Biographien des Bankraubs
vorherige SeiteDie Lugmeier-Biographie wurde nun auch in der Schweizer Wochenzeitschrift "WOZ" (12.10. 2005) gewürdigt, wonach es eben keine normale Gangsterbiographie geworden sei, sondern hier einer die "Lufthoheit" über sein eigenes Leben behalten habe:
"Jetzt ist «Der Mann, der aus dem Fenster sprang» erschienen, Lugmeiers autobiografische Erinnerungen mit dem Untertitel «Ein Leben zwischen Flucht und Angriff». Packend beschreibt er darin die rastlosen Momente seiner Gangsterkarriere, schildert lakonisch die Kindheit im katholisch geprägten Oberbayern, verarbeitet auch das Abdriften ins Milieu zu schlanker Poesie und gibt die bizarren Erlebnisse auf den Bahamas wieder, wo er als irischer Geschäftsmann «John Michael Waller» ins Hotelwesen einsteigen wollte. Anders als bei den üblichen Sensationsbeichten hat hier kein investigativer Journalist die Erlebnisse zu Räuberpistolen aufgefeilt. Der Bayer hat sich in seinem Leben zweifelsohne grobe Schnitzer geleistet. Aber Lugmeier, und das unterscheidet seine von anderen Gangsterbiografien, hat symbolisches Kapital daraus geschlagen, da er die Lufthoheit über die Schilderung seiner Erlebnisse behalten hat. Die eigenen Formulierungen klingen ohnehin viel besser als alles, was je über ihn geschrieben wurde. Wenn schon Mythenbildung, dann wenigstens aus erster Hand. «Der Buchgestaltung gingen natürlich dramaturgische Überlegungen voran, und stilistische Reduktion war notwendig. So ist das Buch fast ein autobiografischer Roman geworden. Ich wollte nicht neben mir stehen und der Ghostwriter der eigenen Geschichte sein.»"
Dabei fällt auf, dass die meisten ausführlichen Rezensionen über das Lugmeier-Buch allesamt die literatische Qualität dieses Textes würdigen.
Falsche Behauptungen über Dimitri Todorov
Die Rezension von Julian Weber enthält aber leider eine grob falsche Behauptung über Dimitri Todorov:
"Die Bekanntschaft mit anderen Häftlingen gibt ihm literarische Impulse. Eigentlich wollte er mit Dimitri Todorov zusammen Dinger drehen. Aber jener kommt ihm zuvor und wird 1971 für die erste, gewaltsam endende Geiselnahme nach einem Bankraub in der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Anders als Todorov hat Lugmeier niemanden getötet, ist haarscharf an der Katastrophe vorbeigeschrammt."
Also zunächst einmal hat Todorov niemanden getötet.
Er wurde zum einen für angeblich in Tötungsabsicht abgegebene Schüsse bei der Stürmung der Deutschen Bank verurteilt, wobei allerdings niemand zu schaden kam und Aussage gegen Aussage stand, ob es sich tatsächlich um gezielte Schüsse gehandelt habe.
Zum zweiten wurde er dafür verurteilt, dass sein Tatgenosse Georg Rammelmaier während des Banküberfalls angeblich eine Geisel getötet habe. Die Geisel kam bei einem vom Schreiber'schen Polizeikommando begonnenen Schusswechsel ums Leben. Es wurde dabei aber für Außenstehende nie zufriedenstellend geklärt, ob es nicht etwa die Polizeikugeln waren die die Frau das Leben gekostet hatte (Bad Kleinen lässt grüßen - Die Münchner Polizei zeigte sich Anfang der 70er Jahre in vergleichbaren Situationen mehrfach völlig überfordert. Soviel nur hierzu.
-------------------
Nachträgliche Anmerkung am 20.10. 2005. Nach einem Hinweis an die Redaktion der WOZ meldete sich der Verfasser und räumte den Irrtum ein. U.a. schrieb er in einer E-Mail:
"Dein Einwurf ist richtig, ich lag falsch: Todorov hat niemand umgebracht. Es hätte in dem Text stehen müssen: An Aktionen, bei denen Lugmeiner beteiligt war, sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Das habe ich der Woz auch mitgeteilt."
-------------------
Zur politischen Dimension des Lugmeierschen Lebens
"Die mexikanische Presse bezeichnete Lugmeier seinerzeit als Anführer einer Anarchistengruppe. Seine Biografie überschneidet sich tatsächlich mit der deutschen Nachkriegsgeschichte auf verblüffende Weise: Im Jahr der Gründung der Bundesrepublik, 1949, Geburt, 1977 (Deutscher Herbst) Festnahme, 1989 Entlassung, kurz vor der Wiedervereinigung. Aber Lugmeier ist nicht in dem Sinne politisch, auch wenn seine Entscheidungen oftmals von Radikalität getragen waren und prominente Linke sich mit ihm verbunden fühlten. «Geld war wichtig für mich. Es hat mir in meiner Entwicklung geholfen. Ich kam so mit anderen Gesellschaftsschichten in Berührung. Aber das war nicht die Verwirklichung meiner Träume. Ich bin durch das Geld nicht unabhängig geworden, sondern in die Rolle des Gejagten geraten.»"
"Jetzt ist «Der Mann, der aus dem Fenster sprang» erschienen, Lugmeiers autobiografische Erinnerungen mit dem Untertitel «Ein Leben zwischen Flucht und Angriff». Packend beschreibt er darin die rastlosen Momente seiner Gangsterkarriere, schildert lakonisch die Kindheit im katholisch geprägten Oberbayern, verarbeitet auch das Abdriften ins Milieu zu schlanker Poesie und gibt die bizarren Erlebnisse auf den Bahamas wieder, wo er als irischer Geschäftsmann «John Michael Waller» ins Hotelwesen einsteigen wollte. Anders als bei den üblichen Sensationsbeichten hat hier kein investigativer Journalist die Erlebnisse zu Räuberpistolen aufgefeilt. Der Bayer hat sich in seinem Leben zweifelsohne grobe Schnitzer geleistet. Aber Lugmeier, und das unterscheidet seine von anderen Gangsterbiografien, hat symbolisches Kapital daraus geschlagen, da er die Lufthoheit über die Schilderung seiner Erlebnisse behalten hat. Die eigenen Formulierungen klingen ohnehin viel besser als alles, was je über ihn geschrieben wurde. Wenn schon Mythenbildung, dann wenigstens aus erster Hand. «Der Buchgestaltung gingen natürlich dramaturgische Überlegungen voran, und stilistische Reduktion war notwendig. So ist das Buch fast ein autobiografischer Roman geworden. Ich wollte nicht neben mir stehen und der Ghostwriter der eigenen Geschichte sein.»"
Dabei fällt auf, dass die meisten ausführlichen Rezensionen über das Lugmeier-Buch allesamt die literatische Qualität dieses Textes würdigen.
Falsche Behauptungen über Dimitri Todorov
Die Rezension von Julian Weber enthält aber leider eine grob falsche Behauptung über Dimitri Todorov:
"Die Bekanntschaft mit anderen Häftlingen gibt ihm literarische Impulse. Eigentlich wollte er mit Dimitri Todorov zusammen Dinger drehen. Aber jener kommt ihm zuvor und wird 1971 für die erste, gewaltsam endende Geiselnahme nach einem Bankraub in der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Anders als Todorov hat Lugmeier niemanden getötet, ist haarscharf an der Katastrophe vorbeigeschrammt."
Also zunächst einmal hat Todorov niemanden getötet.
Er wurde zum einen für angeblich in Tötungsabsicht abgegebene Schüsse bei der Stürmung der Deutschen Bank verurteilt, wobei allerdings niemand zu schaden kam und Aussage gegen Aussage stand, ob es sich tatsächlich um gezielte Schüsse gehandelt habe.
Zum zweiten wurde er dafür verurteilt, dass sein Tatgenosse Georg Rammelmaier während des Banküberfalls angeblich eine Geisel getötet habe. Die Geisel kam bei einem vom Schreiber'schen Polizeikommando begonnenen Schusswechsel ums Leben. Es wurde dabei aber für Außenstehende nie zufriedenstellend geklärt, ob es nicht etwa die Polizeikugeln waren die die Frau das Leben gekostet hatte (Bad Kleinen lässt grüßen - Die Münchner Polizei zeigte sich Anfang der 70er Jahre in vergleichbaren Situationen mehrfach völlig überfordert. Soviel nur hierzu.
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Nachträgliche Anmerkung am 20.10. 2005. Nach einem Hinweis an die Redaktion der WOZ meldete sich der Verfasser und räumte den Irrtum ein. U.a. schrieb er in einer E-Mail:
"Dein Einwurf ist richtig, ich lag falsch: Todorov hat niemand umgebracht. Es hätte in dem Text stehen müssen: An Aktionen, bei denen Lugmeiner beteiligt war, sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Das habe ich der Woz auch mitgeteilt."
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Zur politischen Dimension des Lugmeierschen Lebens
"Die mexikanische Presse bezeichnete Lugmeier seinerzeit als Anführer einer Anarchistengruppe. Seine Biografie überschneidet sich tatsächlich mit der deutschen Nachkriegsgeschichte auf verblüffende Weise: Im Jahr der Gründung der Bundesrepublik, 1949, Geburt, 1977 (Deutscher Herbst) Festnahme, 1989 Entlassung, kurz vor der Wiedervereinigung. Aber Lugmeier ist nicht in dem Sinne politisch, auch wenn seine Entscheidungen oftmals von Radikalität getragen waren und prominente Linke sich mit ihm verbunden fühlten. «Geld war wichtig für mich. Es hat mir in meiner Entwicklung geholfen. Ich kam so mit anderen Gesellschaftsschichten in Berührung. Aber das war nicht die Verwirklichung meiner Träume. Ich bin durch das Geld nicht unabhängig geworden, sondern in die Rolle des Gejagten geraten.»"
vabanque - am Dienstag, 18. Oktober 2005, 11:06 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Die Süddeutsche Zeitung (6.10 2005) hat einen langen Beitrag über Ludwigs Lugmeiers (sogar auf Seite 3) Buch "Der Mann, der aus dem Fenster sprang" beigesteuert. Autor ist Willi Winkler. Leider nicht online und wenn doch, dann wird das noch nachgereicht.
In der Schweizer Weltwoche (39/2005) findet sich ein Artikel/Gespräch(?) "Sein letzter Coup, Ehrenwort" von Arno Luik (ex-Schwäbisches Tagblatt, Tübingen) über/mit Luigi Lugmeier. Ebenfalls nicht online, aber ein Aufriss:
"Lieber in der Hölle herrschen als im Himmel dienen? Keine Frage für Ludwig Lugmeier. Der deutsche Grossgangster schrieb im Zuchthaus seine Biografie und sprach mit Arno Luik."
Arno Luiks Interview gibt es auch (oder in einer abgeänderten Version) im Stern 39/2005 (nicht online). Das Interview macht Lust auf das Buch:
"Luik: Her Lugmeier. anders als viele Jügendliche heute wussten sie schon als Kind verdammt genau, was Sie werden wollten: ein richtig großer Gangster.
Lugmeier: Das war kein Berufswunsch, es war viel mehr: eine Lebensperspektive. Ich wollte andere Räume betreten, dorthin kommen, wo die Gesetze nicht mehr gelten."
In diesem Interview finden sich erhellende Passagen:
Luik: Sie machen es sich einfach: Sie sagen, Bücher brachten micht auf die schiefe Bahn.
Lugmeier: Nein! Nein!. Für ein Gangster war mein Werdegang überhaupt nicht schief. Der ging steil nach oben und dann tief nach unten. Mein Lebensweg ist abgründig und abwegig.
Luik: Das klingt pathetisch.
Lugmeier: Nein, ich wuchs in den Fünfziger auf in ..
Ebenfalls in der Weltwoche (39/2005) und nicht online findet sich die Kritik "Schlechte Zeiten, gute Seiten" des Lugmeier-Werkes von Hans-Peter Kunisch:
"Gangster, Dompteur, Schiffsjunge: Ludwig Lugmeier lebte seine Fantasien aus. Deshalb schreibt er auch so unspiessig."
Der Literaturkritiker Kunisch veröffentlichte einen weiteren Beitrag in der September-Ausgabe von "Literaturen" als vierseitiges Portrait:
"Das Leben ist ein Abenteuerroman. Der Millionendieb und Meisterausbrecher Ludwig Lugmeier hat seine Autobiografie geschrieben. Lokalaugenschein mit Bankräuber in Kochel am Bodensee."
In diesem Artikel zeigt sich Kunisch vor allem von der sprachlichen Ausdruckskraft ("Der Räuber als Weltliterat") von Lugmeier beeindruckt und scheut sich nicht dieselbe an Horvath, Melville oder Conrad zu messen. Er spricht von "stilistischer Meisterschaft" und der Herkunft der Sprache Lugmeiers vom Expressionismus. Das Beste an dem Portrait (wie wohl des Buches insgesamt) ist allerdings, das Lugmeier nicht als Opfer seiner Lebensumstände missverstanden wird, sondern sich selbst als Akteur seines Lebens gezeigt wird.
In der Schweizer Weltwoche (39/2005) findet sich ein Artikel/Gespräch(?) "Sein letzter Coup, Ehrenwort" von Arno Luik (ex-Schwäbisches Tagblatt, Tübingen) über/mit Luigi Lugmeier. Ebenfalls nicht online, aber ein Aufriss:
"Lieber in der Hölle herrschen als im Himmel dienen? Keine Frage für Ludwig Lugmeier. Der deutsche Grossgangster schrieb im Zuchthaus seine Biografie und sprach mit Arno Luik."
Arno Luiks Interview gibt es auch (oder in einer abgeänderten Version) im Stern 39/2005 (nicht online). Das Interview macht Lust auf das Buch:
"Luik: Her Lugmeier. anders als viele Jügendliche heute wussten sie schon als Kind verdammt genau, was Sie werden wollten: ein richtig großer Gangster.
Lugmeier: Das war kein Berufswunsch, es war viel mehr: eine Lebensperspektive. Ich wollte andere Räume betreten, dorthin kommen, wo die Gesetze nicht mehr gelten."
In diesem Interview finden sich erhellende Passagen:
Luik: Sie machen es sich einfach: Sie sagen, Bücher brachten micht auf die schiefe Bahn.
Lugmeier: Nein! Nein!. Für ein Gangster war mein Werdegang überhaupt nicht schief. Der ging steil nach oben und dann tief nach unten. Mein Lebensweg ist abgründig und abwegig.
Luik: Das klingt pathetisch.
Lugmeier: Nein, ich wuchs in den Fünfziger auf in ..
Ebenfalls in der Weltwoche (39/2005) und nicht online findet sich die Kritik "Schlechte Zeiten, gute Seiten" des Lugmeier-Werkes von Hans-Peter Kunisch:
"Gangster, Dompteur, Schiffsjunge: Ludwig Lugmeier lebte seine Fantasien aus. Deshalb schreibt er auch so unspiessig."
Der Literaturkritiker Kunisch veröffentlichte einen weiteren Beitrag in der September-Ausgabe von "Literaturen" als vierseitiges Portrait:
"Das Leben ist ein Abenteuerroman. Der Millionendieb und Meisterausbrecher Ludwig Lugmeier hat seine Autobiografie geschrieben. Lokalaugenschein mit Bankräuber in Kochel am Bodensee."
In diesem Artikel zeigt sich Kunisch vor allem von der sprachlichen Ausdruckskraft ("Der Räuber als Weltliterat") von Lugmeier beeindruckt und scheut sich nicht dieselbe an Horvath, Melville oder Conrad zu messen. Er spricht von "stilistischer Meisterschaft" und der Herkunft der Sprache Lugmeiers vom Expressionismus. Das Beste an dem Portrait (wie wohl des Buches insgesamt) ist allerdings, das Lugmeier nicht als Opfer seiner Lebensumstände missverstanden wird, sondern sich selbst als Akteur seines Lebens gezeigt wird.
vabanque - am Donnerstag, 6. Oktober 2005, 14:02 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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erschienen. Da Lugmeier auch als Märchenerzähler reussierte, dürfte es ein Vergnügen sein, ihm zuzuhören.
Für das Hörbuch hat Lugmeier die wichtigsten Kapitel aus dem Buch selbst eingelesen.
sparkassenkunde - am Donnerstag, 6. Oktober 2005, 12:01 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Ein abenteuerliches Leben
Lorenz Schröter hat für das Deutschlandradio und den BR-Zündfunk
anlässlich des Erscheinens der Autobiographie von Ludwig Lugmeier mit dem ehemaligen Bankräuber gesprochen. Das Portrait vom 22.9. 2005 lässt sich hier auch als Audio on Demand herunterladen:
"Ludwig Lugmeier tritt heute als Märchenerzähler auf. Vor 25 Jahren überfiel er zwei Geldtransporte und erbeutete mehrere Millionen Mark. Dabei sollte er Maurer werden wie sein Vater. Doch er hatte einen Bibliotheksausweis und las von der großen weiten Welt jenseits Oberbayerns und den herrlichen Abenteuern darin.
Ich habe Banken überfallen, weil es last not least auch eine Herausforderung war.
Ludwig Lugmeier sieht eigentlich ganz gemütlich aus mit seinem Schnurrbart, der stämmigen Figur und dem Strohhut über der Halbglatze. Doch vor 25 Jahren überfiel er zwei Geldtransporte und erbeutete zweieinhalb Millionen Mark. Dabei sollte er Maurer werden wie sein Vater. Doch er hatte einen Bibliotheksausweis und las von der großen weiten Welt jenseits Oberbayerns und den herrlichen Abenteuern darin.
In erster Linie Piratenbücher der Rote Freibeuter, den habe ich mit Begeisterung verschlungen, denn dieses Piratenleben, frei auf offener See. Das hätte mir schon sehr gut gefallen.
Also bricht er in einen Supermarkt ein, wird geschnappt und statt ein Geständnis abzulegen und mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen, hält er es mit seinen Romanhelden und schweigt eisern.
Ich war 15, knapp 16 und in der Jugendstrafanstalt, und eigentlich wollte ich da auch drin sein. Das Gefängnis ist für mich eine Art Station gewesen, von der man aus ein neues, abenteuerliches Leben beginnen kann, und dort ist mir jemand begegnet, ein Italiener, der mir gesagt hat, dass es in Palermo Anwerbestellen der Mafia gibt.
Der junge Lugmeier flieht aus dem Gefängnis, trampt nach Italien, aber findet die Mafia nicht. Auf dem Rückweg heuert er bei einem Wanderzirkus an. Eines Tages, der Mann der normalerweise mit dem Bären kämpft war auf einer Sauftour verschwunden, bekommt Lugmeier seine Chance und er darf mit dem Bären kämpfen. Doch dann fordert er mehr vom Leben.
"Der Überfall selbst hatte eine lange Vorbereitung gefordert. Denn dieses Viertel in Frankfurt, das ist fast wie eine Art Labyrinth angelegt. Es gab so gut wie keine Möglichkeit von dort aus zu fliehen. Und da haben wir sehr, sehr lange danach gesucht, bis ich schließlich auf den Einfall kam, dass wir genau zu dieser Stelle zurück müssen, wo der Überfall gelaufen sei, dort erwarte man uns nicht. Und von dort aus die Flucht in die entgegengesetzte Richtung nehmen. Denn so wie man selbst, wenn man zu fliehen versucht, natürlich wegkommen will, rechnet die Polizei damit, dass derjenige auch wegzukommen versucht und nicht, dass er dort wieder an die Stelle zurückkehrt wo der Gefahrenpunkt ist."
Nach ein paar Monaten wurde Ludwig Lugmeier geschnappt und tat den Satz seines Lebens, der ihn berühmt machte: Am 4. Februar 76 nutzte er ein offenes Fenster im Gerichtsaal, knallte auf das harte Pflaster Frankfurts und rannte um sein Leben. Zwei Jahre war er auf der Flucht, England, Mexiko, Istanbul, Island, Bahamas, überall wo es Casinos gab.
"Ich habe sehr viel im Roulett verloren. Es war nicht ganz eine Million, aber es hat nicht mehr viel gefehlt dazu.
"Das war sicher von der ganzen Geschichte der Spannendste, denn der Rouletttisch ist jener Platz, jener Ort in der Welt, in dem sich das Glück zentriert und wo man direkt auf den Punkt der eigenen Existenz als Glücksspieler beheimatet ist."
Nach zwei Jahren war Lugmeiers Flucht zu Ende. Er wird zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. In Straubing sitzt er mit dem Oetker-Entführer und RAF-Mitgliedern ein. Dort fängt seine zweite Karriere an.
"Ich hab im Gefängnis mich zurückgezogen. Ich hab geschrieben. Viel gelesen. Über fast 10 Jahre lang die Arbeit verweigert."
Nach seiner Entlassung arbeitet er als fest angestellter Märchenerzähler in einer Ostberliner Stadtbibliothek. Sein Arbeitgeber und die Kinder ahnen nicht, dass der nette Onkel, der ihnen den Räuber Hotzenplotz vorliest, selbst mal ein gefährlicher Räuber war.
Straffällig ist Lugmeier nicht mehr geworden. Die Literatur, die ihn einst auf die schiefe Bahn gebracht hat, rettet ihn zum Schluss auch wieder.
"Was heißt die schiefe Bahn? Es war auf jeden Fall nicht der vorgezeichnete Lebensweg, ich bin so gesehen ganz froh, das ich den nicht gegangen bin, wahrscheinlich wäre ich dann schon längst erstickt."
Und vielleicht gab es unter seinen Zuhörern ein romantisches, wildes Kind wie Ludwig es einmal war oder ein Leser wird Lugmeiers spannendes Buch zuklappen und mit feurigen Wangen sagen: Ja, auch ich will abenteuerliches Leben führen.
"Ich denke, jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Wer eine Bank überfallen will, soll sie von mir aus überfallen, aber bitte, er soll sich nicht auf mich berufen. Der soll schon selbst dafür einstehen, was er macht."
--------------------------------------------
Für den BR-Zündfunk (16.9. 2005) spricht Lorenz Schröter mit Ludwig Lugmeier über den Überfall auf den Geldtransporter in Frankfurt, seine Flucht durch zahlreiche Länder und über seinen Gefängnisaufenthalt gesprochen. Hier die "Täterbeschreibung:
"Früher raubte er Banken aus, überfiel Geldtransporte und flüchtete jahrelang vor der Polizei. Heute lebt Ludwig Lugmeier als Schriftsteller und Märchenerzähler in Berlin. Nächste Woche erscheint sein neues Buch.
"Ich habe versucht mich bei der Mafia zu bewerben. Ich war 15, knapp 16 und in der Jugendstrafanstalt. Ich habe dort meine erste Jugendstrafe abgesessen und eigentlich wollte ich da auch drin sein. Das Gefängnis ist für mich eine Art Station gewesen, von der aus man ein neues, abenteuerliches Leben beginnen kann. Dort ist mir jemand begegnet, ein Italiener, der mir gesagt hat, dass es in Palermo Anwerbestellen der Mafia gibt." (Ludwig Lugmeier)
Ludwig Lugmeier stammt vom Kochelsee, sein Vater war Maurer und das sollte auch er werden. Doch der kleine Ludwig hatte einen Bibliotheksausweis. Dort hat er sich Bücher gesucht, die zu ihm passten, vor allem Piratenbücher, wie der Rote Freibeuter. Das Piratenleben, frei und auf offener See, das war war seine Sehnsucht.
"Und ich bin daraufhin vom Torfstich, wo ich gearbeitet habe, abgehauen und habe mich auf den Weg gemacht nach Palermo und bin da auch hingekommen und habe dort nach der Anwerbestelle der Mafia gesucht. Habe lange gesucht und gefragt und einen Zettel geschrieben, auf dem Mafia mit "?" stand. Aber die Anwerbestelle habe ich nicht gefunden und so bin ich halt nie Mafioso geworden. Bin wieder zurückgekehrt und Mafia-frei geblieben." (Ludwig Lugmeier)
Heute ist Lugmeier Schriftsteller und Märchenerzähler. In der Ostberliner Stadtbibliothek wusste niemand, dass der knuffige Onkel mit dem komischen Räuber-Hotzenplotz-Dialekt früher einmal ein gefährlicher Räuber war. Dabei hatte er am Anfang Angst davor, einer Horde 5jähriger Geschichten zu erzählen."
"Da wusste ich nicht so recht wie ich das machen soll. Da habe ich aber nach drei Sätzen gemerkt, ich muss einfach nur erzählen, wie ich erzählen kann. Und die Geschichten so erzählen, wie sie sich in meinem Kopf zutragen, wie sie ablaufen. Dann habe ich auf einmal gemerkt, wie die alle ganz fasziniert da saßen und mir zugehört haben. Und dann habe ich drei Jahre lang Märchen und Geschichten erzählt." (Ludwig Lugmeier)
Eine wesentlich längere Version hiervon findet sich beim (
Lorenz Schröter hat für das Deutschlandradio und den BR-Zündfunk
anlässlich des Erscheinens der Autobiographie von Ludwig Lugmeier mit dem ehemaligen Bankräuber gesprochen. Das Portrait vom 22.9. 2005 lässt sich hier auch als Audio on Demand herunterladen:
"Ludwig Lugmeier tritt heute als Märchenerzähler auf. Vor 25 Jahren überfiel er zwei Geldtransporte und erbeutete mehrere Millionen Mark. Dabei sollte er Maurer werden wie sein Vater. Doch er hatte einen Bibliotheksausweis und las von der großen weiten Welt jenseits Oberbayerns und den herrlichen Abenteuern darin.
Ich habe Banken überfallen, weil es last not least auch eine Herausforderung war.
Ludwig Lugmeier sieht eigentlich ganz gemütlich aus mit seinem Schnurrbart, der stämmigen Figur und dem Strohhut über der Halbglatze. Doch vor 25 Jahren überfiel er zwei Geldtransporte und erbeutete zweieinhalb Millionen Mark. Dabei sollte er Maurer werden wie sein Vater. Doch er hatte einen Bibliotheksausweis und las von der großen weiten Welt jenseits Oberbayerns und den herrlichen Abenteuern darin.
In erster Linie Piratenbücher der Rote Freibeuter, den habe ich mit Begeisterung verschlungen, denn dieses Piratenleben, frei auf offener See. Das hätte mir schon sehr gut gefallen.
Also bricht er in einen Supermarkt ein, wird geschnappt und statt ein Geständnis abzulegen und mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen, hält er es mit seinen Romanhelden und schweigt eisern.
Ich war 15, knapp 16 und in der Jugendstrafanstalt, und eigentlich wollte ich da auch drin sein. Das Gefängnis ist für mich eine Art Station gewesen, von der man aus ein neues, abenteuerliches Leben beginnen kann, und dort ist mir jemand begegnet, ein Italiener, der mir gesagt hat, dass es in Palermo Anwerbestellen der Mafia gibt.
Der junge Lugmeier flieht aus dem Gefängnis, trampt nach Italien, aber findet die Mafia nicht. Auf dem Rückweg heuert er bei einem Wanderzirkus an. Eines Tages, der Mann der normalerweise mit dem Bären kämpft war auf einer Sauftour verschwunden, bekommt Lugmeier seine Chance und er darf mit dem Bären kämpfen. Doch dann fordert er mehr vom Leben.
"Der Überfall selbst hatte eine lange Vorbereitung gefordert. Denn dieses Viertel in Frankfurt, das ist fast wie eine Art Labyrinth angelegt. Es gab so gut wie keine Möglichkeit von dort aus zu fliehen. Und da haben wir sehr, sehr lange danach gesucht, bis ich schließlich auf den Einfall kam, dass wir genau zu dieser Stelle zurück müssen, wo der Überfall gelaufen sei, dort erwarte man uns nicht. Und von dort aus die Flucht in die entgegengesetzte Richtung nehmen. Denn so wie man selbst, wenn man zu fliehen versucht, natürlich wegkommen will, rechnet die Polizei damit, dass derjenige auch wegzukommen versucht und nicht, dass er dort wieder an die Stelle zurückkehrt wo der Gefahrenpunkt ist."
Nach ein paar Monaten wurde Ludwig Lugmeier geschnappt und tat den Satz seines Lebens, der ihn berühmt machte: Am 4. Februar 76 nutzte er ein offenes Fenster im Gerichtsaal, knallte auf das harte Pflaster Frankfurts und rannte um sein Leben. Zwei Jahre war er auf der Flucht, England, Mexiko, Istanbul, Island, Bahamas, überall wo es Casinos gab.
"Ich habe sehr viel im Roulett verloren. Es war nicht ganz eine Million, aber es hat nicht mehr viel gefehlt dazu.
"Das war sicher von der ganzen Geschichte der Spannendste, denn der Rouletttisch ist jener Platz, jener Ort in der Welt, in dem sich das Glück zentriert und wo man direkt auf den Punkt der eigenen Existenz als Glücksspieler beheimatet ist."
Nach zwei Jahren war Lugmeiers Flucht zu Ende. Er wird zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. In Straubing sitzt er mit dem Oetker-Entführer und RAF-Mitgliedern ein. Dort fängt seine zweite Karriere an.
"Ich hab im Gefängnis mich zurückgezogen. Ich hab geschrieben. Viel gelesen. Über fast 10 Jahre lang die Arbeit verweigert."
Nach seiner Entlassung arbeitet er als fest angestellter Märchenerzähler in einer Ostberliner Stadtbibliothek. Sein Arbeitgeber und die Kinder ahnen nicht, dass der nette Onkel, der ihnen den Räuber Hotzenplotz vorliest, selbst mal ein gefährlicher Räuber war.
Straffällig ist Lugmeier nicht mehr geworden. Die Literatur, die ihn einst auf die schiefe Bahn gebracht hat, rettet ihn zum Schluss auch wieder.
"Was heißt die schiefe Bahn? Es war auf jeden Fall nicht der vorgezeichnete Lebensweg, ich bin so gesehen ganz froh, das ich den nicht gegangen bin, wahrscheinlich wäre ich dann schon längst erstickt."
Und vielleicht gab es unter seinen Zuhörern ein romantisches, wildes Kind wie Ludwig es einmal war oder ein Leser wird Lugmeiers spannendes Buch zuklappen und mit feurigen Wangen sagen: Ja, auch ich will abenteuerliches Leben führen.
"Ich denke, jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Wer eine Bank überfallen will, soll sie von mir aus überfallen, aber bitte, er soll sich nicht auf mich berufen. Der soll schon selbst dafür einstehen, was er macht."
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Für den BR-Zündfunk (16.9. 2005) spricht Lorenz Schröter mit Ludwig Lugmeier über den Überfall auf den Geldtransporter in Frankfurt, seine Flucht durch zahlreiche Länder und über seinen Gefängnisaufenthalt gesprochen. Hier die "Täterbeschreibung:
"Früher raubte er Banken aus, überfiel Geldtransporte und flüchtete jahrelang vor der Polizei. Heute lebt Ludwig Lugmeier als Schriftsteller und Märchenerzähler in Berlin. Nächste Woche erscheint sein neues Buch.
"Ich habe versucht mich bei der Mafia zu bewerben. Ich war 15, knapp 16 und in der Jugendstrafanstalt. Ich habe dort meine erste Jugendstrafe abgesessen und eigentlich wollte ich da auch drin sein. Das Gefängnis ist für mich eine Art Station gewesen, von der aus man ein neues, abenteuerliches Leben beginnen kann. Dort ist mir jemand begegnet, ein Italiener, der mir gesagt hat, dass es in Palermo Anwerbestellen der Mafia gibt." (Ludwig Lugmeier)
Ludwig Lugmeier stammt vom Kochelsee, sein Vater war Maurer und das sollte auch er werden. Doch der kleine Ludwig hatte einen Bibliotheksausweis. Dort hat er sich Bücher gesucht, die zu ihm passten, vor allem Piratenbücher, wie der Rote Freibeuter. Das Piratenleben, frei und auf offener See, das war war seine Sehnsucht.
"Und ich bin daraufhin vom Torfstich, wo ich gearbeitet habe, abgehauen und habe mich auf den Weg gemacht nach Palermo und bin da auch hingekommen und habe dort nach der Anwerbestelle der Mafia gesucht. Habe lange gesucht und gefragt und einen Zettel geschrieben, auf dem Mafia mit "?" stand. Aber die Anwerbestelle habe ich nicht gefunden und so bin ich halt nie Mafioso geworden. Bin wieder zurückgekehrt und Mafia-frei geblieben." (Ludwig Lugmeier)
Heute ist Lugmeier Schriftsteller und Märchenerzähler. In der Ostberliner Stadtbibliothek wusste niemand, dass der knuffige Onkel mit dem komischen Räuber-Hotzenplotz-Dialekt früher einmal ein gefährlicher Räuber war. Dabei hatte er am Anfang Angst davor, einer Horde 5jähriger Geschichten zu erzählen."
"Da wusste ich nicht so recht wie ich das machen soll. Da habe ich aber nach drei Sätzen gemerkt, ich muss einfach nur erzählen, wie ich erzählen kann. Und die Geschichten so erzählen, wie sie sich in meinem Kopf zutragen, wie sie ablaufen. Dann habe ich auf einmal gemerkt, wie die alle ganz fasziniert da saßen und mir zugehört haben. Und dann habe ich drei Jahre lang Märchen und Geschichten erzählt." (Ludwig Lugmeier)
Eine wesentlich längere Version hiervon findet sich beim (
sparkassenkunde - am Donnerstag, 6. Oktober 2005, 11:23 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Ludwig Lugmeier hat eine Autobiographie verfasst:

Ludwig Lugmeier: Der Mann, der aus dem Fenster sprang
Ein Leben zwischen Flucht und Angriff
ISBN 3-88897-401-1, 19.90 EUR
Antje Kunstmann Verlag
Lesetermine lassen sich bei Tom Produkt buchen.
Bisherige Termine:
Di. 11.10.05 Berlin, Festsaal Kreuzberg
Fr. 21.10.05 Frankfurt, Club Voltaire
Fr. 09.12.05 Berlin, Eiszeit-Kino
Do. 09.02.06 Göttingen, Literarisches Zentrum
Fr. 10.02.06 Bielefeld, Kamp
Mi. 19.04.06 Passau, Scheune am Severinstor
Hier der Promotion-Text:
"Ludwig Lugmeier, geboren 1949 in Kochel am See, wollte schon als Kind der neu aufkommenden deutschen Biederkeit entfliehen. Als er mit fünfzehn ins Gefängnis kam, hatte er sein Ziel zum ersten Mal erreicht. Mit Überfällen auf Geldtransporte erwarb er sich schon bald darauf einen legendären Ruf. 1976 schrieb die gesamte deutsche Presse über ihn, nachdem er während seines Frankfurter Prozesses durch einen Sprung aus dem Fenster des Gerichtssaals entkommen war.

Lugmeier schildert sein Leben als einer, dem Un-recht die Voraussetzung der eigenen Geschichte ist. Sie überzeugt in ihren rasanten Wechseln von Angriff und Flucht, Überfluss und Armut, Gefängniszellen und Triumph der Freiheit als radikale, lakonisch und drängend erzählte Selbstvergewisserung. Nach seinem 1992 erschienenen Roman »Wo der Hund begraben ist«, einem Sittengemälde aus dem Oberbayern der Nachkriegszeit, sichert sich Lugmeier damit endgültig einen markanten Platz im »unfriedlichen Reich« der Literatur.
1993 hatte das SZ-Magazin Ludwig Lugmeier gefragt: »Warum haben Sie über Ihre Erlebnisse als Millionendieb oder über das Gefängnisleben noch nicht geschrieben?« Seine Antwort lautete damals noch: »Dazu habe ich noch viel zu wenig Abstand. Aber ich bin mir ganz sicher, dass ich das machen werde, schon allein deshalb, weil ich die zwei Bilder, die von mir in der Öffentlichkeit existieren – Gangster und Schriftsteller –, literarisch vereinen möchte.«
Seine Raubüberfälle galten als die spektakulärsten der deutschen Nachkriegszeit. Knapp 30 Jahre nach dem legendären Fenstersprung bei seinem Frankfurter Prozess erzählt Ludwig Lugmeier nun seine Geschichte."
Tilmann Jens portraitierte Lugmeier im Kontext des Erscheinens von Eduard Zimmermanns Autobiographie "Auch ich war ein Gauner" in Titel Thesen Temperamente (HR) am 18.09.2005. Tilmann Jens' legt den Schluss nahe, dass Lugmeier das größere Format gehabt habe. Ein Einschätzung, der wir uns voll und ganz anschließen. Zudem zeigt das Doppelportrait nochmals auf, wie nahe sich Krimineller und Kriminaler sind. Deshalb wird dieses Feature im Kulturzeit-Lesetip (3sat) auch mit der Überschrift "Zwei Gauner und ihr Leben" zweitverwertet.
"Mit einer Ausgabe von xy begann 1974 eine richtig große Gangster-Geschichte. Eduard Zimmermann suchte einen bayerischen Räuber, der für Schlagzeilen sorgen sollte. Vor dem schweren Jungen mit den grünen Augen war kein Geldtransporter gefeit. Über zwei Millionen Mark hat er mit seiner Gang erbeutet. Angst hatte der heute 56-Jährige nur vor einem - erraten, vor Eduard Zimmermann! Vor ihm floh er in den Stadtwald.
Gradlinig ist der Mann, der in diesem Frankfurter Gerichtssaal verurteilt wurde, auf die schiefe Bahn geraten. Jetzt hat er sein wildbewegtes Leben aufgeschrieben. Seine erste Verurteilung mit 16 kommentiert er mit den Worten: „Endlich hatte ich es geschafft, hatte mich von einem erbärmlichen Mauerlehrling in einen echten Sträfling verwandelt.“
Er war soviel mehr als nur ein schnöder Panzer-Knacker. Als Virtuose der Verkleidung hat er seine Raubüberfälle zur Kunstform erhoben… und war auf der Flucht Eduard Zimmermann und auch Interpol fast immer um Längen voraus. Selbst seine spektakuläre Verhaftung konnte ihn nicht dauerhaft stoppen. Aus dem Fenster eines Frankfurter Gerichtsaales ist er 1976 in die Freiheit gesprungen, aus fünf Metern Höhe. Die todesmutige Nummer sorgte in ganz Deuschland für Aufsehen und gab seinem Buch den Namen: „Der Mann, der aus dem Fenster sprang“.
Wie lebt es sich als Berufsverbrecher? Lugmeier erzählt davon, wie es sich anfühlt, wenn die ganze Welt zu einem einzigen Unterschlupf wird, von Bars und Bordellen bis hin nach Mexiko, die aber nicht ablenken können von der Angst, am Ende doch entdeckt zu werden. Freude aber kommt auf, wenn er in der Ferne an die alten Gegenspieler denkt, die, wie Ede Zimmermann, wieder einmal auf falschen Fährten tappen.
Doch Stopp! Was müssen wir da lesen? Ede war selbst ein Krimineller. Ausgerechnet er! Lugmeier, der dann doch bis 1989 im Knast saß, kann es nicht fassen. Eduard Zimmermann: ein Berufskollege. Und auch er versucht nun an einer Lebensbeichte. In der Nachkriegszeit habe er Brotmarken geklaut, Schwarzmarktgeschäfte getätigt, Urkunden gefälscht.
Heute ist er 76, ein reicher Medienunternehmer. An xy verdient er noch immer, der Mann, von dem wir nun wissen, dass auch er im Knast saß, fünf Jahre in Ost und West im Knast saß. Können wir denn niemandem mehr trauen?
Ein Grosser also hätte er werden können, sagt er. Hätte! Heute sitzt er neben Otto Schily, zwei Freunde von Recht und Ordnung. Von Ludwig Lugmeier kritisch beobachtet, haben die beiden am Dienstag in Berlin gemeinsam den xy-Preis verliehen. Die Zeit der ideologischen Differenzen scheint vergessen, vorbei.
Sie haben beide ihren Frieden mit ihrer Vergangenheit gemacht. Und so entstand ein dickes Buch von Ede, ohne Widersprüche, ohne Zweifel, ohne Not. Das findet auch Ludwig Lugmeier, der enttäuscht ist von den Erinnerungen seines alten Gegenspielers.
Lugmeier war nicht nur als von Eduard Zimmermann gesuchter Ganove ein anderes Kaliber. Der kann erzählen vom Verbrechen und vom Gefühl, wie das ist gejagt zu werden. Spätestens seit diesem Herbst ist er ein wirklich grosser Schriftsteller: Er hat den Absprung geschafft, der Mann, der aus dem Fenster sprang."

Ludwig Lugmeier: Der Mann, der aus dem Fenster sprang
Ein Leben zwischen Flucht und Angriff
ISBN 3-88897-401-1, 19.90 EUR
Antje Kunstmann Verlag
Lesetermine lassen sich bei Tom Produkt buchen.
Bisherige Termine:
Di. 11.10.05 Berlin, Festsaal Kreuzberg
Fr. 21.10.05 Frankfurt, Club Voltaire
Fr. 09.12.05 Berlin, Eiszeit-Kino
Do. 09.02.06 Göttingen, Literarisches Zentrum
Fr. 10.02.06 Bielefeld, Kamp
Mi. 19.04.06 Passau, Scheune am Severinstor
Hier der Promotion-Text:
"Ludwig Lugmeier, geboren 1949 in Kochel am See, wollte schon als Kind der neu aufkommenden deutschen Biederkeit entfliehen. Als er mit fünfzehn ins Gefängnis kam, hatte er sein Ziel zum ersten Mal erreicht. Mit Überfällen auf Geldtransporte erwarb er sich schon bald darauf einen legendären Ruf. 1976 schrieb die gesamte deutsche Presse über ihn, nachdem er während seines Frankfurter Prozesses durch einen Sprung aus dem Fenster des Gerichtssaals entkommen war.

Lugmeier schildert sein Leben als einer, dem Un-recht die Voraussetzung der eigenen Geschichte ist. Sie überzeugt in ihren rasanten Wechseln von Angriff und Flucht, Überfluss und Armut, Gefängniszellen und Triumph der Freiheit als radikale, lakonisch und drängend erzählte Selbstvergewisserung. Nach seinem 1992 erschienenen Roman »Wo der Hund begraben ist«, einem Sittengemälde aus dem Oberbayern der Nachkriegszeit, sichert sich Lugmeier damit endgültig einen markanten Platz im »unfriedlichen Reich« der Literatur.
1993 hatte das SZ-Magazin Ludwig Lugmeier gefragt: »Warum haben Sie über Ihre Erlebnisse als Millionendieb oder über das Gefängnisleben noch nicht geschrieben?« Seine Antwort lautete damals noch: »Dazu habe ich noch viel zu wenig Abstand. Aber ich bin mir ganz sicher, dass ich das machen werde, schon allein deshalb, weil ich die zwei Bilder, die von mir in der Öffentlichkeit existieren – Gangster und Schriftsteller –, literarisch vereinen möchte.«
Seine Raubüberfälle galten als die spektakulärsten der deutschen Nachkriegszeit. Knapp 30 Jahre nach dem legendären Fenstersprung bei seinem Frankfurter Prozess erzählt Ludwig Lugmeier nun seine Geschichte."
Tilmann Jens portraitierte Lugmeier im Kontext des Erscheinens von Eduard Zimmermanns Autobiographie "Auch ich war ein Gauner" in Titel Thesen Temperamente (HR) am 18.09.2005. Tilmann Jens' legt den Schluss nahe, dass Lugmeier das größere Format gehabt habe. Ein Einschätzung, der wir uns voll und ganz anschließen. Zudem zeigt das Doppelportrait nochmals auf, wie nahe sich Krimineller und Kriminaler sind. Deshalb wird dieses Feature im Kulturzeit-Lesetip (3sat) auch mit der Überschrift "Zwei Gauner und ihr Leben" zweitverwertet.
"Mit einer Ausgabe von xy begann 1974 eine richtig große Gangster-Geschichte. Eduard Zimmermann suchte einen bayerischen Räuber, der für Schlagzeilen sorgen sollte. Vor dem schweren Jungen mit den grünen Augen war kein Geldtransporter gefeit. Über zwei Millionen Mark hat er mit seiner Gang erbeutet. Angst hatte der heute 56-Jährige nur vor einem - erraten, vor Eduard Zimmermann! Vor ihm floh er in den Stadtwald.
Gradlinig ist der Mann, der in diesem Frankfurter Gerichtssaal verurteilt wurde, auf die schiefe Bahn geraten. Jetzt hat er sein wildbewegtes Leben aufgeschrieben. Seine erste Verurteilung mit 16 kommentiert er mit den Worten: „Endlich hatte ich es geschafft, hatte mich von einem erbärmlichen Mauerlehrling in einen echten Sträfling verwandelt.“
Er war soviel mehr als nur ein schnöder Panzer-Knacker. Als Virtuose der Verkleidung hat er seine Raubüberfälle zur Kunstform erhoben… und war auf der Flucht Eduard Zimmermann und auch Interpol fast immer um Längen voraus. Selbst seine spektakuläre Verhaftung konnte ihn nicht dauerhaft stoppen. Aus dem Fenster eines Frankfurter Gerichtsaales ist er 1976 in die Freiheit gesprungen, aus fünf Metern Höhe. Die todesmutige Nummer sorgte in ganz Deuschland für Aufsehen und gab seinem Buch den Namen: „Der Mann, der aus dem Fenster sprang“.
Wie lebt es sich als Berufsverbrecher? Lugmeier erzählt davon, wie es sich anfühlt, wenn die ganze Welt zu einem einzigen Unterschlupf wird, von Bars und Bordellen bis hin nach Mexiko, die aber nicht ablenken können von der Angst, am Ende doch entdeckt zu werden. Freude aber kommt auf, wenn er in der Ferne an die alten Gegenspieler denkt, die, wie Ede Zimmermann, wieder einmal auf falschen Fährten tappen.
Doch Stopp! Was müssen wir da lesen? Ede war selbst ein Krimineller. Ausgerechnet er! Lugmeier, der dann doch bis 1989 im Knast saß, kann es nicht fassen. Eduard Zimmermann: ein Berufskollege. Und auch er versucht nun an einer Lebensbeichte. In der Nachkriegszeit habe er Brotmarken geklaut, Schwarzmarktgeschäfte getätigt, Urkunden gefälscht.
Heute ist er 76, ein reicher Medienunternehmer. An xy verdient er noch immer, der Mann, von dem wir nun wissen, dass auch er im Knast saß, fünf Jahre in Ost und West im Knast saß. Können wir denn niemandem mehr trauen?
Ein Grosser also hätte er werden können, sagt er. Hätte! Heute sitzt er neben Otto Schily, zwei Freunde von Recht und Ordnung. Von Ludwig Lugmeier kritisch beobachtet, haben die beiden am Dienstag in Berlin gemeinsam den xy-Preis verliehen. Die Zeit der ideologischen Differenzen scheint vergessen, vorbei.
Sie haben beide ihren Frieden mit ihrer Vergangenheit gemacht. Und so entstand ein dickes Buch von Ede, ohne Widersprüche, ohne Zweifel, ohne Not. Das findet auch Ludwig Lugmeier, der enttäuscht ist von den Erinnerungen seines alten Gegenspielers.
Lugmeier war nicht nur als von Eduard Zimmermann gesuchter Ganove ein anderes Kaliber. Der kann erzählen vom Verbrechen und vom Gefühl, wie das ist gejagt zu werden. Spätestens seit diesem Herbst ist er ein wirklich grosser Schriftsteller: Er hat den Absprung geschafft, der Mann, der aus dem Fenster sprang."
sparkassenkunde - am Donnerstag, 6. Oktober 2005, 10:52 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Samstag, 17. September 2005
20:00 Uhr, Mannheim im Capitol
Claude-Oliver Rudolph liest
Jacques Mesrine
„L´instinct de mort“ – Der Todestrieb
Er hat mit den erfolgreichsten deutschen Regisseuren gedreht und steht für Filme wie „Das Boot“, „Rote Erde“, „Der König von St. Pauli“ oder dem James Bond Blockbuster „The World is not Enough“. Dabei gibt er meisten den klassischen Bösen oder den Ruppigen mit dem weichen Herz: Claude-Oliver Rudolph. Was die wenigsten an ihm kennen ist einerseits sein enger Bezug zu Frankreich und andererseits seine Theaterleidenschaft und –erfahrung.
Jetzt bringt Rudolph beides zusammen in einer spektakulären Lesereise, die sich eines ganz außergewöhnlichen Buches annimmt. Jacques Mesrines Autobiographie „L´instinct de mort“ – Der Todestrieb
Bis zu seinem Tod 1979 Staatsfeind Nummer eins in Frankreich und Kanada, Algerienkämpfer, Einbrecher und Bankräuber – Mesrine avancierte vom kleinen Gangster aus dem Pariser Milieu zum meistgesuchten Killer. Ihm gelangen drei spektakuläre Ausbruchsversuche, bevor ihn Spezialeinheiten der Pariser Polizei schließlich in seinem Wagen erschossen.
Jacques Mesrine schrieb seine Autobiographie im Hochsicherheitstrakt eines Pariser Gefängnisses. Nach seinen Kriegserfahrungen in Algerien und erfolglosen Versuchen, einer geregelten Arbeit nachzugehen, bricht Mesrine mit allen Konventionen des bürgerlichen Lebens und sagt der Gesellschaft den Kampf an. Die »Risiken eines Lebens am Rande der Gesellschaft« nimmt Mesrine mit konsequenter Entschlossenheit auf sich, er zeigt weder Reue noch Selbstmitleid.
Als »Superstar« und »Ausbrecherkönig« hatte er breite Sympathien auf seiner Seite, darüber hinaus wurde er einer der – im wahrsten Sinne des Wortes – radikalsten Gegner der Hochsicherheitstrakte.
Claude-Oliver Rudolph ist es gelungen, die Rechte an der Biographie zu erwerben, ist damit auf Lesereise und bereitet ein Hörbuch vor. Musikalisch kongenial von David Bloom umrahmt ganz sicherlich einer der außergewöhnlichsten Abende im September.
Claude-Oliver Rudolph
liest Jacques Mesrine - „L´instinct de mort“ – Der Todestrieb
Lesung
Veranstalter: Jörg Jung + Capitol
Samstag 17. September 2005, 20:00 Uhr
bestuhlt
Eintritt 25,00 EUR, Ermäßigt 18,00 EUR
Capitol
Waldhofstr. 2
Mannheim
20:00 Uhr, Mannheim im Capitol
Claude-Oliver Rudolph liest
Jacques Mesrine
„L´instinct de mort“ – Der Todestrieb
Er hat mit den erfolgreichsten deutschen Regisseuren gedreht und steht für Filme wie „Das Boot“, „Rote Erde“, „Der König von St. Pauli“ oder dem James Bond Blockbuster „The World is not Enough“. Dabei gibt er meisten den klassischen Bösen oder den Ruppigen mit dem weichen Herz: Claude-Oliver Rudolph. Was die wenigsten an ihm kennen ist einerseits sein enger Bezug zu Frankreich und andererseits seine Theaterleidenschaft und –erfahrung.
Jetzt bringt Rudolph beides zusammen in einer spektakulären Lesereise, die sich eines ganz außergewöhnlichen Buches annimmt. Jacques Mesrines Autobiographie „L´instinct de mort“ – Der Todestrieb
Bis zu seinem Tod 1979 Staatsfeind Nummer eins in Frankreich und Kanada, Algerienkämpfer, Einbrecher und Bankräuber – Mesrine avancierte vom kleinen Gangster aus dem Pariser Milieu zum meistgesuchten Killer. Ihm gelangen drei spektakuläre Ausbruchsversuche, bevor ihn Spezialeinheiten der Pariser Polizei schließlich in seinem Wagen erschossen.
Jacques Mesrine schrieb seine Autobiographie im Hochsicherheitstrakt eines Pariser Gefängnisses. Nach seinen Kriegserfahrungen in Algerien und erfolglosen Versuchen, einer geregelten Arbeit nachzugehen, bricht Mesrine mit allen Konventionen des bürgerlichen Lebens und sagt der Gesellschaft den Kampf an. Die »Risiken eines Lebens am Rande der Gesellschaft« nimmt Mesrine mit konsequenter Entschlossenheit auf sich, er zeigt weder Reue noch Selbstmitleid.
Als »Superstar« und »Ausbrecherkönig« hatte er breite Sympathien auf seiner Seite, darüber hinaus wurde er einer der – im wahrsten Sinne des Wortes – radikalsten Gegner der Hochsicherheitstrakte.
Claude-Oliver Rudolph ist es gelungen, die Rechte an der Biographie zu erwerben, ist damit auf Lesereise und bereitet ein Hörbuch vor. Musikalisch kongenial von David Bloom umrahmt ganz sicherlich einer der außergewöhnlichsten Abende im September.
Claude-Oliver Rudolph
liest Jacques Mesrine - „L´instinct de mort“ – Der Todestrieb
Lesung
Veranstalter: Jörg Jung + Capitol
Samstag 17. September 2005, 20:00 Uhr
bestuhlt
Eintritt 25,00 EUR, Ermäßigt 18,00 EUR
Capitol
Waldhofstr. 2
Mannheim
vabanque - am Montag, 12. September 2005, 12:52 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Am 24.8. (16.06-17 Uhr) ist der ehemalige Bankräuber Dimitri Todorov zu Gast bei der Sendung radioMax auf Bayern2
Bayern2 wird im Internet live gestreamt.
Wer in diesem Blog sucht, findet auch einiges zu Todorov .
Auf Wikipedia wird Todorov als "Mann / Krimineller" geführt. Mit denen sollte man auch mal eine Diskussion über solche Kategorien führen.
Bayern2 wird im Internet live gestreamt.
Wer in diesem Blog sucht, findet auch einiges zu Todorov .
Auf Wikipedia wird Todorov als "Mann / Krimineller" geführt. Mit denen sollte man auch mal eine Diskussion über solche Kategorien führen.
vabanque - am Samstag, 20. August 2005, 12:19 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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vabanque - am Mittwoch, 17. August 2005, 08:38 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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« ni haine, ni violence et sans arme »
Die Biographie Albert Spaggiaris findet sich in der französischen Ausgabe von Wikpedia:
"Il a été le cerveau du casse du siècle, le cambriolage de la Société générale de Nice. Pendant trois mois, une quinzaine d’hommes, moitié de truands, moitié de politiques, vont creuser un tunnel de 8 mètres en passant par les égouts jusqu’à la salle des coffres. Au cours du week-end du 17 juillet au 19 juillet 1976, trois-cent trente-sept coffres seront ouverts : cinquante millions de francs de l’époque, « ni haine, ni violence et sans arme » comme le dit le message laissé par Spaggiari.
(...)
Albert Spaggiari est le “cerveau” du casse de Nice. Une véritable légende du grand banditisme, et cela de son vivant… En 1976, il a réussi un coup monumental, le cambriolage de la salle des coffres de la Société Générale de Nice en passant par les égouts. Butin, 5 milliards de centimes de franc, 24 millions d’euros…"
Der Artikel wird unter der Kategorie "Article soupçonné de partialité" geführt, was soviel bedeutet: "Les articles listés ci-après ont été soupçonnés de ne pas respecter la neutralité de point de vue la plus absolue et leur contenu est à considérer, plus que d'autres, avec prudence."
Auf der Diskussionsseite zu diesem Artikel wird dann auch kritisiert:
""sa tombe est toujours abondament fleurie" "Nice, la cité de Catherine SEGURANE" "véritable légende du grand banditisme" "un coup monumental" "dans les égouts, les héros ont fini par apprivoiser les rats" " voyou à la Française comme on n'en fait plus, de ceux qui ont de la classe: veste de blazzer impeccablemement coupées" " populaire, et toujours du bon côté. Il apparaît à la fois séducteur désinvolte à la Arsène Lupin et militant des causes nationalistes" ... cette litanie de compliments et de superlatifs est une insulte à tous les grands savants qui n'ont que quelques lignes dans l'encyclopédie. Cham 14 juillet 2005 à 17:16 (CEST)"
In der Tat sollte ein Lexikonartikel über Spaggiari nicht den zeitgenössischen Diskurs verdoppeln. Aber ist das nicht ein grundsätzliches Problem von Wikipedia, dass es vor allem deshalb funktioniert, weil die SchreiberInnen sich für eine Sache besonders begeistern? Insofern verdoppelt der Beitrag die mediale Bewunderung für diesen Coup, dabei müsste die Bewunderung Gegenstand der Darstellung werden.
Die Biographie Albert Spaggiaris findet sich in der französischen Ausgabe von Wikpedia:
"Il a été le cerveau du casse du siècle, le cambriolage de la Société générale de Nice. Pendant trois mois, une quinzaine d’hommes, moitié de truands, moitié de politiques, vont creuser un tunnel de 8 mètres en passant par les égouts jusqu’à la salle des coffres. Au cours du week-end du 17 juillet au 19 juillet 1976, trois-cent trente-sept coffres seront ouverts : cinquante millions de francs de l’époque, « ni haine, ni violence et sans arme » comme le dit le message laissé par Spaggiari.
(...)
Albert Spaggiari est le “cerveau” du casse de Nice. Une véritable légende du grand banditisme, et cela de son vivant… En 1976, il a réussi un coup monumental, le cambriolage de la salle des coffres de la Société Générale de Nice en passant par les égouts. Butin, 5 milliards de centimes de franc, 24 millions d’euros…"
Der Artikel wird unter der Kategorie "Article soupçonné de partialité" geführt, was soviel bedeutet: "Les articles listés ci-après ont été soupçonnés de ne pas respecter la neutralité de point de vue la plus absolue et leur contenu est à considérer, plus que d'autres, avec prudence."
Auf der Diskussionsseite zu diesem Artikel wird dann auch kritisiert:
""sa tombe est toujours abondament fleurie" "Nice, la cité de Catherine SEGURANE" "véritable légende du grand banditisme" "un coup monumental" "dans les égouts, les héros ont fini par apprivoiser les rats" " voyou à la Française comme on n'en fait plus, de ceux qui ont de la classe: veste de blazzer impeccablemement coupées" " populaire, et toujours du bon côté. Il apparaît à la fois séducteur désinvolte à la Arsène Lupin et militant des causes nationalistes" ... cette litanie de compliments et de superlatifs est une insulte à tous les grands savants qui n'ont que quelques lignes dans l'encyclopédie. Cham 14 juillet 2005 à 17:16 (CEST)"
In der Tat sollte ein Lexikonartikel über Spaggiari nicht den zeitgenössischen Diskurs verdoppeln. Aber ist das nicht ein grundsätzliches Problem von Wikipedia, dass es vor allem deshalb funktioniert, weil die SchreiberInnen sich für eine Sache besonders begeistern? Insofern verdoppelt der Beitrag die mediale Bewunderung für diesen Coup, dabei müsste die Bewunderung Gegenstand der Darstellung werden.
vabanque - am Montag, 8. August 2005, 12:20 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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Die Kulturindustrie schläft nicht. Bereits am 4.2. 2005 ließ "DVD-Inside" verlauten: Johnny Depp ist der "Whiskey Robber"
Whiskey Robber
Der unbestrittene “Sexiest Man Alive” (Zitat: Billy Cristal) wird sich in seinem neuesten Projekt wohl alle Ehre geben. Dort darf er einen äußerst charmanten und eleganten Bankräuber spielen, dem ein Ruf als moderner Robin Hood vorauseilt. Vorbild für die Rolle ist der ungarische Bankräuber Attila Ambrus, der innerhalb von sechs Jahren 30 Banken ausraubte und 1999 ein erstes Mal geschnappt wurde. Erst nach einem gelungenen Ausbruch aus dem Gefängnis und ein paar weiteren ausgeraubten Banken, wurde der sogenannte „Whiskey Robber“ endgültig gefasst. Durch seine charmante und liebenswerte Vorgehensweise wurde aus dem Dieb tatsächlich so etwas wie ein ungarischer Volksheld. Die perfekte Rolle für Johny Depp, der sich nun zusammen mit Warner Brothers die Rechte an dem Buch „The Ballad of the Whiskey Robber“ von Julian Rubinstein gesichert hat.
Originaltitel: Whiskey Robber
Buch: Julian Rubinstein
Darsteller: Johnny Depp
Whiskey Robber
Der unbestrittene “Sexiest Man Alive” (Zitat: Billy Cristal) wird sich in seinem neuesten Projekt wohl alle Ehre geben. Dort darf er einen äußerst charmanten und eleganten Bankräuber spielen, dem ein Ruf als moderner Robin Hood vorauseilt. Vorbild für die Rolle ist der ungarische Bankräuber Attila Ambrus, der innerhalb von sechs Jahren 30 Banken ausraubte und 1999 ein erstes Mal geschnappt wurde. Erst nach einem gelungenen Ausbruch aus dem Gefängnis und ein paar weiteren ausgeraubten Banken, wurde der sogenannte „Whiskey Robber“ endgültig gefasst. Durch seine charmante und liebenswerte Vorgehensweise wurde aus dem Dieb tatsächlich so etwas wie ein ungarischer Volksheld. Die perfekte Rolle für Johny Depp, der sich nun zusammen mit Warner Brothers die Rechte an dem Buch „The Ballad of the Whiskey Robber“ von Julian Rubinstein gesichert hat.
Originaltitel: Whiskey Robber
Buch: Julian Rubinstein
Darsteller: Johnny Depp
vabanque - am Mittwoch, 13. April 2005, 17:03 - Rubrik: Biographien des Bankraubs
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