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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
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Bankräuber-Tölpel in der französischen Schutztruppe

PARIS. Vom Einsatz an der Elfenbeinküste wanderten zwölf französische Soldaten in ihrer Heimat direkt ins Gefängnis. Sie hatten eine Bank, die sie beschützen sollten, um umgerechnet 160.000 Euro erleichtert.

Statt die Zweigstelle der westafrikanischen Zentralbank in der Stadt Man, wie befohlen, vor Räubern zu schützen, schritt das Trüppchen französischer Soldaten lieber selbst zur Tat. Vor der Heimkehr nach Frankreich stahlen die zwölf Soldaten, Teil der 4000 Mann des französischen Friedenskorps an der Elfenbeinküste, der Bank 160.000 Euro.

Langfingrige Beschützer

Sie hatten darauf spekuliert, den örtlichen Rebellen den Raub in die Schuhe schieben zu können. Auf umgerechnet 30 Millionen Euro summiert sich inzwischen die Beute aus Banküberfällen, mit der Aufständische und lokale Fürsten ihren Krieg gegen die Regierung finanzieren.

Erst vor ein paar Monaten hatten vier französische Soldaten der Schutztruppe einen angeblich "vergessenen Geldsack" aus einem Tresor der Zentralbank im Zentrum der Stadt Bouaké mitgehen lassen. Die Beute damals: umgerechnet 57.000 Euro. Doch diese Sache flog eben so auf wie der jüngste Bankraub.

Beute war nicht eintauschbar

Colonel Gerard Dubois kündigte eine harte Bestrafung der Soldaten an. Darüber hinaus sind sie auch zum Gespött der Truppe geworden. Denn über die Dummheit der zwölf können ihre Kameraden nur den Kopf schütteln.

Gerade jetzt hat an der Elfenbeinküste eine große Geldumtauschaktion begonnen, bei der bis Ende des Jahres alte Geldscheine gegen neue eingetauscht werden müssen. Das soll dem "schmutzigen Geld" im Land den Garaus machen.

Wer umtauscht, muss plausibel begründen können, woher sein Reichtum stammt. Die französischen Gelegenheitsbankräuber hätten da gewiss einiges zu erklären gehabt.


OÖnachrichten vom 23.09.2004

Di, 28.09.2004, Einlass ab 20.30h
Zatopek-Kinolounge: Lady Killers
Das Original mit Alec Guiness, Peter Sellers und Katie Johnson von 1955

Zum Remake

Irgendwie brauchen die Medien solche Stories. Entweder sind tote "Terroristen" gute "Terroristen" oder die Masche Saulus Richtung Paulus wird abgekaspert. Der Bonner Generalanzeiger jedenfalls (21.9.2004)
hat da nun auch eine Story entdeckt, die schon lange (1999) bekannt ist. Die einstige RAF-Kombattantin Silke Maier-Witt engagiert sich inzwischen für das Bonner Forum Ziviler Friedensdienst im Kosovo.

Ihre politische Abwendung von der RAF begründet sie mit einem mißlungenen Banküberfall:

"Maier-Witt: Für meinen Ausstieg gab es schon einen konkreten Anlass: Ich bin ausgestiegen, nachdem eine unschuldige Frau 1979 in der Schweiz bei einem Banküberfall der RAF erschossen wurde. Aber damals habe ich die Politik der RAF noch nicht für völlig falsch gehalten. Erst später habe ich klargekriegt, dass da ein ganz grundsätzlicher Widerspruch besteht: Die Menschheit zu retten und Gewalt anzuwenden, das geht nicht."

Im Bonner Generalanzeiger heißt es dazu:
"Ihre Mitgliedschaft in der Terrorzelle währte zwei Jahre. 1979 verließ sie die Gruppe, nachdem eine Unbeteiligte bei einem Banküberfall in Zürich erschossen und ein Komplize gefasst worden war. "Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Schon damals interessierte mich das Schicksal der getöteten Frau mehr, als das des gefassten Komplizen. Das zeigt, dass ich mit der Politik der Gruppe zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr einverstanden war."
(...)
1991 dann der Prozess vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht: Wegen Vorbereitungen zur Entführung und Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, wegen des gescheiterten Attentats auf NATO-Oberbefehlshaber Alexander Haig und wegen der Beteiligung am Banküberfall in Zürich wurde sie zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. 1995 entließ man sie wegen guter Führung."


Kurzbiographie

So wie diese Zeitung (Kurier, 21.9.2004) ist, ist auch der Artikel von Andrea Schurian über Patty Hearst und die Symbionese Liberation Army (SLA).

Unter der unfreiwillig passenden Überschrift "Schatten der Vergangenheit" wird hier über die Entführung von Hearst und den mit ihr durchgeführten Banküberfall berichtet. Der Artikel endet schliesslich derart moralinsauer -pathologisierend, dass man doch mal wieder zu fragen geneigt ist, warum die bürgerliche Klasse derartige Positionsbestimmungen nötig hat:

"Das privilegierte Kind einer privilegierten Familie endet als Überlebende einer unterprivilegierten Gruppe von verrückten Radikalen. "Es hat mich sehr beeinflusst, mit bösen Menschen zusammen zu sein – so sehr, dass ich manchmal anderen Menschen kaum trauen kann. Einerseits ist es schade, die Unschuld zu verlieren. Andererseits wird man stärker."

Glaubt man Gramsci, muss Hegemonie immer wieder von neuem hergestellt werden. Und darum geht es wohl auch hier. Weil gefragt danach hat sie eigentlich niemand.

Weitere Topcis in diesem Blog

Das Wirtschaftsblatt (19.09.2004) berichtet über die österreichische bzw. Wienerischen Bankraubkonjunktur


"In Österreich gab es heuer an die 100 Banküberfälle, die Hälfte passierte in Wien.
Auf diesen Rekord würden Österreichs Banken gerne verzichten: Seit Jahresanfang kam es zu etwa 100 Banküberfällen, auf Wien entfiel mit gleich 50 Vorfällen die Hälfte. In Wien haben Bankräuber eine geschätzte Million Euro erbeutet. Bei der Raiffeisenlandesbank in Niederösterreich wurden im Vorjahr 85.000 Euro erbeutet. Heuer haben sich Täter durch Abpassen der Bankangestellten in der Früh eine wesentlich höhere Summe aus dem Tresor beschafft."


Über die Konsequenzen geht es an anderer Stelle weiter ...

Das Wirtschaftsblatt (19.09.2004) berichtet über die Anstrengungen der österreichischen Banken, der gegenwärtigen Bankraubkonjunktur gegenzusteuern:


Achtung Überfall: Banken investieren in Sicherheit
"Die meisten Kreditinstitute haben die Zusammenarbeit mit Polizei und Gendamerie intensiviert. Die jüngsten Überfälle verhindert hat dies allerdings nicht. Barrieren wie in Spanien und Italien üblich – Sicherheitsschleusen am Eingang, uniformierte Beamte vor und in der Bank – sind hierzulande kein Thema: "Das wäre ein Veränderung in der Organisationsform und mit einem Umbau der Selbstbedienungszonen und offenen Beratungsflächen verbunden", bringt es Erich Malzer, Sicherheitsreferent für die Raiffeisen-Banken in NÖ, auf den Punkt. "Wir wollen etwas verkaufen und nicht die Leute verschrecken", verlautet aus einem anderen Institut.

Für die Sicherheit von Kunden, Mitarbeitern und Filialen ist jede Bank selbst zuständig. Branchenvorgaben gibt es laut Banken-Syndikus Herbert Pichler nicht.

Selbsthilfe
Die Banken greifen mittlerweile zur Selbsthilfe: Die BA-CA hat sich im Frühjahr ein neues Sicherheitskonzept für 2004 und 2005 verpasst: "Die Kosten liegen bei 8,5 Millionen €", sagt Konzernsprecher Christian Kontny. Dazu gehören Alarmpakete, privater Wachdienst, digitalisierte Videoanlagen und reduzierter Bargeldbestand. "Ja, wir verstärken jetzt unsere Sicherheitsvorkehrungen und wenden auch mehr Geld auf", ergänzt Erste-Sprecher Michael Mauritz. Über Details hüllt er sich in Schweigen.

Versicherungs-Druck
Vielleicht hat ja auch der sanfte Druck der Versicherungen die Banken-Initiative beflügelt: "Bei entsprechenden Schadensfrequenzen führt der Weg nicht unbedingt über höhere Prämien, sondern auch über mehr Sicherheitsmassnahmen", formuliert es Heinrich Herbst, Prokurist der Wiener Städtischen, elegant. "Wir müssen uns aber selbst erst der explosionsartigen Entwicklung anpassen."

Was denn nun das Beste sei, im Templiner "Silver Lake City" (Brandenburg) wurde ein Besucher Ehepaar des Westerndorfes von einem SPIEGEL TV-Reporter (19.9. 2004) gefragt. "Der Banküberfall lautete die Antwort der Ehefrau." Was dann wiederum SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust in der Abmoderation dazu bringt, den ollen Brechtspruch wieder hervorzukramen und süffisant bis zynisch auf die ostdeutschen Verhältnisse anzuspielen.

"Von Cargolifter bis Lausitzring reicht die lange Liste der Versuche, das Land Brandenburg wirtschaftlich zu Aufschwung und mehr Arbeitsplätzen zu verhelfen.

Sie scheiterten alle kläglich. Seit einigen Wochen aber gibt es nun neue Hoffnung: in Templin mitten in der grünen Uckermark eröffnete ein Freizeit-Dorf namens "Silver Lake City", vom Land mit 6 Millionen Euro gefördert. Seither gibt es im Ort zweimal täglich bewaffnete Banküberfälle, arbeitslose Hausfrauen, die sich als Can-Can-Tänzerinnen verdingen und insgesamt hundert neue Arbeitsplätze. Ein Erfolgsmodell, das endlich den wilden Westen auch in den Osten bringt."


Es ist wohl kein Zufall, dass ein solches Freizeitpark-Programm ("zweimal täglich bewaffnete Banküberfall") vor dem Hintergrund der ostdeutschen Verhältnissen als symbolische Zuspitzung interpretiert bis inszeniert wird. Frei nach dem Motto: "Wer das Geld hat die Macht - bis dass die Tresortür kracht".

Bankraubphantasien
Haben Sie schon einmal einen Bankraub in Erw

Nie / Never
Erwogen schon, bleibe aber beim Lotto / Mentioned yes, but not dared, prefer Lotto
Das ist verboten, daher ... / That's forbidden, therefore
Ja nat
Was hei

  Resultate

vabanque, 14:27h.


Wowh!

Clinical Diabetes 19:17-20, 2001
© American Diabetes Association ®, Inc., 2001

The Business of Diabetes
Work Flow Analysis: Applying Sutton’s Law in the Diabetes Care Workplace
Richard J. Koubek,
Craig M. Harvey,
Steven B. Leichter,


One of the classic "laws" of medical training is Sutton’s Law. This colloquial maxim was named incorrectly after the bank robber Willie Sutton, who was alleged to have said that he robbed banks "because that’s where the money is." (Actually, it was Clyde Barrow who made this remark.) In medicine, it encourages health professionals to investigate the most likely causes of presenting symptoms and clinical problems by searching "where the money is"—where the most likely sources of pathology may be found.
Sutton’s Law has at least as much applicability today in the business management of diabetes care as it does in clinical practice. Maximizing financial stability in the provision of diabetes care is important in the maintenance of provider organizations. We have to "go where the money is" to maximize the yield.


Das mit Clyde Barrow wollen wir mal dahin gestellt lassen (vgl. andere Quellen), aber bei allen anderen Problemen, Humor haben sie bei der us-amerikanischen Diabetervereinigung ...

Am J Psychiatry 1978; 135:1377-1379
American Psychiatric Association

REGULAR ARTICLES
Psychological observations of bank robbery

DA Johnston

Bank robbery has been only partially examined in the psychiatric literature. It has been publicly considered an act of men of strong will to obtain money. According to the author's observations in a federal penitentiary, bank robbery more often is a symptomatic act with psychological meaning. The author describes several of the unconscious motives and defense aspects of bank robbery in the hope that this will assist in demythologizing the bank robber.

International Journal of Offender Therapy and Comparative Criminology, Vol. 46, No. 5, 555-568 (2002)

John Z. Wang

Department of Criminal Justice, California State University–Long Beach, 1250 Bellflower Blvd., Long Beach, CA 90840, USA

It was reported for the first time that a series of bank robberies were committed by an Asian gang group in a major southern city. The bank robberies showed a variety of operational methods. The purpose of this descriptive study is to apply the routine activities theory to explain the causal factors of the robberies. The analysis shows that the six Asian bank robberies resulted from a supply of motivated offenders, the availability of suitable targets, and a low level of capable guardians against crime. Findings suggest that crime-specific measures are an appropriate method for examining the merits of the routine activities theory.

Noch so ein Fundstück von annodazumal und das musste doch auch mal gesagt werden:
Science, Vol 162, Issue 3859, 1243-1248 , 13 December 1968

The Tragedy of the Commons
Garrett Hardin
(The author is professor of biology, University of California, Santa Barbara. This article is based on a presidential address presented before the meeting of the Pacific Division of the American Association for the Advancement of Science at Utah State University, Logan, 25 June 1968. )


The population problem has no technical solution; it requires a fundamental extension in morality.
(...)
If the word responsibility is to be used at all, I suggest that it be in the sense Charles Frankel uses it (20). "Responsibility," says this philosopher, "is the product of definite social arrangements." Notice that Frankel calls for social arrangements--not propaganda.

Mutual Coercion Mutually Agreed upon
The social arrangements that produce responsibility are arrangements that create coercion, of some sort. Consider bank-robbing. The man who takes money from a bank acts as if the bank were a commons. How do we prevent such action? Certainly not by trying to control his behavior solely by a verbal appeal to his sense of responsibility. Rather than rely on propaganda we follow Frankel's lead and insist that a bank is not a commons; we seek the definite social arrangements that will keep it from becoming a commons. That we thereby infringe on the freedom of would-be robbers we neither deny nor regret.

The morality of bank-robbing is particularly easy to understand because we accept complete prohibition of this activity. We are willing to say "Thou shalt not rob banks," without providing for exceptions. But temperance also can be created by coercion. Taxing is a good coercive device. To keep downtown shoppers temperate in their use of parking space we introduce parking meters for short periods, and traffic fines for longer ones. We need not actually forbid a citizen to park as long as he wants to; we need merely make it increasingly expensive for him to do so. Not prohibition, but carefully biased options are what we offer him. A Madison Avenue man might call this persuasion; I prefer the greater candor of the word coercion.

The Time to Rob: Variations in Time of Number of Commercial Robberies
Peter J. Van Koppen/Robert W. J. Jansen
Netherlands Institute for the Study of Criminality and Law Enforcement (NISCALE)

This article reports a study on daily, weekly, and seasonal variations of the number of commercial robberies perpetrated in The Netherlands during the period 1988 to 1994. Results show that daily and weekly peaks depend on the kind of premises targeted. These peaks are explained by robbers' expectations of the amount of money available at the robbery target. The number of robberies in winter are distinctly higher than in summer, explained by the increased number of dark hours during the day. The explanation of changes in the number of robberies during the day, the week, and the year is straightforward: availability of suitable targets and adequate guardianship. The study shows that there is no reason to seek more complicated and less elegant explanations for daily, weekly, and seasonal variations, like cash flow in commercial targets, the cost of living during the winter, bad weather, or changes in the unemployment rate.

In: Journal of Research in Crime and Delinquency, Vol. 36, No. 1, 7-29 (1999)

Schleswig-Holsteiner machen bei "Jesse-James-Days" in den USA mit

Flensburg/Northfield (dpa/lno) - Zwei Schleswig-Holsteiner haben am Wochenende bei den "Jesse-James-Days" in Minnesota aktiv in die Verbrechensgeschichte der USA eingegriffen. Der Verleger Dietmar Kuegler aus Wyk/Föhr und der Flensburger Historiker Joachim Reppmann spielten am Sonnabend und Sonntag in Northfield den letzten Banküberfall der Bande und den Banditen Jesse James vom 7. September 1876 nach. Rund 100 000 Besucher verfolgten das jährliche Spektakel bei einem der größten Volksfeste im mittleren Westen der USA.
dpa/regioline vom 12.09.2004

Nachtrag am 5.9.2005:
Im IndianerMagazin (22.9.2004) ist es nur noch ein Deutscher ... der beim "Reenactment" mitmachen darf ....

oder "Die Katze lässt das Mausen nicht"

Ede Zimmermann, einst Betreiber der unter Kriminellen beliebten "Schule des Verbrechens" (Aktenzeichen XY) betreibt im Internet nun ein sogenanntes "Sicherheitsportal". Dort geht es zunächst mal vor allem um Unsicherheit und Verbrechen, dann werden ominöse Sicherheitstips von entsprechen ominösen Firmen verbreitet und natürlich auf die xy-Sendungen hingewiesen.

Banküberfall Nummer 45 in Wien
Am Donnerstag überfiel ein bisher unbekannter Täter die Bawag-Filiale in der Engerthstraße im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Es war sein zweiter Coup in der Bank - bereits im August hatte der Mann die Filiale überfallen.
(...)
Der Täter wurde auf den Videobändern der Überwachungskameras als der Mann identifiziert, der bereits am 27. August dieselbe Filiale überfiel."

Das berichtet die Kronenzeitung (16.9.2004)

finden sich im Suna-Weblog unter der Überschrift "Hot Art" bereits vor einem Jahr. Hier wird der Kunstraub favorisiert ....

Immerhin haben sie Humor in Silver Lake City:

Drei Überfälle auf die Silver Lake City National Bank an einem Tag

Bereits um 12 Uhr gab es Randale auf der Main Street. Einer der berüchtigten Dalton- Brüder belästigte eine der Damen aus dem Silver Spur Saloon und wurde vom Sheriff hinter Gitter gebracht. Doch kurz darauf ritten die übrigen Daltons in die Stadt, nahmen ihren Jüngsten wieder im Schoße der Familie auf und besuchten die Bank, wo sie den Safe, ein modernes Modell von 1879, mit Dynamit öffneten. Als sie die Bank verließen, traf sie unser Sheriff, und zwar zwischen den Augen und an anderen empfindlichen Körperstellen, so daß wieder Ruhe in unserem sauberen Städtchen einkehrte. Der emsige Undertaker Cebulon Pike räumte die Straße, wobei für die Bestattungskosten der der Tascheninhalt der Deliquenten beschlagnahmt wurde.
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Unklar ist noch, welche Rolle die schwarze Lilo von den Cancan-Mädels spielte und wie Schnapsnase Franky den Letzten der Ganoven vom Dach des Lost Paradise Hotels holte. Doch wie groß war das Erstaunen des Chronisten, als sich just um 15 Uhr und dann nochmals um 18 Uhr alles wiederholte und sogar der gleiche Bandit zum dritten Mal tot vom Dach des Hotels stürzte! Offensichtlich sind Legenden unsterblich...

"Die Goldgräber vom Silbersee"
In Silver Lake City, der, laut Eigenwerbung, "Westernstadt Ihrer Träume" im märkischen Templin (Brandenburg), kann man als Bankräuber angestellt werden. Weiss jedenfalls die taz (14.9.2004)

anfahrt"(...) Die Uckermark, deren schönste Stadt Templin ist, besuchen jährlich 350.000 Touristen. Boot fahren wollen sie hier, Havelzander essen. Wollen sie auch 14 Euro für einen Westerntag bezahlen? André hofft es. Der 23-jährige Hotelfachmann aus Templin ist von HHB als Barkeeper und Bankräuber in Personalunion eingestellt worden. Für drei Monate, wie alle anderen. "Vielleicht wird hier ja was draus", sagt er. Er hofft, dass er nach der Winterpause im März wieder eingestellt wird. Dass er die Stelle bekommen hat, freut ihn. Er geht nicht zur Montagsdemo und auch nicht zur Landtagswahl am Sonntag. "Meine Meinung zählt eh nicht", sagt er und gibt sich flexibel: "Ich bin nicht geboren, um hier zu sterben."

Viele seiner Freunde sind fortgegangen aus der Uckermark - zum Studium, zum Arbeiten, in den richtigen Westen, ins Ausland. Ja, Templin sei schön. Aber auch schön langweilig. Hier gebe es nichts für Jugendliche, nur die Disco in Neustrelitz und die Deutsche Sportjugend. Die Fördermilliarden, die seit der Wende in den Osten geflossen seien - gut und schön. Aber Arbeit gebe es woanders. "Man muss ja mal leben." Dann muss André los. In zehn Minuten wirds wieder laut auf der Mainstreet: die Bank wird überfallen. Desperados kassieren in der Uckermark ab."


Hier werden Banküberfälle zweimal täglich garantiert

Irgendwie kann das doch kein Zufall sein, dass sie gerade in dieser Gegend mit solchen Themen zu landen versuchen. Aber heutzutage vermischen sich Fiction und Wirklichkeit schon einmal. Aufgepasst!

Ein Beitrag des Rundfunk Berlin Brandenburg (WAS!) vom 16.08.2004 , der die ökonomische Fragwürdigkeit des Konzeptes in den Mittelpunkt gestellt, findet sich beim RBB.

12. September 2004

Drei Diebe, drei Kilometer, drei Stunden Arbeit
Schwerer Diebstahl mit Sackkarre

"Die Polizei in Passau hat einen spektakulären Bankraub im niederbayerischen Kellberg aufgeklärt. Drei Männer im Alter von 19, 23 und 26 Jahren hatten in der Nacht zum Freitag mit einem umgebauten Wagenheber und Pflastersteinen den Geldausgabeautomaten der Raiffeisenbank aus seiner Verankerung gerissen. Anschließend luden sie die Maschine auf eine Sackkarre, die sie an ihrem Auto befestigten.

Auf diese Weise transportierten sie den Automaten in ein etwa drei Kilometer entfernt gelegenes Maisfeld. Am nächsten Tag verfrachteten sie ihn von dort mit einem Kleinlaster in eine Garage, wo sie das Gerät nach dreistündiger Flexarbeit schließlich öffneten."

Das Ende dieser Spritztour wird u.a. bei Yahoo-Nachrichten (12-9-2004) beschrieben

Zahl der Banküberfälle sinkt
"Hohe Sicherheit, geringe Geldbestände und gute Aufklärungsquoten machen Geldinstitute für Verbrecher unattraktiv"

So berichtet es die Berliner Morgenpost (11.9.2004)

"In Berlin werden immer weniger Banken überfallen. Hatte es 1996 noch 96 Überfälle auf Geldinstitute gegeben, sind es in diesem Jahr bislang 14. "Die Umstellung der Auszahlung von Kassen auf Automaten sowie die immer bessere technische Ausstattung der Sicherheitsvorrichtungen sind die Gründe für diese erfreuliche Entwicklung", sagte Kriminaldirektor Winfried Roll der Berliner Morgenpost. Er geht davon aus, dass es in diesem Jahr nur noch wenige Banküberfalle geben wird.
(...)
Ein weiterer Trend: Die Täter erbeuten bei den Raubtaten immer weniger Geld, da die Mitarbeiter wegen der mit einem Zeitschloss gesicherten Tresore nur an geringe Mengen Bargeld kommen. "Pro Überfall werden durchschnittlich nur 8600 Euro erbeutet", erklärte Winfried Roll, der beim Berliner Landeskriminalamt (LKA) unter anderem auch für die Prävention zuständig ist.
(...)
Die Sinnlosigkeit solcher Taten hat sich offenbar auch in kriminellen Kreisen herumgesprochen. Waren im Jahr 2002 noch 51 Fälle bekannt geworden, lag die Zahl der Banküberfälle im vergangenen Jahr bereits bei 41. Vor der Einführung des Euro hatte es allerdings schon einmal eine deutliche Abnahme der Raube auf Geldinstitute gegeben. Im Jahr 2000 waren es 32, ein Jahr später 21. Mit der Einführung des Euro dachten offenbar einige Täter, dass es sich nun wieder lohnen würde, Banken zu überfallen. Doch diese Hoffnung hat sich zerschlagen. In diesem Jahr könnte es sogar weniger als 20 solcher Überfälle in Berlin geben."


Der ganze Berliner Morpenpost-Artikel

in Wikipedia:

Jesse Woodson James (* 5. September 1847, Clay County (Missouri), USA; † 3. April 1882, St. Joseph (Missouri)) war ein berühmter Outlaw des Wilden Westens.

Der ganze Lexikonbeitrag

Heribert J. Leonardy:
Der Mythos vom »edlen« Räuber
Untersuchungen narrativer Tendenzen und Bearbeitungsformen bei den Legenden der vier Räuberfiguren Robin Hood, Schinderhannes, Jesse James und Ned Kelly
Dissertation, Saarbrücken 1997, ISBN 3-932683-75-7, 264 S., 23,00 EUR

raeuberDutzende edler Räuber streiten auf Buch- und Comicseiten, Kinoleinwänden oder Fernsehschirmen für Gerechtigkeit, indem sie auf eigene Faust dort neu verteilen und rächen, wo ungerechte und unmenschliche Bedingungen herrschen. Diese Wunschvorstellung, die mit jeder Geschichte vom Kampf gegen das Unrecht neu beschworen wird, ist längst zum Mythos geworden. Wie der Räuber heißt, ist nicht entscheidend, hingegen aber die Art und Weise, in der er verherrlicht wird.

Das vorliegende Buch beschreibt die kulturgeschichtlichen Werdegänge von vier solcher Helden, die uns allen schon auf der Kinoleinwand oder im Fernsehen begegnet sind: Robin Hood, Schinderhannes, Jesse James und Ned Kelly.


Heribert Johannes Leonardy, geb. 1964, schloß 1991 das Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Anglistik und Amerikanischen Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität des Saarlandes ab mit einer Magisterarbeit über Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Film. Die vorliegende Dissertation entstand von 1991 bis 1995.

Der Wiener Kurier (9.9. 2004) weiss es jetzt schon. In Österreich wird es dieses Jahr das Rekordjahr der Bankräuber geben:

Das Rekordjahr der Bankräuber

"Das Jahr 2004 wird als das Jahr mit den bisher meisten bewaffneten Raubzügen auf Banken und Postämter in die heimische Kriminalgeschichte eingehen. Offiziell verfügbar war am Donnerstag zwar nur die Statistik von Jänner bis Juli, die 77 Coups (davon 46 in Wien) ausweist. Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr lagen bei 60 (bzw. 27). Für August und die ersten September-Tage wird heuer aber noch ein gutes Dutzend dazuzuzählen sein, drei sind es in Wien. Im gesamten Vorjahr wurden in Österreich 106 Bank- und Postüberfälle gezählt. Die Hälfte davon, also 53, sind in Wien verübt worden. Der steigende Trend hält unvermindert an. Wiener Kriminalisten rechnen täglich mit dem fünfzigsten Coup."

Ha, die zählen für Wien weit mehr als die Kronen-Zeitung

"Die Exekutive sieht vor allem Geldinstitute gefordert, ihre Schutzmechanismen zu verbessern. Die Gefahr dabei: Täter weichen auf andere lohnende Objekte aus, doch schon jetzt sind die Raubdelikte in allen Sparten (Geschäfte, Straße usw.) steigend."

Immerhin, da hat jemand mal einen weiteren Horizont. Bleibt anzumerken, dass auch die weitere Brutalisierung damit verbunden sein wird. Und dann ist man wieder bei der Frage: Geht es um den Schutz des Geldes der Banken oder ihrer Kunden?

Der ganze Artikel

Na ja und im Forum der Zeitung finden wir dann wieder den üblichen rassistischen Schmäh und entsprechende Erwiderungen

Am Mittwoch, 29. September um 20.45 Uhr auf ARTE:

ReConstruCtion
Regie: Irene Lusztig, Rumänien/USA 2001, Video, 90min., OV mit engl. UT

Über die Doku:

sm-reconstructionIm Jahr 1959 wurde die Grossmutter der Filmemacherin für ihre Beteiligung an einem Banküberfall durch die «Ioanid-Bande» zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Vierzig Jahre später geht Rekonstruktion allen Verästelungen eines Verbrechens und eines politischen Prozesses nach, die zu den umstrittensten in der Geschichte des Kommunismus in Rumänien zählen. Der Film fügt Teile eines Puzzles (Interviews, Archivmaterial) zu einer bewegenden kollektiven Geschichte und einem einfühlsamen Porträt der Grossmutter zusammen.

Obwohl der Ausgangspunkt für Rekonstruktion ein Banküberfall ist, der 1959 in Bukarest stattfand, erzählt der Film vor allem eine bewegende Familiengeschichte, die drei Generationen umfasst, und lässt sich als Detektivarbeit einer Dokumentarfilmerin über das heutige Rumänien verstehen. Die Familienanekdote, die ja ziemlich «romantisch» daherkommt (die eigene Grossmutter als Bankräuberin!), ist nicht die Hauptsache; zahlreiche Problemkreise wie Ideologie, Rassismus, Familie, Freiheit und Liebe werden behandelt, nicht zu vergessen die Frage nach den Mitteln, die es braucht, um einen solchen Film überhaupt drehen zu können. Mit viel Sensibilität und Verstand nimmt uns Irene Lusztig auf zwei parallele Reisen mit (die eine objektiv, die andere emotional), welche am Ende des Films zu einer einzigen verschmelzen. Man verlässt die Vorführung mit erweitertem, reiferem Blick.

 

twoday.net AGB

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