Immerhin haben sie Humor in Silver Lake City:
Drei Überfälle auf die Silver Lake City National Bank an einem Tag
Bereits um 12 Uhr gab es Randale auf der Main Street. Einer der berüchtigten Dalton- Brüder belästigte eine der Damen aus dem Silver Spur Saloon und wurde vom Sheriff hinter Gitter gebracht. Doch kurz darauf ritten die übrigen Daltons in die Stadt, nahmen ihren Jüngsten wieder im Schoße der Familie auf und besuchten die Bank, wo sie den Safe, ein modernes Modell von 1879, mit Dynamit öffneten. Als sie die Bank verließen, traf sie unser Sheriff, und zwar zwischen den Augen und an anderen empfindlichen Körperstellen, so daß wieder Ruhe in unserem sauberen Städtchen einkehrte. Der emsige Undertaker Cebulon Pike räumte die Straße, wobei für die Bestattungskosten der der Tascheninhalt der Deliquenten beschlagnahmt wurde.

Unklar ist noch, welche Rolle die schwarze Lilo von den Cancan-Mädels spielte und wie Schnapsnase Franky den Letzten der Ganoven vom Dach des Lost Paradise Hotels holte. Doch wie groß war das Erstaunen des Chronisten, als sich just um 15 Uhr und dann nochmals um 18 Uhr alles wiederholte und sogar der gleiche Bandit zum dritten Mal tot vom Dach des Hotels stürzte! Offensichtlich sind Legenden unsterblich...
Drei Überfälle auf die Silver Lake City National Bank an einem Tag
Bereits um 12 Uhr gab es Randale auf der Main Street. Einer der berüchtigten Dalton- Brüder belästigte eine der Damen aus dem Silver Spur Saloon und wurde vom Sheriff hinter Gitter gebracht. Doch kurz darauf ritten die übrigen Daltons in die Stadt, nahmen ihren Jüngsten wieder im Schoße der Familie auf und besuchten die Bank, wo sie den Safe, ein modernes Modell von 1879, mit Dynamit öffneten. Als sie die Bank verließen, traf sie unser Sheriff, und zwar zwischen den Augen und an anderen empfindlichen Körperstellen, so daß wieder Ruhe in unserem sauberen Städtchen einkehrte. Der emsige Undertaker Cebulon Pike räumte die Straße, wobei für die Bestattungskosten der der Tascheninhalt der Deliquenten beschlagnahmt wurde.

Unklar ist noch, welche Rolle die schwarze Lilo von den Cancan-Mädels spielte und wie Schnapsnase Franky den Letzten der Ganoven vom Dach des Lost Paradise Hotels holte. Doch wie groß war das Erstaunen des Chronisten, als sich just um 15 Uhr und dann nochmals um 18 Uhr alles wiederholte und sogar der gleiche Bandit zum dritten Mal tot vom Dach des Hotels stürzte! Offensichtlich sind Legenden unsterblich...
contributor - am Dienstag, 14. September 2004, 10:11 - Rubrik: Theater
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"Die Goldgräber vom Silbersee"
In Silver Lake City, der, laut Eigenwerbung, "Westernstadt Ihrer Träume" im märkischen Templin (Brandenburg), kann man als Bankräuber angestellt werden. Weiss jedenfalls die taz (14.9.2004)
"(...) Die Uckermark, deren schönste Stadt Templin ist, besuchen jährlich 350.000 Touristen. Boot fahren wollen sie hier, Havelzander essen. Wollen sie auch 14 Euro für einen Westerntag bezahlen? André hofft es. Der 23-jährige Hotelfachmann aus Templin ist von HHB als Barkeeper und Bankräuber in Personalunion eingestellt worden. Für drei Monate, wie alle anderen. "Vielleicht wird hier ja was draus", sagt er. Er hofft, dass er nach der Winterpause im März wieder eingestellt wird. Dass er die Stelle bekommen hat, freut ihn. Er geht nicht zur Montagsdemo und auch nicht zur Landtagswahl am Sonntag. "Meine Meinung zählt eh nicht", sagt er und gibt sich flexibel: "Ich bin nicht geboren, um hier zu sterben."
Viele seiner Freunde sind fortgegangen aus der Uckermark - zum Studium, zum Arbeiten, in den richtigen Westen, ins Ausland. Ja, Templin sei schön. Aber auch schön langweilig. Hier gebe es nichts für Jugendliche, nur die Disco in Neustrelitz und die Deutsche Sportjugend. Die Fördermilliarden, die seit der Wende in den Osten geflossen seien - gut und schön. Aber Arbeit gebe es woanders. "Man muss ja mal leben." Dann muss André los. In zehn Minuten wirds wieder laut auf der Mainstreet: die Bank wird überfallen. Desperados kassieren in der Uckermark ab."
Hier werden Banküberfälle zweimal täglich garantiert
Irgendwie kann das doch kein Zufall sein, dass sie gerade in dieser Gegend mit solchen Themen zu landen versuchen. Aber heutzutage vermischen sich Fiction und Wirklichkeit schon einmal. Aufgepasst!
Ein Beitrag des Rundfunk Berlin Brandenburg (WAS!) vom 16.08.2004 , der die ökonomische Fragwürdigkeit des Konzeptes in den Mittelpunkt gestellt, findet sich beim RBB.
In Silver Lake City, der, laut Eigenwerbung, "Westernstadt Ihrer Träume" im märkischen Templin (Brandenburg), kann man als Bankräuber angestellt werden. Weiss jedenfalls die taz (14.9.2004)
"(...) Die Uckermark, deren schönste Stadt Templin ist, besuchen jährlich 350.000 Touristen. Boot fahren wollen sie hier, Havelzander essen. Wollen sie auch 14 Euro für einen Westerntag bezahlen? André hofft es. Der 23-jährige Hotelfachmann aus Templin ist von HHB als Barkeeper und Bankräuber in Personalunion eingestellt worden. Für drei Monate, wie alle anderen. "Vielleicht wird hier ja was draus", sagt er. Er hofft, dass er nach der Winterpause im März wieder eingestellt wird. Dass er die Stelle bekommen hat, freut ihn. Er geht nicht zur Montagsdemo und auch nicht zur Landtagswahl am Sonntag. "Meine Meinung zählt eh nicht", sagt er und gibt sich flexibel: "Ich bin nicht geboren, um hier zu sterben."Viele seiner Freunde sind fortgegangen aus der Uckermark - zum Studium, zum Arbeiten, in den richtigen Westen, ins Ausland. Ja, Templin sei schön. Aber auch schön langweilig. Hier gebe es nichts für Jugendliche, nur die Disco in Neustrelitz und die Deutsche Sportjugend. Die Fördermilliarden, die seit der Wende in den Osten geflossen seien - gut und schön. Aber Arbeit gebe es woanders. "Man muss ja mal leben." Dann muss André los. In zehn Minuten wirds wieder laut auf der Mainstreet: die Bank wird überfallen. Desperados kassieren in der Uckermark ab."
Hier werden Banküberfälle zweimal täglich garantiert
Irgendwie kann das doch kein Zufall sein, dass sie gerade in dieser Gegend mit solchen Themen zu landen versuchen. Aber heutzutage vermischen sich Fiction und Wirklichkeit schon einmal. Aufgepasst!
Ein Beitrag des Rundfunk Berlin Brandenburg (WAS!) vom 16.08.2004 , der die ökonomische Fragwürdigkeit des Konzeptes in den Mittelpunkt gestellt, findet sich beim RBB.
contributor - am Dienstag, 14. September 2004, 09:55 - Rubrik: Theater
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12. September 2004
Drei Diebe, drei Kilometer, drei Stunden Arbeit
Schwerer Diebstahl mit Sackkarre
"Die Polizei in Passau hat einen spektakulären Bankraub im niederbayerischen Kellberg aufgeklärt. Drei Männer im Alter von 19, 23 und 26 Jahren hatten in der Nacht zum Freitag mit einem umgebauten Wagenheber und Pflastersteinen den Geldausgabeautomaten der Raiffeisenbank aus seiner Verankerung gerissen. Anschließend luden sie die Maschine auf eine Sackkarre, die sie an ihrem Auto befestigten.
Auf diese Weise transportierten sie den Automaten in ein etwa drei Kilometer entfernt gelegenes Maisfeld. Am nächsten Tag verfrachteten sie ihn von dort mit einem Kleinlaster in eine Garage, wo sie das Gerät nach dreistündiger Flexarbeit schließlich öffneten."
Das Ende dieser Spritztour wird u.a. bei Yahoo-Nachrichten (12-9-2004) beschrieben
Drei Diebe, drei Kilometer, drei Stunden Arbeit
Schwerer Diebstahl mit Sackkarre
"Die Polizei in Passau hat einen spektakulären Bankraub im niederbayerischen Kellberg aufgeklärt. Drei Männer im Alter von 19, 23 und 26 Jahren hatten in der Nacht zum Freitag mit einem umgebauten Wagenheber und Pflastersteinen den Geldausgabeautomaten der Raiffeisenbank aus seiner Verankerung gerissen. Anschließend luden sie die Maschine auf eine Sackkarre, die sie an ihrem Auto befestigten.
Auf diese Weise transportierten sie den Automaten in ein etwa drei Kilometer entfernt gelegenes Maisfeld. Am nächsten Tag verfrachteten sie ihn von dort mit einem Kleinlaster in eine Garage, wo sie das Gerät nach dreistündiger Flexarbeit schließlich öffneten."
Das Ende dieser Spritztour wird u.a. bei Yahoo-Nachrichten (12-9-2004) beschrieben
contributor - am Dienstag, 14. September 2004, 09:42 - Rubrik: Fluchttechniken
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Zahl der Banküberfälle sinkt
"Hohe Sicherheit, geringe Geldbestände und gute Aufklärungsquoten machen Geldinstitute für Verbrecher unattraktiv"
So berichtet es die Berliner Morgenpost (11.9.2004)
"In Berlin werden immer weniger Banken überfallen. Hatte es 1996 noch 96 Überfälle auf Geldinstitute gegeben, sind es in diesem Jahr bislang 14. "Die Umstellung der Auszahlung von Kassen auf Automaten sowie die immer bessere technische Ausstattung der Sicherheitsvorrichtungen sind die Gründe für diese erfreuliche Entwicklung", sagte Kriminaldirektor Winfried Roll der Berliner Morgenpost. Er geht davon aus, dass es in diesem Jahr nur noch wenige Banküberfalle geben wird.
(...)
Ein weiterer Trend: Die Täter erbeuten bei den Raubtaten immer weniger Geld, da die Mitarbeiter wegen der mit einem Zeitschloss gesicherten Tresore nur an geringe Mengen Bargeld kommen. "Pro Überfall werden durchschnittlich nur 8600 Euro erbeutet", erklärte Winfried Roll, der beim Berliner Landeskriminalamt (LKA) unter anderem auch für die Prävention zuständig ist.
(...)
Die Sinnlosigkeit solcher Taten hat sich offenbar auch in kriminellen Kreisen herumgesprochen. Waren im Jahr 2002 noch 51 Fälle bekannt geworden, lag die Zahl der Banküberfälle im vergangenen Jahr bereits bei 41. Vor der Einführung des Euro hatte es allerdings schon einmal eine deutliche Abnahme der Raube auf Geldinstitute gegeben. Im Jahr 2000 waren es 32, ein Jahr später 21. Mit der Einführung des Euro dachten offenbar einige Täter, dass es sich nun wieder lohnen würde, Banken zu überfallen. Doch diese Hoffnung hat sich zerschlagen. In diesem Jahr könnte es sogar weniger als 20 solcher Überfälle in Berlin geben."
Der ganze Berliner Morpenpost-Artikel
"Hohe Sicherheit, geringe Geldbestände und gute Aufklärungsquoten machen Geldinstitute für Verbrecher unattraktiv"
So berichtet es die Berliner Morgenpost (11.9.2004)
"In Berlin werden immer weniger Banken überfallen. Hatte es 1996 noch 96 Überfälle auf Geldinstitute gegeben, sind es in diesem Jahr bislang 14. "Die Umstellung der Auszahlung von Kassen auf Automaten sowie die immer bessere technische Ausstattung der Sicherheitsvorrichtungen sind die Gründe für diese erfreuliche Entwicklung", sagte Kriminaldirektor Winfried Roll der Berliner Morgenpost. Er geht davon aus, dass es in diesem Jahr nur noch wenige Banküberfalle geben wird.
(...)
Ein weiterer Trend: Die Täter erbeuten bei den Raubtaten immer weniger Geld, da die Mitarbeiter wegen der mit einem Zeitschloss gesicherten Tresore nur an geringe Mengen Bargeld kommen. "Pro Überfall werden durchschnittlich nur 8600 Euro erbeutet", erklärte Winfried Roll, der beim Berliner Landeskriminalamt (LKA) unter anderem auch für die Prävention zuständig ist.
(...)
Die Sinnlosigkeit solcher Taten hat sich offenbar auch in kriminellen Kreisen herumgesprochen. Waren im Jahr 2002 noch 51 Fälle bekannt geworden, lag die Zahl der Banküberfälle im vergangenen Jahr bereits bei 41. Vor der Einführung des Euro hatte es allerdings schon einmal eine deutliche Abnahme der Raube auf Geldinstitute gegeben. Im Jahr 2000 waren es 32, ein Jahr später 21. Mit der Einführung des Euro dachten offenbar einige Täter, dass es sich nun wieder lohnen würde, Banken zu überfallen. Doch diese Hoffnung hat sich zerschlagen. In diesem Jahr könnte es sogar weniger als 20 solcher Überfälle in Berlin geben."
Der ganze Berliner Morpenpost-Artikel
contributor - am Montag, 13. September 2004, 13:27 - Rubrik: Bankraub-Trends
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in Wikipedia:
Jesse Woodson James (* 5. September 1847, Clay County (Missouri), USA; † 3. April 1882, St. Joseph (Missouri)) war ein berühmter Outlaw des Wilden Westens.
Der ganze Lexikonbeitrag
Jesse Woodson James (* 5. September 1847, Clay County (Missouri), USA; † 3. April 1882, St. Joseph (Missouri)) war ein berühmter Outlaw des Wilden Westens.
Der ganze Lexikonbeitrag
contributor - am Montag, 13. September 2004, 13:21 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Heribert J. Leonardy:
Der Mythos vom »edlen« Räuber
Untersuchungen narrativer Tendenzen und Bearbeitungsformen bei den Legenden der vier Räuberfiguren Robin Hood, Schinderhannes, Jesse James und Ned Kelly
Dissertation, Saarbrücken 1997, ISBN 3-932683-75-7, 264 S., 23,00 EUR
Dutzende edler Räuber streiten auf Buch- und Comicseiten, Kinoleinwänden oder Fernsehschirmen für Gerechtigkeit, indem sie auf eigene Faust dort neu verteilen und rächen, wo ungerechte und unmenschliche Bedingungen herrschen. Diese Wunschvorstellung, die mit jeder Geschichte vom Kampf gegen das Unrecht neu beschworen wird, ist längst zum Mythos geworden. Wie der Räuber heißt, ist nicht entscheidend, hingegen aber die Art und Weise, in der er verherrlicht wird.
Das vorliegende Buch beschreibt die kulturgeschichtlichen Werdegänge von vier solcher Helden, die uns allen schon auf der Kinoleinwand oder im Fernsehen begegnet sind: Robin Hood, Schinderhannes, Jesse James und Ned Kelly.
Heribert Johannes Leonardy, geb. 1964, schloß 1991 das Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Anglistik und Amerikanischen Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität des Saarlandes ab mit einer Magisterarbeit über Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Film. Die vorliegende Dissertation entstand von 1991 bis 1995.
Der Mythos vom »edlen« Räuber
Untersuchungen narrativer Tendenzen und Bearbeitungsformen bei den Legenden der vier Räuberfiguren Robin Hood, Schinderhannes, Jesse James und Ned Kelly
Dissertation, Saarbrücken 1997, ISBN 3-932683-75-7, 264 S., 23,00 EUR
Dutzende edler Räuber streiten auf Buch- und Comicseiten, Kinoleinwänden oder Fernsehschirmen für Gerechtigkeit, indem sie auf eigene Faust dort neu verteilen und rächen, wo ungerechte und unmenschliche Bedingungen herrschen. Diese Wunschvorstellung, die mit jeder Geschichte vom Kampf gegen das Unrecht neu beschworen wird, ist längst zum Mythos geworden. Wie der Räuber heißt, ist nicht entscheidend, hingegen aber die Art und Weise, in der er verherrlicht wird.Das vorliegende Buch beschreibt die kulturgeschichtlichen Werdegänge von vier solcher Helden, die uns allen schon auf der Kinoleinwand oder im Fernsehen begegnet sind: Robin Hood, Schinderhannes, Jesse James und Ned Kelly.
Heribert Johannes Leonardy, geb. 1964, schloß 1991 das Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Anglistik und Amerikanischen Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität des Saarlandes ab mit einer Magisterarbeit über Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Film. Die vorliegende Dissertation entstand von 1991 bis 1995.
contributor - am Freitag, 10. September 2004, 22:10 - Rubrik: Edle Raeuber - Robin Hoods
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Der Wiener Kurier (9.9. 2004) weiss es jetzt schon. In Österreich wird es dieses Jahr das Rekordjahr der Bankräuber geben:
Das Rekordjahr der Bankräuber
"Das Jahr 2004 wird als das Jahr mit den bisher meisten bewaffneten Raubzügen auf Banken und Postämter in die heimische Kriminalgeschichte eingehen. Offiziell verfügbar war am Donnerstag zwar nur die Statistik von Jänner bis Juli, die 77 Coups (davon 46 in Wien) ausweist. Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr lagen bei 60 (bzw. 27). Für August und die ersten September-Tage wird heuer aber noch ein gutes Dutzend dazuzuzählen sein, drei sind es in Wien. Im gesamten Vorjahr wurden in Österreich 106 Bank- und Postüberfälle gezählt. Die Hälfte davon, also 53, sind in Wien verübt worden. Der steigende Trend hält unvermindert an. Wiener Kriminalisten rechnen täglich mit dem fünfzigsten Coup."
Ha, die zählen für Wien weit mehr als die Kronen-Zeitung
"Die Exekutive sieht vor allem Geldinstitute gefordert, ihre Schutzmechanismen zu verbessern. Die Gefahr dabei: Täter weichen auf andere lohnende Objekte aus, doch schon jetzt sind die Raubdelikte in allen Sparten (Geschäfte, Straße usw.) steigend."
Immerhin, da hat jemand mal einen weiteren Horizont. Bleibt anzumerken, dass auch die weitere Brutalisierung damit verbunden sein wird. Und dann ist man wieder bei der Frage: Geht es um den Schutz des Geldes der Banken oder ihrer Kunden?
Der ganze Artikel
Na ja und im Forum der Zeitung finden wir dann wieder den üblichen rassistischen Schmäh und entsprechende Erwiderungen
Das Rekordjahr der Bankräuber
"Das Jahr 2004 wird als das Jahr mit den bisher meisten bewaffneten Raubzügen auf Banken und Postämter in die heimische Kriminalgeschichte eingehen. Offiziell verfügbar war am Donnerstag zwar nur die Statistik von Jänner bis Juli, die 77 Coups (davon 46 in Wien) ausweist. Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr lagen bei 60 (bzw. 27). Für August und die ersten September-Tage wird heuer aber noch ein gutes Dutzend dazuzuzählen sein, drei sind es in Wien. Im gesamten Vorjahr wurden in Österreich 106 Bank- und Postüberfälle gezählt. Die Hälfte davon, also 53, sind in Wien verübt worden. Der steigende Trend hält unvermindert an. Wiener Kriminalisten rechnen täglich mit dem fünfzigsten Coup."
Ha, die zählen für Wien weit mehr als die Kronen-Zeitung
"Die Exekutive sieht vor allem Geldinstitute gefordert, ihre Schutzmechanismen zu verbessern. Die Gefahr dabei: Täter weichen auf andere lohnende Objekte aus, doch schon jetzt sind die Raubdelikte in allen Sparten (Geschäfte, Straße usw.) steigend."
Immerhin, da hat jemand mal einen weiteren Horizont. Bleibt anzumerken, dass auch die weitere Brutalisierung damit verbunden sein wird. Und dann ist man wieder bei der Frage: Geht es um den Schutz des Geldes der Banken oder ihrer Kunden?
Der ganze Artikel
Na ja und im Forum der Zeitung finden wir dann wieder den üblichen rassistischen Schmäh und entsprechende Erwiderungen
contributor - am Freitag, 10. September 2004, 15:07 - Rubrik: Wien 2004
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Am Mittwoch, 29. September um 20.45 Uhr auf ARTE:
ReConstruCtion
Regie: Irene Lusztig, Rumänien/USA 2001, Video, 90min., OV mit engl. UT
Über die Doku:
Im Jahr 1959 wurde die Grossmutter der Filmemacherin für ihre Beteiligung an einem Banküberfall durch die «Ioanid-Bande» zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Vierzig Jahre später geht Rekonstruktion allen Verästelungen eines Verbrechens und eines politischen Prozesses nach, die zu den umstrittensten in der Geschichte des Kommunismus in Rumänien zählen. Der Film fügt Teile eines Puzzles (Interviews, Archivmaterial) zu einer bewegenden kollektiven Geschichte und einem einfühlsamen Porträt der Grossmutter zusammen.
Obwohl der Ausgangspunkt für Rekonstruktion ein Banküberfall ist, der 1959 in Bukarest stattfand, erzählt der Film vor allem eine bewegende Familiengeschichte, die drei Generationen umfasst, und lässt sich als Detektivarbeit einer Dokumentarfilmerin über das heutige Rumänien verstehen. Die Familienanekdote, die ja ziemlich «romantisch» daherkommt (die eigene Grossmutter als Bankräuberin!), ist nicht die Hauptsache; zahlreiche Problemkreise wie Ideologie, Rassismus, Familie, Freiheit und Liebe werden behandelt, nicht zu vergessen die Frage nach den Mitteln, die es braucht, um einen solchen Film überhaupt drehen zu können. Mit viel Sensibilität und Verstand nimmt uns Irene Lusztig auf zwei parallele Reisen mit (die eine objektiv, die andere emotional), welche am Ende des Films zu einer einzigen verschmelzen. Man verlässt die Vorführung mit erweitertem, reiferem Blick.
ReConstruCtion
Regie: Irene Lusztig, Rumänien/USA 2001, Video, 90min., OV mit engl. UT
Über die Doku:
Im Jahr 1959 wurde die Grossmutter der Filmemacherin für ihre Beteiligung an einem Banküberfall durch die «Ioanid-Bande» zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Vierzig Jahre später geht Rekonstruktion allen Verästelungen eines Verbrechens und eines politischen Prozesses nach, die zu den umstrittensten in der Geschichte des Kommunismus in Rumänien zählen. Der Film fügt Teile eines Puzzles (Interviews, Archivmaterial) zu einer bewegenden kollektiven Geschichte und einem einfühlsamen Porträt der Grossmutter zusammen. Obwohl der Ausgangspunkt für Rekonstruktion ein Banküberfall ist, der 1959 in Bukarest stattfand, erzählt der Film vor allem eine bewegende Familiengeschichte, die drei Generationen umfasst, und lässt sich als Detektivarbeit einer Dokumentarfilmerin über das heutige Rumänien verstehen. Die Familienanekdote, die ja ziemlich «romantisch» daherkommt (die eigene Grossmutter als Bankräuberin!), ist nicht die Hauptsache; zahlreiche Problemkreise wie Ideologie, Rassismus, Familie, Freiheit und Liebe werden behandelt, nicht zu vergessen die Frage nach den Mitteln, die es braucht, um einen solchen Film überhaupt drehen zu können. Mit viel Sensibilität und Verstand nimmt uns Irene Lusztig auf zwei parallele Reisen mit (die eine objektiv, die andere emotional), welche am Ende des Films zu einer einzigen verschmelzen. Man verlässt die Vorführung mit erweitertem, reiferem Blick.
- Eine instruktive Filmkritik findet sich in "Die Jüdische"
contributor - am Sonntag, 5. September 2004, 12:37 - Rubrik: Jewish Studies
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Vermutlich um ihn zu denunzieren verweist die Wiener Sozialistische Jugend unter der Rubrik " Linke Biographien " auf die angeblichen Banküberfälle von Stalin. Ob das tatsächlich so zutrifft, ist jedoch umstritten. Und ausserdem ist das wohl das geringste Verbrechen, dass "Väterchen Stalin" anzukreiden ist. Etwas detaillierter ist der Artikel von Wladislaw Hedeler (Josef der Räuber - Revolutionärer Terror in Rußland) in Vabanque. Bankraub.Theorie.Praxis.Geschichte. Der Beitrag diskutiert diesen Sachverhalt ausführlichst.
vabanque - am Samstag, 4. September 2004, 13:11 - Rubrik: Politischer Bankraub
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Österreichischer Nationalrat,
XXII. Gesetzgebungsperiode
Stenographisches Protokoll
58. Sitzung / Seite 69
Mittwoch, 5. Mai 2004
Für den FPÖ-Abgeordneten Mainoni ist alles organisierte Kriminalität. Bei der Gelegenheit muss man wohl doch wieder einmal an die Burschen aus den eigenen Reihen erinnern. Vielleicht sollten wir doch nochmal auf die FPÖ-Bankräuberwitwe Magda Bleckmann-Jost zu sprechen kommen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Mainoni. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte, Herr Kollege.
14.40
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Dieses Übereinkommen heißt Palermo-Übereinkommen, und zwar nicht deshalb, weil die sizilianische Metropole oftmals mit der Mafia in Verbindung gebracht wird, sondern deshalb, weil in Palermo diese internationale Tagung stattgefunden hat.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die organisierte Kriminalität ist überall, sie ist vor allem aber auch in Österreich, das dürfen wir nicht übersehen. Wenn wir hier zum Beispiel lesen „Kokain Vom Treibstoff der Schickeria zur Volksdroge“, wenn wir von Heroin lesen, das uns überschwemmt, was so weit geht, dass in Wiener U-Bahn-Stationen schon völlig unbeteiligte Personen angesprochen werden, ob sie nicht Suchtgift kaufen wollen, dann muss ich sagen: Das ist organisierte Kriminalität!
Woher kommen die Asylsuchenden, ob Scheinasylanten oder echte Asylwerber? Die haben sicherlich keinen Kompass, keinen Zugfahrplan und auch keine Wanderkarte. Das Schleppereiunwesen ist Teil der organisierten Kriminalität, meine Damen und Herren!
Der Menschenhandel, ein äußerst brutales, menschenunwürdiges und sehr einträgliches Geschäft, von dem oft sehr junge Menschen betroffen sind – organisierte Kriminalität hier in Österreich. Gang und gäbe, tagtäglich vollzogen!
Oder, meine sehr geehrten Damen und Herren, auch die Serie von Bankrauben, von denen Wien derzeit heimgesucht wird. Ich zeige Ihnen hier die Bilder. (Der Redner hält Fotos in die Höhe.) Sie werden aus den Tagesmedien ohnehin kennen, wie es aussieht, wenn Bankbedienstete von brutalen Verbrechern überfallen werden. Am 5. Mai dieses Jahres hat der 33. Banküberfall in Wien stattgefunden. Ich muss schon sagen: Das ist eine gehörige Zahl! Im gesamten vergangenen Jahr gab es in Wien 51 Banküberfälle, mit Ende April dieses Jahres waren es bereits 33. Es gibt sogar Bankbeamte, die heuer bereits zweimal überfallen worden sind. Wien ist längst nicht mehr sicher! Lassen Sie mich das auch hier sagen.
Einige dieser Banden, die hier die Banken überfallen, rekrutieren sich auch wieder aus Ausländern in organisierter Kriminalität, etwa die südamerikanische Messerbande, wie sie von den Fahndern bezeichnet wird. Organisierte Kriminalität ist in Österreich also allgegenwärtig.
XXII. Gesetzgebungsperiode
Stenographisches Protokoll
58. Sitzung / Seite 69
Mittwoch, 5. Mai 2004
Für den FPÖ-Abgeordneten Mainoni ist alles organisierte Kriminalität. Bei der Gelegenheit muss man wohl doch wieder einmal an die Burschen aus den eigenen Reihen erinnern. Vielleicht sollten wir doch nochmal auf die FPÖ-Bankräuberwitwe Magda Bleckmann-Jost zu sprechen kommen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Mainoni. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte, Herr Kollege.
14.40
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Dieses Übereinkommen heißt Palermo-Übereinkommen, und zwar nicht deshalb, weil die sizilianische Metropole oftmals mit der Mafia in Verbindung gebracht wird, sondern deshalb, weil in Palermo diese internationale Tagung stattgefunden hat.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die organisierte Kriminalität ist überall, sie ist vor allem aber auch in Österreich, das dürfen wir nicht übersehen. Wenn wir hier zum Beispiel lesen „Kokain Vom Treibstoff der Schickeria zur Volksdroge“, wenn wir von Heroin lesen, das uns überschwemmt, was so weit geht, dass in Wiener U-Bahn-Stationen schon völlig unbeteiligte Personen angesprochen werden, ob sie nicht Suchtgift kaufen wollen, dann muss ich sagen: Das ist organisierte Kriminalität!
Woher kommen die Asylsuchenden, ob Scheinasylanten oder echte Asylwerber? Die haben sicherlich keinen Kompass, keinen Zugfahrplan und auch keine Wanderkarte. Das Schleppereiunwesen ist Teil der organisierten Kriminalität, meine Damen und Herren!
Der Menschenhandel, ein äußerst brutales, menschenunwürdiges und sehr einträgliches Geschäft, von dem oft sehr junge Menschen betroffen sind – organisierte Kriminalität hier in Österreich. Gang und gäbe, tagtäglich vollzogen!
Oder, meine sehr geehrten Damen und Herren, auch die Serie von Bankrauben, von denen Wien derzeit heimgesucht wird. Ich zeige Ihnen hier die Bilder. (Der Redner hält Fotos in die Höhe.) Sie werden aus den Tagesmedien ohnehin kennen, wie es aussieht, wenn Bankbedienstete von brutalen Verbrechern überfallen werden. Am 5. Mai dieses Jahres hat der 33. Banküberfall in Wien stattgefunden. Ich muss schon sagen: Das ist eine gehörige Zahl! Im gesamten vergangenen Jahr gab es in Wien 51 Banküberfälle, mit Ende April dieses Jahres waren es bereits 33. Es gibt sogar Bankbeamte, die heuer bereits zweimal überfallen worden sind. Wien ist längst nicht mehr sicher! Lassen Sie mich das auch hier sagen.
Einige dieser Banden, die hier die Banken überfallen, rekrutieren sich auch wieder aus Ausländern in organisierter Kriminalität, etwa die südamerikanische Messerbande, wie sie von den Fahndern bezeichnet wird. Organisierte Kriminalität ist in Österreich also allgegenwärtig.
vabanque - am Samstag, 4. September 2004, 12:59 - Rubrik: Wien 2004
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Im Falter (18.4. 2003) gab es ein Portrait des Theaterschriftstellers Rene Pollesch von KARIN CERNY:
"WIENER FESTWOCHEN Das spannendste Festwochen-Theater dürfte auch heuer in der Reihe forumfestwochen ff zu sehen sein, die sich diesmal auf die Suche nach "Neuen Helden" begibt. Mit René Pollesch gibt es dabei den zurzeit vielleicht interessantesten Theatermacher Deutschlands zu entdecken.
(...)
Nächstes Jahr wird René Pollesch auch an der Burg arbeiten (Hausdramaturg Andreas Beck und er kennen sich schon lange), für Juni 2003 ist eine Produktion am Kasino geplant. Der tolle Titel für den noch zu schreibenden Text lautet: "Ich bin froh, dass jeder Kuss mich daran erinnert, welche Scheiße ich hier lebe, welche Scheiße ich hier erlebe". Das ist übrigens zugleich der letzte Satz aus Polleschs jüngstem Stück an der Volksbühne. In "Freedom, Beauty, Truth & Love. Das revolutionäre Unternehmen" (Premiere war im März) schließt er den Film "Moulin Rouge" mit einem Banküberfall kurz und umkreist - wie in den meisten seiner Texte - die Frage nach Liebe in Zeiten des globalen Kapitals. Bei Pollesch gibt es immer verzwickte Bedürfnisstrukturen: "Ich liege da am Boden während eines Banküberfalls und denke, ich könnte mir mal wieder die Haare machen lassen, so wie man das denkt, wenn man verliebt ist."
Liebe, die als Banküberfall realisiert wird? So wie in Pollesch-Abenden Sätze und Gedanken ohne Anschlusspausen zwischen den Sprechern hin- und herspringen, wechseln Personen auch von einer Sekunde auf die nächste Geschlecht oder Identität.
"WIENER FESTWOCHEN Das spannendste Festwochen-Theater dürfte auch heuer in der Reihe forumfestwochen ff zu sehen sein, die sich diesmal auf die Suche nach "Neuen Helden" begibt. Mit René Pollesch gibt es dabei den zurzeit vielleicht interessantesten Theatermacher Deutschlands zu entdecken.
(...)
Nächstes Jahr wird René Pollesch auch an der Burg arbeiten (Hausdramaturg Andreas Beck und er kennen sich schon lange), für Juni 2003 ist eine Produktion am Kasino geplant. Der tolle Titel für den noch zu schreibenden Text lautet: "Ich bin froh, dass jeder Kuss mich daran erinnert, welche Scheiße ich hier lebe, welche Scheiße ich hier erlebe". Das ist übrigens zugleich der letzte Satz aus Polleschs jüngstem Stück an der Volksbühne. In "Freedom, Beauty, Truth & Love. Das revolutionäre Unternehmen" (Premiere war im März) schließt er den Film "Moulin Rouge" mit einem Banküberfall kurz und umkreist - wie in den meisten seiner Texte - die Frage nach Liebe in Zeiten des globalen Kapitals. Bei Pollesch gibt es immer verzwickte Bedürfnisstrukturen: "Ich liege da am Boden während eines Banküberfalls und denke, ich könnte mir mal wieder die Haare machen lassen, so wie man das denkt, wenn man verliebt ist."
Liebe, die als Banküberfall realisiert wird? So wie in Pollesch-Abenden Sätze und Gedanken ohne Anschlusspausen zwischen den Sprechern hin- und herspringen, wechseln Personen auch von einer Sekunde auf die nächste Geschlecht oder Identität.
contributor - am Samstag, 4. September 2004, 12:45 - Rubrik: Theater
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Wieder Bank in Wien überfallen
berichtet die Kronenzeitung (3.9.2004)
Am Freitag gab es Bankraub Nummer 44 in Wien in diesem Jahr. Zwei Männer stürmten eine Bankfiliale in Wien-Favoriten und konnten unerkannt entkommen.
Der Standard (3.9.2004) berichtet darüber hinaus:
Patscherte Bankräuber in Wien-Favoriten aktiv
Plastiksackerl zum Abtransport der Beute hatte Loch - Nur die Flucht klappte.
Wien - Weil in Anlehnung an eine Textzeile eines bekannten Liedes einer allein oft nicht genügend Ungeschick aufbringen kann, wurde die Filiale der Erste-Bank in der Quellenstraße 173 in Wien-Favoriten am Freitagvormittag von einem Duo überfallen. Um dem Spruch gerecht zu werden, brachten sie laut Polizei ein Plastiksackerl zum Abtransport des Geldes mit, das ein Loch hatte. Die Folge: Die ohnehin nicht gerade hohe Beute rutschte durch und fiel auf den Boden.
Die beiden Täter sammelten das Geld auf und flüchteten. Als sie aus dem Geldinstitut stürmten, verloren sie erst einen Teil der Beute. Immerhin gelang die Flucht - vorläufig.
berichtet die Kronenzeitung (3.9.2004)
Am Freitag gab es Bankraub Nummer 44 in Wien in diesem Jahr. Zwei Männer stürmten eine Bankfiliale in Wien-Favoriten und konnten unerkannt entkommen.
Der Standard (3.9.2004) berichtet darüber hinaus:
Patscherte Bankräuber in Wien-Favoriten aktiv
Plastiksackerl zum Abtransport der Beute hatte Loch - Nur die Flucht klappte.
Wien - Weil in Anlehnung an eine Textzeile eines bekannten Liedes einer allein oft nicht genügend Ungeschick aufbringen kann, wurde die Filiale der Erste-Bank in der Quellenstraße 173 in Wien-Favoriten am Freitagvormittag von einem Duo überfallen. Um dem Spruch gerecht zu werden, brachten sie laut Polizei ein Plastiksackerl zum Abtransport des Geldes mit, das ein Loch hatte. Die Folge: Die ohnehin nicht gerade hohe Beute rutschte durch und fiel auf den Boden.
Die beiden Täter sammelten das Geld auf und flüchteten. Als sie aus dem Geldinstitut stürmten, verloren sie erst einen Teil der Beute. Immerhin gelang die Flucht - vorläufig.
contributor - am Samstag, 4. September 2004, 12:40 - Rubrik: Wien 2004
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Manchmal fallen einem im Urlaub so merkwürdige Zeitschriften wie „Readers Digest – Das Beste“ („Artikel von bleibendem Wert . 25 Millionen Exemplare in 19 Sprachen“) in die Hände. Und dann meist ältere Ausgaben, wie die vom Mai 2000, in der „Eine Frau die Vogelmörder in Süditalien jagt“. In derselben Nummer fand sich aber auch eine Reportage von Jérome Dupuis und Jean-Marie Pontaut: „Schatzsuche bei Crédit Lyonnais.“ (S.72-81).
Ein Brand zerstörte am 5.Mai 1996 den Tresorraum der Pariser Bank am Boulevard des Italiens. Diese 1876 von Gustave Eiffel errichtete größte Tresoranlage Europas mit 7.800 Safes beherbergte sowohl einfach Schließfächer wie große Stahlkammern. Zwei aufschlussreiche Fotos illustrieren den Bericht und veranschaulichen, dass die Flammen tatsächlich ganze Arbeit geleistet hatten. Das Bankhaus war völlig zerstört. Eine interessante Frage bleibt. Wer haftet eigentlich in so einem Fall und wie weist man nach, was da tatsächlich verlorengegangen sein könnte? Die meisten Schließfachinhaber hatten aber Glück und bekamen ihre Wertgegenstände mehr oder weniger unversehrt zurück, weil die die Tresore dem Feuer weitgehend standgehalten hatten. Doch kamen beim Aufräumen auch ungewöhnliche bis kompromittierende Dinge zum Vorschein. Jedenfalls erinnern die Details der Reportage an jene großen Tresoreinbrüche anno 1929 in Berlin und 1976 in Nizza, als dabei ebenfalls interessante Dinge zum Vorschein kamen und insbesondere von Spaggiari und seinen Kumpanen vor Ort in Nizza entsprechend inszeniert wurde. Aber natürlich trifft es in solchen Fällen immer auch bemitleidendswerte Zeitgenossen, die ihr paar Habseligkeiten sicher verwahrt glaubten. Wer denkt auch im Ernst daran, dass so ein Bankhaus einfach abbrennen kann. Insgesamt wurden bisher nur 1,9 Millonen Mark an geschädigte Kunden bezahlt. Und hier schließen wir uns dem Urteil der Autoren an: „Eine lächerliche Summe im Vergleich zu dem unermesslichen Schatz, der unter dem Boulevard des Italiens begraben war“.
Ein Brand zerstörte am 5.Mai 1996 den Tresorraum der Pariser Bank am Boulevard des Italiens. Diese 1876 von Gustave Eiffel errichtete größte Tresoranlage Europas mit 7.800 Safes beherbergte sowohl einfach Schließfächer wie große Stahlkammern. Zwei aufschlussreiche Fotos illustrieren den Bericht und veranschaulichen, dass die Flammen tatsächlich ganze Arbeit geleistet hatten. Das Bankhaus war völlig zerstört. Eine interessante Frage bleibt. Wer haftet eigentlich in so einem Fall und wie weist man nach, was da tatsächlich verlorengegangen sein könnte? Die meisten Schließfachinhaber hatten aber Glück und bekamen ihre Wertgegenstände mehr oder weniger unversehrt zurück, weil die die Tresore dem Feuer weitgehend standgehalten hatten. Doch kamen beim Aufräumen auch ungewöhnliche bis kompromittierende Dinge zum Vorschein. Jedenfalls erinnern die Details der Reportage an jene großen Tresoreinbrüche anno 1929 in Berlin und 1976 in Nizza, als dabei ebenfalls interessante Dinge zum Vorschein kamen und insbesondere von Spaggiari und seinen Kumpanen vor Ort in Nizza entsprechend inszeniert wurde. Aber natürlich trifft es in solchen Fällen immer auch bemitleidendswerte Zeitgenossen, die ihr paar Habseligkeiten sicher verwahrt glaubten. Wer denkt auch im Ernst daran, dass so ein Bankhaus einfach abbrennen kann. Insgesamt wurden bisher nur 1,9 Millonen Mark an geschädigte Kunden bezahlt. Und hier schließen wir uns dem Urteil der Autoren an: „Eine lächerliche Summe im Vergleich zu dem unermesslichen Schatz, der unter dem Boulevard des Italiens begraben war“.
contributor - am Samstag, 4. September 2004, 00:59 - Rubrik: Ueber Banken
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Peter Carey: Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang. S. Fischer Frankfurt/M. 2002.
Das Buch beginnt mit dem Showdown, in dessen Verlauf der australische 'Outlaw' Ned Kelly, 1855 geboren, gefangen genommen und anschließend hingerichtet wurde. Der Roman von Peter Carey ist als Autobiographie konzipiert, den Ned Kelly für seine Tochter verfasst habe. Die äußere Form ist als „undatierter, unsignierter handschriftlicher Bericht aus dem Bestand der Melbourne Public Library (V.L.10453)“ gerahmt, der nach dem „Kelly-Aufstand“ am Abend des 28.6. 1880 in 13 Päckchen mit verschmutzten, verknitterten Papieren in einer Metalltruhe gesichert wurde.
Der australische Schriftsteller Peter Carey (Jg. 1943), der in New York lebt, gilt laut Klappentext als „einer der bekanntesten Autoren seines Landes“. Für das hier interessierende Buch bekam er 2001 zum zweiten Mal den „Booker Prize“ verliehen. Für den Roman unternahm Carey umfangreiche Recherchen. Er konsultierte darüber hinaus weitere Bücher über Ned Kelly (John McQuilton: The Kelley Outbreak; Kevin Passey/Gary Dean: Harry Power: Tutor of Ned Kelly; Henry Glassie: Irish Folktales; Keith McMenomy: Ned Kelly: The Authentic Illustrated Story und Ian Jones: Ned Kelly)
Diese Form und die präsentierte Historizität des Stoffes suggeriert Authentizität. Und in der Tat ist der Roman realistische Literatur, die sich wohltuend jeder sozialromantischen Verklärung des Outlaw-Lebens enthält. Carey holt die historische Figur Ned Kelly vielmehr auf den Boden jener sozialen Realität des 19. Jhdt. in Australien zurück, die eine sozialhistorische Betrachtung vermutlich ebenfalls zutage befördern würde. Es bleibt nicht viel Raum für den vermeintlichen Glamour des „Outlaws“. Zutage tritt vielmehr eines Lebenswelt, die geprägt ist von Armut, Schmutz, Korruption, Ungerechtigkeit und Verzweiflung. Das Leben des Ned Kelly wird gezeichnet von dem Verlangen nach einem Zuhause und vor allem nach Würde und Respekt. Gesetzlosigkeit ist ein Zustand, der nicht qua Rechtsprechung, sondern durch die Macht des Stärkeren konstituiert wird. Demgegenüber entsteht jene moralische Ökonomie, die versucht, die Welt zusammenzuhalten, die aber immer wieder zusammenstößt mit den sozialen Kräften der ursprünglichen Akkumulation, die einmal mehr zeigt, dass die Kapitalanhäufung historisch zu einem Gutteil das Ergebnis von krimineller Energie, Gier und Skrupellosigkeit gewesen ist. Der Begriff der »ursprünglichen Akkumulation« besagt denn auch nichts anderes, als dass die Mehrheit der Bevölkerung von ihrem Landbesitz bzw. ihrer landwirtschaftlichen Lebensgrundlage enteignet werden muss, damit sie als Arbeitskräfte für die Industrie bzw. Die industrialisierte Landwirtschaft der Kolonie zur Verfügung stehen. Wie so etwas konkret vonstatten geht, beschreibt dieser Roman am Beispiel der Biographie des Ned Kelly. Es bedarf schon einer ziemlichen Ansammlung von falschen Anschuldigungen, Gefängnisaufenthalten und entsprechender Erfahrung mit Polizei und Justiz, bis sich die Kelly-Bande herausbildet. Dabei handelt es sich gerade einmal um vier Männern, ohne große Schulbildung, die gegen eine Koalition von Medien, Regierung und »Greifern« nur deshalb zeitweise bestehen konnte, weil sie sich wie eine Guerilla als Fisch im Wasser bewegen konnten. Ihre Unfähigkeit die Bande gefangenzunehmen erklärte die Polizei damit, dass sie im betreffenden Landstrich die Kontrolle verloren habe.
Von einem Banküberfall ist im gesamten Buch erstmals auf S. 364 die Rede. Insgesamt gibt es zwei davon. Der erste Bankraub ist im Roman derart konzipiert, dass er die materielle Grundlage zur Gegenbestechung der Bevölkerung liefern solle, damit die „Greifer“ die Armen nicht für Hinweise über den Aufenthalt der Gang gewinnen können. Der Banküberfall wird maßgeblich von der Geliebten und Gefährtin, Mary Hearn, von Ned Kelly geplant, die Beschreibung des Vorgangs wird über einem Bericht des Morning Chronicle, vom 11.12.1878 in den Roman montiert. Anstatt der erhofften 10.000 Pfund wurden es aber nur 2.200 Pfund. Es folgte ein zweiter Banküberfall, der in Begleitung von einem Polizisten und in Polizeiuniform durchgeführt wurde. Die Banküberfälle dienen der Geldbeschaffung und zur Begleichung von Schulden. Also klassische Ziele. Darüber hinaus wird auch noch Freunden geholfen und somit dient diese Form des Gelderwerbs der Akkumulation von sozialem Kapital.
Jede Menge Stoff über Ned Kelly
Das Buch beginnt mit dem Showdown, in dessen Verlauf der australische 'Outlaw' Ned Kelly, 1855 geboren, gefangen genommen und anschließend hingerichtet wurde. Der Roman von Peter Carey ist als Autobiographie konzipiert, den Ned Kelly für seine Tochter verfasst habe. Die äußere Form ist als „undatierter, unsignierter handschriftlicher Bericht aus dem Bestand der Melbourne Public Library (V.L.10453)“ gerahmt, der nach dem „Kelly-Aufstand“ am Abend des 28.6. 1880 in 13 Päckchen mit verschmutzten, verknitterten Papieren in einer Metalltruhe gesichert wurde.
Der australische Schriftsteller Peter Carey (Jg. 1943), der in New York lebt, gilt laut Klappentext als „einer der bekanntesten Autoren seines Landes“. Für das hier interessierende Buch bekam er 2001 zum zweiten Mal den „Booker Prize“ verliehen. Für den Roman unternahm Carey umfangreiche Recherchen. Er konsultierte darüber hinaus weitere Bücher über Ned Kelly (John McQuilton: The Kelley Outbreak; Kevin Passey/Gary Dean: Harry Power: Tutor of Ned Kelly; Henry Glassie: Irish Folktales; Keith McMenomy: Ned Kelly: The Authentic Illustrated Story und Ian Jones: Ned Kelly)Diese Form und die präsentierte Historizität des Stoffes suggeriert Authentizität. Und in der Tat ist der Roman realistische Literatur, die sich wohltuend jeder sozialromantischen Verklärung des Outlaw-Lebens enthält. Carey holt die historische Figur Ned Kelly vielmehr auf den Boden jener sozialen Realität des 19. Jhdt. in Australien zurück, die eine sozialhistorische Betrachtung vermutlich ebenfalls zutage befördern würde. Es bleibt nicht viel Raum für den vermeintlichen Glamour des „Outlaws“. Zutage tritt vielmehr eines Lebenswelt, die geprägt ist von Armut, Schmutz, Korruption, Ungerechtigkeit und Verzweiflung. Das Leben des Ned Kelly wird gezeichnet von dem Verlangen nach einem Zuhause und vor allem nach Würde und Respekt. Gesetzlosigkeit ist ein Zustand, der nicht qua Rechtsprechung, sondern durch die Macht des Stärkeren konstituiert wird. Demgegenüber entsteht jene moralische Ökonomie, die versucht, die Welt zusammenzuhalten, die aber immer wieder zusammenstößt mit den sozialen Kräften der ursprünglichen Akkumulation, die einmal mehr zeigt, dass die Kapitalanhäufung historisch zu einem Gutteil das Ergebnis von krimineller Energie, Gier und Skrupellosigkeit gewesen ist. Der Begriff der »ursprünglichen Akkumulation« besagt denn auch nichts anderes, als dass die Mehrheit der Bevölkerung von ihrem Landbesitz bzw. ihrer landwirtschaftlichen Lebensgrundlage enteignet werden muss, damit sie als Arbeitskräfte für die Industrie bzw. Die industrialisierte Landwirtschaft der Kolonie zur Verfügung stehen. Wie so etwas konkret vonstatten geht, beschreibt dieser Roman am Beispiel der Biographie des Ned Kelly. Es bedarf schon einer ziemlichen Ansammlung von falschen Anschuldigungen, Gefängnisaufenthalten und entsprechender Erfahrung mit Polizei und Justiz, bis sich die Kelly-Bande herausbildet. Dabei handelt es sich gerade einmal um vier Männern, ohne große Schulbildung, die gegen eine Koalition von Medien, Regierung und »Greifern« nur deshalb zeitweise bestehen konnte, weil sie sich wie eine Guerilla als Fisch im Wasser bewegen konnten. Ihre Unfähigkeit die Bande gefangenzunehmen erklärte die Polizei damit, dass sie im betreffenden Landstrich die Kontrolle verloren habe.
Von einem Banküberfall ist im gesamten Buch erstmals auf S. 364 die Rede. Insgesamt gibt es zwei davon. Der erste Bankraub ist im Roman derart konzipiert, dass er die materielle Grundlage zur Gegenbestechung der Bevölkerung liefern solle, damit die „Greifer“ die Armen nicht für Hinweise über den Aufenthalt der Gang gewinnen können. Der Banküberfall wird maßgeblich von der Geliebten und Gefährtin, Mary Hearn, von Ned Kelly geplant, die Beschreibung des Vorgangs wird über einem Bericht des Morning Chronicle, vom 11.12.1878 in den Roman montiert. Anstatt der erhofften 10.000 Pfund wurden es aber nur 2.200 Pfund. Es folgte ein zweiter Banküberfall, der in Begleitung von einem Polizisten und in Polizeiuniform durchgeführt wurde. Die Banküberfälle dienen der Geldbeschaffung und zur Begleichung von Schulden. Also klassische Ziele. Darüber hinaus wird auch noch Freunden geholfen und somit dient diese Form des Gelderwerbs der Akkumulation von sozialem Kapital.
Jede Menge Stoff über Ned Kelly
vabanque - am Freitag, 3. September 2004, 11:56 - Rubrik: Literatur und Bankraub
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Nachzutragen ist auch noch der zweite Überfall binnen eines Jahres auf die Wiener Postfiliale (1108) am 12. oder 13.8.
Dieser Überfall ist der Kronenzeitung offensichtlich entgangen.
Im Warteschlange-Weblog wird uns zugearbeitet, was uns sehr freut.

Ein Zusammenhang mit dem "Sparkurs bei der Polizei" des österreichischen Innenministers Strasser will dort nicht hergestellt werden.
Dieser Überfall ist der Kronenzeitung offensichtlich entgangen.
Im Warteschlange-Weblog wird uns zugearbeitet, was uns sehr freut.


Ein Zusammenhang mit dem "Sparkurs bei der Polizei" des österreichischen Innenministers Strasser will dort nicht hergestellt werden.
vabanque - am Freitag, 3. September 2004, 09:00 - Rubrik: Wien 2004
Quod erat demonstrandum: Die wirklichen Summen fließen wo ganz anders ...
FRANKFURT ap Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt in einem neuen Bestechungsskandal. Verdächtigt werden mindestens 40 Banker, die sich bei Immobiliengeschäften bereichert haben sollen. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde sollen dabei Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen sein. Mindestens 500.000 Euro seien allein an einen Geschäftsführer einer Deutsche-Bank-Tochter gegangen. Geschmiert habe ihn ein Manager der Deka Immobilien Investment GmbH, der seit Juni in Untersuchungshaft sitze und dort ausgesagt habe. Dabei sei es unter anderem um den Bau eines 450 Millionen Euro teuren Hochhauses der Investment Banking Center, einer Tochter der Deutschen Bank, gegangen. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem sehr großen Ermittlungsverfahren, bei dem mit weiteren Verdächtigen zu rechnen sei.
taz vom 3.9.2004
FRANKFURT ap Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt in einem neuen Bestechungsskandal. Verdächtigt werden mindestens 40 Banker, die sich bei Immobiliengeschäften bereichert haben sollen. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde sollen dabei Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen sein. Mindestens 500.000 Euro seien allein an einen Geschäftsführer einer Deutsche-Bank-Tochter gegangen. Geschmiert habe ihn ein Manager der Deka Immobilien Investment GmbH, der seit Juni in Untersuchungshaft sitze und dort ausgesagt habe. Dabei sei es unter anderem um den Bau eines 450 Millionen Euro teuren Hochhauses der Investment Banking Center, einer Tochter der Deutschen Bank, gegangen. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem sehr großen Ermittlungsverfahren, bei dem mit weiteren Verdächtigen zu rechnen sei.
taz vom 3.9.2004
vabanque - am Donnerstag, 2. September 2004, 23:32 - Rubrik: Ueber Banken
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Irgendwie hat sie schon recht die belgische christliche Gewerkschaft des Gefängnispersonals, die taz verkauft ihre Ansichten unter der Rubrik "Die Wahrheit". Aber ist es nicht auch mit Banküberfällen so, dass Geiselnahmen vor allem eine Folge der Sicherheitsmaßnahmen und somit Teil einer sich drehenden Aufrüstungsspirale sind?
Schlupflöcher für die Häftlinge in belgischen Gefängnissen hat die christliche Gewerkschaft der Vollzugsbeamten verlangt. "Gefangene müssen weiter daran glauben, dass sie auf klassische Weise ausbrechen können", erklärte die Gewerkschaft. "Es ist besser, wenn sie mit Strickleitern oder durch die Verwechselung mit anderen Personen flüchten können, als wenn sie Bomben legen müssen oder Wärter als Geiseln nehmen." Die Wahrheit backt schnell ein paar Feilen in Kuchen ein. Das ist doch die schönste und klassischste Variante.
taz vom 1.9.2004,
Schlupflöcher für die Häftlinge in belgischen Gefängnissen hat die christliche Gewerkschaft der Vollzugsbeamten verlangt. "Gefangene müssen weiter daran glauben, dass sie auf klassische Weise ausbrechen können", erklärte die Gewerkschaft. "Es ist besser, wenn sie mit Strickleitern oder durch die Verwechselung mit anderen Personen flüchten können, als wenn sie Bomben legen müssen oder Wärter als Geiseln nehmen." Die Wahrheit backt schnell ein paar Feilen in Kuchen ein. Das ist doch die schönste und klassischste Variante.
taz vom 1.9.2004,
contributor - am Donnerstag, 2. September 2004, 11:49 - Rubrik: Techniken der Fahndung und Ueberwachung
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heißt ein Artikel auf der ersten Seite der Süddeutschen Zeitung am 1.9. 2004 über drei Tunnel unter dem Pariser Santé-Gefängnis (Vgl. a. den Standard vom 1.9. 2004:
"Die Tunnels wurden offenbar bereits im August entdeckt, als Häftlinge meldeten, sie hätten regelmäßig nächtliche Geräusche gehört. Zu jener Zeit war die Verlegung einer Reihe gefährlicher Sträflinge in andere Haftanstalten geplant.
Nach den Berichten sollen die Tunnels jeweils etwa 20 Meter lang sein. Sie befinden sich in Tiefen zwischen vier und 17 Metern. Zwei der alten Steinbrüche führen unter Wachtürmen des Santé-Gefängnisses hindurch, der dritte unter dem Haupteingang. Ihre Existenz war seit jeher bekannt, und sie waren deshalb mit Gittern versehen.
Die mehr als zehn Meter hohen Mauern und mehrere Sicherheitsschleusen haben nicht verhindert, dass es immer wieder zu spektakulären Ausbrüchen aus der Santé gekommen ist."
Dieser Sachverhalt wird zum Anlass genommen um über historische Ausbrüche aus dem Gefängnis zu berichten:
"Der Gangster Jacques Mesrine und zwei Komplizen brachen mit Hilfe von Waffen aus, die sie durch Bestechung eines Wärters beschafft hatten.
Die Flüchtige nahmen Gefängniswächtern deren Uniformen ab und entkamen über die Außenmauer, nachdem sie Bauarbeiter gezwungen hatten, Leitern anzulegen.
Mesrine wurde später von Polizisten erschossen."
"Die Tunnels wurden offenbar bereits im August entdeckt, als Häftlinge meldeten, sie hätten regelmäßig nächtliche Geräusche gehört. Zu jener Zeit war die Verlegung einer Reihe gefährlicher Sträflinge in andere Haftanstalten geplant.
Nach den Berichten sollen die Tunnels jeweils etwa 20 Meter lang sein. Sie befinden sich in Tiefen zwischen vier und 17 Metern. Zwei der alten Steinbrüche führen unter Wachtürmen des Santé-Gefängnisses hindurch, der dritte unter dem Haupteingang. Ihre Existenz war seit jeher bekannt, und sie waren deshalb mit Gittern versehen.
Die mehr als zehn Meter hohen Mauern und mehrere Sicherheitsschleusen haben nicht verhindert, dass es immer wieder zu spektakulären Ausbrüchen aus der Santé gekommen ist."
Dieser Sachverhalt wird zum Anlass genommen um über historische Ausbrüche aus dem Gefängnis zu berichten:
"Der Gangster Jacques Mesrine und zwei Komplizen brachen mit Hilfe von Waffen aus, die sie durch Bestechung eines Wärters beschafft hatten.
Die Flüchtige nahmen Gefängniswächtern deren Uniformen ab und entkamen über die Außenmauer, nachdem sie Bauarbeiter gezwungen hatten, Leitern anzulegen.
Mesrine wurde später von Polizisten erschossen."
contributor - am Donnerstag, 2. September 2004, 11:30 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Der Corriere della Sera (15.8.2004) berichtet im Zusammenhang mit den Terror-Alarmmeldungen über die Kriminalitätsentwicklung in Italien im Zeitraum zwischen Juli 2001 bis Juni 2004 („stato della sicurrezza in Italia“).
Darüber hinaus führt der Corriere auch die vergleichbaren Zahlen für den Zeitraum zwischen Juli 1998 und Juni 2001 an. Insgesamt sind (mit Ausnahme der Computerkriminalität) sowohl die absoluten Zahlen als auch die Prozente gesunken. Insbesondere die Überfälle haben abgenommen.
Auf Banken und Juweliergeschäfte um 8,6, %, auf Geld-und Wertransporte um 29,9 %, auf Postautos um 45,5% und auf LKWs gar 48,3 %. Nur die Postämter haben mit 7,1% einen Zuwachs zu verzeichnen, so dass der Rückgang der absoluten Zahlen von 13.985 (1998-2001) auf 12.208 (2001-2004) doch nur relativ gering ausfällt.
Auch die Diebstähle und Gewaltverbrechen gegen Personen sind leicht rückläufig: „L'Italia è 'statisticamente' più sicura perche aumenta la pressione delle forze di polizia contro i delinquenti.“ So sei die Zahl der Verhaftungen im Zeitraum zwischen 2001 und 2004 (der Ära Berlusconi) um 14.6% gegenüber dem Vergleichszeitraum 1998-2001, in dem die Linksliberalen regiert hatten gestiegen.
Allerdings kann im Zeitalter der Kontrollgesellschaft, eine Gesellschaftsformation die der Notstände bedarf wie das tägliche Brot, auch nicht sein was nicht sein darf. Insofern werden nicht nur die Erfolge der eigenen „Sicherheitspolitik“ gefeiert, sondern darauf hingewiesen, dass es einen erheblichen Unterschied zwischen tatsächlicher Kriminalitätsentwicklung und angezeigter Delikte gebe.
Dass aber mit Berlusconi der eigentliche Gangster an der Regierungsspitze sitzt, wird dabei wohlweislich verschwiegen. Symbolisch nachvollziehbar wird das aber in einem allerorten verbreiteten Photo des „cavaliere“ mit Piratenkopfschmuck, den er aufgrund einer Haarbehandlung derzeit glaubt zur Schau tragen zu müssen. In solcher Gesellschaft fühlt sich insbesondere Tony Blair recht wohl, wie ein Agenturbild in der Süddeutsche Zeitung (20.8.2004) illustriert. Selbst die betuliche Bozener Dolomitenzeitung (20.8. 2004) fragt in diesem Zusammenhang („das Bild der Woche“) was diese Attitüde wohl bedeuten mag: „Ein Schelm wer Böses dabei denkt! Wenngleich ... erraten – wir Steuerzhaler lassen grüßen ... Die römischen Beutezüge tun dennoch weh. Uns. Der ganzen Flotte. Und so langsam säuft sie ab. Aber die Enterhaken fliegen munter weiter.“
Hier der offizielle Bericht des Innenministeriums
Darüber hinaus führt der Corriere auch die vergleichbaren Zahlen für den Zeitraum zwischen Juli 1998 und Juni 2001 an. Insgesamt sind (mit Ausnahme der Computerkriminalität) sowohl die absoluten Zahlen als auch die Prozente gesunken. Insbesondere die Überfälle haben abgenommen.
Auf Banken und Juweliergeschäfte um 8,6, %, auf Geld-und Wertransporte um 29,9 %, auf Postautos um 45,5% und auf LKWs gar 48,3 %. Nur die Postämter haben mit 7,1% einen Zuwachs zu verzeichnen, so dass der Rückgang der absoluten Zahlen von 13.985 (1998-2001) auf 12.208 (2001-2004) doch nur relativ gering ausfällt.
Auch die Diebstähle und Gewaltverbrechen gegen Personen sind leicht rückläufig: „L'Italia è 'statisticamente' più sicura perche aumenta la pressione delle forze di polizia contro i delinquenti.“ So sei die Zahl der Verhaftungen im Zeitraum zwischen 2001 und 2004 (der Ära Berlusconi) um 14.6% gegenüber dem Vergleichszeitraum 1998-2001, in dem die Linksliberalen regiert hatten gestiegen.
Allerdings kann im Zeitalter der Kontrollgesellschaft, eine Gesellschaftsformation die der Notstände bedarf wie das tägliche Brot, auch nicht sein was nicht sein darf. Insofern werden nicht nur die Erfolge der eigenen „Sicherheitspolitik“ gefeiert, sondern darauf hingewiesen, dass es einen erheblichen Unterschied zwischen tatsächlicher Kriminalitätsentwicklung und angezeigter Delikte gebe.
Dass aber mit Berlusconi der eigentliche Gangster an der Regierungsspitze sitzt, wird dabei wohlweislich verschwiegen. Symbolisch nachvollziehbar wird das aber in einem allerorten verbreiteten Photo des „cavaliere“ mit Piratenkopfschmuck, den er aufgrund einer Haarbehandlung derzeit glaubt zur Schau tragen zu müssen. In solcher Gesellschaft fühlt sich insbesondere Tony Blair recht wohl, wie ein Agenturbild in der Süddeutsche Zeitung (20.8.2004) illustriert. Selbst die betuliche Bozener Dolomitenzeitung (20.8. 2004) fragt in diesem Zusammenhang („das Bild der Woche“) was diese Attitüde wohl bedeuten mag: „Ein Schelm wer Böses dabei denkt! Wenngleich ... erraten – wir Steuerzhaler lassen grüßen ... Die römischen Beutezüge tun dennoch weh. Uns. Der ganzen Flotte. Und so langsam säuft sie ab. Aber die Enterhaken fliegen munter weiter.“Hier der offizielle Bericht des Innenministeriums
vabanque - am Donnerstag, 2. September 2004, 01:29 - Rubrik: Bankraub-Trends
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Die italienischen Zeitungen überbieten sich schon seit geraumer Zeit mit sogenannten „Regalos“. Eco soll darüber auch schon eine entsprechende Satire verfasst haben. „La Repubblica“ wirbt derzeit mit Kriminalromanen („Le strade del Giallo. Capolavori ad Alta Tensione“), die die Leserinnen „a soli 5,90 EURO in più“ gemeinsam mit der Zeitung erwerben kann.
Für den Roman „der große Eisenbahnraub“ über dem Gentleman-Dieb Edward Pierce im Jahre 1855, von Michael Crichton, verkündet die Marketingabteilung der Zeitung über eine ganze Seite:
„Sono soprattutto i moralisti a credere che il delitto non paghi.“
(Es sind vor allem die Moralisten, die glauben, dass sich das Verbrechen nicht auszahlt“.)
Der Film-Plot wird in den Alligator-Papieren wie folgt kolportiert:
Drei Gauner rauben 1855 in England Goldbarren aus einem fahrenden Zug. Die auf Tatsachen beruhende, anfangs etwas langatmige Krimikomödie besticht durch ihre Ausstattung und die glänzend aufgelegten Darsteller (Sean Connery, Lesley-Ann Down, Donald Sutherland).
Kinotitel war:
Der große Eisenbahnraub
(GB 1978, R.: Michael Crichton)
Drehbuch: Michael Crichton
LV: Michael Crichton
Für den Roman „der große Eisenbahnraub“ über dem Gentleman-Dieb Edward Pierce im Jahre 1855, von Michael Crichton, verkündet die Marketingabteilung der Zeitung über eine ganze Seite:
„Sono soprattutto i moralisti a credere che il delitto non paghi.“
(Es sind vor allem die Moralisten, die glauben, dass sich das Verbrechen nicht auszahlt“.)
Der Film-Plot wird in den Alligator-Papieren wie folgt kolportiert:
Drei Gauner rauben 1855 in England Goldbarren aus einem fahrenden Zug. Die auf Tatsachen beruhende, anfangs etwas langatmige Krimikomödie besticht durch ihre Ausstattung und die glänzend aufgelegten Darsteller (Sean Connery, Lesley-Ann Down, Donald Sutherland).
Kinotitel war:
Der große Eisenbahnraub
(GB 1978, R.: Michael Crichton)
Drehbuch: Michael Crichton
LV: Michael Crichton
vabanque - am Donnerstag, 2. September 2004, 01:14 - Rubrik: Lotto und Bankraubphantasien
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zeigt ein in den letzten Tagen oft abgebildetes Transparent aus den Montagsdemonstrationen gegen die Agenda 2010 samt Hartz-Reform:

Eine weitere Variante aus Duisburg:


Eine weitere Variante aus Duisburg:

contributor - am Samstag, 28. August 2004, 00:24 - Rubrik: Populaere Kultur Musik
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berichten zahlreiche Zeitungen.
FAZ online (27.8.2004) berichtet über die Begleitumstände des Banküberfalls, bei dem zunächst eine Geiselnahme angenommen wurde.
27. August 2004 Mit Phantombildern will die Polizei nach den beiden Unbekannten suchen, die am Donnerstag eine Bank in Lübeck überfallen hatten. Die Täter im Alter von 30 bis 40 Jahren waren offenbar mit einem gestohlenen Schlüssel in einer Lübecker Volksbank-Filiale eingedrungen. Dort hatten sie die Mitarbeiter überwältigt und waren mit einer Beute von mindestens 40.000 Euro entkommen. Da die Polizei zuerst eine Geiselnahme vermutete, löste sie einen Großeinsatz mit mehr als 200 Beamten aus.
Es gebe noch keine Hinweise auf die Täter, teilte die Polizei in Lübeck mit. Einer der beiden maskierten Bankräuber habe eine Kappe mit der Aufschrift „100 Jahre Volksbank“ getragen und sei von seinem Komplizen „Dicker“ genannt worden. Der andere Mann wurde von seinem Begleiter „Peter“ gerufen. Die Vermutung, es habe einen dritten Komplizen gegeben, soll sich bisher nicht bestätigt haben.
FAZ online (27.8.2004) berichtet über die Begleitumstände des Banküberfalls, bei dem zunächst eine Geiselnahme angenommen wurde.27. August 2004 Mit Phantombildern will die Polizei nach den beiden Unbekannten suchen, die am Donnerstag eine Bank in Lübeck überfallen hatten. Die Täter im Alter von 30 bis 40 Jahren waren offenbar mit einem gestohlenen Schlüssel in einer Lübecker Volksbank-Filiale eingedrungen. Dort hatten sie die Mitarbeiter überwältigt und waren mit einer Beute von mindestens 40.000 Euro entkommen. Da die Polizei zuerst eine Geiselnahme vermutete, löste sie einen Großeinsatz mit mehr als 200 Beamten aus.
Es gebe noch keine Hinweise auf die Täter, teilte die Polizei in Lübeck mit. Einer der beiden maskierten Bankräuber habe eine Kappe mit der Aufschrift „100 Jahre Volksbank“ getragen und sei von seinem Komplizen „Dicker“ genannt worden. Der andere Mann wurde von seinem Begleiter „Peter“ gerufen. Die Vermutung, es habe einen dritten Komplizen gegeben, soll sich bisher nicht bestätigt haben.
contributor - am Freitag, 27. August 2004, 23:32 - Rubrik: Trachtenkunde des Bankraubs
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"Jeder hat ein wenig Dreck am Stecken" oder aber auch "Jeder will doch ein wenig Geld haben". Im Osten sind sie nicht nur sauer auf Schröder, im Osten wägen Sie nun auch schon auf der Bühne das Für und Wider eines Banküberfalls ab. So lässt sich jedenfalls ein Bericht der Schweriner Volkszeitung vom 28. August 2004 deuten:
"Flossen hoch" im Bankentrubel
Ein junges Tanztheaterprojekt und die Jagd ums große Geld
Dass sich das bewaffnete Verbrechen nicht lohnt, davon wussten vor Jahren schon die Österreicher ein Liedchen zu singen. Zu Zeiten der Band "Erste Allgemeine Verunsicherung" nämlich, die damit einen "Ba-Ba-Banküberfall" persiflierte. Die moderne Rostocker Variante lässt sich nun gar tanzen. Und das nicht schlecht. "Flossen hoch" heißt das aktuelle Stück der jungen Tänzerinnen von F.A.C.T und coolen Breakdancern alias "electric flyers", das am Donnerstag im Kulturgüterbahnhof (KGB) seine Premiere hatte.
Als "locker-flockige Tanzparodie auf viele bekannte Bankräuber-Klassiker" bezeichnet die Truppe ihr eigenständig inszeniertes Werk, bei dem es schon bald nicht mehr um die Frage geht, wer denn eigentlich hier der Böse ist.
Jeder hat ein wenig "Dreck am Stecken"
Vielmehr liefern sich Banker, Putzfrau, Security-Team und Verbrecher ein derartiges Katz-und-Maus-Spiel, dass nahezu jeder irgendwie "Dreck am Stecken" zu haben scheint. Jagdtrieb und Gier treiben daher fleißig ihre skurrilen Blüten und bieten dem spaßbereiten Publikum viele lustige Momente und Einlagen. Interessante Ideen, tanzgerecht umgesetzt und mit wenigen Requisiten dennoch überraschend deutlich gemacht. Selbst Tanzleiter und Regisseur Peter Mann sorgt für Lacher, wenn er als "blinder Passagier" im Bankentrubel einen Cameo-Auftritt hat.
(....)
In der Rostocker Stadtillustrierte "Piste" (26.8.2004) findet sich folgende Vorankündigung:
"Banken sind wichtig, Banken ziehen an, Banken haben es in sich. Und vor allem geht es um den "Bankinhalt". Weil: Schön sind wir alle, aber reich? So versucht ein jeder und auf seine Art, diesem gemeingültigen Anspruch näher zu kommen. Ganz zufällig ist auch gleich um die Ecke ein so genanntes Geldinstitut. Auf denn, ein "Bruch" will geübt sein! Aber die Bankangestellten haben es faustdick hinter den Ohren, die Security verhält sich derart dilettantisch, dass sie schon verdächtig wirken, die Kunden verwickeln sich in ominöse Geschäfte, die Putzfrau hat alle Schlüssel. Und die Bande? Ein göttliches Quartett! Im Verlauf der Geschichte wissen weder Publikum noch Regie und Darsteller, wer hier eigentlich welche Rolle spielt und es scheint so, dass es nicht mehr um Geld, sondern um das nackte Überleben geht. Flossen hoch" ist eine locker fröhliche Tanzparodie auf viele bekannte Bankräuber-Klassiker. "
"Flossen hoch" im Bankentrubel
Ein junges Tanztheaterprojekt und die Jagd ums große Geld
Dass sich das bewaffnete Verbrechen nicht lohnt, davon wussten vor Jahren schon die Österreicher ein Liedchen zu singen. Zu Zeiten der Band "Erste Allgemeine Verunsicherung" nämlich, die damit einen "Ba-Ba-Banküberfall" persiflierte. Die moderne Rostocker Variante lässt sich nun gar tanzen. Und das nicht schlecht. "Flossen hoch" heißt das aktuelle Stück der jungen Tänzerinnen von F.A.C.T und coolen Breakdancern alias "electric flyers", das am Donnerstag im Kulturgüterbahnhof (KGB) seine Premiere hatte.
Als "locker-flockige Tanzparodie auf viele bekannte Bankräuber-Klassiker" bezeichnet die Truppe ihr eigenständig inszeniertes Werk, bei dem es schon bald nicht mehr um die Frage geht, wer denn eigentlich hier der Böse ist.
Jeder hat ein wenig "Dreck am Stecken"
Vielmehr liefern sich Banker, Putzfrau, Security-Team und Verbrecher ein derartiges Katz-und-Maus-Spiel, dass nahezu jeder irgendwie "Dreck am Stecken" zu haben scheint. Jagdtrieb und Gier treiben daher fleißig ihre skurrilen Blüten und bieten dem spaßbereiten Publikum viele lustige Momente und Einlagen. Interessante Ideen, tanzgerecht umgesetzt und mit wenigen Requisiten dennoch überraschend deutlich gemacht. Selbst Tanzleiter und Regisseur Peter Mann sorgt für Lacher, wenn er als "blinder Passagier" im Bankentrubel einen Cameo-Auftritt hat.
(....)
In der Rostocker Stadtillustrierte "Piste" (26.8.2004) findet sich folgende Vorankündigung:
"Banken sind wichtig, Banken ziehen an, Banken haben es in sich. Und vor allem geht es um den "Bankinhalt". Weil: Schön sind wir alle, aber reich? So versucht ein jeder und auf seine Art, diesem gemeingültigen Anspruch näher zu kommen. Ganz zufällig ist auch gleich um die Ecke ein so genanntes Geldinstitut. Auf denn, ein "Bruch" will geübt sein! Aber die Bankangestellten haben es faustdick hinter den Ohren, die Security verhält sich derart dilettantisch, dass sie schon verdächtig wirken, die Kunden verwickeln sich in ominöse Geschäfte, die Putzfrau hat alle Schlüssel. Und die Bande? Ein göttliches Quartett! Im Verlauf der Geschichte wissen weder Publikum noch Regie und Darsteller, wer hier eigentlich welche Rolle spielt und es scheint so, dass es nicht mehr um Geld, sondern um das nackte Überleben geht. Flossen hoch" ist eine locker fröhliche Tanzparodie auf viele bekannte Bankräuber-Klassiker. "
contributor - am Freitag, 27. August 2004, 23:23 - Rubrik: Theater
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Die Kronenzeitung (27.8.2004) zählt mit - Nr. 43 - dieses mal im 2. Bezirk, aber die Übertreibungen gehören natürlich zum Geschäft:
Kaum ein Tag in Wien vergeht ohne Banküberfälle: Am Freitag um 10 Uhr Vormittag stürmte ein Bankräuber in eine BAWAG-Filiale in der Wiener Engerthstraße. Der zwischen 30 und 35-jährige Mann sprang über den Bankschalter, warf das Alarmpaket weg und flüchtete mit einer Beute im Wert von 8.000 Euro. Nach dem Räuber wird gefahndet.
Den ganzen Kronezeitungs-Artikel
Dort finden sich auch "anschauliche" Bilder von der Polizei, die die Häuser in Kampfmontur durchkämmen
Kaum ein Tag in Wien vergeht ohne Banküberfälle: Am Freitag um 10 Uhr Vormittag stürmte ein Bankräuber in eine BAWAG-Filiale in der Wiener Engerthstraße. Der zwischen 30 und 35-jährige Mann sprang über den Bankschalter, warf das Alarmpaket weg und flüchtete mit einer Beute im Wert von 8.000 Euro. Nach dem Räuber wird gefahndet.
Den ganzen Kronezeitungs-Artikel
Dort finden sich auch "anschauliche" Bilder von der Polizei, die die Häuser in Kampfmontur durchkämmen
vabanque - am Freitag, 27. August 2004, 19:29 - Rubrik: Wien 2004
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Auf was der Stürm-Biograf Reto Kohler eigentlich mit seiner Darstellung hinauswill, ergibt sich aus einem Facts-Artikel (Nr. 33/12.08.2004). Alte Rechnungen begleichen:
Auf dem linken Auge blind
"Walter Stürm, Dieb und Ausbrecherkönig: In den Achtzigerjahren stilisierte ihn die Linke zu ihrem Idol. Dabei sei er Kapitalist gewesen, schreibt Autor Reto Kohler in einem neuen Buch. Für FACTS zeigt er auf, wie sich Politiker und Journalisten blenden liessen.
(...)
Es war die Zeit der Achtzigerrevolte. Ungehorsam zu sein, gehörte sich. Die Leute bewunderten Stürms Courage. Die Abenteuer des «Ausbrecherkönigs» waren bald in aller Munde. «Hopp Stürm» war in grossen Lettern an Hauswänden zu lesen, wenn er grad wieder auf der Flucht war. Schriftsteller Niklaus Meienberg bewunderte Stürms «Freiheitsdurst», Erica Pedretti «sein Talent auszubrechen». Regisseur Rolf Lyssy, Psychoanalytiker Paul Parin und SP-Nationalrätin Lilian Uchtenhagen unterschrieben Zeitungsinserate für das Idol hinter Gefängnismauern. Journalisten zollten Respekt: Die Schreibe war vom «Gentleman- Gangster» («Neue Luzerner Zeitung») und vom «cleveren Stürm» («Die Weltwoche »). Bald flogen ihm, der dem Staat so furchtlos die Stirn bot, auch die Herzen des kleinen Mannes zu. «Dieser Mann hat ein Denkmal verdient», stand in einem Leserbrief der «Berner Zeitung». Aus Walter Stürm, dem gelernten Karosseriespengler, dem rechtskräftig verurteilten Bankräuber, war ein Rebell geworden und ein Held der politischen Linken im Land."
Das ist schon ein Missverständnis, dass nur politisch Unbedarften unterläuft, nämlich dass wenn man sich für Personen wie Stürm einsetzt, tatsächlich glauben könnte, dass das Helden sind.
Auf dem linken Auge blind
"Walter Stürm, Dieb und Ausbrecherkönig: In den Achtzigerjahren stilisierte ihn die Linke zu ihrem Idol. Dabei sei er Kapitalist gewesen, schreibt Autor Reto Kohler in einem neuen Buch. Für FACTS zeigt er auf, wie sich Politiker und Journalisten blenden liessen.
(...)
Es war die Zeit der Achtzigerrevolte. Ungehorsam zu sein, gehörte sich. Die Leute bewunderten Stürms Courage. Die Abenteuer des «Ausbrecherkönigs» waren bald in aller Munde. «Hopp Stürm» war in grossen Lettern an Hauswänden zu lesen, wenn er grad wieder auf der Flucht war. Schriftsteller Niklaus Meienberg bewunderte Stürms «Freiheitsdurst», Erica Pedretti «sein Talent auszubrechen». Regisseur Rolf Lyssy, Psychoanalytiker Paul Parin und SP-Nationalrätin Lilian Uchtenhagen unterschrieben Zeitungsinserate für das Idol hinter Gefängnismauern. Journalisten zollten Respekt: Die Schreibe war vom «Gentleman- Gangster» («Neue Luzerner Zeitung») und vom «cleveren Stürm» («Die Weltwoche »). Bald flogen ihm, der dem Staat so furchtlos die Stirn bot, auch die Herzen des kleinen Mannes zu. «Dieser Mann hat ein Denkmal verdient», stand in einem Leserbrief der «Berner Zeitung». Aus Walter Stürm, dem gelernten Karosseriespengler, dem rechtskräftig verurteilten Bankräuber, war ein Rebell geworden und ein Held der politischen Linken im Land."
Das ist schon ein Missverständnis, dass nur politisch Unbedarften unterläuft, nämlich dass wenn man sich für Personen wie Stürm einsetzt, tatsächlich glauben könnte, dass das Helden sind.
vabanque - am Donnerstag, 26. August 2004, 15:38 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Die WOZ (Marcel Elsener) vom 26.08.2004 rezenseniert eine neue Biographie über Walter Stürm
Kohler, Reto: «Stürm. Das Gesicht des Ausbrecherkönigs». Verlag: Zytglogge. Bern 2004, 320 Seiten. 36 Franken
«I bi jo dusse»
Der Basler Journalist Reto Kohler hat die Biografie des Ostschweizer «Ausbrecherkönigs» geschrieben, der im Zuge der Knastdebatte zum Idol der Linken wurde.
Stürm! Der Name ist SchweizerInnen eingebrannt, als überlebensgrosse Ikone, als einer der wenigen Stars, die dieses Land je hatte, in den achtziger Jahren so berühmt wie nur die populärsten Sportler, ein Begriff wie Regazzoni, Colombin, Odermatt. An den Mauern vieler Städte, beileibe nicht nur der grössten, prangten Sprayaufschriften wie «Hopp Stürm!» - offensichtlich genoss da ein moderner Eidgenosse Volksheldenstatus fast wie Robin Hood oder Tell (wie damals auch das Leibblatt der «Bewegung» hiess). Tatsächlich ist Walter Stürm (1942-1999) nicht nur in der Person des Einbrecherprofis und «Ausbrecherkönigs» in die Geschichte eingegangen, sondern auch mit einem legendären Satz, den noch heute alle über Dreissigjährigen im Lande mit ihm verbinden: «Bin Eier suchen gegangen», schrieb er frivol auf den Zettel, den er beim erneuten Ausbruch aus dem Zuchthaus Regensdorf kurz vor Ostern 1981 hinterliess. Stürm befand sich auf dem Gipfel seines Ruhms: Linke und Jugendbewegte, die ihn zur Leitfigur im Kampf gegen Isolationshaft und Knastwillkür erkoren hatten, applaudierten der Flucht ebenso wie zehntausende DurchschnittsbürgerInnen, denen es imponierte, wie ein Einzelner den scheinbar übermächtigen Staatsapparat foppte. In jenen Jahren glaubte nicht nur ein Enkel, der gerade die Autobiografie von Frankreichs «Staatsfeind Nr. 1», Jacques Mesrine, las, in Stürm einen Quasiverbündeten zu haben, sondern auch dessen Grossvater, der sich über Steuern und Parkbussen nervte.
(...)
Am Ende bleibt vom angeblichen Frauenhelden ebenso wenig übrig wie vom «Gentleman-Ganoven», der verklärte Rebell ist als Spiessbürger entlarvt. Stürm, eher verklemmt als enthemmt, von seinem brutalsten Komplizen und besten Freund Hugo Portmann mal als «Buchhalter Nötzli» bezeichnet, soll zumindest in zwei Fällen nicht vor Gewalt zurückgeschreckt sein - einmal bei einem frühen Banküberfall gegen eine wehrhafte Alte, ein andermal gemäss seiner damaligen Freundin auf einer Ferienreise in der Türkei, als er einen Radkappendieb auf frischer Tat ertappte und verprügelte («Der wollte mich bestehlen, dieser Vagant!»). Nicht gewusst oder verdrängt haben dürften viele LeserInnen, dass Stürm offenbar zwei Entführungen geplant, aber nicht ausgeführt hatte - in beiden Fällen milliardenschwere Promis: Paul Sacher und Marc Rich.
(...)
Trotzdem bleiben nach der Lektüre einige Fragen nach den Absichten des Autors. Das liegt weniger am Moralin, von dem er nicht lassen kann, oder an einigen Ausrutschern im Tonfall - zuweilen raunt es am Ende der Kapitel so spannungserzeugend wie in den Trailern der Hollywood-Produktionen. Bedenklicher als kleinere Ungereimtheiten allerdings ist der Beigeschmack der betonten «Ideologiefreiheit». Man wird den Verdacht nicht los, dass es Kohler auch um eine Abrechnung mit den linken Protestbewegungen ging, zumal er sein Buch mit einem in dieser Hinsicht zugespitzten Artikel im «Facts» lancierte (Titel: «Auf dem linken Auge blind»).
Die ganze Rezension
Eine weitere Rezension von Marianne Fehr "Der Vogel" in der Weltwoche Nr. 34/2004 ("Linke und Nette stilisierten ihn zu ihrem Helden – und waren seine Opfer: die Biografie des Verbrechers Walter Stürm" hält das Buch zwar für lesenswert, doch stellt sie zugleich einige Vereinfachungen und Mißverständnisse richtig:
"Mit einiger Verzweiflung stellt Reto Kohler Deutungsversuche an und kommt zu keinem Schluss: «Weshalb nur beharrte er so stur auf seinem Kurs? Über die wahren Gründe dieses Stillstands könnte man lange psychologisieren. Man könnte der Mutter die Schuld geben, oder dem Vater, oder dem materiellen Hintergrund der Familie. Und bei jedem Erklärungsansatz würde man feststellen, dass der gegenteilige Zugang ebenfalls zutrifft. [...] Einen Schuldigen für die Tragödie des Walter Stürm wird man nie überführen können. Die Gründe seines Scheiterns sind glitschiger als eine frische Forelle.» Vielleicht weil die Antwort so einfach ist? Stürm machte dasselbe wie ein braver Tischler, der den eigenen Fertigkeiten vertraut und bis zur Pensionierung Tische baut. Stürms Fertigkeiten lagen im Autoklauen, Aufschweissen von Tresoren, Sichdurchmischeln als Häftling oder meistgesuchter Flüchtiger."
Eine Auswahl verschiedenster Artikel zu Walter Stürm hat Alain Kessi beim Pressebüro Savanne zusammengestellt. Hier findet sich auch die ungekürzte Version des Kessi-Beitrags für das Vabanque-Buch von Klaus Schönberger.
Kohler, Reto: «Stürm. Das Gesicht des Ausbrecherkönigs». Verlag: Zytglogge. Bern 2004, 320 Seiten. 36 Franken
«I bi jo dusse»Der Basler Journalist Reto Kohler hat die Biografie des Ostschweizer «Ausbrecherkönigs» geschrieben, der im Zuge der Knastdebatte zum Idol der Linken wurde.
Stürm! Der Name ist SchweizerInnen eingebrannt, als überlebensgrosse Ikone, als einer der wenigen Stars, die dieses Land je hatte, in den achtziger Jahren so berühmt wie nur die populärsten Sportler, ein Begriff wie Regazzoni, Colombin, Odermatt. An den Mauern vieler Städte, beileibe nicht nur der grössten, prangten Sprayaufschriften wie «Hopp Stürm!» - offensichtlich genoss da ein moderner Eidgenosse Volksheldenstatus fast wie Robin Hood oder Tell (wie damals auch das Leibblatt der «Bewegung» hiess). Tatsächlich ist Walter Stürm (1942-1999) nicht nur in der Person des Einbrecherprofis und «Ausbrecherkönigs» in die Geschichte eingegangen, sondern auch mit einem legendären Satz, den noch heute alle über Dreissigjährigen im Lande mit ihm verbinden: «Bin Eier suchen gegangen», schrieb er frivol auf den Zettel, den er beim erneuten Ausbruch aus dem Zuchthaus Regensdorf kurz vor Ostern 1981 hinterliess. Stürm befand sich auf dem Gipfel seines Ruhms: Linke und Jugendbewegte, die ihn zur Leitfigur im Kampf gegen Isolationshaft und Knastwillkür erkoren hatten, applaudierten der Flucht ebenso wie zehntausende DurchschnittsbürgerInnen, denen es imponierte, wie ein Einzelner den scheinbar übermächtigen Staatsapparat foppte. In jenen Jahren glaubte nicht nur ein Enkel, der gerade die Autobiografie von Frankreichs «Staatsfeind Nr. 1», Jacques Mesrine, las, in Stürm einen Quasiverbündeten zu haben, sondern auch dessen Grossvater, der sich über Steuern und Parkbussen nervte.
(...)
Am Ende bleibt vom angeblichen Frauenhelden ebenso wenig übrig wie vom «Gentleman-Ganoven», der verklärte Rebell ist als Spiessbürger entlarvt. Stürm, eher verklemmt als enthemmt, von seinem brutalsten Komplizen und besten Freund Hugo Portmann mal als «Buchhalter Nötzli» bezeichnet, soll zumindest in zwei Fällen nicht vor Gewalt zurückgeschreckt sein - einmal bei einem frühen Banküberfall gegen eine wehrhafte Alte, ein andermal gemäss seiner damaligen Freundin auf einer Ferienreise in der Türkei, als er einen Radkappendieb auf frischer Tat ertappte und verprügelte («Der wollte mich bestehlen, dieser Vagant!»). Nicht gewusst oder verdrängt haben dürften viele LeserInnen, dass Stürm offenbar zwei Entführungen geplant, aber nicht ausgeführt hatte - in beiden Fällen milliardenschwere Promis: Paul Sacher und Marc Rich.
(...)
Trotzdem bleiben nach der Lektüre einige Fragen nach den Absichten des Autors. Das liegt weniger am Moralin, von dem er nicht lassen kann, oder an einigen Ausrutschern im Tonfall - zuweilen raunt es am Ende der Kapitel so spannungserzeugend wie in den Trailern der Hollywood-Produktionen. Bedenklicher als kleinere Ungereimtheiten allerdings ist der Beigeschmack der betonten «Ideologiefreiheit». Man wird den Verdacht nicht los, dass es Kohler auch um eine Abrechnung mit den linken Protestbewegungen ging, zumal er sein Buch mit einem in dieser Hinsicht zugespitzten Artikel im «Facts» lancierte (Titel: «Auf dem linken Auge blind»).
Die ganze Rezension
Eine weitere Rezension von Marianne Fehr "Der Vogel" in der Weltwoche Nr. 34/2004 ("Linke und Nette stilisierten ihn zu ihrem Helden – und waren seine Opfer: die Biografie des Verbrechers Walter Stürm" hält das Buch zwar für lesenswert, doch stellt sie zugleich einige Vereinfachungen und Mißverständnisse richtig:
"Mit einiger Verzweiflung stellt Reto Kohler Deutungsversuche an und kommt zu keinem Schluss: «Weshalb nur beharrte er so stur auf seinem Kurs? Über die wahren Gründe dieses Stillstands könnte man lange psychologisieren. Man könnte der Mutter die Schuld geben, oder dem Vater, oder dem materiellen Hintergrund der Familie. Und bei jedem Erklärungsansatz würde man feststellen, dass der gegenteilige Zugang ebenfalls zutrifft. [...] Einen Schuldigen für die Tragödie des Walter Stürm wird man nie überführen können. Die Gründe seines Scheiterns sind glitschiger als eine frische Forelle.» Vielleicht weil die Antwort so einfach ist? Stürm machte dasselbe wie ein braver Tischler, der den eigenen Fertigkeiten vertraut und bis zur Pensionierung Tische baut. Stürms Fertigkeiten lagen im Autoklauen, Aufschweissen von Tresoren, Sichdurchmischeln als Häftling oder meistgesuchter Flüchtiger."
Eine Auswahl verschiedenster Artikel zu Walter Stürm hat Alain Kessi beim Pressebüro Savanne zusammengestellt. Hier findet sich auch die ungekürzte Version des Kessi-Beitrags für das Vabanque-Buch von Klaus Schönberger.
vabanque - am Donnerstag, 26. August 2004, 14:20 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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"Frankfurter Kriminalmuseum erzählt von Mördern und Tresorknackern / Ein Jahr Wartezeit"
"Nichts für schwache Nerven" sei der Besuch des Frankfurter Kriminalmuseums laut dem Wiesbadener "Online-Kurier" (26.8. 2004) bzw. einem dpa-Bericht:
"FRANKFURT (dpa) Das Frankfurter Kriminalmuseum im neuen Polizeipräsidium erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Allerdings ist die Warteliste für Besuchergruppen so lang, dass vor September 2005 keine Termine mehr frei sind.
"Zur Nitribitt kommen wir später", sagt Dieter Wachsmundt gleich am Eingang des kleinen Kriminalmuseums im Keller des Präsidiums. Der 57 Jahre alte Polizeihauptkommissar weiß genau, was seine Besucher erwarten und will ihre Aufmerksamkeit erst einmal von der ermordeten Prostituierten auf zwei Geldschränke lenken. Der eine ist aufgeschweißt, der andere mit einer Art Riesen-Dosenöffner namens "Knabber" aufgebrochen worden. Unter den Ganoven in der Bankenstadt habe es früher eine richtige Berufsgruppe der "Schränker" gegeben, erzählt Wachsmundt, um gleich bedauernd hinzu zu fügen: "Heute wird ja nur noch gesprengt oder der Tresor gleich als Ganzes mitgenommen."
Mehrere hundert Zeugnisse aus der bewegten Kriminalgeschichte der größten hessischen Stadt haben Wachsmundt und seine Vorgänger zusammengetragen, ursprünglich als Lehrmittelsammlung für angehende Polizisten. Mit dem Umzug ins neue Präsidium wuchs aber der Wunsch, die Öffentlichkeit an den teils skurrilen, aber immer interessanten Stücken teilhaben zu lassen. "Wir haben die Sammlung ein bisschen entschärft", berichtet der Museumschef.
(...)
Über mangelnden Andrang kann er sich trotzdem nicht beklagen: Bis September 2005 ist er nahezu ausgebucht, immer mit vorangemeldeten Gruppen zwischen 10 und 25 Leuten. Bei der Premiere zur Frankfurter Museumsnacht kamen fast 8000 Neugierige in das etwas abseits gelegene Präsidium.
(...)
der vom ersten Bankraub nach Kriegsende auf die Deutsche Effecten- und Wechselbank im Stadtteil Bockenheim, bei dem die Bankräuber nicht nur zwei Bedienstete erschossen, sondern auch ihren eigenen Komplizen schwer verletzten und die Beute liegen ließen."
"Nichts für schwache Nerven" sei der Besuch des Frankfurter Kriminalmuseums laut dem Wiesbadener "Online-Kurier" (26.8. 2004) bzw. einem dpa-Bericht:
"FRANKFURT (dpa) Das Frankfurter Kriminalmuseum im neuen Polizeipräsidium erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Allerdings ist die Warteliste für Besuchergruppen so lang, dass vor September 2005 keine Termine mehr frei sind.
"Zur Nitribitt kommen wir später", sagt Dieter Wachsmundt gleich am Eingang des kleinen Kriminalmuseums im Keller des Präsidiums. Der 57 Jahre alte Polizeihauptkommissar weiß genau, was seine Besucher erwarten und will ihre Aufmerksamkeit erst einmal von der ermordeten Prostituierten auf zwei Geldschränke lenken. Der eine ist aufgeschweißt, der andere mit einer Art Riesen-Dosenöffner namens "Knabber" aufgebrochen worden. Unter den Ganoven in der Bankenstadt habe es früher eine richtige Berufsgruppe der "Schränker" gegeben, erzählt Wachsmundt, um gleich bedauernd hinzu zu fügen: "Heute wird ja nur noch gesprengt oder der Tresor gleich als Ganzes mitgenommen."
Mehrere hundert Zeugnisse aus der bewegten Kriminalgeschichte der größten hessischen Stadt haben Wachsmundt und seine Vorgänger zusammengetragen, ursprünglich als Lehrmittelsammlung für angehende Polizisten. Mit dem Umzug ins neue Präsidium wuchs aber der Wunsch, die Öffentlichkeit an den teils skurrilen, aber immer interessanten Stücken teilhaben zu lassen. "Wir haben die Sammlung ein bisschen entschärft", berichtet der Museumschef.
(...)
Über mangelnden Andrang kann er sich trotzdem nicht beklagen: Bis September 2005 ist er nahezu ausgebucht, immer mit vorangemeldeten Gruppen zwischen 10 und 25 Leuten. Bei der Premiere zur Frankfurter Museumsnacht kamen fast 8000 Neugierige in das etwas abseits gelegene Präsidium.
(...)
der vom ersten Bankraub nach Kriegsende auf die Deutsche Effecten- und Wechselbank im Stadtteil Bockenheim, bei dem die Bankräuber nicht nur zwei Bedienstete erschossen, sondern auch ihren eigenen Komplizen schwer verletzten und die Beute liegen ließen."
vabanque - am Donnerstag, 26. August 2004, 13:59 - Rubrik: Kriminalitaetsgeschichte allgemein
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"Postagentur schließt wegen Überfalls"
lautet die Überschrift in verschiedenen Zeitungen, die einen Artikel, des "lsw" am 9.8. übernahmen. Tatsächlich ist der Grund der Schließung das Geschäftsgebaren der deutschen Post AG:
FORBACH. Eine Postagentur bei Forbach (Kreis Rastatt) soll geschlossen werden, weil die Betreiberin nach einem Überfall das geraubte Geld nicht einschließlich Zinsen an die Post zurückzahlen will. Die Betreiberin Ingrid Langenbach bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Badischen Tagblatts". Die Frau war vor drei Jahren von einem unbekannten Täter, der sich als Telekom-Mitarbeiter ausgegeben hatte, ausgeraubt worden. Die Post forderte von Langenbach den gestohlenen Betrag zurück - mit der Begründung, die Agentur hätte sich selbst gegen Überfall und Diebstahl versichern müssen. Langenbach ist nach eigenen Angaben bereit, das Geld in Raten zurückzuerstatten. Eine Zinszahlung lehnt sie jedoch ab. Daher sei ihr zum Oktober die Kündigung ausgesprochen worden.
Sie habe inzwischen mit Unterstützung von Bürgermeister Kuno Kußmann bei der Regulierungsbehörde und bei Post-Chef Klaus Zumwinkel Einspruch eingelegt. Bisher jedoch ohne Erfolg. Aus Protest gegen die Kündigung erwäge nun die Gemeindeverwaltung, ihre Postbankverbindung zu kündigen und mit dem Briefverkehr andere Unternehmen zu beauftragen.lsw
Schöne Geschäftspartner - drum prüfe wenn Du Dich vertraglich bindest.
lautet die Überschrift in verschiedenen Zeitungen, die einen Artikel, des "lsw" am 9.8. übernahmen. Tatsächlich ist der Grund der Schließung das Geschäftsgebaren der deutschen Post AG:
FORBACH. Eine Postagentur bei Forbach (Kreis Rastatt) soll geschlossen werden, weil die Betreiberin nach einem Überfall das geraubte Geld nicht einschließlich Zinsen an die Post zurückzahlen will. Die Betreiberin Ingrid Langenbach bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Badischen Tagblatts". Die Frau war vor drei Jahren von einem unbekannten Täter, der sich als Telekom-Mitarbeiter ausgegeben hatte, ausgeraubt worden. Die Post forderte von Langenbach den gestohlenen Betrag zurück - mit der Begründung, die Agentur hätte sich selbst gegen Überfall und Diebstahl versichern müssen. Langenbach ist nach eigenen Angaben bereit, das Geld in Raten zurückzuerstatten. Eine Zinszahlung lehnt sie jedoch ab. Daher sei ihr zum Oktober die Kündigung ausgesprochen worden.
Sie habe inzwischen mit Unterstützung von Bürgermeister Kuno Kußmann bei der Regulierungsbehörde und bei Post-Chef Klaus Zumwinkel Einspruch eingelegt. Bisher jedoch ohne Erfolg. Aus Protest gegen die Kündigung erwäge nun die Gemeindeverwaltung, ihre Postbankverbindung zu kündigen und mit dem Briefverkehr andere Unternehmen zu beauftragen.lsw
Schöne Geschäftspartner - drum prüfe wenn Du Dich vertraglich bindest.
contributor - am Donnerstag, 26. August 2004, 10:03 - Rubrik: Ueber Banken
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