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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
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Süddeutsche Zeitung (3.5.2005) und andere berichten ganz groß über den Prozess gegen die sogenannte "Opa-Bande" und das Geständnis zweier Angeklagter (und auch bei Google News ist das heute nachmittag die Topmeldung:

"Ich bin ein Idiot gewesen"

Es sollte nie geschossen werden, das war abgemacht, aber martialisch aufgetreten sind die drei 64, 73 und 74 Jahre alten Verbrecher schon: "Unser Bestreben war, Schrecken zu verbreiten", gestand jetzt einer von ihnen vor Gericht - im Prozess gegen die ältesten Bankräuber der Republik.

Mit umfassenden Geständnissen hat am Dienstag der Prozess gegen die vermutlich ältesten Bankräuber Deutschlands vor dem Landgericht Hagen begonnen. Dem Räuber-Trio im Alter von 64, 73 und 74 Jahren mit bereits langjähriger Haft-Erfahrung werden von der Anklage 14 Banküberfälle in Westfalen vorgeworfen.

Dabei sollen sie innerhalb von sechzehn Jahren mehr als eine Million Euro erbeutet haben. „Unser Bestreben war, Schrecken zu verbreiten“, erklärte der 73-jährige Angeklagte aus Dortmund zum Prozess-Auftakt. Einzig der jüngste Räuber wollte sich zunächst nicht vor Gericht äußern.

Die drei „Opa-Räuber“ waren jeweils schwer bewaffnet unter anderem mit Maschinenpistolen und einer Handgranaten-Attrappe in die Filialen gestürmt und hatten Angestellte und Kunden bedroht. Dabei sei vorher aber abgesprochen gewesen, dass nicht geschossen werde, erklärte der 73-Jährige. Auch sollte es keine Verletzten geben.

„Haupttriebkraft aller meiner Schandtaten war Angst“, gab der Dortmunder als Motiv für die Raubzüge an. Nach insgesamt 40 Jahren Gefängnis bekomme er keine Rente und habe nicht in ein Altersheim gewollt. Mit seinem Anteil an der Beute kaufte er einen Hof bei Bielefeld.

„Ich bin ein Idiot gewesen, ich hätte es nicht nötig gehabt“, meinte sein ein Jahr älterer Komplize aus Iserlohn, der dort bis zu seiner Festnahme im November 2004 eine kleine Motorenwerkstatt betrieb.
(...)


usw.

Die Westfalenpost (3.5. 2005)
"Es ist ja so leicht, eine Bank zu überfallen"

(sam) Bankraub als Altersvorsorge: Vor dem Hagener Landgericht stehen seit gestern drei mehr oder weniger rüstige Senioren - die "Rentner-Bande" (WP berichtete).

Zwischen 1988 und 2004 sollen sie in unterschiedlicher Besetzung 14 Banken überfallen haben. Sie wurden auf einem Parkplatz in Wimbern festgenommen, bevor sie ihren vielleicht letzten Plan in die Tat umsetzen konnten - einen Überfall auf die Mendener Bank in Lendringsen.

Nur einer der drei einschlägig vorbestraften Angeklagten im Alter zwischen 64 und 74 zog es gestern vor zu schweigen - die beiden anderen nahmen kein Blatt vor den Mund, räumten die Überfälle, soweit in ihrer Erinnerung präsent, unverblümt ein und ließen die Verfahrensbeteiligten das ein oder andere Mal schmunzeln.

In seiner Einlassung kommentierte der 73-Jährige beispielsweise: "Sie glauben gar nicht, Herr Vorsitzender, wie einfach das ist, eine Bank zu überfallen, wenn sie das ein paar Mal gemacht haben." Nachvollziehbar: Der Gesamtschaden wird auf 1,3 Millionen Euro geschätzt.

Im Sumpf (21-23) die FM 4-ORF-Sendung mit Fritz Ostermayer und Thomas Edlinger widmet sich am heutigen Tag der Arbeit dem Thema Bankraub:


Bankraub - eine Investition in welche Zukunft?

Der Völkerkundler (sic!) Klaus Schönberger gibt am Tag der Arbeit Auskunft über die Bedingungen der Arbeit am illegalen Gelderwerb, der dereinst zu einem sorgenfreien Leben ohne Arbeit führen soll.


Edlinger und Ostermayer haben genug von der Arbeit und suchen nach Möglichkeit, dieselbe loszuwerden, logisch dass sie sich da jemanden einladen, der in Sachen Bankraub Bescheid weiss.
Aber ob das für die beiden wirklich was Richtiges ist, das muss sich erst noch zeigen ... Ab 21 Uhr

Zahl der Banküberfälle zurückgegangen


Banküberfälle zurückgegangen
Der ORF meldet am Dienstag, 19.04.05

Die unfassbare Serie von Banküberfällen in Wien ist zumindest vorerst eingebremst worden. Offenbar haben die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen der Banken und der Polizei gewirkt.


Verstärkte Überwachung
Insgesamt sind heuer bereits 22 Wiener Banken überfallen worden. In den vergangenen fünf Wochen wurden aber nur noch zwei Banken von Räubern heimgesucht.

Zum Vergleich: Im Jänner und Februar wurden jede Woche gleich mehrere Banken überfallen, einmal sogar drei an einem Tag.

Seitdem werden die 600 Wiener Bankfilialen von der Polizei verstärkt überwacht. Polizeichef Roland Horngacher ist davon überzeugt, dass die Überwachung mögliche Bankräuber abschreckt: "Es ist sicher, dass potentielle Bankräuber damit rechnen müssen, auf die Polizei zu stoßen, wenn sie derzeit einen Überfall begehen", so Horngacher.

Durchschnittlich 2.000 Euro
Im Durchschnitt werden bei einem Banküberfall 2.000 Euro erbeutet. Wer geschnappt wird, muss mit mindestens fünf Jahren Gefängnis rechnen.

Maßnahmen der Banken
Zudem setzen die meisten Banken mittlerweile auch noch auf private Wachmänner. Die Raiffeisenbank plant bis zum Sommer noch ein Sicherheitspaket und die Bank Austria will künftig noch weniger Bargeld in den Filalen haben, damit es für einen Bankräuber gar nichts mehr zu holen gibt.



Unter Berufung auf den ORF meldet Vienna Online:

Die Serie von Banküberfällen in Wien ist zumindest vorerst eingebremst worden. Offenbar haben die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen der Banken und der Polizei gewirkt, meldet ORF on.


Insgesamt sind heuer bereits 22 Wiener Banken überfallen worden. In den vergangenen fünf Wochen wurden aber nur noch zwei Banken von Räubern heimgesucht.

Zum Vergleich: Im Jänner und Februar wurden jede Woche gleich mehrere Banken überfallen, einmal sogar drei an einem Tag.

Bewachung sreckt Räuber ab

Seitdem werden die 600 Wiener Bankfilialen von der Polizei verstärkt überwacht. Polizeichef Roland Horngacher ist davon überzeugt, dass die Überwachung mögliche Bankräuber abschreckt: "Es ist sicher, dass potentielle Bankräuber damit rechnen müssen, auf die Polizei zu stoßen, wenn sie derzeit einen Überfall begehen", so Horngacher. Im Durchschnitt werden bei einem Banküberfall 2.000 Euro erbeutet. Wer geschnappt wird, muss mit mindestens fünf Jahren Gefängnis rechnen.

Zudem setzen die meisten Banken mittlerweile auch noch auf private Wachmänner. Die Raiffeisenbank plant bis zum Sommer noch ein Sicherheitspaket und die Bank Austria will künftig noch weniger Bargeld in den Filalen haben, damit es für einen Bankräuber gar nichts mehr zu holen gibt.

Die TAZ (14.4. 2005) berichtet auf einer Seite über das nun schon 30 Jahre überlebende legendäre Freiburger Buchhandlungs-Kollektiv Jos Fritz und betont dessen Vorbildfunktion.

Und schließlich können wir hier unter anderem lesen:

"Die Kultur, das ist aber auch die hohe Aufmerksamkeit für Kleinverlage, die immer weiter aus den Regalen verdrängt werden, da trotz der zunehmenden Verkaufsfläche im Buchhandel die Anzahl der angebotenen Titel dramatisch zurückgegangen ist. Viele Großbuchhändler verkaufen ihre Präsentationsflächen in der ersten Reihe heute wie Anzeigenplätze an die Verlage. Bei Jos Fritz liegen dort die Bücher vom Verbrecher-Verlag, von Ventil, unrast oder tropen. Und auch das gehört zur Kultur: dass ein Buch wie Klaus Schönbergers "Vabanque - Theorie und Praxis des Bankraubs" über die Institutsauslieferung des Ladens seinen Weg in die Regale der Uni- Bibliothek findet."

Na ja, wenn man den Karlsruher Virtuellen Katalog bemüht, dann finden sich da noch andere Bibliotheken, in denen "Vabanque" zu finden ist. Und so weltbewegend ist das nun auch nicht, denn wer schon mal darin gelesen hat, weiss, dass sich darin eine ganze Reihe wissenschaftlicher Aufsätze befinden. Schön wenn Wissenschaft heute noch für gefählich gehalten wird ....

Ach so. Ja natürlich auch Glückwunsch von uns an das Jos-Fritz-Kollektiv, viel Erfolg für die kommenden dreissig Jahre und bis zur nächsten gemeinsamen Veranstaltung ....

Die Kulturindustrie schläft nicht. Bereits am 4.2. 2005 ließ "DVD-Inside" verlauten: Johnny Depp ist der "Whiskey Robber"

Whiskey Robber

Der unbestrittene “Sexiest Man Alive” (Zitat: Billy Cristal) wird sich in seinem neuesten Projekt wohl alle Ehre geben. Dort darf er einen äußerst charmanten und eleganten Bankräuber spielen, dem ein Ruf als moderner Robin Hood vorauseilt. Vorbild für die Rolle ist der ungarische Bankräuber Attila Ambrus, der innerhalb von sechs Jahren 30 Banken ausraubte und 1999 ein erstes Mal geschnappt wurde. Erst nach einem gelungenen Ausbruch aus dem Gefängnis und ein paar weiteren ausgeraubten Banken, wurde der sogenannte „Whiskey Robber“ endgültig gefasst. Durch seine charmante und liebenswerte Vorgehensweise wurde aus dem Dieb tatsächlich so etwas wie ein ungarischer Volksheld. Die perfekte Rolle für Johny Depp, der sich nun zusammen mit Warner Brothers die Rechte an dem Buch „The Ballad of the Whiskey Robber“ von Julian Rubinstein gesichert hat.


Originaltitel: Whiskey Robber
Buch: Julian Rubinstein
Darsteller: Johnny Depp

ist nun infolge der Index-Berichterstattung auch Gegenstand dem ungarischen Weblog "Life-Management" - (" Käsäkät fäl, käsäkät fäl - das heißt "Hände hoch!"") nur schade, dass von uns keiner die ungarischen Kommentare verstehen kann.

Oberpfalznetz (12.4. 2005)

Ein Bockbierfest und die Folgen

Amberg. Aus Spaß wurde Ernst: Mit Heribert Niedermeier hat die Amberger CSU eines ihrer prominentesten Mitglieder verloren. Der Sparkassen-Chef hatte beim Bockbierfest zu den "Derbleckten" gehört, eine Passage des Polit-Kabaretts als Entgleisung empfunden und das in einem Brief kundgetan.

Im Pfarrsaal von St. Michael hatten "Die drei Putzen vom OB" in Person von Bürgermeister Michael Cerny, Fraktionsvorsitzendem Dieter Mußemann und Stadtrat Martin Preuß am 25. Februar wieder einmal kräftig vom Leder gezogen. Eine ihrer Zielscheiben: Heribert Niedermeier. Er musste einigen Spott in Sachen Forum-Insolvenz über sich ergehen lassen. Aber auch eine Äußerung von Cerny, in der dieser auf den Banküberfall im D-Programm (s.u.) anspielte.

Niedermeier war selbst nicht anwesend, er las von den Frotzeleien in der Amberger Zeitung und sah sich daraufhin veranlasst, einen Brief zu formulieren. "Ich habe meinen Unmut gegenüber den drei Putzen schriftlich zum Ausdruck gebracht", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse am Montag auf Nachfrage. Er besitze durchaus Humor und verstehe sicher Spaß, unterstrich der 61-Jährige. Über die Forum-Sticheleien rege er sich deshalb auch nicht auf, da habe er keine Probleme damit. Die Banküberfall-Geschichte sei für diese Kabarett-Veranstaltung allerdings alles andere als passend gewesen. Sie habe die Grenzen des guten Geschmacks überschritten und sei sogar menschenverachtend.

Gegenüber der AZ wies Niedermeier darauf hin, dass die Beschäftigten, die damals erneut Opfer eines Überfalls wurden, noch heute traumatisiert seien und unter psychologischer Betreuung stünden. "Ich leide mit diesen Mitarbeitern mit", sagte Niedermeier. Es könne seinen Angestellten nicht zugemutet werden, dass über so eine kriminelle Tat auch noch Witze gerissen würden. Das habe er in seinem Schreiben auch deutlich gemacht.



Hier die Äußerungen der CSU-Kabarettisten:

Michaela (Michael Cerny): "Über den Niedermeier wird ja a so viel gred. Der soll sich selber zu seim eigenen 60. Geburtstag den Banküberfall der Sparkassenfiliale in der Don-Bosco-Straße gschenkt ham."

Martina (Martin Preuß): "Vielleicht war des aber a bloß so a Art Sparkassen-Schlussverkauf."

Dietlinde (Dieter Mußemann): "Na na na. Des kann gar niad sei, weil as Forum hat von der Sparkass aus auch koan Schlussverkauf machen dürfn."

Pascal Kurz, Bankräuber-Torwart der TSG Sprockhövel, findet sich "ablösefrei" auf der Transfermarkt-Liste:
"Weitere Angaben: Sitzt aufgrund eines Banküberfalles in U-Haft."
Zur Transferliste:

Inzwischen spielt er laut Bericht der Westdeutschen Zeitung (9.3. 2005) wohl wieder und befindet sich auch nicht mehr in U-Haft, sondern ist Freigänger:

"Kurz zurück in der "Normalität"

Nach seiner Verurteilung wegen versuchten Banküberfalls trainiert der ehemalige Torwart er seit Montag wieder bei der TSG Sprockhövel mit."

lautet die Überschrift eines Artikels (8.4. 2005) von Lili Mesterházy auf "Index" (eine Art Spiegel Online) in ungarischer Sprache über MC Orgelmüller und seinen Song für Attila Ambrus, den Whisky-Räuber und ungarischen Bankräuberhelden. Dabei findet sich nun auch eine ungarische Übersetzung des Textes über Attila (zur deutschen Variante)

By the way. Ein paar total durchgeknallte Fans dieses Songs muss es in Erlangen geben. Dort haben sie während eines Konzerts von MC Orgelmüller das Lied Zeile für Zeile mitgesungen. That's Pop! And we like it!

MC Orgelmüller</a></a></div>
<div class=vabanque - am Montag, 11. April 2005, 23:25 - Rubrik: Populaere Kultur Musik

dpa u.a. Quellen, 11.04.2005
Bankräuber kann jeder sein: Dorfbäcker vor Gericht

Sechs Monate nach einem tödlichem Banküberfall steht in Heilbronn der 47jährige Dorfbäcker vor dem Landgericht. Ihm wird vorgeworfen, am 7.10. 2004 die Sparkasse in Siegelsbach (Kreis Heilbronn) überfallen, und dabei eine 65-jährige Rentnerin erschossen und deren Ehemann (66) und einen Bankangestellten (29) lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Anklage gegen den Bäckermeister lautet auf Mord, zweifachen versuchten Mord, räuberische Erpressung mit Todesfolge und zweifache gefährliche Körperverletzung. 43 Zeugen und drei Sachverständige sollen gehört werden. Das Urteil ist für den 29. Juni vorgesehen.

Keine 36 Stunden nach der Tat nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Als die Identität des Mannes an die Öffentlichkeit drang, schwankte Siegelsbach zwischen Entsetzen und Erleichterung: Es war der Dorfbäcker, den jeder im Ort kannte.

Der angeklagte Bäcker bestreitet die Tat und schweigt. Auch die Tatwaffe ist bisher nicht gefunden worden. Nach Auswertung von fast 300 Spuren geht aber die Staatsanwaltschaft davon aus, den richtigen Täter auf die Anklagebank gebracht zu haben. Die beiden Überlebenden des Banküberfalls, der Angestellte und der 66-jährige Pensionär, sollen den Bäcker identifiziert haben. Im Auto des 47-Jährigen seien Blutspuren gefunden worden, deren DNA-Muster dem des Bankangestellten ähnelt.
Zum weiteren Tatverlauf vgl. diverse Eintragungen in diesem Blog

Der Millionen-Coup von Belfast - Die Geschichte eines spektakulären Raubzugs.
lautete der Titel der gerade zuende gegangenen RTL-II-Reportage. Abgesehen von der ziemlich reißerisch inszenierten Rekonstruktion des Bankraubs enthielt die Reportage doch ein paar interessante Hinweise.
  1. 1. Die Polizei hat keinerlei Hinweise auf die IRA-Urheberschaft;
    2. Alle wollen trotzdem glauben, dass es die IRA war ;
    3. Die IRA ist in einem Auflösungsprozess, in dem sich die kriminallen Aktivtäten mancher Gruppen offenbar verselbständigen;
    4. Zumindest als Verschwörungstheorie wurde der britische Geheimdienst als Urheber genannt;
    5. Es gibt einfach verdammt viele, die ein Interesse an der IRA-Urheberschaft haben. Die Frage ist allerdings: Wer ist heute noch die IRA?
An manchen Stellen kam mir die Reportage doch ziemlich informiert vor. Immerhin - waren die Autoren in der Lage, den Kontext der Tat zu rekonstruieren. Das ist für so einen Tittensender doch schon mal was ...

Die Bild-Zeitung, die in Sachen Bankraub der Kronenzeitung in Wien kaum das Wasser reichen kann, verspricht eine Enthüllungsstorym die schließlich ziemlich dürftig ausfällt (BILD, 10.4. 2005). Da wird dann nochmals die Story von der "Opa-Bande" bemüht, wo doch jede/r, der bei Verstand ist und einigermaßen kopfrechnen kann, sich fragt, worin denn da das Spektakuläre liegen soll, wenn drei Männer über zehn Jahre hinweg immer mal wieder eine Bank ausgeraubt haben? Aber wenn es keine Sensationen gibt, dann werden halt Sachverhalte dazu verklärt:

"Zehn Überfälle
Ältester Bankräuber packt aus

Beutezug: Jahrelang hielt die dreiköpfige „Opa-Bande“ (heute 74, 73 und 63 Jahre alt) mit ihrer Raubserie die Polizei in Atem

Iserlohn – Keine Frage: Im Bus würde man dem humpelnden Senior mit den müden Augen und den ergrauten Bartstoppeln spontan seinen Sitzplatz anbieten. Doch Rudi R. (74) ist kein mitleidbedürftiger Rentner – selbst wenn er unter Arthrose (Gelenkverschleiß) und den Folgen eines Oberschenkelhalsbruchs leidet: Der gebrechliche Mann ist Deutschlands ältester Bankräuber."

Der Millionen-Coup von Belfast - Die Geschichte eines spektakulären Raubzugs.
Die Reportage-Reihe bei RTL II, am Sonntag, 10. April 2005 um 23:15 Uhr

Na da sind aber fix und wir gespannt, wie so ein RTL-Coup und -Reißer am Ende aussieht. Die Begründung hinkt, weil es einfach nicht zutrifft, dass die "Zeitungen nur noch Randmeldungen" lieferten. Sei's drum.

München (ots) - Die RTL II-Reportage-Reihe "100 Tage" geht erneut den Hintergründen eines Themas nach, das Schlagzeilen machte, aber kurz darauf den Zeitungen nur noch Randmeldungen Wert war. Diesmal beschäftigen sich die 100-Tage-Autoren Peter Bohning und Axel Kreutz mit dem größten Bankraub der britischen Geschichte.

"Der Millionen-Coup von Belfast" rekonstruiert den Ablauf des
Raubzuges - und beleuchtet seine Folgen.

Am 20. Dezember 2004 landen bislang Unbekannte in Belfast den
perfekten Coup: Sie nehmen die Familien zweier Direktoren der Northern Bank als Geisel und zwingen die Männer, ihnen unbemerkt
Zugang zu den Tresorräumen zu verschaffen. Und die sind randvoll gefüllt - mit Geld, das am nächsten Tag an 95 Filialen der Northern
Bank verteilt werden soll. Zwei Stunden brauchen die Räuber, ihre
Beute aus der Bank herauszuschleppen. Sie verschwinden mit zwei
Lastwagen-Ladungen nordirischer Pfundnoten: Umgerechnet 38 Millionen Euro. Es ist der größte Bankraub in der Geschichte des Vereinigten Königreichs. Von den Tätern fehlt zwar bis jetzt jede Spur - doch die Ermittler sind überzeugt: Dieser perfekt organisierte und durchgeführte Raubzug kann nur auf das Konto der IRA gehen. Die IRA-Führung weist jede Schuld von sich. Doch schon jetzt hat die Angelegenheit schwer wiegende politische Konsequenzen.

Drei Monate nach dem Millionen-Coup sind erst 60.000 Pfund aus der
Beute wieder aufgetaucht - kurioserweise in einem Sportheim der Polizei. Mittlerweile hat die Northern Bank beschlossen, neue Pfundnoten auszugeben, um zumindest einen Teil des gestohlenen Geldes für die Räuber wertlos zu machen. Doch schon die Kosten für den Druck der neuen Noten werden auf rund fünf Millionen Pfund geschätzt.

Die 100-Tage-Autoren Peter Bohning und Axel Kreutz haben in London und Belfast recherchiert, um in der Reportage "Der Millionen-Coup von Belfast" die Hintergründe und Folgen des Banküberfalls nachzuzeichnen. Sie sprachen mit Ermittlern, Beteiligten - und nicht zuletzt mit den Menschen in Belfast, die zum Teil keinen Hehl daraus machen, dass ihnen die Bankräuber sympathisch sind.

Weitere Informationen:
Jürgen Ohls, Nachrichtenchef RTL II
Peter Bohning, "100 Tage"- Autor und Chef vom Dienst
Telefon: 0221 - 456 6310

Die Kronenzeitung (30.3. 2005) klärt uns auf:

Drei Wochen war "Pause" in Wien, aber jetzt gab es schon wieder einen Bankraub! Ein bewaffneter Täter drang am Mittwoch in eine Filiale der Bank-Austria in der Rueppgasse in Wien-Leopoldstadt ein und erbeutete einen Geldbetrag in unbekannter Höhe.
(...)
Als die Polizei eintraf, war der Räuber bereits über alle Berge. Es war dies der 19. Bankraub in diesem Jahr. Die Ermittlungen führt die Gruppe Fleischhacker."

Ein bisschen mehr Hintergrundinformation zum Prozess gegen die drei Anarchisten in Aachen liefert nunmer taz-redakteur Klarmann in der nrw-taz (2.4.2005).

Merkwürdig klingen hier irgendwie alle Beteiligten ....
.... die moralische verfassung des taz-schreibers, der das Ganze auf das intellektuelle Niveau einer Johannes. B. Kerner-Show runterschreibt und die zitierten SympathisantInnen der Bankräuber-Darsteller, die offensichtlich glauben, alles was sich gegen das System richte, sei irgendwie gut. Am nachvollziehbarsten ist noch die Wut der betroffenen Geiseln, aber das ist eben auch nicht die ganze Wahrheit ... tja die Verhältnisse sind komplexer geworden ....

Katja Seefeldt beschäftigt sich in telepolis (04.04.2005) mit der Tendenz zur Kriminalprävention:

Sicherer leben im Wohnsilo
Gute Beleuchtung, schlanke Grünpflanzen – was ist nötig, um kriminelle Tatgelegenheiten zu entschärfen und was helfen solche Maßnahmen wirklich?

In Projekte zur Kriminalprävention fließt derzeit viel Geld. In diesem Zusammenhang gewinnt auch das Thema Städtebau und Kriminalprävention an Bedeutung. Gemeint sind damit städtebauliche Vorgaben und Bestandserhaltungsmaßnahmen, mit denen Stadträume und ihre Nutzung mitgestaltet werden können, um Kriminalität zu vermeiden.
Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht hat jetzt ein internationales Projekt gestartet, in dem städtebauliche Maßnahmen zur Kriminalitätsprophylaxe auf den Prüfstein kommen, mit dem Ziel, Empfehlungen für die Sanierung von in die Jahre gekommenen Großwohnsiedlungen zu erarbeiten.


In diesem Zusammenhang wird auch auf die Erfahrung mit den Sicherungsmaßnahmen der Banken verwiesen:

"Zum Schluss sollen Erfahrungen und Erkenntnisse in einem Handbuch zusammengeführt werden, um gute Beispiele allgemein zugänglich zu machen. Denn etwas soll vermieden werden: Deliktsverlagerung und Täteranpassung. So wie ausgelöst durch technische Sicherheitsmaßnahmen der Bankraub heutzutage häufig in Geiselnahmen mündet, ist auch in "präventiv gesicherten" Wohnsiedlungen zu beobachten, dass die Kriminalität nur abwandert."


 

twoday.net AGB

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