartet das Fernsehen in dieser Woche auf.

Zunächts am Dienstag, 24.8., 20.15 auf Kabel 1: „Quick Change“. USA 1990.

New York. Nach einem genial ausgetüftelten Banküberfall befindet sich das Gangstertrio Grimm (Bill Murray), Phyllis (Geena Davis) und Loomis (Randy Quaid) mitsamt der Beute auf dem Weg zum Flughafen. Doch Verkehrsstaus, Umleitungen, ein Autodiebstahl, eine konkurrierende Gangsterbande und ein wütender Polizeichef (Jason Robards) lassen die Flucht zu einem Chaostrip werden.

R: Howard Franklin und Bill Murray; D: Bill Murray, Geena Davis, Randy Quaid u.a.



Am Freitag, 27.8., 22.30 Uhr sendet 3SAT den Klassiker „Butch Cassidy and The Sundance Kid – Zwei Banditen. USA 1968.
Zwei Banditen werden um 1900 nach einem Überfall fast zu Tode gejagt, setzen sich nach Bolivien ab, überfallen dort erneut Banken und werden schließlich doch noch gefasst. - Eindrucksvoll fotografierter tragikomischer Western von George Roy Hill mit Paul Newman und Robert Redford.


Die Überfälle mit Spickzettel zur spanisch korrekten Wortwahl gehören mit zu dem witzigsten, was die Western-Filmgeschichte zu bieten hat.



Am Sonntag, 29.8. 2004, 20.15 Uhr | SAT.1
Sass - Die Meisterdiebe

Die Sass-Brüder Franz (Ben Becker) und Erich (Jürgen Vogel), werden Ende der 20er-Jahre weit über Berlin hinaus bekannt. Durch eine Reihe spektakulärer Bankeinbrüche avancieren sie zu wahren Volkshelden. Immer wieder gelingt es ihnen, der Polizei und gegenerischen Banden ein Schnippchen zu schlagen. Ihr größter Coup ist der Tresor der Diskonto-Bank, der als uneinnehmbar gilt.

Rezension

Weitere Rezensionen

Vgl. auch die Filmbesprechung von Klaus Schönberger im Schwäbischen Tagblatt vom Dezember 2001

Und dann gibt es da auch noch die tatsächliche Geschichte

Bankäuber: Nur zehn Anrufe von Zuschauern

Unmaskiert überfiel der Taunus-Räuber am Montag die Sparkasse in Weilrod-Rod, dennoch konnte oder wollte ihn niemand wiedererkennen.

MK. Enttäuschung machte sich gestern breit bei der Wiesbadener Kripo. Die Fahndung in der Fernseh-Sendung "XY-Ungelöst" am Donnerstag nach dem sechsfachen Taunus-Bankräuber hat nicht den erhofften Erfolg gebracht. Lediglich zehn Hinweise gingen ein, weit weniger als erwartet.

Und das, obwohl die ZDF-Sendung mit einem Marktanteil von 16,1 Prozent, was immerhin 3,36 Millionen Zuschauern entspricht, an diesem Abend der absolute Quoten-Sieger war. "Ich habe keine Erklärung, warum nicht mehr Hinweise eingingen", räumte Kriminalrat Udo Sprenger, der Leiter des zuständigen Kommissariats der Wiesbadener Kripo gestern ein.


Der ganze Text unter Rhein-Mainer Online, 07.08.2004

Eine Begebenheit im us-amerikanischen Davenport war der Süddeutschen Zeitung gleich zwei Erwähnungen in einer Ausgabe (6/8/2004) unter verschiedenen Rubriken („Politik“: „Diebe nutzen Wahlkampf“ und „Panorama“: „Die Kandidaten sind da – die Bankräuber auch“) und unter Berufung auf verschiedene Quellen (dpa und AP) wert.
So nutzten Bankräuber die Wahlkampfauftritte von George W. Bush und John Kerry in Iowa dazu, gleich drei Banken in der Davenport (100.000 Einwohner) zu überfallen. Ein Zusammenhang zwischen den drei Überfällen vermutet die Polizei nicht. Die Banküberfälle ereignete sich doch jeweils während der Wahlkampfveranstaltungen der beiden US-Präsidentschaftskandidaten. „Drei an einem Tag ist schon ein Ding.“ Schließlich würde in Davenport ansonsten nur einmal im Monat eine Bank überfallen. Ein Tatverdächtiger sei allerdings schon gefasst.

Vgl. a. Spiegel Online, 5.8. 2004 und News.ch


Blick Online (5.8.2004)
Bush und Kerry - (Unfreiwillige) Komplizen beim Banküberfall

DAVENPORT – Nur wenig voneinander entfernt, schwingen US-Präsident Bush und sein Herausforderer Kerry feurige Reden – und werden so für dreiste Bankräuber zu Komplizen.

Iowa ist im Präsidentschaftswahlkampf ein heiss umkämpfter Bundesstaat. Bei den Wahlen vor vier Jahren gewann der damalige demokratische Kandidat Al Gore mit einer Mini-Mehrheit von 4000 Stimmen. Klar, dass die jetzigen Kandidaten, Bush und Kerry, alles daran setzen, Iowa deutlich für sich zu gewinnen.

Also halten die beiden Kontrahenten ihre Wortgefechte nicht nur zeit- sondern auch noch ortsgleich ab. Während George W. Bush im LeClaire Park vor rund 10'000 Anhängern seine Reformvorschläge der Geheimdienste mit markigen Worten rechtfertigt, («Es reicht nicht, Reformen zu propagieren, man muss sie auch umsetzen.»), zieht John Kerry ein paar Häuserblocks weiter lautstark gegen Bushs Wirtschaftspolitik ins Feld.

Wieder einige Häuser und Strassen weiter nutzen «Panzerknacker» die Gunst der Stunde und machen Bush und Kerry kurzum zu ihren Komplizen. In der Annahme, die Davenporter Sicherheitskräfte seien wegen den Wahlkampfveranstaltungen anderweitig beschäftigt, sehen die Räuber ihren grossen Moment für gekommen: Sie überfallen nicht weniger als drei Banken. Über die Höhe ihrer Beute ist allerdings nichts bekannt.

Die Annahme der Gauner erwies sich jedoch nur zum Teil als richtig: Einer der Langfinger hatte Pech. Die Polizei unterbrach sein Treiben und verhaftete ihn.

Investoren wollen an das Geld der Konzerne
Laut Welt (18.8.2004) wollen die Aktienbesitzer vor allem eines, den Gewinn der AGs abschöpfen.

"Volle Kassen wecken Begehrlichkeiten - Bei Eon, BASF, KPN, Heineken, Vodafone, SAP bestehen gute Ausschüttungschancen.

Frankfurt/Main - Konzernbosse müssen sich dieser Tage fühlen wie beim Banküberfall. Sie bekommen die Pistole auf die Brust gesetzt: "Her mit der Kohle", schallt es ihnen von den Kapitalmärkten entgegen. Die Rufe sind mittlerweile so laut geworden, dass jetzt die Investmentbank Merrill Lynch gleich ihre monatliche Fondsmanagerumfrage unter das Motto "Show me the Money" stellen musste. (...)
Der Ruf nach Ausschüttungen war nicht immer so laut. Noch im Jahr 2002 legten die Marktteilnehmer großen Wert darauf, dass die Unternehmen im Umfeld von Massenpleiten ihre Bilanzen durch Schuldenabbau wieder aufpolieren. Im vergangenen Jahr forderten die Experten dann, dass die Firmenlenker angesichts der anziehenden Konjunktur das Geld in wachstumsträchtige Investitionen stecken sollen. Nun wollen die Institutionellen aber offenbar auf Nummer Sicher gehen und begnügen sich mit dem Spatz in der Hand als der Taube auf dem Dach. "Das ist auch ein Ausdruck von Konjunktur-Pessimismus", erklärt Bowers. Denn die Befragten glaubten zum einen nicht an attraktive Investitionsmöglichkeiten der Unternehmen. Zum anderen sähen sie wohl nur begrenztes Kurspotenzial und wollten durch Ausschüttungen ihre Gesamtperformance aufbessern. (...)"

Für die Westernfans gibt es jetzt in Templin zweimal täglich Banküberfall. Ein Western-Freizeitpark öffnet seine Tore- jährlich sollen 250 000 Besucher kommen. Die Berliner Zeitung (31.7.2004) berichtet u.a.

TEMPLIN. Manchmal sorgt die Historie für Zufälle, die passen. Zu DDR-Zeiten trugen die Jungpioniere Halstücher. Ebenso die Cowboys - die sich auch als Pioniere sahen, weil sie sich in Amerika eine neue Heimat eroberten. In Templin kommt nun beides zusammen. Ab Sonnabend, 10 Uhr, hat der Wilde Westen eine neue Heimat im ruhigen Osten - im ehemaligen Pionierferienlager "Marschall Klement Woroschilow" öffnet ein Western-Freizeitpark. Obwohl die 70 000 Quadratmeter große Westernstadt direkt am Röddelinsee liegt, trägt sie den passenderen Namen "Silver Lake City".

In der Süddeutschen Zeitung (31.7.2004) findet sich heute eine Reportage über die die Ein-Mann-Bank von Gammesfeld
Kampf der Raffeisenkasse

Die Essenz des Bankwesens: Einer hat Geld, der bringt es zur Bank. Einer braucht welches, der holt es sich ab. So und nicht anders operiert der einzige antikapitalistische Bankdirektor Deutschlands - sehr erfolgreich übrigens und ohne neumodischen Schnickschnack wie Fax oder Computer.
(...)
Fritz Vogt hatte ebenfalls Scherereien mit der Bundesrepublik. Ein Wandkalender erinnert daran. Den schenkte ihm seine Frau vor 14 Jahren, zum 60. Geburtstag, damals, als es so aussah, als müsste Vogt ins Gefängnis. Frau Vogt schrieb ihm Sinnsprüche auf, von Adenauer bis Albert Schweitzer. Am besten gefiel Vogt ein Satz von Brecht, der seither wie eine Überschrift über seiner Erika hängt: ¸¸Dass du dich wehren musst, wenn du nicht untergehen willst, wirst du doch einsehen." Vogt hat sich gewehrt.
(...)
Und so wurde der einzige bekennende Antikapitalist unter Deutschlands Bankdirektoren zum Faktotum und Medienstar. Beckmann lud ihn ein. Wiltrud Baier und Sigrun Köhler drehten den wunderbaren Dokumentarfilm ¸¸Schotter wie Heu" über ihn (der im August im Münchner Werkstattkino zu sehen ist). Maischberger fragte in ihrer Sendung, ob sie ihn als Bankdirektor begrüßen dürfe. ¸¸Sie würden mich beleidigen. Ich bin Genossenschafter. Ein Direktor muss möglichst viel für sich und sein Unternehmen behalten. Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat für seine Tätigkeit keinen Pfennig genommen." - Da ist er, der wichtigste Name im Leben von Fritz Vogt.
(...)
In ¸¸Schotter wie Heu", der im Herbst 2001 gefilmt wurde, wird Vogt von der aufgeregten Raiffeisen-Zentrale in Stuttgart angerufen: Nach dem 11. September habe man ihm doch einen Brief geschickt, mit der Aufforderung, zu prüfen, ob Taliban-Konten bei ihm eröffnet worden seien. Vogt sagt, er habe den Brief weggeschmissen. Die Empörung ist groß: Er solle sofort per Fax antworten, ob es unter seinen Kunden Taliban gebe. Vogt provozierend ruhig: ¸¸Ich hab" kein Fax." Dann eben per Mail. ¸¸Wenn ich kein Fax hab", hab ich doch erst recht kein Mail."

Taliban gab es keine. Dafür aber ein Einbrechertrio, das ihm kurz nach dem 11. September den Safe leer räumte. Die drei wurden erwischt und sitzen jetzt im Gefängnis. ¸¸Aber wissen Sie", sagt der Brechtleser Fritz Vogt, ¸¸was ist schon ein Bankräuber gegen einen Bankdirektor." Vogt wird bald 74. Er würde sich gerne zur Ruhe setzen. Aber es gibt so viel zu tun: Momentan liegt er mit dem Bundesamt für Finanzdienstleistungen im Clinch. Früher musste jede Bank jährlich 0,07 Prozent ihrer Bilanzsumme als Mitgliedsbeitrag zahlen. Das war schmerzhaft für die großen Institute. Vogt musste für seine kleinste deutsche Bank 111 Euro überweisen. Im vergangenen Jahr wurden die Gebühren um 3000 Prozent erhöht: Künftig muss jede Bank, ganz egal wie viel sie umsetzt, einen Grundbetrag von 4000 Euro zahlen. Das kommt den Großen zugute. Vogt weigert sich. Es wird wieder zum Prozess kommen. Gegen den Einwand, die Prozesskosten würden sicher höher ausfallen als das, was er eventuell einspare, sagt Vogt: ¸¸Egal. Es geht ums Prinzip."


Der ganze Text in der SZ (31.7.2004)

Verbraucherschützer: «Politik macht sich
beim Arbeitslosengeld II unglaubwürdig»
Netzzeitung (28. Juli 2004)

"Die Einführung des Arbeitslosengeldes II sei «kontraproduktiv», sagte VZBV-Chefin Müller der Netzeitung. Einerseits rate die Politik zu vermehrter Altersvorsorge, andererseits gehe sie Langzeitarbeitslosen ans Ersparte.
(....)
Wenn ich eine Gesellschaft will, die sich selber um ihre Sicherung im Alter kümmert, muss ich erst einmal dafür sorgen, dass die Politik die Rahmenbedingungen mit Blick auf die Nachfrageseite gestaltet. Genau wie beim Strom- und Gasmarkt glauben viele Politiker noch immer, der Volkswirtschaft etwas Gutes zu tun, wenn sie dafür sorgen, dass es der Versicherungswirtschaft und den Banken gut geht. Wie die Bedingungen auf der Nachfrageseite zu gestalten sind, damit es gesamtwirtschaftlich zu einer positiven Entwicklung kommt, wird komplett ausgeblendet.

(...)

Das zweite ist die Transparenz der Informationen von Versicherungen oder Banken. Zum Beispiel weisen einige Banken auf den Kontoauszügen zwei verschiedene Daten bei Geldeingang aus: ein Buchungsdatum und ein Wertstellungsdatum. Unter dem Strich stehen dann etwa 500 Euro auf dem Konto. Die 500 Euro beziehen sich aber auf das Buchungsdatum. Jetzt kann es passieren, dass die 500 Euro noch gar nicht auf dem Konto gutgeschrieben sind. Und wenn man dann das Geld abhebt oder überweist, zahlt man einen hohen Überziehungszins – nur, weil das ganze für den Einzelnen gar nicht transparent ist. Für die Banken ist es natürlich unheimlich lukrativ, dass die Leute ins Minus geraten.

Das gesamte Klage-Instrumentarium müsste im Sinne einer vorsorgenden Wirkung effizienter gemacht werden.

Auch in die zivilrechtlichen Gesetze müsste man stärkere ökonomische Sanktionsinstrumente einbauen, zum Beispiele im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Fälle, in denen gegen das UWG verstoßen wurde, waren bislang eine einzige Sisyphus-Arbeit mit dem Schwerpunkt Abmahnung. Unser UWG lässt sich zurzeit mit der folgenden Geschichte vergleichen: Ein Bankräuber überfällt eine Bank und erbeutet einen Sack Geld. Er wird ertappt und man sagt ihm: Mach das nie wieder, man darf keine Bank ausrauben – aber das Geld darf er behalten."

Dominik Graf
Von French Connection bis Tatort
Denn sie wissen, wie alles zusammenhängt

Einsam sein und dennoch Teil des Ganzen: Keine andere Filmgattung gibt uns so sehr das Gefühl, bei der Arbeit zu Hause und gleichzeitig auf Entdeckungsreise zu sein. Eine Ermittlung im Genre des Polizeifilms.
Weiterlesen in der Süddeutschen Zeitung , 22.7.2004

ANNIKA JOERES kommentiert in der ruhr-taz (26.7. 2004) das überaus milde Urteil in einem Vergewaltigungsprozess eines Polizisten:

"Das milde Urteil des Duisburger Landgerichts für den vergewaltigenden Polizisten ist ein Skandal. Für eine Vergewaltigung nicht einen Tag in den Knast zu kommen, ist eine nachträgliche Ohrfeige für das Opfer. Statt sich am Leid der Geschundenen zu orientieren, hat das Gericht Mitleid mit dem Vergewaltiger. Der hat doch tatsächlich - wie gemein - seinen Job verloren und auch während der Gerichtsverhandlung war er gar nicht gut drauf, der Arme.
Dass die Frau allerdings ein Leben lang traumatisiert ist und ihren Job als Polizistin vielleicht ebenfalls nicht mehr ausüben kann, spielte offenbar keine Rolle. Woher kommt das Mitleid mit dem Täter? Niemand käme bei einem Mord oder Banküberfall auf die Idee, die TäterInnen freizusprechen, nur weil sie ihren Beruf verlieren und geständig sind. Deshalb zeigt auch dieser Prozess leider allzu deutlich, dass Sexualstraftaten als kleine Delikte angesehen werden, quasi als Unfall. Er zeigt aber auch, dass speziell Polizisten vor Gericht keine hohen Strafen fürchten müssen."


Weiter im Kommentar

Ein Rundgang zu Orten des Verbrechens und zur Geschichte des Strafens in Zürich

Treffpunkt: Grossmünster
Sa 19. Juni, 7. August und 4. September, 10 Uhr
Geführt von: Nicola Behren
kostete schlappe 20 Schweizer Fränkli.

Naheliegend bei diesem Thema:

Haftung:
Stattreisen Zürich übernimmt keine Haftung für Unfälle oder Diebstahl während eines Rundgangs."


Ob sie auch bei der Frauneumünster-Post gebührende Station gemacht haben?

Rheinische Post (24.07.04 - 10:33)

Hamburg (rpo). Am Strand von Rio darauf warten, dass die Strafe verjährt ist - so stellten sich viele Bankräuber ihr Leben nach dem großen Coup vor. Das könnte bald nur noch Illusion sein: Bundesjustizministeriun Brigitte Zypries plant einem "Spiegel"-Bericht zufolge, die Verfolgungsverjährung auszusetzen, wenn Verdächtige im Ausland sind.

Weiter im Text

Das Album "Die Maske" von Sido wird wie folgt beworben:
"Teutonischer Gangsta-Rap hat einen neuen Messias"



"fahr los Alter
drück aufs Gas, strapazier die Achsen,
siehst du die Knarre hier? und glaub nich ich mach Faxen!

chill dich, mach dich locker ich fahr schon den ganzen Tag.
ich scheiß mich nich an, weil du ne Knarre hast die die Maske hat!

ey mir is egal was du glaubst wer ich bin,
ich mach das hier nur für meine Frau und mein Kind.

Weiter im Text

Aus dem Album: Die Maske (2004)

Au weia .... Sido und diese Sorte von Gangsterrap, das alles ist wohl nur für pubertierende Hiphop-Anhänger auszuhalten ...

DER SPIEGEL (30/2004 - 19. Juli 2004) berichtet über die Bankgebührenentwicklung bei Automaten-Abhebungen:

Barabhebungen am Geldautomaten sind für viele Kunden so teuer wie noch nie, die fälligen Gebühren bisweilen kaum durchschaubar. Wer den Automaten einer Bank benutzt, bei der er nicht Kunde ist, muss dafür häufig fünf Euro oder mehr zahlen. "Vor zwei Jahren lagen die Gebühren noch einheitlich bei einem Prozent der Summe oder mindestens zwei Euro", berichtet Manfred Westphal, Finanzexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Hintergrund für die Preissteigerung, so der Verbraucherschützer, sei eine EU-Verordnung, die im Juli 2002 in Kraft trat. Sie schreibt vor, dass Barabhebungen im Ausland nicht teurer sein dürfen als im Inland.

dillingerHeute vor 70 Jahren wurde John Herbert Dillinger (geb. 1903), amerikanischer Bankräuber erschossen.

Im Linken Pressedienst (herausgegeben vom KPÖ-Landesvorstand
Oberösterreich,
Linz, 30.10 2003) beklagt die KPÖ die "Superprofite durch Ausplünderung der KonsumentInnen" und fordert: "Zeit für Verstaatlichung der Großbanken ist reif". logo1

Zunächst wird allgemein festgestellt:

"Während die Konjunktur entgegen den Jubelprognosen diverser Experten nicht und nicht anziehen will und mit Berufung auf eine EU-konforme Budgetgestaltung den Lohnabhängigen und PensionistInnen das Fell über die Ohren gezogen wird, explodieren die Profite der Banken und wächst damit die Macht des Finanzkapitals. "


Und schließlich kommt der Beitrag über die Abzockerei der Bankkunden ....

"Die Superprofite der Banken resultieren unter anderem aus einem
systematischen Abzocken der Kunden, etwa durch eine enorme Verteuerung der Bankdienstleistungen oder kriminelle Praktiken durch die Nichtweitergabe von Zinssenkungen bei laufenden Krediten wie vom Bankenkartell jahrelang praktiziert.


zu einem in diesem Weblog sehr gut bekannten Argument:

Angesichts dieser Methoden hat das Wort „Bankräuber“ eine völlig neue Bedeutung erhalten. Bertolt Brecht stellte in der „Dreigroschenoper“ fest „Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen eine Gründung einer Bank?“ Angesichts der Praxis des Finanzkapitals ist dem nichts hinzuzufügen, meint KPÖ-Landesvorsitzender Leo Mikesch. Aus der Sicht der KPÖ hat der Einfluss der Großbanken längst ein Ausmaß erreicht, welcher deren Verstaatlichung geboten erscheinen lässt."

Die Kronenzeitung (13.7. 2004) zählt (in ihrer Zählweise) den 40. Banküberfall in Wien in diesem Jahr. Dieses Mal ist er gescheitert.

Bankangestellter schlägt Räuber in die Flucht
"Die Serien von Banküberfällen in Wien reißt nicht ab - doch diesmal zog der Räuber den Kürzeren. Zum 40. Mal wurde am Dienstag in der Bundeshauptstadt eine Bank überfallen, doch wegen des mutigen Einsatzes eines Angestellten musste der Täter ohne Beute flüchten."

Korpys / Löffler - unter Bildhauern
18.07.04-26.09.04

Wilhelm Lehmbruck Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
47049 Duisburg
fon 0203 / 2 83 26 30 / 32 94
korpysloeffler
Aus aktuellem Anlass zeigt die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum eine umfangreiche Einzelausstellung des Künstlerduos Korpys/Löffler und stellt ihr vielschichtiges und anspielungsreiches Werk aus den letzten zehn Jahren vor. Im Zentrum stehen Rauminstallationen mit Zeichnungen, Skulpturen, Videos und Fotos, ebenso werden mehrere Filme eingebunden.

Seit über zehn Jahren recherchieren Andree Korpys (geb. 1966) & Markus Löffler (geb. 1963) für ihre Projekte und Filme in gesellschaftlichen und politischen Räumen, die häufig durch besondere Funktionen und Sicherheitsstrukturen geprägt sind oder als repräsentative historische Topographien gelten.

Überwachungstechnik, Kontrollsysteme, repräsentative öffentliche Architekturen werden in den Arbeiten der Künstler in ihrer formalen Ausgestaltung wahrgenommen und untersucht. Es entsteht eine eigene ästhetische grammatikalische Struktur, die nach dem Verhältnis von Kunst und Macht und vor allem von Kunst und Gewalt fragt. Dabei verzichten die Künstler auf Kommentierung, moralische Stellungnahme oder einer aufklärerischen Geste.

Mitte der 90er Jahre kündigten sie eine Ausstellung mit „sehr schlechten Bildern“ an, die sich mit den KZ-Gedenkstätten in Deutschland auseinandersetzte. In einem anderen Zusammenhang entstand eine Installation, die einen akribisch geplanten Bankraub dokumentierte. Die Installation „Sandhaufen“ geht der abstrusen Geschichte des Kunstmalers Theo Sand nach, bei dem ein Ehepaar bei einem Besuch ein Wandbild bestellte, dann plötzlich den Künstler überwältigte und einen Raketenwerfer auf die gegenüberliegende Bundesanwaltschaft richtete.
Ein Info-Heft ist in Vorbereitung. Außerdem wird zur Finissage der umfangreiche Reader vorgestellt, der im September im Revolver-Verlag, Frankfurt a. M., erscheint.


Zu den Künstlern

 

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