AusstellungenMuseum
BankerInnen und PolizistInnen
Bankraub in Film und Fernsehen
Bankraub-Dokus - Themenabende usw.
Bankraub-Schriftsteller
Bankraub-Trends
Bibliographie der Volkskunde des Bankraubs
Biographien des Bankraubs
Blog-Review
Brecht-Zitat
Brutalisierung des Bankraubs
Buergerliches Recht
Edle Raeuber - Robin Hoods
Fluchttechniken
Geiz ist geil
GenderMainStreaming
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon
Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
neuere Beiträge
findet sich der Sonntagsausgabe (18.7. 2004) der Wiener Kronenzeitung ("Krone Bunt, S. 16.ff.) ein Portrait von Tom Hanks.

7_4eDltV1lDf7Uo_119566_476Anlässlich der Neuverfilmung von "The Ladykillers" durch die Coen-Brüder, gibt die Kronenzeitung vor, mit Tom Hanks über den Film und sein Leben gesprochen zu haben. Wir haben keine Ahnung, ob er das wirklich so gesagt hat, aber das ist hier auch nicht entscheidend, schließlich ist vor allem interessant, dass die Kronenzeitung das so aufgreift und darstellt:

"Bakraub, gibt es da irgendwelche Affinitäten? Hanks: 'Es gab Zeiten, da hatte ich auch schon daran gedacht ...' Wie bitte? Hanks. 'Als meine US-TV-Serie 'Bosom Buddies 1980 dermaßen floppte, das sie von heute auf morgen eingestellt wurde, da dachte ich: Okay. Tom, - das war's. Du hattest deine Chance, jetzt bist Du erledigt. Meine Ersparnisse schrumpften in Richtung null ... Ich hatte später dann das Glück, gute Filmen zu machen. Wer weiß sonst ..."

kommt jetzt in die Kinos:
(Aber vielleicht sollte man doch zunächst mal das Orginal von 1955 wieder anschauen)

Tom Hanks gegen die Bank als Gentleman-Ganove
"Nach über einem Jahrzehnt kehrt Tom Hanks zu seinen komödiantischen Wurzeln zurück und arbeitet bei der Neuverfilmung von "The Ladykillers zum ersten Mal mit den Oscar-prämierten Filmemachern Joel und Ethan Coen zusammen.

ladykillersDer zwielichtige Professor Goldthwait Higginson Dorr (Tom Hanks) hat ein ehrgeiziges Ziel: Er will ein Kasino bis auf den letzten Cent ausrauben. Zu diesem Zweck heuert er eine Hand voll Experten an, die mit der dafür nötigen kriminellen Energie bestens ausgestattet zu sein scheinen. Als Untermieter getarnt bezieht Dorr ein Zimmer im Haus einer älteren Dame, Mrs. Munson (Irma P. Hall), und trifft sich alsbald im Keller mit seinen Kumpanen, um dort mit ihnen angeblich der Kirchenmusik zu frönen. In Wirklichkeit lässt er von dort aber einen unterirdischen Gang zum Tresorraum des Kasinos graben. Der fantastische Coup gelingt - zunächst.

Allerdings unterschätzen die Ganoven die Hausherrin: Als sie nämlich auf die Pläne der Bande aufmerksam wird, will sie den Professor samt Konsorten wieder auf den Weg der Tugend zurückbringen. Ein fataler Entschluss. Denn Dorr sieht sich nun genötigt, die Lady aus dem Weg zu räumen. Doch bald wird klar, dass die Durchführung deutlich schwieriger ist als angenommen …
In diesem grandiosen Remake der schwarzen Komödie von 1955 brilliert Oscar-Preisträger Tom Hanks ("Catch Me If You Can") unter der Regie der genialen Coen-Brüder ("Fargo - Blutiger Schnee", "O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee")"

Kinostart: 29.07.04
Genre: Komödie Laufzeit: 104 Min.
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Darsteller: Tom Hanks, Irma P. Hall, Marlon Wayans
OT: The Ladykillers
Land: USA Jahr: 2004

Etwas informativer ist die Rezension auf ZDF-Online

"Die Brüder Coen widmen sich erneut ihrem Lieblingsthema: einer Bande von ungeschickten, unerfahrenen, rührend dummen Ganoven, die einen zum Scheitern verurteilten Coup planen. Diese Verbrecher-Azubis treten in die Fußstapfen der Looser aus "Raising Arizone", "Fargo" oder "O Brother, Where Are Thou?" und haben außerdem viel von den unzähligen, auf ewig unbekannt bleibenden Kleingaunern, von denen es täglich in den Lokalzeitungen wimmelt und die den Brüdern Coen schon häufig den Stoff für ihre haarsträubenden Geschichten geliefert haben."

war wohl die Komödie "Das Geld ist im Eimer":

BINGENHEIM (au). "Dies ist ein anonymer Anruf der Bingenheimer Bankräuber Alfons Lachmann und Bertram Lenz, der zur Ergreifung der Täter in der Feldgemarkung Echzell auf einem Acker von Reitz-Rühl beitragen soll . . .!" Mit der Kriminalkomödie "Das Geld ist im Eimer" präsentierte der Kultur- und Carnevalverein Bingenheim (KCB) am vergangenen Wochenende in zwei ausverkauften Vorstellungen im örtlichen Bürgerhaus unter dem bewährten Regie-Gespann von Monika Stete und Doris Pipp einen echten Knaller.

Weitere Hinweise zu Trampelanfällen in besagtem Etablissement im "Kreis Anzeiger" (14.7. 2004) von Gießen. Über den Autor des Stückes (Dietmar Steimer) erfährt der interessierte Leser allerdings nichts.

Hierzu finden sich aber beim Deutschen Theaterverlag folgende aufschlussreiche Sätze:

Dietmar Steimer wurde 1967 in Untersulmetingen geboren. In seiner Kindheit führte er mit seinen Vettern und Cousinen einfache und heitere Rollenspiele bei Familienfesten auf. In der Theater AG seiner Schule wirkte er bei verschiedenen Stücken mit. Unterstützt von der Landjugend Untersulmetingen gründete er als Mitglied der Theatergruppe 1992 den Theaterverein "Lodrlada". Seit der Gründung ist der Autor 1. Vorsitzender und Regisseur dieser Theatergruppe. Die neuen Stücke des Autors werden zunächst von diesem Theaterverein aufgeführt bevor sie überarbeitet und an den Verlag versendet werden.

Dietmar Steimer ist verheiratet, Vater von zwei Töchtern und arbeitet als Projektleiter in einer Maschinenbaufirma die als Marktführer Verpackungsanlagen für die pharmazeutische Industrie herstellt.

Berliner Morgenpost (15.7.2004) merkt an:

Berlin - Holger Pfahls hat es wieder einmal geschafft. Er wird ganz weit oben, vielleicht sogar über seinem eigentlichen Stand, gehandelt. Als "meistgesuchten Deutschen" bezeichnen ihn die flink zusammengeschriebenen Texte der letzten Tage. Schaut man sich die aktuelle Fahndungsliste der "meistgesuchten Personen" des Bundeskriminalamtes an, so finden sich dort neben Pfahls allerdings noch andere illustre Gestalten: drei RAF-Mitglieder, ein brutaler Raubmörder, zwei vermutliche Linksterroristen, ein Bankräuber. Für die Ergreifung des letzteren sind 15 000 Euro Belohnung ausgesetzt, für den Raubmörder gar 100 000 Euro. Für Holger Pfahls waren es nur 5000 Euro.

SPIEGEL Online berichtete am 16.7. 2004 von einem Selbstmordbankräuber aus Tschechien:

Bankräuber sprengt sich in die Luft

"In Tschechien hat sich ein verzweifelter Bankräuber mitsamt seiner Beute in die Luft gesprengt. Der Mann war von der Polizei umstellt und wusste keinen anderen Ausweg. Er war sofort tot.

Prag - Der Mann stürmte am Morgen maskiert in eine Bank der ostböhmischen Stadt Havlickuv Brod, berichtet die Nachrichtenagentur CTK. Während des Überfalls schoss der Räuber den Angaben zufolge auf einen Angestellten und einen Kunden.

Er flüchtete dann zu Fuß vor der Polizei und warf eine Handgranate auf die ihn verfolgenden Beamten. Die Granate explodierte jedoch nicht. Als die Polizisten den Mann anschließend in einem Park stellten, habe er sich mit einer weiteren Granate getötet. Die Höhe der Beute war zunächst nicht bekannt."

Frau drohte mit Bombe
Der 39. Bankraub dieses Jahres in Wien traf eine Bank in der Praterstraße in Wien-Leopoldstadt. Eine Frau hatte die Filiale betreten und gedroht, sie würde die Bank in die Luft sprengen. Geschockt füllte die Kassiererin das Geld in ein Kuvert und gab es der unbewaffneten, rund 30 Jahre alten und rund 170 Zentimeter großen Räuberin, wie die "Krone" berichtete. Sie trug einen langen dunklen Mantel.

Die Kronenzeitung (7.7.2004) berichtete darüber hinaus über einen "Maulwurf-Einbruch" in einem Wiener Fotogeschäft. Wegen der Orginalität des Einbruches sei ausnahmsweise auch hierüber berichtet:

"Einbrecher werden immer dreister: Bei einem Einbruch in ein Fotogeschäft in Wien-Donaustadt stemmten die Räuber ein Loch in den Fußboden, um vom Keller aus in das Geschäft zu gelangen.

Der "Maulwurf"-Einbruch geschah in der Nacht zum Donnerstag in der Stadlauer Straße im 22. Wiener Gemeindebezirk. Die noch unbekannten Täter stemmten vom Keller aus ein Loch in den Fußboden und stahlen Digitalkameras im Wert von 100.000 Euro."


Das Photo hierzu findet sich hier

nach Fahndungsaufruf in Villingen-Schwenningen

"VS-Weigheim (rat) Letzten Donnerstag am frühen Nachmittag überfiel ein Bewaffneter die Volksbankfiliale in Weigheim. Nun, eine knappe Woche später, ist er noch immer auf freiem Fuß. Polizeisprecher Wolfgang Schyle von der zuständigen Direktion Villingen-Schwenningen allerdings ist sicher: "Wir kriegen ihn." Der Mann hat rund 5000 Euro Beute gemacht; zehn Prozent davon, 500 Euro, hat nun die Trossinger Volksbank, deren Zweigstelle ausgeplündert wurde, als Belohnung ausgesetzt.

Doch damit steht es momentan nicht zum Besten. Die Resonanz unter der Bevölkerung sei recht schwach gewesen, räumt Hauptkommissar Schyle ein - niemand, so scheint es, hat den Bankräuber im auffälligen gelb-karierten Hemd auf seiner Flucht aus der Bank beobachtet. Am frühen Nachmittag, beklagen die Ermittler, war im ruhigen Stadtbezirk Weigheim wohl kaum jemand auf der Straße unterwegs."


Im Südkurier (7.7. 2004) weiterlesen

Für eine Übung der GSG 9 wurde großer Aufwand betrieben. So wurde der Luftraum über Egelsbach komplett gesperrt, Flieger von der Frankfurter Startbahn West wurden umgeleitet.

Was wurde geübt? Laut Offenbacher Post (6.7.2004) die Verfolgung eines Bankräubers:


"Als die sechs Beamten der Anti-Terror-Einheit GSG 9 schließlich in 4 000 Fuß Höhe aus dem Puma-Hubschrauber springen, legt auch der letzte Zuschauer seinen Kopf in den Nacken. Wer entsprechend ausgerüstet ist, stiert durch Fernglas oder Teleobjektiv in die Wolken. Plötzlich öffnen sich die Fallschirme, die Springer zünden die Rauchfackeln an ihren Füßen und zeichnen so Spiralen in Rot und Blau an den Himmel. Jetzt starten auch die Maschinen der Polizeihubschrauberstaffel. An Bord: Beamte des hessischen Sondereinsatzkommandos (SEK). Staffelchef Helmut Lingnau erklärt den tausenden Besuchern das Szenario: "Wir stellen hier eine typische Übungssituation nach. Ein Bankräuber ist mit einem Auto auf der Flucht. Wir bringen das SEK an einen günstigen Zugriffsort, ein weiterer Hubschrauber verfolgt den Täter." Schon kommt der Eurocopter auf nur 13 Metern Höhe heran geschossen. Die vermummten Elite-Polizisten seilen sich blitzschnell ab und gehen hinter einem alten VW-Bus in Deckung. Als der Mercedes mit den Bankräubern auf gleicher Höhe ist, zünden die Männer eine Rauchbombe, stoppen den Wagen und nehmen die Täter fest."

Die Wiener Zeitung (6.7. 2004) berichtet über die "Sommerspiele Grein" in Oberösterreich, die heuer zum 40. Mal stattfinden:

Ein flottes Damenquartett
"Das Bankräuberspiel" heißt die turbulente Kriminalkomödie von Hannes Dahlberg, die jetzt bei den Sommerspielen Grein Premiere hatte. Vier Damen spielen mehrmals wöchentlich miteinander Bridge. Zur Unterhaltung. Doch, mit der Zeit hält sich das Vergnügen daran in Grenzen und man sinnt auf Neues: Wie zum Beispiel, wäre es mit einem Bankraub?"

Weiter in der Besprechung

SPIEGEL ONLINE titelt am 5. Juli:
"Die Nacht der Gier
Wie ein englisches Dorf die örtliche Bank plünderte"

über eine Geschichte, die bereits Ende April die englischen und einige deusche Zeitungen berichteten. Beim SPIEGEL wird daraus ein merkwürdig moralinsaures Geseiere mit Pfarrer, Umkehr und pipapo:
0,2951,15750,00
"Vielleicht wäre die Geschichte anders verlaufen, wenn Reverend John Hopkins an jenem Mittwochabend nicht so müde gewesen wäre. Der 64-Jährige ist Priester an St. Mary, der Anglikanisch-katholischen Kirche von Wooler, einem idyllischen Städtchen im Nordosten Englands. Es ist seine Gemeinde; er hätte
ein Signal geben können, ein Zeichen zur Umkehr."


Was ist eigentlich passiert? Folgen wir der Version der Tagesschau vom 28.4.2004:

"Mitten in der Nacht hatte sich die Nachricht in der nordwestenglischen
Ortschaft Wooler wie ein Lauffeuer verbreitet: Der örtliche Bankautomat
spuckte doppelt so viel Geld aus wie angefordert. Innerhalb kürzester Zeit
bildete sich eine Schlange vor dem großzügigen Automaten, die beinahe die
gesamte Hauptstraße entlang reichte, wie der "Daily Telegraph" berichtete."


Die BILD-Zeitung darf auch nicht fehlen:
geldautomat

Schließlich wissen wir irgendwann einmal, dass es sich um die Filiale der Barclays-Bank handelt und wer für den unverhofften Geldsegen verantwortlich ist:

"Bis zur Öffnung der Barclays-Bank entlockten die glücklichen Kunden dem
Apparat fast 100.000 Euro. Keinen schönen Tag dürfte der Bankmitarbeiter
haben, der für die Bestückung der Automaten zuständig ist: Er hatte das Fach
für die Zehn-Pfund-Scheine versehentlich mit 20-Pfund-Scheinen gefüllt.

Für die Einwohner hingegen, war das Glück am Morgen komplett: Die Bank gab
bekannt, dass die Kunden das Geld behalten dürfen. Zwar wisse das Institut,
wer abgehoben, aber nicht, wer zuviel erhalten habe."


Die Bank will sich nämlich laut Skynews woanders schadlos halten:

Barclays Doubles Your Money
"Barclays have stated that they will not be asking for the money back, but will be seeking compensation from the third-party company who fill the machines."


Und dem Daily Telegraph verdanken wir dann auch die Überlieferung, der zu erwartenden Analyse der Nutzernießer dieses kollektiven Banküberfalls:

Whoever was to blame, the general view in Wooler was that "the banks rob you blind anyway, this is just small change to them but a lot money to us".

Zwischen trautem Heim und krimineller Härte

Beim Münchner RischArt-Projekt bietet ein spezielles Kunst-Taxi auch die Möglichkeit an einem Ausflug in einem Fluchtauto eines Familienvaters und Bankräubers mitzumachen:
(...)
Peter Bömmels hat mit diesem Papa-Mobil wohl den umstrittensten und begehrtesten Beitrag zu RischArt-Projekte in München geleistet. Insgesamt stehen sechs Spezialautos am Rindermarkt samt Chauffeur für kostenlose Ausflüge bereit. "Gute Fahrt" heißt die spaßige, gehaltvolle Kunst im öffentlichen Raum, die wirklich was bewegt.
(...)
Die rollenden Provokationen, zu denen Kuratorin Katharina Keller zur achten Ausgabe der Kunstprojekte bundesweit eingeladen hat, kann man auch telefonisch buchen.
(...)
Mit deutscher Realität geht es bei Frank Herzogs Ich-AG weiter: Hier wird das Private zum Geschäftlichen, die Person zum Unternehmer. Landkarten, Fußmatten, Wackel-Madonna, Fliegen, Kippen und Brezen hat der "moderne Chronist" geschnitzt: Der Mensch zwischen Arbeit, Staat und Resten einer Persönlichkeit ist eingemeißelt in das rollende Heim. Ähnlich arbeitet Patricia Waller: Sie häkelt ihr Zubehör. Am Kühler die tote Katze, im Kofferraum das Dreirad, am Sitz die Blutspuren verweisen in ihrem Fluchtfahrzeug auf den Familienvater, der gerade einen Banküberfall hinter sich hat. Die Grenze zwischen trautem Heim und krimineller Härte, den Fall des braven Bürgers erlebt der Beifahrer als Geisel. Wie das ausgeht, das darf man selbst im Fortsetzungsroman schreiben."

Weiterhin "Gute Fahrt"

Brack, Hans: Mord, Erpressung, Banküberfall – Kapitalverbrechen in Mainz und Rheinhessen. Ein Kriminalbeamter berichtet.
Reihe: Frieling-Kriminalliteratur
144 Seiten, Taschenbuch (Paperback)
EUR 9,00 • ISBN 3-8280-2012-7

coverBandenmäßiger Kfz-Diebstahl, bestialischer Kindsmord, Erpressung – immer wieder passieren Verbrechen, die letztendlich das menschliche Zusammenleben in einer Gesellschaft bedrohen. Daher bedürfen sie dringend der Aufklärung. Der Kriminalbeamte Hans Brack berichtet aus erster Hand von erschütternden Gewalt- und sonstigen Straftaten, von Banküberfällen, von einem Säugling, der aus Habgier erstochen wurde, oder von einer Ehefrau, die ihrem Mann nach dem Leben trachtete. Die Leser erhalten Insider-Informationen und Einblicke in die oft mühselige Ermittlungstätigkeit. Dennoch sind die Ermittlungen fast immer von Erfolg gekrönt: 98 Prozent der Kapitalverbrechen werden aufgeklärt – Mord und Totschlag lohnen nicht!


Der Kriminalbeamte als moralische Veranstaltung

"Der Knast - Die Justizvollzugsanstalt Werl" /
"K1 Reportage" am Donnerstagabend bei Kabel 1 / Ein Film von Nihat Bulthan und Volker Wild

Die Problematik der Sicherungsverwahrung lässt sich schön am Beispiel einiger Bankräuber in der JVA Werl nachvollziehen. Dazu ein anderes Mal. Ob eine Kabel 1-Reportage über das sonst dort herrschende Niveau hinauskommt, mag tunlichst bezweifelt werden, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.


"Der Knast - Die Justizvollzugsanstalt Werl", Donnerstag, 1. Juli 2004, um 22:15 Uhr bei Kabel 1

Unterföhring (ots) - "Wegen Rauchens in der U-Bahn kommt hier keiner hin," sagt Ulrich Stoffer, und der Mann muss es wissen. Stoffler ist stellvertretender Vollzugsdienstleiter der JVA Werl, einem Gefängnis mit hohem Sicherheitsstandard westlich von Dortmund. Werl ist Endstation für Schwerstkriminelle: Serienmörder, Psychopathen, Ausbrecherkönige. Die letzte Flucht ist über 20 Jahre her, danach wurden die Mauern um zwei Meter erhöht.

Den Weg hinein in den Knast schaffen jede Woche etwa fünf Männer. Fred K. ist einer von ihnen. "K1 Reportage" begleitet den Serienbetrüger bei der Aufnahmeprozedur, auch "Zugang" genannt: Vom Tausch der Boss-Jacke gegen Werler Einheitsblau über die ärztliche Untersuchung bis hin zum Einrichten der Zelle. Hier wird Fred K. die nächsten 10 Jahre verbringen - mindestens.

870 Gefangene sitzen in Werl, bewacht von 400 Wärtern und weitgehend von Mitgefangenen isoliert. "Schließlich," so der Vollzugsbeamte Stoffer, "sitzt hier auch die "Crème de la Crème der Kriminellen"." Dino P. steht in der Hierarchie der Schwerkriminellen ganz oben. "Das Gehirn" nennen ihn seine Mitgefangen. Dino kennt die heimlichen Chefs unter den Knackis, ihre Tricks und verbotenen Deals. Seit 12 Jahren sitzt der 35-Jährige in Werl. Tagsüber arbeitet er an der Elektrosäge in der anstaltseigenen Schreinerei. Das bringt ihm ein paar Euro pro Tag, mit denen er im Knastladen einkaufen kann. Für die Zeit nach der Entlassung wird er das Geld vermutlich nicht brauchen, denn die wird es für den drei Mal Lebenslänglichen voraussichtlich nicht geben. Die Besserungsprognose ist düster für den Mann, der seine Pflegefamilie umgebracht hat - aus Habgier.

Auch Roland K. weiß nicht, ob er Werl jemals verlassen wird. Der Serien-Bankräuber gehört zu den 60 Sicherheitsverwahrten, die in einem eigenen Trakt untergebracht sind. Die K1-Autoren Nihat Bultan und Volker Wild begleiten den 52-Jährigen bei seiner Arbeit als Anstaltsfriseur, zeigen wie er in seiner "Freizeit" mit chinesischem Schattenboxen und Meditation entspannt und vom Knast abschaltet. "Hier rennen nur kranke Typen rum," sagt Roland K, der seit seiner Jugend ständig im Gefängnis war.

Michael V. dagegen ist das erste Mal in Haft. Er wird nach sechs Jahren entlassen. Von der Freundin kurz vor Haftende abserviert, ohne familiäre Bindung und nur mit zwei Reisetaschen in der Hand geht es in eine ungewisse Feiheit. Vor dem Tor wirft er einen letzten Blick zurück. "Die sehen mich nie wieder," sagt er. Der Kommentar des Vollzugsbeamten Stoffer: "Abwarten!"

dpa (30.6.2004) Freiburg - Sie sind Krimifan, lieben Verbrechen und ihre Aufklärung? Dann sind Sie im Freiburger Kriminalmuseum richtig. In Baden-Württembergs einzigem Museum dieser Art, das in der Akademie der Polizei untergebracht ist, führen aber nicht nur echte Kriminalbeamte in die Geheimnisse ihres Fachs ein. Auch alle Ausstellungsstücke stammen aus echten Straftaten. So gibt es zu jedem der Exponate ein Stück wirkliche Kriminalgeschichte zu hören.

Es beginnt mit relativ alltäglichen Themen wie Einbruch, Diebstahl oder Banküberfall. Werner Dreser vom Fachbereich Kriminalitätsbekämpfung der Akademie der Polizei zeigt beispielsweise das Werkzeug einer berühmt-berüchtigten Bankräuberbande. "Diese nur aus Damen bestehende Gruppe hatte sich in den 60er Jahren im Freiburger Raum auf Raubdelikte spezialisiert", erzählt der Fachmann. Und dabei immerhin umgerechnet rund 60.000 Euro erbeutet.
(...)
Ursprünglich war das Museum 1953 als Lehrmittelsammlung für angehende Polizeibeamte gegründet worden. Seit 1993 ist es für die Öffentlichkeit zugänglich. Jährlich kommen 2000 bis 3000 Besucher. Einzige Voraussetzung ist das Mindestalter von 18 Jahren. Denn zu sehen sind auch ein original Sexkabinett aus dem Rotlichtbezirk, in dem Damen aus Konstanz Schweizer Geschäftsleute um ihr Geld brachten, sowie eine Abteilung mit verschiedenen Drogen.

Kriminalmuseum, Müllheimer Str. 7, 79115 Freiburg, Führungen nach Voranmeldung unter Tel. 07 61/4906-1020, Mindestalter 18 Jahre.


Über dieses Museum und das "Prinzip der Beute" schreibt Elisabeth Timm (Maskentreiben - Eine kleine Trachtenkunde des Bankraubs. In: Schönberger, K. (Hg.): Vabanque), S. 265:

"Dieses Museum präsentiert die Stücke als Ergebnis eines wahllosen Raubzugs gegen Verbrechen und Vergehen aller Art: Durchaus liebevoll auf eigens geschreinerten Podestchen präsentiert werden verschiedenste Einbruchwerkzeuge, manipulierte Glücksspielautomaten und Rauschmittel in allen Varianten; die auffällig große Anzahl Fotos von sexuellen Leichenschändungen und ein abgeteiltes Kabinett mit Rotlicht und Mobiliar aus SM-Studios bedienen Lust und Abscheu gleichermaßen; eine Diaserie mit SelbstmörderInnen in Nah- und Ganzkörperaufnahme und verschiedenste Abtreibungswerkzeuge einschließlich Bilder der bei ihrem Gebrauch getöteten Frauen zeigt, daß die Polizei beim hier inszenierten Triumph über den Gesetzesbruch wirklich vor nichts zurückschreckt. Die Beschriftung der Exponate ist sparsam und doch dort, wo es dem Kurator angezeigt erscheint, unmißverständlich rassistisch (»Diebesschürzen von Zigeunerinnen«). In diese Präsentation, in diesen Modus der Beute fügt sich auch die Maskierung von drei Bankräuberinnen: Aufgezogen auf drei Styroporköpfe könnten die »Perücken und Motorradunterziehhaube eines weiblichen Bankräubertrios« (so das erläuternde Schild) auch in der Auslage eines Zweiradfachgeschäfts stehen oder das Schaufenster eines Friseursalons schmücken, das Drumherum jedoch macht aus den Stücken Skalpe, die die Polizei ihren Gegnerinnen abgezogen hat und nun als Siegeszeichen zur Schau stellt. Hier wurde die Demaskierung der Täterinnen unbeabsichtigt Teil einer aufschlußreichen Selbstentlarvung der polizeilichen Sach(ver)waltung."

NDR; Dienstag, 29. Juni 2004, 23.45 Uhr
zeigt
The Getaway (1965)

Der Gangster Doc McCoy ist zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Als er vier Jahre davon verbüßt hat, sorgt der korrupte Politiker Jack Beynon dafür, dass er vorzeitig entlassen wird.

Zu diesem Zeitpunkt weiß McCoy noch nicht, dass seine Frau Carol dafür eine Nacht mit Beynon verbringen musste. Beynon braucht McCoy, der ihm eine Bank ausrauben soll; der Überfall soll kriminelle Machenschaften verschleiern.

Weiter im NDR-Filmlexikon

taz-Interview mit einem Bankräuber (28.6.2004)
"Ich hoffe, dass mir noch Zeit bleibt"
Roland B.

Das Haus III, ein alter Backsteinbau in der Justizvollzugsanstalt Tegel, wird im Knastjargon "Mutterschiff" genannt. Hier sitzen die Häftlinge mit den längsten Strafen - der "Bodensatz der Gesellschaft", sagt Roland B. Das Mutterschiff ist seine Heimat. Von Brandstiftung bis Bankraub hat B., 48, in seinem Leben das halbe Strafgesetzbuch durchdekliniert. Der gelernte Schriftsetzer, aufgewachsen in einem Dorf am Bodensee, der Vater Dorfpolizist, sitzt seit einem Vierteljahrhundert mehr oder weniger ununterbrochen hinter Gittern. Ebenso lange ist er heroinabhängig.

Ihre längsten Strafen - siebeneinhalb und zwölf Jahre - haben Sie wegen diverser Banküberfälle bekommen. Fühlen Sie sich ungerecht behandelt?

Auf die Idee bin ich noch nicht gekommen. Aber man stellt automatisch Vergleiche an. Wenn ich in den Nachrichten höre: Den Haag, Kriegsverbrecherprozess, Vergewaltigung, Brandstiftung, Massenmord - 20 Jahre, dann sage ich mir: Roland, du bist ja noch schlimmer als dieser Typ, weil du mehr Knast hast. Du bist ja ein ganz schlimmer Finger.

Das ganze Interview

Julia Schoch: Verabredungen mit Mattok. Piper, München. 132 S., 14,90 EUR.

"Massiv und geheimnisvoll" überschreibt die "Berliner Literaturkritik" (24.06.04) die Besprechung von Julia Schochs erster Roman "Verabredungen mit Mattok".

Mattok ist Bankräuber und auf der Flucht in den Osten. An der Ostsee trifft er auf Claire, eine Taschentrickkünstlerin:

"Für Claire sei er ein undurchschaubarer Mann, der sie fasziniert und zu dem sie sich "fast willenlos" hingezogen fühle. So beginne eine Liebesgeschichte "mit ganz eigenen Gesetzen". Die Autorin erzähle "mit eindringlicher Präzision die ungewöhnliche Begegnung zweier an der Gegenwart Verzweifelnden", heißt es seitens des Verlags."


In der Welt (19.6. 2004) heiß es

"Mattok ist eine undurchsichtige Figur. Er taucht am Strand auf, als wäre er dem Wasser entstiegen und nimmt Claire durch seine zur Röhre gekrümmten Finger in den Blick. Von da an sind die beiden verbunden, die Taschenspielerin und der Freak mit Elvistolle, der Bankräubern die Beute abgejagt hat. Wirklich zueinander können diese beiden nicht kommen. Sie bleiben sich ein Rätsel. Und auch die gemeinsame Tat, immerhin ein kleiner Mord, wird folgenlos verschluckt von der öligen Ostsee. So bleibt selbst das Verschmelzen im gemeinsamen Verbrechen nur eine beiläufige Episode. Claire und Mattok wissen auch am Ende der Geschichte nicht, was sie mit sich und der Welt anfangen sollen."

Weitere Besprechungen im Perlentaucher ...

Die taz (28.5.2004) kategorisiert die Autorin
unter "Die neuen Zonenkinder":

"Junge, noch in der DDR geborene Autoren und Autorinnen plagen sich nicht mit deutsch-deutscher Identitätspolitik herum, sondern stellen das Originelle und Spezifische ins Zentrum ihres Schreibens."

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this page (summary)

powered by Antville powered by Helma

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Germany License.