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Das Weblog zur Volkskunde des Bankraubs

 
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Der FAZ (6.6. 2005) bleibt es vorbehalten, den Medienrummel um die
„Opa-Bande”, die dieser Tage vor Gericht stehen, zurecht zu rücken. Unter der Überschrift "Die Methusalem-Komplizen" betreibt die FAZ-Autorin Claudia Lehnen ein regelrechtes Stück "Aufklärung". Angesichts der medialen Aufrüstung in Sachen "Seniorenkriminalität.
Ein paar Kernsätze aus ihrem Artikel:

"Dies wird keine Geschichte, die angst macht. Auch wenn alles zunächst ganz danach aussieht. Die Zahl straffälliger Männer über 60 Jahre ist in der vergangenen Dekade laut BKA um mehr als ein Viertel gestiegen. Kamen 1994 knapp zehn ältere Halunken auf eine Million ihrer unbescholtenen Altersgenossen, so sind es heute zwölfeinhalb. Fünf Prozent aller Tatverdächtigen sind über 60 Jahre alt. Die Zahlen hören sich alarmierend an. Vorstellbar, daß beim Altennachmittag der Pfarrei nicht nur harmlose Rentner, sondern auch Bankräuber, Mörder und Totschläger den Sandkuchen in den Kaffee tunken?
(...)
Hysterie um Altenkriminalität unbegründet
Doch auch wenn es in Einzelfällen selbst unter den Senioren "böse Buben" gebe, zu einer Hysterie um Altenkriminalität sieht Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, keinen Anlaß. Mehr Senioren-Schurken verzeichne die Statistik vor allem deshalb, weil das Risiko, erwischt zu werden, stetig steige: "Die Polizei wird besser. Die Alten sind weniger trickreich."

Außerdem ist das Trio, das sich in Hagen für seine Taten verantworten muß, eher ein spektakulärer Einzelfall. Auch die "alten Monster, die irgendwelche Leute zusammenschlagen, sind die absolute Ausnahme", sagt Frieder Dünkel, Professor am Kriminologischen Institut der Uni Greifswald. Finden sich doch unter den über 50 Jahre alten Bösewichtern - sie machen laut BKA 9,5 Prozent aller Strafgefangenen Deutschlands aus - hauptsächlich Menschen, die wegen "Bagatellkriminalität" wie Ladendiebstahl oder Verkehrsdelikten einsitzen."

Eine weitere Verfilmung ist anzuzeigen:

Mit Filmen wie "Kleine Morde unter Freunden", "Trainspotting" und "28 Days Later" hat sich Regisseur Danny Boyle in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht.

Am 25. August kommt sein nächtes Werk ("Millions") in die Kinos.

"Millions" ist die Verfilmung eines Romans von Frank Cottrell Boyce, der hierzulande als
Kinderbuch firmiert und 2004 mit einem "Luchs" ausgezeichnet wurde.
Der Roman erzählt die Geschichte zweier kleiner Brüder, die plötzlich zu Millionären werden. Sie finden mehr als 22 Millionen britische Pfund - die Beute aus einem Banküberfall kurz vor der Euro-Umstellung - die die Bankräuberr auf ihrer Flucht verloren haben. Es bleibt nicht mehr viel Zeit das Geld auszugeben.

Zur Webpage des Verlags

Unter der Überschrift "Führerschein von Kriminellen in Gefahr" macht sich das Online-Portal "autopresse.de" (30.5. 2005) Sorgen um den Führerschein von Bankräubern. Offensichtlich findet es der Bundesgerichtshof jetzt rechtens, wenn ein Kraftfahrzeug mit einer entsprechenden Fahrweise vom Tatort "entfernt" hat:

"Die Fahrerlaubnis kann entzogen werden, wenn der Fahrer zur Ausführung einer Straftat ein Kraftfahrzeug benutzt hat. Das hat jetzt der Bundesgerichtshof entschieden. Für den Entzug des Führerscheines muss allerdings klar aus dem jeweils zu beurteilenden Fall hervorgehen, ob der Täter auch zukünftig bereit sei, die Sicherheit des Straßenverkehrs seinen eigenen kriminellen Interessen unterzuordnen.

Demnach kann beispielsweise einem Bankräuber die Fahrerlaubnis entzogen werden, wenn er nach einem Überfall mit dem Pkw geflohen ist und aufgrund seiner Fahrweise die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet hat. Denn das könnte sich wiederholen. Anders liegt der Fall, wenn etwa ein Schmuggler bei einer Routinekontrolle beim Transport von Drogen mittels eines Kraftfahrzeuges erwischt wurde, sich aber im Straßenverkehr unauffällig beziehungsweise nicht gefährlich verhalten hat. Die endgültige Entscheidung darüber, ob ein Entzug zulässig ist oder nicht, liegt beim Richter des jeweiligen Falles."

Hamburger Staatsanwaltschaft und Polizei bemühten sich aktiv um die Bearbeitung des "Fall"es Wüppesahl. Taz-Bericht (26.5. 2005) aus dem Gerichtssaal unterstreicht die aktive Rolle der Behörden:

"Die entscheidende Frage blieb unbeantwortet. "Warum, Herr Wüppesahl, haben Sie die Pistole eingesteckt?", fragte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer, nachdem diese gestern das polizeiliche Video der Festnahme von Thomas Wüppesahl gesehen hatte. Darauf ist zu sehen, wie der vermeintliche Mittäter Andreas Sch. in seinem Wohnzimmer dem früheren Grünen-Bundestagsabgeordneten eine Waffe samt Munition überreicht, jener sie einsteckt - und von Polizisten festgenommen wird.
(...)
Zuvor hatte eine Polizistin vor Gericht bekannt, dass die Hamburger Staatsanwaltschaft sich vorigen Herbst aktiv darum bemüht habe, den Fall Wüppesahl bearbeiten zu können: Zunächst lagen die Akten bei den Ermittlern in Lübeck - weswegen die Polizei Andreas Sch. bat, das nächste Treffen in Hamburg zu arrangieren, um die eigene Zuständigkeit zu begründen.

Irgendwie erscheint diese ganze Geschichte überaus mysteriös:

Ein Kronzeuge in der Mangel (taz-hh, 9.5. 2005)

Der Prozess gegen den "kritischen Polizisten" Thomas Wüppesahl, der einen Raubmord vorbereitet haben soll, geht in eine längere Verhandlungspause. Trotz mehrwöchiger Beweisaufnahme wirft er noch mehr Fragen auf, als er beantworten kann

Allerdings wird Wüppesahl in taz-Berichterstattung wenig symphatisch gezeichnet. Doch selbst wenn sie recht hat, klingt das alles dennoch ziemlich nach Räuberpistole:

"Dabei wird Wüppesahl kaum noch leugnen können, selbst den Anstoß zu der Tat gegeben zu haben, welche die Anklage ihm vorwirft: Der 49-Jährige, heißt es in der Anklageschrift, hat einen Raubmord vorbereitet. In Berlin-Friedrichshain wollte er einen Geldtransporter überfallen, den Boten erschießen und ihm mit einem Beil den Arm abhacken (taz berichtete). Außer der Aussage des vermeintlichen Mittäters Andreas Sch. hat die Staatsanwaltschaft Mitschnitte von Gesprächen der beiden, in denen Wüppesahl seine Idee ausführt. "Ich muss ganz nah ran, um in den Hinterkopf schießen zu können", heißt es dort. "Da ist meine Lockerheit gefragt."
(...)
Dennoch präsentiert Wüppesahl sich siegesgewiss. Der selbst ernannte Mobbing-Experte inszeniert sich als Opfer eines Komplotts - wie so oft in der Vergangenheit. Wüppesahl hat über Jahre sein berufliches und privates Umfeld mit Anzeigen und Beschuldigungen überzogen, weil er ständig Intrigen gegen sich vermutete. Nun wittert er einen "weiteren Versuch der Staatsanwaltschaft, mich als politische Person aus- und abzuschalten", wie er aus der Untersuchungshaft heraus verlauten ließ. (...)"
"


Womöglich gibt es beides. Den Plan und das Komplott:

"Doch nicht nur der brutale und dilettantisch daherkommende Tatplan gibt vor Gericht Rätsel auf. Offen ist auch die Frage, was Andreas Sch. veranlasst hat, seinen Freund hinter Gitter zu bringen. Er selbst sagt, dass er mit seiner Anzeige "ein schlimmes Verbrechen verhindern wollte". Das aber hätte er einfacher haben können. Er hätte dem Freund gehörig den Kopf waschen können, als der ihm von seinem brutalen Plan erzählte. Stattdessen ist er zur Polizei gegangen - und zwar sofort. Schon beim zweiten Treffen mit Wüppesahl, in einem Café in Bergedorf, hört die Polizei mit."

Die Verteidigung vermutet hinter dem Hauptbelastungszeugen einen aktiven Lockspitzel:

"Die Verteidigung deutet mit ihren Fragen an, dass der Kronzeuge sich womöglich einen finanziellen Vorteil davon versprochen habe, sich der Polizei zur Verfügung zu stellen. Auf der anderen Seite gilt Geldnot auch als mögliches Tatmotiv für Wüppesahl. Der ist regelmäßig ins Casino gegangen. "Teilweise waren um die 10.000 Euro im Spiel", beschreibt Andreas Sch. die Spielbankbesuche, bei denen er manchmal dabei war - auf Rechnung von Wüppesahl."

Nun das klingt alles nach einem ziemlich schlechten Film und es steht zu befürchten, dass sich darin alle von ihrer schlechtesten Seite entpuppen werden. Der Polizeiapparat, dem ja auch Wüppesahl entstammt, macht vermutlich keine Fehler, sondern ist der Fehler ....

Weitere Eintragung zum "Fall" Wüppesahl:
http://vabanque.twoday.net/stories/394266/
http://vabanque.twoday.net/stories/385370/
http://vabanque.twoday.net/stories/380692/
http://vabanque.twoday.net/stories/380688/

MAX, "der monatliche Leser-Scout rund um People, News & Lebensstil"
bringt in der Juni-Ausgabe einen Artikel über Weblogs von Alain Bieber. In einem Kasten, der einige Weblogs aufführt, ist auch unser Blog erwähnt.

Yeah werte Max-LeserInnen, hier wird Dir gezeigt "Where the money is .. "!

Max über sich selbst:
Lesen Sie in MAX: Menschen hautnah, ungewöhnliche Reportagen, spektakuläre Portraits, meinungsstarke Interviews, atemberaubende Fotografie. Themen, die bewegen. Themen, über die man spricht und die man lebt.
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„Bonnie & Clyde“ – Ab in den Knast
Gangsterpärchen von Hildesheim muss für lange Zeit sitzen


titelte der Kölner Express (27.5.2005)


"Bonnie & Clyde, das Gangsterpärchen von Hildesheim, das eine Bank ausraubte und dann in einer Stretch-Limousine mit Chauffeur nach Köln flüchtete und festgenommen wurde , wurde am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt. "

Das ist so recht nach dem Geschmack des Boulevards. Bankräuber die dumm und luxoriös daherkommen: Pärchen, Luxusauto und Luxusleben.

"Rund 250 Kilometer fuhr das Gangsterpärchen in der weißen Stretch-Limousine bis nach Köln. Nach dem Banküberfall letzten Montag in Hildesheim, bei dem der 35-jährige Frank E. rund 200 000 Euro erbeutete, lebte das Paar in einem Luxushotel in Saus und Braus.

Der Champagner floss an der Hotelbar in Strömen. Dann bestellte sich das Paar eine neun Meter lange Stretch-Limousine mit Chauffeur – wie jetzt bekannt wurde, für 125 Euro die Stunde."


Aber was das wiederum mit Bonnie&Clyde zu tun haben soll, das erklärt sich wohl nur aus der Phantasie dieser Sorte von Journalisten und ihrer Chefredaktionen.

"Lasso-Tricks und schöne Ladies"
Die Märkische Oderzeitung (MOZ) berichtet am 31.5. 2005 aus Werneuchen ..

"Banküberfall, ein schießender Sheriff und flüchtende Diebe: In Werneuchen flogen am Samstag die Kugeln durch die Luft - glücklicherweise nur in der Show der ersten mobilen Westernstadt Deutschlands. Die Akteure des Familienunternehmens wollten auf ihrer Tournee sowieso Station in Werneuchen machen und da gleichzeitig das Sommerfest des Countryclubs "The Flying Hawks" steigen sollte, wurden sie einfach auf das Domizil-Gelände an der B 158 umgeleitet.
Am frühen Nachmittag, die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel herunter, sind die Cowboys und Ladies noch mit den Vorbereitungen für das Fest beschäftigt. "Es ist einfach zu heiß", stöhnt Marina Gillmann, die Chefin der "Hawks". Sie hat aber kaum Zweifel daran, dass in den nächsten Stunden noch viele Country-Fans kommen werden. Einen Höhepunkt können die Gäste wenig später live erleben. Toni Tränkler und seine Familie präsentieren in zünftiger Kulisse einige Szenen aus dem wilden, wilden Westen. Und natürlich darf dabei der Banküberfall auch nicht fehlen. Ein Messerwerfer zeigt sein Können, es gibt Vorführungen mit dem Lasso und Proben eines Kunstschützen."


Wer jetzt noch nicht genug hat kann hier weiterlesen und sich fragen, warum diese Nostaligie eigentlich immer mit rassistischen Emblamtik der Südstaatenflagge daherkommt.

Am vergangenen Samstag lief im Bayerischen Rundfunk mal wieder ein Klassiker:

Den letzten beissen die Hunde

Originaltitel: Thunderbolt and Lightfoot (USA, 1973); Regie:
Michael Cimino: Darsteller: Clint Eastwood, Jeff Bridges, Geoffrey Lewis. Länge: 109 Min.

Auf der Flucht vor zwei Komplizen, die sich von ihm um die Beute aus einem Bankraub betrogen glauben, freundet sich der Ganove Thunderbolt mit dem jungen Autodieb Lightfoot an.

"Die letzten beißen die Hunde" aus dem Jahr 1973 ist "eine Mischung aus Vagabundenkomödie, Gangsterpersiflage und Actionfilm, gediegen verschachtelt und vorzüglich fotografiert (Frank Stanley)", schreibt das "Lexikon des Internationalen Films" zu Michael Ciminos Regiedebüt. "Der Film ist lebendig, gut geschrieben, witzig, hart und superb besetzt, mit vielen Facetten, in stimmige Details aufgefächert, und mit reich entwickelten Charakteren", meint der "Motion Picture Guide". Für die Rolle des Lightfoot wählte man den jungen Jeff Bridges, der zwei Jahre zuvor durch Bogdanovichs "The Last Picture Show" bekannt geworden war. Für seine außerordentliche Leistung als Lightfoot wurde er für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert.


Ja das ist der Film, in dem die Beute in der Tafel einer Schule versteckt worden ist und dieselbe abgerissen und wieder an einem anderen Ort aufgebaut wurde.

Ab und an finden sich in den Ablagen immer noch einige Bonmots durchaus älteren Datums, die den LeserInnen nicht vorenthalten werden sollen, insbesondere nicht Thomas Edlinger und Fritz Ostermeyer, die sich am letzten 1. Mai unbedingt zu Bankräubern ausbilden lassen wollten, weil sie der Lohnarbeit bei FM4 im ORF überdrüssig sind:

Ernest Bornemann, prominenter marxistischer Sexualwissenschaftler vekündete 1990 anläßlich seines 75. Geburtstages, daß ihn seine Arbeit an wissenschaftlichen Büchern befriedige: "Ich empfinde Arbeit als Lust."

Ob damit seine Skepsis gegenüber anderen Lustformen begründbar ist, muß dahingestellt bleiben: "Wir leben nun einmal in einer bürgerlichen Gesellschaft. Da sehe ich keine Gründe, wieso ich mir die Vorteile dieser bürgerlichen Gesellschaft nicht aneignen sollte, beispielsweise mein Kapital zu verzinsen. (...) Es gibt keine andere Möglichkeit zu überleben. Die einzige Alternative wäre, wie bei der RAF, Bankraub. Bankraub erscheint mir noch weniger überzeugend. Was also die heutige Überlebenspolitik anbelangt, vermag ich nicht mehr an eine zental organisierte Gesellschaft von morgen zu glauben." Quelle: Interview mit Ernest Bornemann, taz (12.4. 1990)

aber nur 5000 EUR Beute, das weiss einmal wieder die Kronenzeitung (21.5.2005) zu berichten:
"Sportlich & kriminell - Bankräuber in Wien radelt mit Beute davon"
Fehlt nur noch "Sport ist Mord" - na ja die Sorgen ihrer Überschriftenmacher möchte ich nicht haben .... ("dumm und dämlich")

In Wien kam es am Freitagvormitag bereits zum 22. Bankraub im heurigen Jahr. Schauplatz war diesmal eine Bawag-Filiale im 20. Bezirk. Dem maskierten Täter gelang mitsamt der eher mickrigen Beute in der Höhe von 5.000 Euro per Fahhrad die Flucht in die Innenstadt. Zuvor stieß er zwei Passantinnen nieder.

Geld wurde nie gefunden

Der BLICK (12.5. 2005)
GENF – 15 Jahre nach dem Jahrhundert-Postraub von Genf hat ein Pariser Geschworenengericht einen Mittäter zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Der 46-jährige Korse war selbst aber nicht vor Gericht, der Urteilsspruch erfolgte in Abwesenheit. Der Mann wird beschuldigt, zusammen mit seinen Kumpanen am grössten Bankraub der Geschichte beteiligt gewesen zu sein. Sie hatten am 25. März 1990 bei einem Überfall auf die damalige Schweizerische Bankgesellschaft in Genf 31 Millionen Franken erbeutet. Das Geld wurde nie gefunden.

Mi. 18.05., 23.25 Uhr, BR
Sexy Beast - Bankraub wider Willen
Der Ex-Gangster Gal genießt seinen Ruhestand, als ein finsterer Bekannter den Ex-Tresorknacker zu einem letzten Coup überreden soll.

HIer die Ankündigung des Senders:

Vor Jahren schon hat sich Gary "Gal" Dove, einst ein versierter Tresorknacker aus der Londoner Unterwelt, an die spanische Costa de Sol zurückgezogen, um gemeinsam mit seiner Frau Deedee und einem Freundespaar seinen Ruhestand zu genießen. Das beschauliche Idyll des Ex-Gangsters, der am Pool seiner Finca kühle Drinks zu sich nimmt und das Gewehr nur noch zur Hasenjagd in die Hand nimmt, wird jäh gestört durch die Ankunft seines alten Bekannten Don Logan. Logan soll Gal im Auftrag des Unterwelt-Bosses Teddy Bass davon überzeugen, ihn für einen letzten spektakulären Banküberfall nach London zu begleiten.

Gal, der unter keinen Umständen mehr einen Schweißbrenner in die Hand nehmen will, behandelt den tobenden Logan zunächst wie ein rohes Ei. Doch der brutale Gangster, vor dessen psychopathischen Ausrastern sogar seine Bosse zittern, lässt nicht locker und greift Gal persönlich an. Als Logan unflätig über Deedees Pornovergangenheit herzieht, lässt sich Gal zum Spiel mit dem Feuer provozieren. Er dreht den Spieß um und plaudert über Logans verdrängte Gefühle für eine andere Gangsterbraut, die ebenfalls im sonnigen Spanien im Ruhestand lebt.


Mi., 18.05.2005, 23.25 Uhr
16:9 Dolby TV für Gehörlose und Blinde
Der brutale Macho Logan, solcherart bloßgestellt, scheint klein beizugeben, doch dann geht der Psychoterror erst richtig los. Schließlich kehrt Gal doch nach London zurück - allerdings allein. Und während der spektakuläre Unter-Wasser-Bankeinbruch fast nebenbei verübt wird, wittert Gangsterboss Teddy Bass Verrat and fragt sich, wo eigentlich Logan geblieben ist. Gal wiederum treibt die Frage um, wie er aus dem Schlamassel wieder herauskommt - und ob er jemals seine spanische Idylle und seine Frau wieder sieht.

Nicht allein spektakuläre Aktion treibt diesen herrlich unterkühlten Gangsterfilm voran, sondern vor allem der psychologische Machtkampf zweier Charaktere, der sich in knappen Rückblenden entfaltet - unterstützt von surrealen Bildern and flottem Britpop. Gänsehaut trotz andalusischer Hitze verursacht bereits der suggestiv bedrohliche Beginn, wenn der mit Goldkettchen behangene Gal feist am Pool in der Sonne liegt, in den plötzlich ein gigantischer Felsblock rollt - ein Omen für die Ankunft Logans, eines Psychopathen der fürchterlichsten Art und eine böse Erinnerung an Gals unerfreuliche Vergangenheit.

Mit seinem aufregenden Debüt gewann der preisgekrönte Werbefilmer Jonathan Glazer ("Birth", 2004) der oft verfilmten Story vom Gangster in Rente, der wider Willen in sein Metier zurück muss, ungewöhnliche Akzente ab. Als weich gewordener Junge brilliert der britische Charakterdarsteller Ray Winstone ("King Arthur"). Grandios ist vor allem der mephistophelische Ben Kingsley, der als "Gandhi" einst den friedfertigsten Mann der Erde spielte. In diesem aufregenden Thriller verkörpert er denkwürdig einen unberechenbaren Psychopathen, der sogar bei seine Bossen Beklemmung hervorruft - wofür Kingsley prompt eine Oscar-Nominierung bekam.


Info
Originaltitel: Sexy Beast (GB, 2000)
Regie: Jonathan Glazer
Darsteller: Ray Winstone, Ben Kingsley, Ian McShane,
Länge: 82 Min

Hätte uns auch gewundert, wenn die Banküberfälle in Wien einfach so aufgehört hätte. Jetzt macht die Kronenzeitung (9.5.2005) allerdings eine neue Rekordliste auf. Nämlich wie oft eine Filiale oder ein Filialleiter bereits überfallen wurde:

Mehr Highlights
Wieder Banküberfall
Wien: Filialleiter zum vierten Mal überfallen


Zum zweiten Mal bereits wurde eine Hypobank im 21. Wiener Gemeindebezirk das Opfer eines Bankraubs, der Filialleiter war schon vier Mal Opfer eines Überfalls:
(...)
Es war das insgesamt vierte Mal, dass der Filialleiter überfallen wurde - das zweite Mal in dieser Bank. Mit dem Überfall vom Montag zählt die Wiener Polizei bereits den 21. Banküberfall im heurigen Jahr!

Klarmann (28.4. 2005) berichtet über die weitere Entwicklung im Aachener Geiselnehmerprozess:

"Angeklagt sind, wie berichtet, drei Basken und ein Belgier wegen Bankraub, versuchten Mordes, Geiselnahme und anderer Straftaten. Zwei Angeklagten wird ein Banküberfall in Karlsruhe im Juni 2004 vorgeworfen, dem Quartett Überfallpläne auf Banken in Dresden.

(...)

Diese Eskalation führte Gabriel P. (37) darauf zurück, dass er und der Mitangeklagte Jose Fernandez D. (44) "spontan völlig durchgedreht" seien. Beide waren jeweils über zwanzig Jahre in Spanien inhaftiert und auf der Flucht. Angesichts von Isolationshaft und Folter hätten sie bei der BGS-Kontrolle aus Furcht vor neuer Haft "überreagiert", ließ P. am Mittwoch (27.4.) durch seinen Anwalt mitteilen. Banküberfälle habe er keine geplant, um sich nicht zu gefährden
(...)
Das Verfahren selbst erinnert derweil in seinen unterhaltsameren Momenten an alte Sponti-Tage: seit mehreren Tagen wohnt Gabriel P. dem Prozess aus Protest gegen die scharfen Sicherheitsmaßnahmen in Unterhose bei, einen Tag zudem mit dem Aufkleber "Vorsicht wild!" auf seiner Stirn. "


s.a. "Anarchos und Symphis III"
s.a. "Anarchos (II) ... da wundert sich der taz-Redakteur "
s.a. "Anarchisten brauchen mehr Geld"

Kölnische Rundschau (07.05.2005)
berichtet über einen interessanten Aspekt hinsichtlich Flucht und Fahndung:

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. Der spektakuläre Bankraub auf die Kreissparkasse in Heimerzheim im Januar 2004 hatte für zwei der drei Räuber damals ein überraschend schnelles Ende: Die Täter, ein französisches Trio, waren bereits hunderte von Kilometern vom Tatort entfernt gewesen, als einer Polizeistreife das Auto auf der Pfälzer Autobahn verdächtig vorkam. Und tatsächlich: Nach dem erfolgreichen Coup hatten die Bankräuber vergessen, die gestohlenen deutschen Autokennzeichen abzunehmen. Es folgte eine dramatische Verfolgungsjagd bis an die deutsch-französische Grenze: Für zwei Männer endete die Fahrt in Handschellen.

Der Dritte im Bunde konnte über die Grenze flüchten: Mit ihm verschwand auch ein Drittel der Beute. 230 000 Euro hatte das Trio insgesamt aus dem Tresor der Heimerzheimer Bank mitgehen lassen. Obwohl die beiden Komplizen über die Identität des dritten Mann - auch in den Prozessen - beharrlich geschwiegen hatten, kamen die Ermittler dem untergetauchten Franzosen bald auf die Spur. Verraten wurde der 44-Jährige allein durch sein Handy: Denn der mutmaßliche Räuber hatte während der Tatzeit sein Handy angeschaltet und war damit im Mobilfunknetz in Heimerzheim eingebucht. Da der Besitzer derselben Handynummer Tags zuvor noch mit den später festgenommen Bankräubern telefoniert hatte, waren die Verknüpfungen schnell gemacht. Mit einem europäischen Haftbefehl wurde der Verdächtige gesucht und schließlich im September 2004 nach Deutschland ausgeliefert. Seitdem sitzt er in der JVA in Köln.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat den gebürtigen Elsässer jetzt wegen schweren Raubes angeklagt: Zusammen mit seinen beiden Freunden sei er eigens über die Grenze gekommen, um die Bank in Heimerzheim zu überfallen. Maskiert und mit zwei Pistolen bewaffnet bedrohten die Täter den Filialleiter, als er morgens den Tresorraum aufschloss: 231 775 Euro verschwanden in den Plastiktüten. Die beiden Mitarbeiter wurden eingeschlossen. Das Landgericht Bonn hat die beiden Komplizen bereits verurteilt: Im August bekam ein 63-jähriger Franzose sechseinhalb Jahre Haft. Endgültig hinter Gitter bleibt der zweite Mann: Der 43-Jährige wurde zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt (die Rundschau berichtete). Wegen seiner zahlreichen Vorstrafen, seiner Unbelehrbarkeit und Gefährlichkeit wurde zudem Sicherungsverwahrung angeordnet.

Beide Männer hatten zuvor gestanden. Der angeklagte dritte Mann hingegen bestreitet die Vorwürfe: Das fragliche Handy, erklärte er, besitze er schon seit Jahren nicht mehr. Der Ankläger aber ist sich sicher, dass er den richtigen Täter hat. Denn neben dem verräterischen Handy gibt es zudem noch eine DNA-Spur, die der 44-Jährige hinterlassen haben soll. Der Prozess findet vor dem Landgericht statt.

Newsclick (4.5. 2005)
Winnigstedt: Täter reißen 800 Kilogramm schweren Geldautomat heraus – Frisörgeschäft wird beschädigt


Der Krach reißt Manuela und Frank Z. aus dem Schlaf. Es ist 4 Uhr morgens. Das Ehepaar stürmt zum Fenster und sieht zwei Einbrecher, die mit einem Radlader eine Wand der Nord/LB eingedrückt haben. "Ich war ziemlich aufgeregt", berichtet die Winnigstedterin, "habe sofort die Polizei alarmiert". Doch zu spät: Bis die Beamten an der Hauptstraße eintreffen, sind die Unbekannten getürmt.
(...)
Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge dauerte der Überfall nur wenige Minuten. Nachdem sich die Räuber Zutritt zu der Bank verschafft hatten, legten sie eine Kette um den Geldautomaten und zogen diesen mit dem Radlader heraus.


Da die Kette offenbar zu lang war, rammte das Fahrzeug beim Zurücksetzen das gegenüberliegende Frisörgeschäft von Gabriele Hoffmann-Schwotzer. Dabei ging eine Schaufensterscheibe zu Bruch. Die Täter luden den 800 Kilogramm schweren Geldautomaten in einen Transporter um und flüchteten unerkannt. Den Radlader ließen sie zurück.
(...)

"Die Diebe haben einen fünfstelligen Betrag erbeutet, der sich in dem Automaten befunden hat", erklärt Thomas Löffler, Teilmarktleiter der Nord/LB Schöppenstedt und Winnigstedt, im Gespräch mit unserer Zeitung. Zudem sei ein Sachschaden in Höhe von mehreren 1000 Euro entstanden. "Das wird wohl die Versicherung übernehmen."

(...)

Wann der neue Geldautomat aufgestellt wird, ist laut Thomas Löffler noch unklar. "Die werden nur auf Bestellung angefertigt", sagt der Nord/LB-Leiter, "das kann einige Wochen dauern". Klar ist, dass die zwei Mitarbeiter der Geschäftsstelle am 30. Juni nach Schöppenstedt wechseln. "Das hat nichts mit dem Überfall zu tun, sondern war ohnehin geplant." Zum 1. Juli wird die Filiale so umgewandelt, dass nur noch Selbstbedienung möglich ist.


Winnigstedtr</a></a></div>
<div class=contributor - am Mittwoch, 4. Mai 2005, 23:35 - Rubrik: Tresore und Schraenker

 

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